Am Wochenende wird es etwas trockener und auch spürbar wärmer, bevor es zum Wochenstart - und damit auch am Feiertag am 1. Mai - von Westen wieder unbeständiger und kühler werden kann. Im weiteren Verlauf der Woche positioniert sich dann ein Tiefdrucksystem über Deutschland, so dass mit weiteren Niederschlägen bei mäßig kühlen Temperaturen gerechnet werden kann. Zum aktuellen Stand pendeln sich die Werte auf +7/+12 Grad ein und können mit etwas Sonnenschein auf +13/+17 Grad ansteigen.

K(r)ampf der Wettersysteme

Beide Wettermodelle berechnen das Hochdrucksystem zum 5. Mai bei Island, allerdings gibt es darüber hinaus auch unterschiedliche Entwicklungsvarianten. So lange das Hochdrucksystem aber westlich von Europa verweilt, ist so schnell nicht mit einem "knallerwarmen" Wetter zu rechnen. Und dennoch - im Detail wird es sehr wohl darauf ankommen, wie sich die Wettersysteme zueinander verhalten werden. Nach den aktuellen Berechnungen halten sich das Hoch und das Tief auf dem Atlantik die Waage, so dass nicht allzu viel passiert. Sollte aber die südlich verlagerte Tiefdruckrinne von Neufundland, den Azoren bis über die Mittelmeerregion nur etwas weiter nach Osten vorankommen, oder das Hochdrucksystem noch weiter nach Westen ausweichen können, so stünde eine relativ rasche Veränderung der Großwetterlage bevor. Das Zirkulationsmuster ist aber mit dem Hoch bei Island und dem Tief über dem Azoren als "gestört" zu bezeichnen. Das diese Entwicklung sehr wahrscheinlich ist, zeigt sich in einer negativen Bewertung des NAO- und des AO-Index Wertes.

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Was hat das für Folgen?

Im Winter ist die gestörte Zirkulation ein Highlight für alle die sich einen Winter mit Kälte und Schnee wünschen. Im Mai kommt es ganz darauf an, wie sich das Hochdrucksystem positionieren und die Tiefdruckrinne über die Mittelmeerregion vorankommen mag. Entscheidend sind die Positionen hinsichtlich der Frage: wird es kalt, oder wird es wärmer?

  • Das amerikanische Wettermodell berechnet das Hochdrucksystem im Zeitraum vom 4. bis 12. Mai zunehmend westlicher über Island und Grönland, während die Tiefdrucksysteme nicht weiter nach Osten vorankommen können. In Folge dessen gelangen kalte Luftmassen aus nördlichen Richtungen bis über das südliche Skandinavien, während die Tiefdrucksystem gemäßigt milde Luftmassen aus dem Süden nach Norden pumpen. Deutschland liegt zwischen diesen unterschiedlich temperierten Luftmassen.
  • Das europäische Wettermodell berechnet die Verlagerung des Hochdrucksystem im Zeitraum vom 4. bis 9. Mai ebenfalls nach Westen, liegt aber letztlich mit einer Position zwischen Grönland und dem östlichen Kanada noch weiter westlicher, was den Einfluss auf das Wetter über Mitteleuropa abschwächen kann. Da auf der Rückseite des Hochdruckgebietes zwischen Grönland und dem europäischen Nordmeer kalte Luft arktischen Ursprungs nach Süden geführt werden kann, regt das wiederum die Tiefdruckproduktion über Island an. Mit anderen Worten ist auch nach diesen Berechnungen nur mit einem mäßig milden, bzw. kühlen Wettercharakter über Deutschland zu rechnen.

Kontrollläufe: für die Jahreszeit leicht zu kalt

Die Kontrollläufe bestätigen den Trend der letzten Tage. Zwar zeigt sich Anfang Mai gegenüber dem April ein grundsätzlich positiver Temperaturverlauf, liegt aber mit einer Abweichung von 0,5 bis 3 Grad noch unter dem Jahreszeit typischen Wert. Zum Vergleich: aktuell liegt die Abweichung bei 3 bis 7 Grad im zu kalten Bereich. So liegt das Temperaturspektrum am 6. Mai zwischen +9 bis +21 Grad (Mittelwert: +13/+15 Grad) und am 12. Mai zwischen +8 bis +21 Grad (Mittelwert: +14/+16 Grad). Da ist nicht allzu viel Bewegung zu erwarten, was sich aber in den kommenden Tagen noch ändern kann. Warum? Wie bereits erwähnt: sollte die Tiefdruckrinne südlich weiter nach Osten vorankommen, so gelangt Deutschland, Österreich und auch die Schweiz auf die warme Vorderseitenanströmung. Blockiert allerdings das Hoch die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik, so ist ein Zustrom kühlerer Luftmassen zum Beginn des zweiten Mai Drittels möglich.

Kühles Wetter an den Eisheiligen nicht auszuschließen

Betrachtet man die Kontrollläufe im Zeitraum der Eisheiligen (11. bis 15. Mai) genauer, so zeigt sich in der Entwicklung der Temperaturen in 1.500 Meter eine Abwärtstendenz, was - schon alleine mit der Hochdruckposition westlich von Europa - eine kühlere Nordströmung nicht ausschließen lässt. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm der Verhältnisse der Kontrollläufe von zu kalt / normal / zu warm, wo es eine höhere Wahrscheinlichkeit für kältere Temperaturen mit Beginn des zweiten Mai Drittels geben kann.

Diagramm Temperaturen Mai 2017 vom 29. April

Langfristmodell: kaum Veränderungen in der Wetterprognose Sommer

Das Langfristmodell berechnet den Mai mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im leicht zu warmen Bereich. Für den Juni und Juli liegt die Abweichung mit +0,5 bis +1 Grad ebenfalls im leicht zu warmen Bereich und sinkt erst zum August mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad in den normalen Bereich ab. Im Niederschlagsverhalten gibt es keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber den Sollwerten, wobei der Mai im Trend leicht zu trocken und der August leicht zu nass ausfallen könnte. So ergeben sich zum heutigen Stand gegenüber den letzten Tagen kaum Veränderungen in der Entwicklung des Sommerwetters.

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 29. April 2017

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Bis einschließlich Mittwoch kommender Woche hält sich der unbeständige Wettercharakter, wobei der Sonntag noch relativ trocken und warm ausfallen kann, während - passend zum Feiertag - am 1. Mai von West nach Ost mit teils kräftigeren Regenfällen gerechnet werden kann. Der Grund für das unbeständige Wetter ist die atlantische Frontalzone, der es zum Wochenende mit ihren Tiefdrucksystemen gelingt, bis nach Mitteleuropa vorzustoßen. Auf der Vorderseite werden warme und nachfolgend wieder kältere Luftmassen nach Deutschland herangeführt. So kalt wie es aber aktuell ist, wird es wohl Anfang Mai nicht mehr werden.

Hoher Luftdruck dominiert die Wetterentwicklung im ersten Mai Drittel

Ein kräftiges Hochdrucksystem, welches sich von Grönland über das europäische Nordmeer bis nach Skandinavien erstreckt, dominiert das Zirkulationsmuster im ersten Mai Drittel wohl nachhaltig. Anstatt die Strömung von West nach Ost verläuft, dreht diese auf Ost - West, so dass man im ersten Mai Drittel von einer "gestörten Zirkulation" sprechen kann. Ob es aber kalt oder warm werden kann, hängt von zwei Faktoren ab, welche die Wettermodelle heute in unterschiedlichen Simulationen ganz gut erfassen.
  • Das amerikanische Wettermodell berechnet den östlichen Hochdruckgradienten über Skandinavien und den Hochdruckkern zwischen Nordwegen und Island. Gleichzeitig aber liegt auf dem Atlantik zwischen Neufundland und der Mittelmeerregion die Tiefdruckrinne. Die Hochdruckachse verläuft von Nordost nach Südwest, was über Deutschland im Zeitraum vom 4. bis 10. Mai nur gemäßigt kühle Luftmassen bei einem insgesamt unbeständigen Wettercharakter heranführt.
  • Das europäische Wettermodell berechnet eine ganz ähnliche Großwetterlage, jedoch ist die Hochdruckachse von Nordwest nach Südost ausgerichtet, so dass im Verbund mit dem Tiefdrucksystemen auf dem Atlantik zunehmend warme und auch feuchte Luftmassen nach Deutschland geführt werden können.

Die Wettermodelle unterscheiden sich also weniger in der Entwicklung der Großwetterlage, sondern vielmehr im Detail zwischen kühl und warm. Das zeigt zudem auch, wie unsicher die kommende Wetterentwicklung zum heutigen Stand im Zeitraum vom 4. bis 12. Mai noch ist und spiegelt sich auch gut in den Kontrollläufen wieder. So differiert die Temperaturentwicklung in ca. 1.500 Meter Höhe um Bereich um 10 bis 15 Grad und zeigt nach dem 10. Mai mit einer Differenz von bis zu 20 Grad noch ein größeres Entwicklungspotential. Zum Vergleich: wünschenswert wäre für eine Wettervorhersage eine Differenz von 2 bis 4 Grad und für eine Wetterprognose von 2 bis 6 Grad. Mit seinem Mittelwert liegt das Temperaturspektrum aber etwa um 0,5 bis 2 Grad unter dem langjährigen Mittelwert im normalen bis zu kalten Bereich.

Diagramm Temperaturen Mai 2017 vom 28. April

Hat die Hochdruckentwicklung Auswirkungen auf das Wetter im Sommer?

Strömungsfilm Polarwirbel Mai

Nach den viel zu warmen Winter­monaten, welche sich in den März und auch noch in die erste April Hälfte hineinzogen, kommt es nun zum Ausgleichs­verhalten mit einer kühleren und auch unbeständigeren Witterung. Schaut man sich die Berechnungen des Langfristmodells an, so kommt der Monat Mai in Sachen Frühling nicht wirklich in Schwung. Die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert wird zwischen -0,5/+1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich bei einer leicht negativen Niederschlagsentwicklung (zu trocken) berechnet. Die Abweichung betrug im Rekordmärz +3,7 Grad und liegt für die bereits vergangenen April Tage bei +0,18 Grad noch im positiven Bereich und sollte bis Ende April in den leicht negativen Bereich absinken können. Es kommt also auf den Mai an, ob der Frühling insgesamt normal oder zu warm ausfallen wird - zu kalt ist zum heutigen Stand weniger wahrscheinlich.
Diese Wetterentwicklung kennt man aber bereits aus den vergangenen Jahren, als nach einem zu warmen Winter sich noch im April, Mai und Anfang Juni deutlich kältere Abschnitte mit viel Niederschlag zeigten. Gut möglich, dass sich das Ausgleichsverhalten in diesem Jahr ähnlich zeigt. Auffällig - und anders - wie in den Jahren zuvor, ist die Häufigkeit der Positionierung von Hochdrucksystemen über dem nördlichen Bereich zwischen Grönland und Skandinavien, teils auch südlicher verlagert über England. Scheint fast so, als ob sich da ein Muster eingependelt hat, oder noch einpendeln wird. Und so lange das Hochdrucksystem westlich von Europa liegt, wird sich an der wechselhaften und zu kühleren Temperaturen neigenden Großwetterlage wenig verändern. Deutlicher zeigt sich das in der Animation des Polarwirbels (Klick auf Wetterkarte) und unterstützt wird das Ganze von einem negativen NAO-Index (Islandhoch).

Nimmt man nun an, dass der Frühling und vielleicht auch noch der Juni vom Ausgleichsverhalten dominiert wird, so geht das Ausgleichsverhalten selbst in eine Erhaltungsneigung über. So könnte der Sommer 2017 wiederum vom gegenteiligen Ausgleichsverhalten "profitieren" und im Schnitt zu warm ausfallen. Nach der Statistik ist das gar nicht so abwegig, denn es ist schon 20 Jahre her, als ein Sommer letztmalig "normal" ausgefallen ist. Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wetterprognose für den Juni und Juli eine Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von +0,5/+1 Grad und für den August von -0,5/+0,5 Grad im normalen Bereich. Das spricht zwar augenscheinlich für einen zu warmen Temperaturverlauf im Sommer, welcher aber bei einer durchschnittlichen Niederschlagsneigung von vielen als subjektiv zu kalt empfunden werden könnte. Denn die normalen Sommer in Deutschland haben meist eine Tagestemperatur von +22 bis +27 Grad und seltener +30 Grad und darüber aufzuweisen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 28. April 2017

Anfang Mai unternimmt die atlantische Frontalzone einen zaghaften Versuch, sich bis Mitteleuropa durchzusetzen und führt auf ihrer Vorderseite zunehmend feuchtere, aber auch mildere Luftmassen nach Deutschland, was das Wetter zum kommenden Wochenende rund um dem 1. Mai herum wechselhaft, aber die Temperaturen mit +15/+20 Grad spürbar wärmer ausfallen lassen kann (bei Regen sind über dem Süden +10/+15 Grad möglich). Im Zeitraum vom 2./3. Mai kann sich im Bereich zwischen Island, Skandinavien und England ein kräftiges Hochdrucksystem ausbilden und den Versuch der Frontalzone sich über Mitteleuropa zu festigen, unterbinden. Statt einer westlich orientierten Grundströmung dreht der Wind auf östliche Richtungen und führt wieder kühlere Luftmassen, mehr Wolken und teils kräftige Niederschläge über den Süden nach Deutschland. Je nach Sonnenscheindauer sind +8/+13 Grad, bzw. +13/+17 Grad zu erwarten.

Hochdrucksystem dominiert die weitere Wetterentwicklung, NAO-Index negativ

Strömungsfilm Polarwirbel Mai

Das Hochdrucksystem zwischen Island, Skandinavien und England verlagert sich nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells im Verlauf des ersten Mai Drittels weiter nach Westen in Richtung Grönland und Island. Die Struktur des Hochdruckgebietes ist mit einem Kerndruck von 1035 bis 1045 hPa als kräftig zu bezeichnen und drückt die atlantische Frontalzone weiter nach Süden. Man nennt dies eine "gestörte Zirkulation" mit einem negativen NAO-Index. Was für Folgen hat das auf die Wetterentwicklung? Ein Hochdrucksystem im Winter über Island ist der Traum von fast jedem Winterfan. Die Strömungsverhältnisse stellen sich um und stören die "normale" West-Ost Zirkulationsstruktur nachhaltig. Durch die südliche Verlagerung der Tiefdruckgebiete über den Azoren kippt das gesamte Verhältnis (normal ist Tief Island, Hoch Azoren) und der NAO-Index wird negativ, welcher - vereinfacht ausgedrückt - das Verhältnis zwischen Azorenhoch und Islandtief beschreibt.
Da sich Hochdrucksysteme im und Tiefdrucksysteme gegen den Uhrzeigersinn drehen, erhöht sich das Potential mit einer westlichen Verlagerung des Hochdrucksystems für Kaltlufteinbrüche aus nördlichen Richtungen. Je nach Positionierung der Wettersysteme zueinander ist aber auch eine Variante möglich, bei der sich die Tiefdrucksysteme auf der südlichen Zugbahn bis nach Mitteleuropa durchsetzen und auf ihrer Vorderseite wärmere Luftmassen nach Deutschland führen können. Mit anderen Worten ist zum heutigen Stand noch nicht abzuschätzen, ob es zur Wettersingularität der Eisheiligen zum Beginn des zweiten Mai Drittels kommt, oder ob sich der Frühling durchsetzen wird.
Das europäische Wettermodell stützt im Übrigen eine fast identische Wetterentwicklung, wie es das amerikanische Wettermodell berechnet. Die Kaltluft kommt demnach bis zum 7. Mai über das südliche Skandinavien voran, erreicht aber letzten Endes Deutschland nicht mehr. Denn anders wie im Winter geht den Kaltluftmassen zur fortgeschrittenen Jahreszeit schneller die "Puste" aus. Nichtsdestotrotz, schaut man sich die Simulation (klick auf Wetterkarte) des Polarwirbels an, so erkennt man das wahre Ausmaß der "gestörten Zirkulation". Ein kräftiges Hochdrucksystem erstreckt sich von Alaska über Grönland bis nach Island. Auf der östlichen Seite des Hochdrucksystems liegt noch der aktive Teil des Polarwirbels, welcher im Verbund mit dem Hoch die Kaltluftmassen nach Süden führt, aber letztlich Deutschland nicht erreicht.

Kaltlufteinbruch zu den Eisheiligen bleibt ein Thema

Die Kontrollläufe berechnen im ersten Mai Drittel eine verhaltene Temperaturentwicklung, welche knapp unter dem Jahreszeit-typischen Wert liegt. So erstreckt sich das Temperaturspektrum am 3. Mai zwischen +7/+19 Grad, am 6. Mai zwischen +9/+22 Grad und am 12. Mai zwischen +8/+25 Grad. Setzt man die Mitteltemperaturen der Kontrollläufe in das Verhältnis von zu kalt / normal / zu warm, so ergibt sich im nachfolgenden Diagramm ein klares Bild vom Temperaturtrend:
Diagramm Temperaturen Mai 2017 vom 27. April 2017

Der Temperaturtrend bleibt nach den Kontrollläufen positiv zu bewerten, zeigt aber neben einem weitgehend normalen Temperaturspektrum auch noch eine nicht zu ignorierende Anzahl von zu kalten Varianten, welche einen neuerlichen Kaltlufteinbruch an den Eisheiligen nicht ausschließt.

Wettertrend für den Sommer unverändert

Das Langfristmodell berechnet den Juni mit einer Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich, den Juli mit +0,5/+2 Grad mit einer noch etwas wärmeren Tendenz, während der August mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad normal ausfällt.
Im Niederschlagsverhalten gibt es kaum Auffälligkeiten gegenüber den Sollwerten, lediglich der August könnte leicht zu nass ausfallen. Ein weiteres Langfristmodell der NASA berechnet eine ganz ähnliche Temperaturentwicklung über die Sommermonate, bei dem das Wetter im August ebenfalls normal mit dem Trend leicht zu kalt ausfallen könnte.

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 27. April 2017

Der Temperaturtrend ist auch heute Anfang Mai positiv, jedoch setzt sich ein unbeständiger Wettercharakter durch. So können sich die Temperaturen am verlängerten Wochenende auf +14/+18 Grad einpendeln und liegen - je nach Niederschlagssituation, bzw. Sonnenschein - auch knapp darüber, bzw. darunter. Als relativ trocken könnte man den Sonntag bezeichnen, bevor zum Feiertag, am Montag, den 1. Mai, die Niederschlagswahrscheinlichkeit von Westen her zunehmen kann.

Die aktuelle Temperaturabweichung zum heutigen Stand beträgt für die bereits vergangenen April-Tage +0,39 Grad, so dass sich bis Ende April noch ein normales bis leicht zu kaltes Temperaturniveau einstellen sollte. Schaut man auf die Entwicklung der Kontrollläufe, so festigt sich der seit Tagen positive Temperaturtrend von Ende April bis zum 4. Mai. Dass Temperaturspektrum liegt am 29. April bei +7/+14 Grad (Mittelwert: +10/+11 Grad), am 1. Mai zwischen +10/+20 Grad (Mittelwert: +14/+16 Grad) und am Mittelwert ändert sich bis zum 4. Mai nur wenig. Aktuell liegt der Mittelwert bei kalten +5/+10 Grad und ist damit um 3 bis 8 Grad unter dem, was für die Jahreszeit normal wäre.

Umbau der Großwetterlage bestätigt sich

Das war es dann wohl erst einmal mit der Kälte und dem Schneefall. Zwar sind im Mai auch noch Kaltlufteinbrüche möglich, dass diese aber zu Schneefall bis auf 400 Meter herab (wie auf dem Bild) führen können, ist eher weniger wahrscheinlich. Der Grund für das aktuell außergewöhnliche Wetter ist die Kombination aus einem Hochdrucksystem westlich von Europa zwischen Island, England und den Azoren und einem Tiefdrucksystem über Skandinavien, welches im Verbund mit dem Hoch die kalten Luftmassen nach Süden führt und dabei über der Mittelmeerregion ein weiteres Tiefdrucksystem initialisiert hat, welches zu den Dauerniederschlägen über dem Süden führt.

Schneefall Ende April
Schneefall im April ist nichts außergewöhnliches - Ende April aber schon.
Wie auf dem Bild über Süddeutschland bis auf 400 Meter herab.

In den kommenden Tagen baut sich nun die Großwetterlage um. Zunächst versucht die atlantische Frontalzone Anfang Mai sich bis nach Mitteleuropa durchzusetzen und baut das Hochdrucksystem westlich von Europa ab. Dadurch bleibt der Wettercharakter zwar unbeständig, jedoch können auf der Vorderseite der Tiefdrucksysteme spürbar wärmere Luftmassen nach Deutschland geführt werden, so dass das Temperaturniveau durchaus wieder einen Jahreszeit-typischen Normalzustand erreichen kann. Vom 2./4. Mai entsteht über dem europäischen Nordmeer nach den Berechnungen beider Wettermodelle ein neuerliches Hochdrucksystem, welches sich mit einem Kerndruck von bis zu 1045 hPa weiter nach Osten verlagern und zum 4. Mai sich von England über Skandinavien in einer von Südwest nach Nordost verlaufenden Hochdruckachse positionieren kann. Deutschland, Österreich und auch die Schweiz liegen somit am südlichen Gradienten des Hochdrucksystems, was gemäßigt milde Luftmassen aus nordöstlichen, bzw. östlichen Richtungen heranführen kann. Die atlantische Frontalzone wird aber bereits weit auf dem Atlantik bei Island blockiert werden können, was die Niederschlagsneigung über Mittel- und Nordeuropa deutlich abschwächen kann.

Entscheidend über warm oder kalt wird die Position des Hochdrucksystems sein

Ob nun nachhaltig der Frühling im ersten Mai-Drittel Einzug halten kann, wird maßgeblich davon abhängen, wo sich das Hochdrucksystem im Detail positionieren wird.

  • Bleibt das Hoch stabil über Skandinavien, so ist über Deutschland durchaus mit einem stabilen und frühlingshaft milden Wettercharakter zu rechnen.
  • Bildet das Hochdruckgebiet eine Hochdruckachse nach Süden in Richtung der Mittelmeerregion aus, so wäre ebenfalls mit einem stabilen Wettercharakter zu rechnen, die Temperaturen könnten sich aber mehr und mehr der +20/+25 Grad Marke nähern.
  • Die größte "Gefahr" für einen neuerlichen Kaltlufteinbruch besteht in einer Westverlagerung des Hochdrucksystems in Richtung Island, in diesem Fall wäre ähnlich kaltes Wetter wie zum heutigen 26. April nicht auszuschließen.

Die Kontrollläufe stützen einen Kaltlufteinbruch im Zeitraum vom 7./12. Mai nur bedingt, schließt diesen aber auch nicht aus. Das europäische Wettermodell berechnet zudem eine Westwärtsverlagerung des Hochdrucksystems in Richtung Island, was zumindest das Potential für einen neuerlichen Kaltlufteinbruch vom 8./13. Mai aufrecht erhält. Dieses Datum passt im Übrigen ganz gut zu einer Wettersingularität der sog. Eisheiligen, welche meist im Zeitraum vom 9./15. Mai auftreten können. Deutlicher zeigt sich die normalisierende Temperaturentwicklung in den Verhältnissen der Kontrollläufe von zu kalt, normal / zu warm.

Diagramm Temperaturen Mai 2017

Langfristmodell mit neuerlichen Korrekturen für den Sommer

Das Langfristmodell berechnet für den Juni in seiner heutigen Wetterprognose für den Sommer eine Korrektur und simuliert den Juni mit einer Abweichung von +0,5/+1 Grad leicht zu warm bis zu warm. In den vergangenen Tagen zeigte sich mit +1/+2 Grad noch eine deutlichere Abweichung in Richtung zu warm. Für den Juli liegt die Abweichung wie gehabt zwischen +0,5/+2 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich und sinkt zum August auf eine Differenz von -0,5/+0,5 Grad in den normalen Bereich ab, welcher in der Tendenz auch leicht zu kalt ausfallen könnte. In der Niederschlagsentwicklung zeigen sich die Monate Juni und Juli relativ unauffällig gegenüber dem Sollwert und sind in der Tendenz leicht negativ (leicht zu trocken) zu bewerten. Für den August berechnet das Langfristmodell zum heutigen Stand weiterhin einen positiven Niederschlagsverlauf (zu nass).

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 26. April 2017

Der Trend für Anfang Mai ist klar in Richtung milder werdende Temperaturen gesetzt. Das bestätigt sich auch in den Simulationen von heute Nachmittag. Der Aufbau eines Hochdrucksystems über dem skandinavischen Raum sorgt für eine weitgehende Blockierung der atlantischen Frontalzone, welche - mal wieder - den Sprung bis nach Skandinavien, bzw. Mitteleuropa nicht schafft und im Verbund mit dem Hoch wärmere Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland führen kann. Da sich das kommende verlängerte Wochenende um den 1. Mai herum aber genau in dieser Umstellungsphase befindet, ist zum heutigen Stand noch nicht abzuschätzen, ob die Temperaturen sich der +20 Grad Marke nähern können. Simuliert werden in den Simulationen von heute Nachmittag meist Werte im Bereich zwischen +10/+15 Grad und könnten am Sonntag kurzzeitig auf bis +18 Grad ansteigen. Dazu bleibt es wechselhaft und der 1. Mai könnte auch regnerisch ausfallen.

Großwetterlage stellt sich um

Das Hochdrucksystem westlich von Europa, welches im April mit für die kalten Temperaturen verantwortlich war, wird in den kommenden Tagen nach Süden verschoben und baut sich zum 3. Mai über Skandinavien auf. Der Kerndruck ist mit bis zu 1045 hPa zu dieser Jahreszeit beachtlich und könnte das Wetter im Mai noch nachhaltig mit beeinflussen. Kommt nun der Frühling? Das lässt sich leider zum heutigen Stand noch nicht so einfach beantworten. Zwar kann so ein Hoch über Skandinavien schon zu einer länger andauernden Angelegenheit werden, allerdings sind die Grundströmungen im ersten Mai-Drittel noch als labil zu bezeichnen, was schnell zu Veränderungen führen kann. So könnte bspw. mit einer westlichen Verlagerung des Hochdruckgebietes zum 8./11. Mai wieder kühlere Luft nach Deutschland geführt werden, was sich dann in die Kategorie der "Eisheilige" einordnen lässt. Aber das sind im fortgeschrittenen Mai dann nur noch "Ausrutscher" und eine lang anhaltende Kälteperiode wie im April ist erst einmal nicht in Sicht. Dazu wird die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zu kräftig berechnet, was eine südwestlich bis westlich orientierte wahrscheinlicher als eine meridionale Großwetterlage macht. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm der Temperaturentwicklung im ersten Mai-Drittel:
Diagramm Temperaturen im letzten April Drittel vom 25. April 2017

Ein Skandinavienhoch könnte das Wetter im Frühling nachhaltig beeinflussen

Sollte sich aber das Skandinavienhoch tatsächlich im ersten Mai-Drittel durchsetzen können, so hat dieses durchaus Potential den restlichen Frühling nachhaltig mit zu beeinflussen. Warum? Bedingt durch die Strömungsverhältnisse mit einer hohen Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik kann so ein Hoch über Skandinavien im Frühling durchaus ein Garant für eine stabile Wetterlage sein. Gestützt wird das mehr oder minder auch heute vom Langfristmodell, welches den Mai mit einer Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5/+1 Grad im leicht zu warmen Bereich berechnet. Ein weiteres Indiz für eine Hochdruckdominanz im Mai ist die Niederschlagsberechnung des Langfristmodells, welche für Deutschland negativ ausfällt (zu trocken). Der Blick auf Europa zeigt aber ein ganzes Areal, welches von Skandinavien über Deutschland, Österreich, der Schweiz bis über das östliche Europa zu trocken berechnet wird. Der Westen von Europa wird insbesondere über Portugal und Spanien, sowie die westlichen Küstenregionen des Mittelmeeres deutlich zu nass berechnet - Frankreich und England befinden sich in der Mittelzone zwischen zu nass und zu trocken.

Das Wetter im Sommer hat Potential zu warm auszufallen

Aber nicht nur der Frühling könnte mit einem zu warmen März, einem leicht zu kalten April und einem leicht zu warmen Mai zu warm ausfallen, auch der Sommer hat weiterhin ein hohes Potential zu warm zu werden und somit der 21. Sommer in Folge zu werden, welcher gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfallen kann. Im Einzelnen:
  • Der Juni wird nach der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells mit einer Abweichung von +1/+2 Grad weiterhin als der wärmste Sommermonat berechnet, wobei in der Niederschlagsberechnung der Juni durchaus auch normal ausfallen könnte. Im Jahresschnitt zählt der Juni ja auch mit zu den niederschlagsreichsten Monaten und ist vor allem durch die von Gewittern hervorgerufenen Starkregenereignisse bekannt.
  • Aber auch der Juli wird mit einer Temperaturabweichung von +0,5/+2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm berechnet. In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich im Juli eine gegenüber dem Sollwert normale Entwicklung mit der Tendenz auch leicht zu nass ausfallen zu können.
  • Der letzte Sommermonat August wird vom Langfristmodell mit einer Abweichung von -0,5/+0,5 Grad normal berechnet und könnte in der Tendenz auch leicht zu kühl bewertet werden. In der Niederschlagsberechnung bestätigen sich die etwas zu nassen Simulationen der letzten Tage und Wochen heute erneut, was den August - im subjektiven Empfinden - zu kalt und zu nass ausfallen lassen könnte.

Noch ist aber nichts in Stein gemeißelt und das Langfristmodell ist trotz beeindruckender Ergebnisse in der Vergangenheit auch immer wieder dazu genötigt worden, Korrekturen durchzuführen. So wie beispielsweise im aktuellen Monat April, der ursprünglich über Wochen hinweg mit einer Abweichung von +1/+2 Grad deutlich zu warm berechnet wurde und zwischenzeitlich mit einer Abweichung von -1/+0,5 Grad zu kalt simuliert wird (die aktuelle Temperaturabweichung der vergangenen April-Tage beträgt +0,45 Grad).

Temperatur- und Niederschlagsverlauf im Sommer 2017

Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2017 vom 25. April 2017