Wetter Sommer 2018 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Sommer 2018 aktuelle Wetterprognose vom 09.08.2018 - Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten für einen Rekordsommer?

Nach den Unwettern zeigt sich weiterhin eine Normalisierung des Temperaturtrends. Doch auf kommt es beim Sommerwetter auf die Details an. Der Sommer 2018 ist zum aktuellen Stand wärmer als der Rekordsommer aus dem Jahre 2003!

Tiefdrucksysteme nehmen Kurs auf Deutschland und sorgen heute und auch in der Nacht auf Freitag für unwetterartige Wetterereignisse. Nachfolgend zieht das Unwettertief nach Norden ab und der Wettercharakter beruhigt sich wieder, bevor zur neuen Woche nach nächste Tiefdrucksystem Deutschland erreichen kann. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose August.

Der Wettercharakter wird insgesamt unbeständiger, wenngleich die Temperaturen auf einem überwiegend sommerlichen Niveau bleiben. Der Grund für das zunehmend wechselhafte Wetter ist das fehlende Skandinavienhoch, welches die atlantische Frontalzone nun nicht mehr blockieren kann.

Stattdessen etabliert sich die atlantische Tiefdruckrinne zwischen Neufundland, Island und Skandinavien, während sich der hohe Luftdruck von den Azoren über die Mittelmeerregion bis über das östliche Europa ausdehnen kann. In Folge daraus liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz in der abwechslungsreichen und warmen Südwestströmung.

Sommerwetter mit mehr Schauer und Gewitter
Sommerwetter mit mehr Schauer und Gewitter

Amerikanisches Wettermodell: Typische Sommerwetterlage

Ein stabiles Sommerwetter ist über Deutschland eher die Seltenheit. Häufiger sind abwechslungsreiche Südwest- bis Westwetterlagen vorzufinden. Und so eine Südwestwetterlage berechnet das amerikanische Prognosemodell auch in der heutigen Wetterprognose.

Das Tiefdruckzentrum liegt bei Island und drumherum bewegen sich die Tiefdrucksysteme. Da diese sich gegen den Uhrzeigersinn drehen, gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz in diese sommerlich warme, aber auch unbeständige Südwestanströmung. Schauer und Gewitter werden wohl häufiger auftreten können.

Das Temperaturspektrum pendelt sich bis zum 20. August auf +24 bis +28 Grad ein und kann phasenweise auf bis +34 Grad ansteigen und mit Rückseitenwetter kurzzeitig unter die +20 Grad Marke absinken.

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Anders formuliert zeigt sich in der zweiten August-Dekade ein unbeständiger und zu Schauern und Gewittern neigenden Wettercharakter. Das Temperaturspektrum ist für die Jahreszeit gegenüber dem langjährigen Mittelwert als etwas zu warm zu bewerten.

In der letzten August-Dekade zeigt sich in den letzten Stunden eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine nachlassende Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik, was den Hochdruckkeil des Azorenhochs mehr Spielraum bietet, sich nach Norden - in Richtung Mitteleuropa - auszudehnen. Sollte das gelingen, so wäre mit einer stabilen Sommerwetterphase zu rechnen.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Keine stabile Sommerwetterlage - Im Wettertrend kann sich das Hochdrucksystem in Richtung Mitteleuropa ausdehnen © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Waschküchenwetter

Das europäische Vorhersagemodell hat seine gestrige Prognose einer neuerlichen Hitzewelle verworfen, was nach den Kontrollläufen auch nicht anders zu erwarten war. Stattdessen wird nun eine ähnliche Wetterentwicklung wie nach dem amerikanischen Wettermodell berechnet - die Südwestwetterlage

Doch im Unterschied gelangen im Zeitraum vom 13. bis 17. August schwül-warme Luftmassen nach Deutschland, was die Tageswerte verbreitet an die +30 Grad Marke ansteigen lassen kann. In der labilen und auch feuchten Luftmasse können sich im Tagesverlauf rasch Schauer und Gewitter ausbilden und das Potential für Unwetter steigt generell an.

Zum Ausklang des zweiten Augustdrittels konzentriert sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien, was den Wettercharakter in den letzten Augusttagen unbeständiger und auch kühler gestalten könnte.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: Tiefdruckzentrum nähert sich Skandinavien - Ein kühleres und auch unbeständigeres Sommerwetter wäre die Folge daraus © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Wenig stabiles Sommerwetter

Eine neuerliche Hitzewelle ist nach den Kontrollläufen nicht zu erkennen. Vielmehr pendelt sich der Mittelwert des Temperaturspektrums mit +23 bis +24 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert in einen normalen Bereich ein.

In der Niederschlagsprognose wird im Zeitraum vom 14. bis 23. August über dem Norden und Westen eine mäßig hohe Niederschlagsleistung berechnet, welche nach Süden und Osten nachlässt. Das deutet mehrheitlich auf eine gemäßigt warme und abwechslungsreiche Südwestwetterlage hin.

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 09.08.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Sommer 2018 nach dem Langfristmodell: Leichte Korrektur

Das Augustwetter sollte nach der Wetterprognose des Langfristmodells mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfallen. Das wurde heute etwas korrigiert und die Abweichung beträgt +1 bis +3 Grad.

Woran liegt das? Das erste Augustdrittel ist bisweilen mit einer Abweichung von +7,3 Grad gegenüber seinem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. Der Temperaturüberschuss muss also durch sinkende Temperaturwerte erst einmal abgebaut werden.

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Kumuliert man die Werte und nimmt einfach mal an, dass sich die Temperaturen in der zweiten und letzten August-Dekade normalisieren können, so würde der August am Ende noch immer um +2,4 Grad zu warm ausfallen. So mächtig wirkt sich die Hitze auf den Mittelwert aus!!!

Damit das Augustwetter noch normal ausfallen könnte, müsste das zweite und letzte Augustdrittel um -3,6 Grad zu kalt ausfallen. Das ist wenig wahrscheinlich. Der Sommer 2018 ist gegenüber dem langjährigen Mittelwert aktuell um +3,4 Grad zu warm. Der Rekordsommer aus dem Jahre 2003 hatte eine Abweichung von +3,37 Grad. Es hängt also von den letzten Augusttagen ab, ob der Rekord aus dem Jahre 2003 eingestellt werden kann. Das wäre dann der zweite Jahrhundertsommer binnen 15 Jahren. Das ist zwar möglich, doch müsste der August dann um rund +4,5 Grad zu warm ausfallen. Und das ist zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich.

Um das Ganze zu komplettieren müsste der August - rein hypothetisch - um -5,8 Grad zu kalt ausfallen, um noch für einen normalen Sommer zu sorgen. Das ist völlig unwahrscheinlich, denn dann müssten die verbleibenden Sommertage um 10 bis 11 Grad zu kalt ausfallen, was einem Wettercharakter aus dem November gleich käme. So geht der Sommer 2018 wohl als 22. zu warmer Sommer in Folge in die Wettergeschichte ein.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +3,4 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 +1 bis +3 Grad Trend: leicht bis deutlich zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 09.08.2018

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Sommer

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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