Schon sehr früh im Jahr zeichnete sich ab, dass der Sommer 2017 eine zu warme Tendenz gegenüber dem vieljährigen Mittelwert aufweisen wird. Spätestens nach dem deutlich zu warmen Juni war klar, der Sommer 2017 hat ein sehr hohes Potential zu warm auszufallen. Was lange beobachtet wurde, bestätigt nun der DWD von amtlicher Seite. Der Sommer 2017 war gegenüber der international gültigen Referenzperiode von 1961-1990 um +1,7 Grad zu warm. Somit war der Sommer 2017 der 21. Sommer in Folge, welcher gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfiel. Gegenüber der Referenzperiode von 1991-2010 betrug die Abweichung zu warme +0,9 Grad.

Weiterlesen: So war der Sommer 2017: zu warm, zu nass mit etwas zu viel Sonnenschein

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Nach den relativ kühlen Temperaturen vom Wochenende sorgt zum Start in die neue Woche ein Hochdrucksystem über Deutschland für eine abklingende Niederschlagsaktivität und ansteigende Temperaturen. Nach Wochenmitte verlagert sich das Hochdruckgebiet weiter nach Osten und geht von der Mittelmeerregion bis über das westliche Russland eine Hochdruckverbindung ein. Gleichzeitig positioniert sich im Verlauf der Woche zwischen England und Skandinavien ein Tiefdruckkomplex. Im Verbund beider Wettersysteme können von der Wochenmitte bis zum Wochenende sommerlich warme, aber auch zu Schauern und Gewittern neigende Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden.

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Zwei Variationen

Deutschland liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im letzten Augustdrittel zwischen den Fronten der atlantischen Frontalzone und eines Hochdrucksystems, bei der sich zwei wesentliche Wetterentwicklungen ergeben können:

  • Dem Tiefdrucksystem gelingt es nicht sich über Skandinavien zu positionieren. In Folge daraus kippt die Tiefdruckachse vor Mitteleuropa und verläuft von Südwest nach Nordost, was im Verbund mit dem Hochdrucksystem relativ warme Temperaturen aus südwestlichen Richtungen heranführen kann. Der Wettercharakter ist bei einer Südwestwetterlage stets als wechselhaft zu bewerten.
  • In der zweiten Variante gelingt teilweise oder vollständig die Verlagerung der atlantischen Frontalzone in Richtung Skandinavien und kann in den letzten Tagen des Sommers für einen durchwachsenen Wettercharakter bei einem Auf und Ab der Temperaturen sorgen.

Kontrollläufe: normaler Temperaturtrend

Die Kontrollläufe bestätigen im Zeitraum vom 25. bis 31. August eine über ganz Deutschland normale bis leicht zu warme Temperaturtendenz gegenüber dem langjährigen Mittelwert. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 26. August über Süddeutschland bei +26 Grad und über dem Norden bei +21 Grad und am 31. August zwischen +19 bis +21 Grad.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 20.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wie sich das Wetter im Herbst und Winter entwickeln kann, klären wir gegen 17:00 Uhr in einem ersten Wettertrend zum Herbst und Winter 2017/18.

Der meteorologische Sommer endet am 31. August. Die Wettervorhersage für verbleibenden Tage im August können Sie in unserer Rubrik "Wetter August 2017" weiter verfolgen. Der Wettertrend für September steht Ihnen in der Rubrik "Wetter September 2017" zur Verfügung und ab dem 23. August setzen wir mit neuen Wettertrends die Prognosen für den Herbst/Winter in der Jahreszeitenrubrik "Wetter Winter 2017/2018" fort.

Hop oder Top, so lautete das Motto der letzten Tage für die Wetterprognose der restlichen Sommertage bis Ende August. Und so langsam aber sicher zeigt sich ein Muster in den Simulationen der Wettermodelle, welches in der kommenden Augustwoche den Hochsommer zurückbringen könnte. Somit ist auch die Frage nach Frühherbst oder Spätsommer geklärt: zum heutigen Stand hat der Sommer bis zum 25. August eine höhere Relevanz als ein frühherbstlicher Gruß.

Bleibt es hochsommerlich warm, oder folgt die nächste Abkühlung?

Das ist nach Durchsicht der gängigsten Simulationen der Wettermodelle noch nicht ganz klar. Weiterhin versuchen Tiefdrucksysteme sich im Zeitraum vom 25. bis 31. August über Skandinavien durchzusetzen und somit auch das Wetter über Deutschland beeinflussen zu können. In Folge daraus sind drei wesentliche Wetterentwicklungen der letzten Sommertage bis zum 31. August denkbar.

  • Die Tiefdrucksysteme schaffen den Durchbruch bis nach Skandinavien und konzentrieren sich dort in einem Zentraltief. Deutschland, die Schweiz und auch Österreich würden in diesem Falle bei einem wechselhaften Wettercharakter auf die kühle Rückseitenströmung gelangen können. Mit anderen Worten wäre ein frühherbstlicher Wettercharakter zu erwarten.
  • In der zweiten Variante gelingt es dem Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion sich nach Norden über Deutschland, Österreich und der Schweiz aufzuwölben und eine Tiefdruckverlagerung in Richtung Skandinavien unterbinden. Gleichzeitig tropft vor Mitteleuropa die Tiefdruckrinne nach Süden ab und sorgt im Verbund mit dem Hoch für einen kräftigen Warmlufttransport in Richtung Mitteleuropa. Ein spätsommerlich heißer Wettercharakter wäre bei dieser Variante bis Ende August zu erwarten.
  • Die dritte Variante ist wohl auch die gängigste Variante und passt zum bisherigen Verlauf des Sommers 2017. Weder die Tiefdrucksysteme, noch die Hochdruckgebiete können sich nachhaltig durchsetzen und so folgt ein durchwachsener Wettercharakter bei einem Auf und Ab der Temperaturen.

Kontrollläufe: warmer Temperaturtrend

Der Zeitraum vom 23. bis 27. August wird über Süddeutschland gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 2 bis 5 Grad zu warm und über dem Norden um 1 bis 3 Grad zu warm berechnet. Darüber hinaus geht der Mittelwert des Temperaturspektrums etwas zurück und pendelt sich um den Jahreszeit typischen Wert ein. In der Niederschlagsprognose zeigen sich über Norddeutschland bis Ende August leicht bis mäßig erhöhte Niederschlagssignale, während der Zeitraum vom 20. bis 25. August über dem Süden, Osten und Westen nur vereinzelt Niederschläge berechnet werden und es dort größtenteils trocken bleiben kann. Vom 26. bis 31. August stiegt in ganz Deutschland die Niederschlagswahrscheinlichkeit an.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 19.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

August zu warm; Sommer 2017 zu warm

Sollten sich die Simulationen der Wettermodelle für die kommende Woche bewahrheiten, so könnte der Temperaturüberschuss im August von aktuell rund +1,7 Grad bis zum kommenden Freitag weiter ausgebaut werden. Selbst wenn es in den letzten Sommertagen dann deutlich zu kalt werden würde, besteht weiterhin eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Temperaturverlauf im August 2017. Neben dem zu warmen Juni und Juli, wäre auch der dritte und letzte Sommermonat zu warm und kumuliert man die Werte, so ist der Sommer 2017 zum heutigen Stand mit einer Abweichung von rund +1,6 Grad zu warm zu bewerten.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 19.08.2017

Auch in den kommenden Augusttagen zeigt der Sommer 2017 wieder sein ganzes Repertoire. So sind am heutigen Freitag und in der Nacht auf Samstag kräftige Niederschläge mit teils unwetterartigen Niederschlagsmengen und Gewittern zu erwarten, bevor zum Samstag und Sonntag bei nachlassender Niederschlagsneigung die Temperaturen auf +17 bis +23 Grad zurückgehen können. In er neuen Woche setzen sich mit hohem Luftdruck und Werten von +23 bis +28 Grad und örtlich bis +30 Grad wieder die Sommertemperaturen durch, bevor zum Mittwoch und Donnerstag das "Spiel" von neuem beginnt. Der Sommer 2017 bleibt sich also treu - keine stabile Wetterlage.

Kaltlufteinbruch verzögert sich

In den letzten Tagen berichteten wir in unseren Wetterprognosen von der komplexen, aber durchaus richtungsweisenden Wetterentwicklung in der kommenden Woche. Entscheidend wird sein, wie sich die Hochdrucksysteme über den Azoren und über dem westlichen Russland positionieren werden.

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so verlagert sich das Tiefdrucksystem von England über die Nordsee bis nach Skandinavien mit deutlich weniger Dynamik als noch vor ein paar Tagen. Das verzögert den Kaltlufteinbruch und die Sommertemperaturen können sich noch bis Donnerstag über Süddeutschland halten, wenngleich es ab Mittwoch über Norddeutschland schon etwas kühler werden kann. Von den frühherbstlichen Temperaturen von +14 bis +18 Grad ist in den heutigen Simulationen nichts mehr zu erkennen.

Noch aber ist die Wetterlage keinesfalls gesichert und kann in den kommenden Stunden in die eine oder andere Richtung umschwenken. Der Wettertrend der letzten Tage bleibt aber gleich. Das Tiefdrucksystem positioniert sich über Skandinavien, während zur gleichen Zeit das Azorenhoch versucht, sich weiter nach Osten auszudehnen. So gelingt der Zusammenschluss der beiden Hochdrucksysteme über den Azoren und dem westlichen Russland in Form einer Hochdruckbrücke nicht und Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen im gradientenschwachen Umfeld in eine westlich bis nordwestlich ausgerichtete Grundströmung. In Folge daraus gehen die Temperaturen bis zum Ende des Sommers kontinuierlich zurück und werden bspw. am 31. August im Bereich zwischen +16 bis +23 Grad berechnet, was knapp unter dem langjährigen Mittelwert im leicht zu kühlen Bereich liegt. Die Niederschlagsneigung wird vom 25. bis 31. August als mäßig hoch bewertet. Mit anderen Worten ist nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells bis Ende August nicht mit einer stabilen Sommerwetterlage zu rechnen.

Das sich das Wetter aber noch ganz anders entwickeln kann, zeigen die Simulationen des europäischen Wettermodells. Hier hat der Hochsommer in der kommenden Woche durchaus noch einmal Relevanz, da sich das Tiefdruckgebiet über Skandinavien zu weit nach Norden verlagert und dabei seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich verliert. Stattdessen können die Temperaturen am Dienstag und Mittwoch im kühlen Bereich verbleiben, steigen darüber hinaus vom 24. bis 28. August mit einer südlichen Anströmung der Luftmassen in den sommerlichen Bereich an. Temperaturen von +24 bis +28 Grad und örtlich bis +32 Grad wären demnach nicht unwahrscheinlich.

Und nun, wie wird der restliche Sommer 2017?

Völlig konträre Simulationen der Wettermodelle schon zum Beginn der neuen Woche zeigen, wie komplex die Wetterentwicklung ist. So bleiben beide Varianten wahrscheinlich. Welche hat aber eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit? Das europäische Wettermodell kommt erfahrungsgemäß mit komplexen Wetterlagen über Mitteleuropa etwas besser zurecht als das Amerikanische und betrachtet man die Kontrollläufe, so zeigt sich hier eine Unterstützung dieser These. Der sog. Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells ist eine der kälteren Varianten, während der Mittelwert des Temperaturspektrums gegenüber den letzten Tagen durchweg eine positive Tendenz aufweist. Der Mittelwert liegt vom 19. bis 21. August knapp unter dem langjährigen Durchschnittswert und liegt darüber hinaus bis zum Ende des Sommers im normalen bis leicht zu warmen Bereich.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 18.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Betrachtet man die zurückliegenden Augusttage, so war der August 2017 als letzter Sommermonat bei einem südost-nordwest Gefälle mit rund +1,6 Grad bisweilen deutlich zu warm. Das wird sich in den kommende Tagen sicherlich etwas relativieren. Sollte aber die heutige Wetterprognose eintreffen, so ist in den letzten Sommertagen kaum mehr mit einer Normalisierung der Temperaturen zu rechnen. Anders formuliert hat in der Kumulation der August 2017 eine hohe Wahrscheinlichkeit als dritter Sommermonat in Folge zu warm auszufallen (Juni +2,6 Grad, Juli +1,2 Grad). Rechnet man das durch, so würde der Sommer 2017 zum heutigen Stand mit einem Temperaturüberschuss gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um +1,5 Grad und somit als 21. Sommer in Folge zu warm ausfallen. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Wettertrend zum Wetter im September 2017.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 18.08.2017