Wetterprognose Deutschland - Daten und Fakten
Wetter Sommer -
Temperatur, Regen & Sonne
Veröffentlicht: 07. Januar 2011
Aktualisiert: 09. Mai 2022

Wie wird das Wetter im Sommer, bleibt es trocken und warm, eignet sich das Wetter zum Wandern, Partys feiern, Grillabende organisieren oder können Ausflüge, Kurztrips oder gar der Sommerurlaub in Deutschland, Österreich und der Schweiz geplant werden? Ja, es gibt sie - die Supersommerjahre - wie 2018, 2019 und 2020 - doch die Regel ist das nicht!

Wer in den letzten Jahren die Sommermonate in Deutschland verbracht hat, hatte aber in der Regel gutes Wetter. Der normale Durchschnittssommer zeigt sich in längeren hochdruckdominierten Wetterlagen, welche hin und wieder durch Tiefdrucksysteme - mit teils kräftigen und örtlich unwetterartigen Wetterereignissen - unterbrochen werden kann.

Juni

Der Juni - besonders die Zeit bis zur Schafskälte (Mythos Schafskälte) gehört noch zum Frühsommer. Erst mit Überschreiten der Monatsmitte zeigt sich ein zunehmend stabiler werdender Wettercharakter, bei der häufiger die Werte über die +25 Grad Marke ansteigen können. Der Juni gehört zudem noch zu den Wettermonaten, in denen turbulente Wetterereignisse in Erscheinung treten können. Ende Juni beginnt zudem die Siebenschläferzeit.

Juli

Der Juli ist der eigentliche Sommermonat. Anfang noch unbeständig und über dem Norden manchmal kühl, strebt er zur Monatsmitte dem Hochsommer entgegen. Auch die Hundstage zum Beginn der letzten Julidekade bezeichnet eine Wettersingularität, welche auch die erste August-Hälfte mit beeinflussen kann. Unwetterartige Wetterereignisse sind in Form von kräftigen Schauern und Gewittern zu erwarten und die Tageswerte orientieren sich immer häufiger in Richtung der +30 Grad Marke.

August

Vom Hochsommer in den Spätsommer. Anfangs zeigt sich der August noch launisch und unbeständig, doch findet er rasch in den Hochsommer zurück, bevor der Wettercharakter ab der Monatsmitte so langsam in die Spätsommerphase übergeht. Liegen die Werte anfangs zwischen +25 bis +30 Grad, so sind es am Ende +15 bis +25 Grad.

Faktencheck Sommer

  • Durchschnitt­stemperatur (91-20)
    +17,6 Grad
  • Durchschnitt­stemperatur (61-90)
    +16,3 Grad
  • Kältester Sommer
    +14,74 Grad (1913)
  • Wärmster Sommer
    +19,67 Grad (2003)
  • Durchschnittliche Eistage
    0,1
  • Durchschnittliche Frosttage
    0,4
  • Mittel­wert der letzten 20 Jahre
    +17,8 Grad
  • Abweichung vom Mittel­wert 61/90
    +1,5 Grad
  • Höchste Temperatur
    +41,2 Grad
  • Kältester Tages­höchstwert
    +4,7 Grad
  • Tiefste Temperatur
    -4,3 Grad
  • Nieder­schlagssoll (91/20)
    240 l/m²
  • Nieder­schlagssoll (61/90)
    239 l/m²
  • Höchtse Niederschlags­summe
    349 l/m²
  • Anzahl Sommertage (>+25 Grad)
    61-90: 22,8 Tage
    91-20: 32,3 Tage
  • Anzahl Hitzetage (>+30 Grad)
    61-90: 4,0 Tage
    91-20: 8,3 Tage
  • Sonnenschein­dauer
    604 Stunden
  • Tageslänge
    Beginn 16 h 35 min
    Ende 13 h 44 min
  • Wettersingularität
    Zweite Juni-Dekade Schafskälte; Siebenschläfer­zeitraum 25. Juni bis 11. Juli; Hundstage; Hochsommer
Wetterprognose

Wie wird das Wetter im Sommer 2022?

Die Sommer sind in den letzten 30 Jahren um +1,3 Grad wärmer geworden

Die durchschnittliche Temperatur in den Sommermonaten von 1961 bis 1990 betrug +16,3 Grad. Nach dem neuen - wärmeren - Klimamittelwert von 1991 und 2020 beträgt die Durchschnittstemperatur +17,6 Grad. Der letzte Sommer ist zum alten Klimamittelwert mit einer Differenz von +1,6 Grad zu warm ausgefallen. Nach dem neuen Klimamittelwert beträgt die Differenz lediglich noch +0,3 Grad und wäre als nur leicht zu warm zu definieren.

Normale Sommer werden zunehmen

Das ist die Konsequenz aus dem neuen Klimamittelwert. Die Sommer der kommenden Jahre haben wieder eine höhere Wahrscheinlichkeit normal auszufallen, wenn man nicht das alte Klimamittel erwähnt.

Der Trend ist zu warm

Egal in welchem Verhältnis man das betrachtet - die Hitze- und Dürrephasen nehmen in den letzten Sommerjahren rasant zu. Die Großwetterlagen sind länger andauernd, stabiler und neigen häufiger zu Extremen (Unwetter & Hitze gleichermaßen). Daran wird sich auch im Sommer 2022 nichts ändern. Anders formuliert ist auch in diesem Jahr ein zu warmer Temperaturcharakter zu erwarten. Hitzephasen sind in der Zeit Mitte Juni und vom 22. Juli bis 22. August sehr wahrscheinlich. Durchwachsenes und teils unwetterartiges Wetter zeigt sich häufiger Anfang Juni und bis zum Ende der zweiten Julidekade.

Wettertrend Sommer nach dem Langfristmodell

Zusammen mit einer schwachen Sonnenintensität und einem nicht enden wollenden meridionalem Strömungsmuster kann über den Sommer hinweg ein meridionales Strömungsmuster vorherrschen und das Wetter über weite Strecken dominieren, was zu sehr warmen, heißen und sehr trockenen oder aber zu kühlen und verregneten Wetterlagen führen kann. Das Sommerwetter verspricht abwechslungsreich zu werden.

Zu warm

Geht es nach dem aktuellen Wettertrend des Langfristmodells, so soll das Sommerwetter im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad und im Trend bis +3 Grad deutlich zu warm auszufallen.

Keine Dürre

Das Langfristmodell geht von einer meridional geprägten Großwetterlage aus, was immer wieder zu Niederschlagsereignissen und längeren trockenen Phasen führen kann. Am Ende zeigt sich eine normale Niederschlagsentwicklung, die im Trend als leicht zu trocken interpretiert werden kann. Unwetterartige Wetterereignisse sind aus dieser Konstellation heraus im Juni und Juli zu erwarten.

Mehr dazu in der Wetterprognose zum Wetter Sommer 2022.

Der Sommerbeginn und das Ende

  • Der meteorologische Sommer beginnt mit dem 1. Juni und endet am 31. August.
  • Der kalendarische Sommerbeginn ist mit der Sonnenwende am 21. Juni 2022, 11:13 Uhr MESZ
  • Der Tag der Sommersonnenwende ist zugleich auch der längste Tag des Jahres, danach werden die Tage auf der Nordhalbkugel wieder kürzer
  • Das kalendarische Ende ist am 23. Sep. 2022, 03:02 Uhr MESZ
Von lauen Nächten bis zu unangenehmer Hitze

Die Temperaturen

Die durchschnittliche Temperatur beträgt +16,3 Grad (1961 bis 1990) und ist in den letzten 30 Jahren (91-20) um +1,3 Grad auf +17,6 Grad wärmer geworden. Der Juni bringt es auf +15,4 Grad, der Juli auf +16,9 Grad und der August auf +16,5 Grad. Der Juli also ist der wärmste Monat im gesamten Jahr.

Es wird wärmer und die Hitze nimmt zu

Die letzten 25 Sommer waren im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert durchweg zu warm (Abweichung > 0 Grad). Aber nicht nur das, auch die Hitze nimmt zu. Waren die Temperaturen früher meist unter der +30 Grad Marke angesiedelt, wird in den letzten 10 Jahren immer häufiger die 35 Grad Marke angepeilt und in manchen Jahren die +40 Grad Marke überschritten. Der Temperaturrekord stammte mit +41,2 Grad aus dem Jahre 2019.

Mehr Sommer- und mehr Hitzetage

Im Zeitraum von 1961 bis 1990 gab es im Schnitt 4 Hitzetage im Sommer. Hitzetage sind die Tage, an denen die Werte die +30 Grad Marke überschreiten. Im Zeitraum von 1991 bis 2020 waren es durchschnittlich 8,3 Hitzetage - mehr als eine Verdoppelung! Gleiches lässt sich auch über die Sommertage sagen, bei denen die Temperaturen über der +25 Grad-Marke lagen. Im Schnitt waren das von 1961 und 1990 an 22,8 Tagen der Fall. Im Zeitraum vom 1991 und 2020 gab es im Schnitt 32,8 Sommertage!

Die höchste Temperatur

Die höchste seit 1881 in Deutschland gemessene Temperatur stammte aus dem Jahre 2019 und betrug +41,2 Grad (25. Juli 2019, Duisburg-Baerl, Nordrhein-Westfalen). Ein Novum!

Der kälteste Temperaturwert

Gerade der Juni kann mit seiner Wettersingularität der Schafskälte nochmals für Nachtfrost sorgen. Der tiefste Wert von -4,3 Grad entstammt dieser Zeit (Trochtelfingen, 4. Juni 1962).

Kaltsommer

Aber nicht nur heiße und warme Sommer gibt es. Wenn der Atlantik nicht mitspielt, können die Sommermonate über Deutschland auch verregnet ausfallen, was in den von 1974 bis 1980 häufiger der Fall war (Rudi Carrell´s Song - Wann wird’s mal wieder richtig Sommer stammt aus dieser Zeit). Damals gab es eine ganze Reihe von Sommermonaten, die im Schnitt unter der +15 Grad Marke lagen. Der kälteste Sommer aber entstand im Jahre 1913 mit einem Durchschnittswert von +14,74 Grad. Der im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert letzte zu kalte Sommer liegt nun schon 26 Jahre zurück!

Warmsommer

Der stammt unangefochten aus dem Jahre 2003 und entsprach einem Jahrhundertsommer. Ein Omegahoch sorgte über Wochen in ganz Europa für außergewöhnliche Temperaturen. Die Durchschnittstemperatur betrug damals +19,67 Grad. Die beiden Sommer aus dem Jahre 2019 und 2018 waren dem Supersommer mit +19,3 Grad knapp auf den Fersen. Trotzdem zeigt das, dass die wärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen aus dem Jahre 1881 allesamt in den letzten 30 Jahren zu finden sind.

Die Temperaturen im Sommer - Hitze und Dürre wird zu einem Problem
© Martin Bloch
  • Durchschnittliche Temperatur (91-20)

    +17,5 Grad
  • Durchschnittliche Temperatur (61-90)

    +16,3 Grad
  • Wärmster Sommer

    +19,67 Grad (2003)
  • Kältester Sommer

    +14,74 Grad (1913)
  • Höchste Temperatur

    +41,2 Grad
  • Niedrigste Temperatur

    -4,3 Grad
  • Anzahl Sommertage (>+25 Grad)

    61-90: 22,8 Tage
    91-20: 32,3 Tage
  • Anzahl Hitzetage (>+30 Grad)

    61-90: 4,0 Tage
    91-20: 8,3 Tage

Wettersingularitäten

  • Die Schafskälte um den 11. Juni herum (kann aber auch im Zeitraum vom 4. und 20. Juni auftreten). Mehr dazu: Die Schafskälte verliert den Status einer Wettersingularität.
  • Die Siebenschläferregel hat über Süddeutschland eine hohe Eintreffwahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent und Mancherorts gar bis 80 Prozent. Die Regel besagt, dass die Großwetterlage wie sie in der ersten Juliwoche ist, auch noch sieben weitere Wochen Bestand haben und damit das Wetter im Sommer maßgeblich beeinflussen kann. Der eigentliche Siebenschläfertag ist am 27. Juni, es hat sich aber gezeigt, dass die erste Juli-Woche entscheidender ist.
  • Dann wären da noch die Hundstage im Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August. Die Hundstage (nein, sie haben nichts mit den Hunden zu tun) sind dann auch meist die Zeit, in der der Sommer auf Hochtouren laufen kann und häufiger die heißesten Tage des Jahres möglich sind.
Der Sonnenstand sinkt, die Tage werden kürzer

Die Sonne

Der maximal mögliche Sonnenstand wird im Zeitraum vom 20. bis 22. Juni erreicht (Sommersonnenwende). Die Tage sind um diesem Zeitraum am längsten. Anschließend werden die Tage wieder kürzer.

Durchschnittliche Sonnenscheindauer

Die durchschnittliche Sonnenscheindauer beträgt zwischen Juni und August 604 Stunden. Den meisten Sonnenschein gab es im Jahr 1947 mit 814 Stunden. Wenig Sonnenschein gab 1987 mit 487 Stunden. Der Rekordsommer aus dem Jahre 2003 brachte es auf 791 Sonnenstunden. Aber 2018 und 2019 waren mit 777 Stunden und 764 Stunden auf einem ebenfalls sehr hohen Niveau.

Die Sonnenscheindauer nimmt erst zu, dann ab

Am 1. Juni beträgt die Tageslänge 16 Stunden und 35 Minuten und zur Sonnenwende rund 17 Stunden. Ende Juli sind es bereits nur noch 15 Stunden und 39 Minuten und Ende August 13 Stunden und 44 Minuten.

Wetter Sommer - der Sonnenstand sinkt
  • Durch­schnittliche Sonnenschein­dauer

    604 Stunden
  • Höchste Sonnenscheindauer

    814 Stunden
  • Geringste Sonnenscheindauer

    487 Stunden
  • Sonnen­scheindauer Anfang Juni

    16 Stunden 35 Minuten
  • Sonnen­scheindauer Ende Juli

    15 Stunden 39 Minuten
  • Sonnen­scheindauer Ende August

    13 Stunden 44 Minuten
  • Sommersonnenwende

    ~ 17 Stunden

Definitionen

  • Was ist ein Sommertag?
    Temperaturen von mehr als +25 Grad werden als Sommertag definiert.
  • Was ist eine tropische Nacht?
    Wenn die Temperatur im Sommer in der Nacht nicht unter +20 Grad absinken kann.
  • Was ist ein Hitzetag (Tropentag)?
    Wenn die Temperatur über die +30 Grad Marke steigt
  • Was ist ein Wüstentag?
    Wenn die Temperatur über die +35 Grad Marke steigt
  • Wie viele Sommertage gibt es im Schnitt in Deutschland?
    Über dem Norden 13 bis 40 Tage (über den Inseln am wenigsten) und über dem Süden bis 70 Tage. Meist im Zeitraum von Juli bis August.
Dürre und heftige Unwetter

Der Niederschlag

Im Durchschnitt wird eine Regensumme von 239 l/m² erreicht und beinhaltet zugleich die niederschlagsreichsten Monate im ganzen Jahr.

Kräftige Schauer und Gewitter

Mal sind es die durchziehenden Tiefdruckfronten, welche für mehrtägigen und ergiebigen Landregen sorgen können (Oderhochwasser | Hochwasser 2002 in Europa), doch meist sind es die unwetterartigen Schauer und Gewitter, welche binnen kürzester Zeit für enorme Niederschlagsmengen sorgen können (Verheerende Unwetter in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen 2021). Der Höchstwert der Niederschlagssumme in einem Sommermonat betrug 777 l/m².

Die kräftigen Schauer und Gewitter können sowohl im Juni, Juli, als auch im August in Erscheinung treten. Vorwiegend begleitet von einem Wetterumschwung - von sehr warmen zu gemäßigten Werten. Sommerliche Hitzegewitter treten lokal auf, während bei einem Wetterumschwung eine ganze Niederschlagsfront mit erhöhtem Unwetterpotential durchrauscht.

Dürre

Mit Besorgnis wurden die Dürresommer 2018, 2019 und 2020 zur Kenntnis genommen, welche an der Vegetation und vor allem am Wald zu erheblichen Schäden führte. Die Niederschlagssumme der Sommermonate von 2018 und 2019 zusammen betrug 306 l/m²! Das Niederschlagssoll wurde jeweils nur zu 54 Prozent, bzw. 74 Prozent erfüllt.

Zu viel Regen

Ärgerlich, wenn zur Urlaubszeit im Sommer Regen dominiert. Besonders im Jahre 2007 gab es mit 322 l/m² verhältnismäßig viel Niederschlag. Der Rekord aber stammt mit 349 l/m² aus dem Jahre 1927.

Weniger Niederschlag

Nicht nur, dass der Sommer zunehmend wärmer wird, sondern auch die durchschnittliche Niederschlagsmenge nimmt ab. Seit 2005 sind das im Schnitt -12,53 l/m².

Wetter Sommer - Die Dürre wird zunehmend zum Problem
  • Durch­schnittlicher Nieder­schlag

    239 l/m²
  • Höchste Niederschlags­mengen

    349 l/m²
  • Niedrigste Niederschlags­mengen

    130 l/m² (2018) | 124 l/m² (1911)
Extreme Niederschlagsmengen und Unwetter mit hohem Schadpotential

Extremwetter­ereignisse

Ein Sommer ohne Unwetter ist kein Sommer. Doch nimmt die Intensität der Unwetter in den letzten Jahren zu und häufiger werden über Deutschland Tornados gesichtet und registriert (Tornados in Deutschland).

Immer wenn es zu einem Wetterwechsel kommt und die Tage zuvor extrem warm waren, besteht die größte Gefahr vor unwetterartigen Wetterereignissen. Von Blitzschlag, sintflutartigen Niederschlägen, Hagelschlag bis hin zu Starkwindereignissen und Tornados ist so ziemlich alles vertreten, was Schaden verursachen kann.

Enorme Niederschlagsmengen

Am 12.08.2002 wurden in Zinnwald-Georgenfeld binnen 24 Stunden 312 l/m² an Niederschlag gemessen.

Wetter Sommer - Gewitterstürme

Statistik

Die Abweichung der Temperaturen der letzten 10 Jahre im Vergleich
SommerTem­peraturAb­weichung 61/90
(91/20)
2022
+17,3 bis
+19,3 Grad
+1,0 bis +3,0 Grad
(-0,3 bis +1,7 Grad)
+17,9 Grad
+1,62 Grad
(+0,3 Grad)
+18,2 Grad
+1,9 Grad
(+0,6 Grad)
+19,3 Grad
+3,0 Grad
(+1,7 Grad)
+19,3 Grad
+3,0 Grad
(+1,7 Grad)
18,0 Grad
+1,7 Grad
(+0,4 Grad)
+17,8 Grad
+1,5 Grad
(+0,2 Grad)
+18,4 Grad
+2,1 Grad
(+0,8 Grad)
+17,1 Grad
+0,8 Grad
(-0,5 Grad)
+17,7 Grad
+1,4 Grad
(+0,1 Grad)
Wetter Sommer - Die Hitze-Perioden nehmen zu

Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Mittelwert der letzten 20 Jahre

Keine Frage - die Sommer der letzten 20 Jahre waren im Schnitt um +1,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 zu warm, darunter der Rekordsommer aus dem Jahre 2003 mit einer Abweichung von +3,37 Grad. Extrem auffällig ist, dass die letzten 25 Sommer allesamt zu warm ausgefallen sind (Abweichung > 0).

100 Prozent zu warm

Betrachtet man also nur die letzten 20 Jahre und vergleicht diese mit dem Klimamittelwert von 1961 und 1990, so liegt man mit einer zu warmen Sommerprognose zu 100 Prozent richtig. Man kann also nur wenig falsch machen. Doch das Wetter hält sich nicht an die Statistik und Ausnahmen bestätigen die Regel!


Deutschlandwetter Sommer - Klimatabelle

Temperatur (ohne Nachtwerte), Regen, Regentage, Sonne, Schneetage und Sommertage gegenüber dem Mittelwert 1961 und 1990. In Klammer der Mittelwert von 1991 und 2020
Bundesland Temperatur
(Grad)
Regen
(l/m²)
Regentage
(>1 l/m²)
Sonne
(Stunden)
Schneetage
(Tage)
Sommertage
(Tage)
Brandenburg
(Potsdam) / Berlin
+25,2
(+26,5)
176,2
(192,1)
26,6
(27,1)
660,6
(684,8)
0
(0)
28,7
(37,9)
Baden-Württemberg
(Stuttgart)
+24,1
(+25,4)
290,0
(276,4)
34,1
(33,0)
645,4
(682,5)
0
(0)
27,3
(38,2)
Bayern
(München)
+23,8
(+25,0)
300,4
(297,6)
34,7
(34,1)
623,2
(673,7)
0
(0)
25,1
(36,4)
Hessen
(Wiesbaden)
+24,1
(+25,3)
211,6
(205,6)
30,3
(29,9)
584,7
(633,4)
0
(0)
23,3
(33,5)
Mecklenburg-Vorpommern
(Schwerin)
+23,7
(+24,9)
186,9
(200,6)
28,1
(29,0)
678,8
(686,8)
0
(0)
16,1
(24,4)
Niedersachsen
(Hannover) / Bremen / Hamburg
+24,2
(+25,7)
218,3
(223,1)
32,8
(32,5)
583,8
(614,6)
0
(0)
18,5
(26,9)
Nordrhein-Westfalen
(Düsseldorf)
+24,6
(+26,2)
236,8
(236,7)
33,4
(32,5)
553,7
(604,4)
0
(0)
20,7
(28,9)
Rheinland-Pfalz
(Mainz)
+24,4
(+26,1)
211,8
(201,5)
30,2
(28,9)
599,2
(653,7)
0
(0)
25,4
(34,6)
Schleswig-Holstein
(Kiel)
+23,0
(+24,2)
221,5
(241,0)
32,6
(33,3)
646,2
(660,5)
0
(0)
12,8
(18,5)
Saarland
(Saarbrücken)
+24,6
(+26,3)
224,1
(215,9)
30,4
(29,5)
634,7
(676,9)
0
(0)
25,1
(36,7)
Sachsen
(Dresden)
+24,9
(+26,1)
218,1
(236,0)
30,5
(29,8)
593,3
(654,7)
0
(0)
24,9
(34,5)
Sachsen-Anhalt
(Magdeburg)
+24,9
(+26,3)
171,3
(184,4)
26,7
(27,1)
606,2
(659,4)
0
(0)
26,8
(36,7)
Thüringen
(Erfurt)
+23,7
(+25,2)
194,8
(210,0)
29,4
(29,9)
585,2
(625,5)
0
(0)
20,3
(30,5)
Deutschland +24,2
(+25,5)
237,0
(240,4)
31,8
(31,5)
613,7
(653,6)
0
(0)
22,8
(32,3)

Temperaturabweichung der letzten 20 Jahre gegenüber dem Mittelwert

Klimadiagramm Sommer der letzten 20 Jahre
Rückblick - Bilanz 2021

Wie war das Wetter im Sommer 2021?

Zu warm

Im Flächenmittel galt der Sommer bis zum 20. August als der fünftwärmste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen fest. Bekannterweise wird die Abrechnung aber erst am Ende gemacht und mit einer durchschnittlichen Temperatur von +17,9 Grad liegt der Sommer außerhalb der Top 10 der heißesten Sommer.

Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 war der Sommer um +1,62 Grad deutlich zu warm. Im Vergleich zur wärmeren Periode von 1991 und 2020 lag die Abweichung bei +0,3 Grad im nur leicht zu warmen Bereich.

Der Regen: unwetterartig und in Summe ein zu nasses Wetter

In Summe brachten es der Juni, der Juli und der August auf eine Regensumme von 306 l/m², was im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um 29 Prozent zu nass ist. Normalerweise sind Regensummen von 239 l/m² zu erwarten.

Überflutungen

In Erinnerung werden bleiben zwei Unwetterereignisse. Das eine Ende Juni, das zweite Mitte Juli. Ende Juni gab es über Ludwigsburg (Brandenburg; Uckermark) mit 198,7 l/m² den meisten Niederschlag binnen 24 Stunden. Das verheerende Unwetter Mitte Juli brachte mit 153,5 l/m² über Köln (Nordrhein-Westfalen) vergleichsweise weniger Niederschlag, doch sind zwischen den Regionen die orografischen Bedingungen ganz andere. Während über dem Osten die Niederschläge ohne viel Tamtam abfließen konnten, sorgten diese Mitte Juli über Teile von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für katastrophale Ausmaße.

Fast durchschnittliche Sonnenscheinbilanz

Der Sommer 2021 brachte es auf ganze 612,5 Sonnenstunden und erreichte mit 99,4 Prozent nahezu den vieljährigen Sollwert. Anders formuliert gab es eine normale Sonnenscheindauer. Den meisten Sonnenschein gab es mit 791 Stunden über Arkona (Mecklenburg-Vorpommern). Abseits der Küsten von Mecklenburg-Vorpommern war Fürstenzell in Bayern mit 727 Sonnenstunden "verwöhnt" worden.

Weitere Daten und Fakten finden Sie im Wetterrückblick Wetter Sommer 2021.

Häufige Fragen zum Wetter im Sommer

Wie wird der Sommer 2022?

Der Trend für den Sommer 2022 ist zu warm

Egal in welchem Verhältnis man das betrachtet - die Hitze- und Dürrephasen nehmen in den letzten Sommer-Jahren rasant zu. Die Großwetterlagen sind länger andauernd, stabiler und neigen häufiger zu Extremen (Unwetter & Hitze gleichermaßen). Daran wird sich auch im Sommer 2022 nichts ändern. Anders formuliert ist auch in diesem Jahr ein zu warmer Temperaturcharakter zu erwarten. Hitzephasen sind in der Zeit Mitte Juni und vom 22. Juli bis 22. August sehr wahrscheinlich. Durchwachsenes und teils unwetterartiges Wetter zeigt sich häufiger Anfang Juni und Juli.

Wettertrend nach dem Langfristmodell

Geht es nach dem aktuellen Wettertrend des Langfristmodells, so soll das Sommerwetter im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert mit einer Differenz von +1 bis +2 Grad und im Trend bis +3 Grad deutlich zu warm auszufallen.

Keine Dürre

Das Langfristmodell geht von einer meridional geprägten Großwetterlage aus, was immer wieder zu Niederschlagsereignissen und längeren trockenen Phasen führen kann. Am Ende zeigt sich eine normale Niederschlagsentwicklung, die im Trend als leicht zu trocken interpretiert werden kann. Unwetterartige Wetterereignisse sind aus dieser Konstellation heraus im Juni und Juli zu erwarten.

Mehr dazu in der Wetterprognose zum Wetter Sommer 2022.

Welche Temperaturen gibt es im Sommer?

Die durchschnittliche Sommer-Temperatur beträgt über Deutschland +16,3 Grad (1961 bis 1990) und ist in den letzten 30 Jahren (91-20) um +1,3 Grad auf +17,5 Grad wärmer geworden. Der Juni bringt es auf +15,4 Grad, der Juli auf +16,9 Grad und der August auf +16,5 Grad. Der Juli also ist der wärmste Monat im gesamten Jahr.

Der Sommer wird wärmer und die Hitze nimmt zu

Die letzten 24 Sommer waren im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert durchweg zu warm (Abweichung > 0 Grad). Aber nicht nur das, auch die Hitze nimmt zu. Waren die Temperaturen früher meist unter der +30 Grad Marke angesiedelt, wird in den letzten 10 Jahren immer häufiger die 35 Grad Marke angepeilt und in manchen Jahren die +40 Grad Marke überschritten. Der Temperaturrekord stammte mit +41,2 Grad aus dem Jahre 2019.

Mehr Hitzetage im Sommer

Im Zeitraum von 1961 bis 1990 gab es im Schnitt 4 Hitzetage im Sommer. Hitzetage sind die Tage, an denen die Werte die +30 Grad Marke überschreiten. Im Zeitraum von 1991 bis 2020 waren es durchschnittlich 8,3 Hitzetage - mehr als eine Verdoppelung!


Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2021 +4,9 +0,9 +0,1 48,9 l/m² - zu trocken
Dezember 2021 +2,6 +1,8 +0,8 62 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2022 +5,0 +2,4 +1,1 208,7 l/m² - zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Statistische Wetterwerte für den Sommer

Das typisch deutsche Sommer-Wetter ist häufig wechselhaft und dennoch gibt es markante Wettersingularitäten, welche häufiger auftreten.

  • Anfang Juni gibt es zumeist schönes und sommerlich warmes Hochdruckwetter, bevor zum 10. bis 20. Juni häufig die sog. Schafskälte nachfolgt
  • Oftmals entscheidend für das Sommerwetter ist die Großwetterlage zwischen dem 21. Juni und 11. Juli, welche nach der Siebenschläferregel benannt ist
  • Vom 10. bis 15. Juli gibt es häufiger sommerliche Schönwetter- und vom 16.-20 Juli Schlechtwetter­perioden zu beobachten
  • Ab dem 23. Juli folgen die heißen Hundstage (Hochsommer)
  • Zwischen dem 4. und 8. August gibt es häufig wechselhaftes Wetter
  • Um den 13. August endet häufig die Hochsommer Wetterlage (wechselhaft) und geht zum 23. August in die Spätsommerphase (erneut Hochdruck) über

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