Der Wetterwechsel Anfang Oktober 2017 ist auch nach den heutigen Berechnungen eine zunehmend wahrscheinliche Wetterentwicklung. Beide Wettermodelle berücksichtigen dies in ihren Simulationen, wobei der "Goldene Oktober" mit dem Skandinavienhoch auch noch seine Karten mit im Spiel hat.

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Wettermodelle im ersten Oktober Drittel: Von Schnee über Herbstwetter bis hin zu warmen Temperaturen

Bei einer Umstellung der Großwetterlage kommt es ganz darauf an, wie sich die Wettersysteme neu ordnen. Entsprechend schwanken die Wettermodelle in ihren Berechnungen von Lauf zu Lauf verstärkt. So wurde bspw. vom amerikanischen Wettermodell in den letzten 24 Stunden auch eine Variante berechnet, welche mit einem Zentraltief über der Ostsee kalte Luftmassen aus nördlichen Richtungen nach Deutschland führte. Mit Höhentemperaturen (1.500 Meter) von bis -4 Grad wäre Schneefall in den höheren Lagen ab ca. 800 Meter nicht auszuschließen gewesen. Diese Berechnung wurde aber schon im nächsten Lauf wieder verworfen und endet heute in einer Variante, bei der die atlantische Frontalzone vor Mitteleuropa blockiert werden aber nicht verhindern kann, dass sich ein Teiltief in Richtung Mittelmeerregion abspalten kann. Mit anderen Worten ist nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells im ersten Oktoberdrittel mit einem durchwachsenen, aber nicht unbedingt schlechten Wetter zu rechnen. Die Temperaturen können im Jahreszeit typischen Bereich liegen.

Anders bleiben die Simulationen des europäischen Wettermodells. Demnach positioniert sich das Zentraltief bei England und beeinflusst damit auch phasenweise das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Da die kühle Rückseite aber fehlt, hält sich der Temperaturrückgang auch hier in Grenzen.

Kontrollläufe: normales Oktoberwetter

Das Temperaturniveau liegt Ende September deutlich über dem langjährigen Mittelwert und sinkt Anfang Oktober auf ein normales Niveau ab. Vor allem über Süd- und Ostdeutschland kann das Niveau in den ersten Oktobertagen auch im leicht zu kühlen Bereich liegen. Im Zeitraum vom 4. bis 10. Oktober zeigt im Temperaturtrend eine Normalisierung. So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 3. Oktober bei +14 Grad, am 6. Oktober bei +14 bis +15 Grad und am 10. Oktober bei +15 Grad. In der Niederschlagsberechnung ist zum Monatswechsel mit einer erhöhten Niederschlagsaktivität zu rechnen und bleibt bis zum 10. Oktober leicht bis mäßig erhöht. Mit anderen Worten hat ein "Goldener Oktober" zum heutigen Stand im ersten Oktoberdrittel wenig Chancen sich durchzusetzen.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 24.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Herbst und Winter der Langfristmodelle

Wie wird der restliche Herbst verlaufen und wie ist die Wetterprognose für den kommenden Winter? Das Thema "Jahrhundertwinter" kursiert noch immer durch die Medien und wird stets von neuem wiedergekäut. Jörg Kachelmann twitterte vor ein paar Tagen folgendes dazu:

Völlig sinn- und basisfreier Blödsinn. Von Deppen für Deppen. Der Rest kann weinen/lachen.

Schaut man sich die aktuellen Berechnungen der Langfristmodelle an, so kommt man in den Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu folgendem Ergebnis:

Herbst 2017

  • CFSv2: Für Oktober und November 2017 liegt die Abweichung von -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Regenwahrscheinlichkeit leicht erhöht
  • NASA: Oktober mit einer Abweichung von -0,25 bis +1 Grad, November mit -0,5 bis +1 Grad ebenfalls normal bis leicht zu mild. Niederschlagswahrscheinlichkeit für beide Herbstmonate leicht erhöht
  • IRI-Modell: Herbstmonate unauffällig in der Niederschlagsaktivität, Temperaturabweichung im absolut normalen Bereich
  • METOffice: Herbst fällt insgesamt leicht zu nass aus. Die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Herbst 2017 liegt bei 40 bis 60 Prozent, für einen normalen Temperaturverlauf zwischen 40 bis 60 Prozent und für eine zu kalten Herbst liegt die Wahrscheinlichkeit bei 0 bis 20 Prozent

Winter 2017/18

  • CFSv2: Dezember mit Abweichung von -0,5 bis +1 Grad "kältester" Wintermonat. Januar und Februar haben eine Differenz von +1 bis +2 Grad und liegen im zu warmen Bereich. Niederschlagswahrscheinlichkeit im Dezember etwas geringer, im Januar 2018 leicht erhöht und im Februar unauffällig
  • NASA: Dezember 2017 mit +0,25 bis +2 Grad zu warm, Januar mit +0,25 bis +3 Grad zu warm und Februar 2018 mit einer Differenz von +1 bis +5 Grad deutlich zu warm. Im Niederschlagsverhalten leicht zu nass.
  • IRI-Modell: mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 bis 50 Prozent ein normaler bis leicht zu warmer Winter 2017/18, bei einer erhöhten Niederschlagsaktivität. Das IRI-Modell bleibt - wie in den letzten Wochen auch - dass kälteste Langfristmodell für die Wintersaison.
  • METOffice: Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Winter liegt zwischen 40 bis 80 Prozent, für einen normalen Verlauf zwischen 20 bis 40 Prozent und für einen zu kalten Winter 2017/18 bei 0 bis 20 Prozent.
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Fazit

Die Langfristmodelle ziehen überwiegend an einen Strang, so dass es nach diesen Berechnungen in diesem Jahr einen normalen Herbst und einem neuerlich zu warmen Winter kommen kann. Auffällig ist zudem, dass alle Langfristmodelle die Wintermonate leicht zu nass berechnen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 24.09.2017

Wie ist das zu bewerten? Grundsätzlich spricht der Klimawandel für immer wärmer werdende Winter. Das zeigt sich schon alleine aus der folgenden Dekadenbetrachtung heraus.

Temperaturabweichungen Winter in Dekaden
Winter Tem­peratur (Sollwert +0,2 Grad) Ab­weichung
Winter 2011-2017 +1,5 Grad +1,3 Grad
Winter 2001-2010 +1,1 Grad +0,9 Grad
Winter 1991-2000 +1,2 Grad +1 Grad
Winter 1981-1990 +0,5 Grad +0,3 Grad
Winter 1971-1980 +0,9 Grad +0,7 Grad
Winter 1961-1970 -0,7 Grad -0,9 Grad
Winter 1951-1960 +0,3 Grad +0,1 Grad
Winter 1941-1950 -0,4 Grad -0,6 Grad

Der Temperaturdurchschnitt der Wintermonate von Dezember bis einschließlich Februar beträgt nach dem langjährigen Mittelwert +0,2 Grad. In den letzten 20 Jahren hat sich der Durchschnitt aber auf +1,3 Grad angehoben. Aber auch in der Dekadenbetrachtung sieht man sehr deutlich, wie der Klimawandel in den letzten drei Dekaden seine Spuren hinterlässt und das obwohl der Zeitraum von 2009 und 2011, 2006, 2003, 1997, 1996 und von 1985 bis 1987 durchaus auch kältere Winter zu Tage brachte. Und das erklärt auch, warum die Winter in den Langfristprognosen generell wärmer berechnet werden, weil die Wahrscheinlichkeit hierfür viel höher als für zu kalte Winter sind.

Klimadiagramm der Winter in Deutschland der letzten 20 Jahre

Nichtsdestotrotz gibt es sie noch, die zu kalten und normalen Winter und wir rechnen damit, dass sich in diesem Winter das Wetter anders verhalten wird, als in den Winterjahren zuvor. Der Trend wird unserer Meinung nach wieder mehr in Richtung Normalität gehen und stehen damit konträr zu den Langfristmodellen. Man wird sehen, was die Wetterentwicklung in den kommenden Wochen für Großwetterlagen zu Tage bringt.

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Die Wettermodelle berechnen auch heute Nachmittag noch unterschiedliche Wetterentwicklungen für die ersten Oktobertage. Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so könnte das Skandinavienhoch durchaus auch bis zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober Bestand haben und sich gegen das anrennen der Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone erwehren. Das europäische Wettermodell hält dagegen und berechnet eine südliche Unterwanderung des Skandinavienhochs, so dass Deutschland, Österreich und auch die Schweiz in den Einflussbereich der Tiefdrucksysteme gelangen könnten. Statt "goldener Oktober" wäre dann mit typischen Herbstwetter am Feiertag, bzw. an dem für viele sicherlich verlängerten Wochenende zu rechnen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose Oktober 2017.

Spannende Wetterentwicklung steht bevor

Egal ob sich das Hochdrucksystem, oder die atlantische Frontalzone durchsetzen wird. Klar ist, dass je nachdem welches der Systeme sich durchsetzt, dass Wetter in der ersten Oktoberhälfte weitgehend davon beeinflusst werden kann. Nach den Berechnungen von heute Nachmittag simuliert auch das amerikanische Wettermodell eine langsame aber dennoch stetige Abschwächung des Skandinavienhochs. Gleichzeitig aber gewinnt die atlantische Frontalzone mit weiteren Kaltluftvorstößen bei Grönland weiter an Dynamik hinzu, so dass es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis sich das skandinavische Hoch abschwächt, bzw. von seiner Position abrückt.

So ergeben sich im Zeitraum vom 4. bis 10. Oktober drei mögliche Wetterentwicklungen

  1. Das Hoch bleibt über Skandinavien erhalten und beeinflusst mit trockenem Wetter und warmen Temperaturen das Wetter über Deutschland, was dem goldenen Oktober am nächsten kommt
  2. In der zweiten Möglichkeit wird das Skandinavienhoch weiter nach Osten abgedrängt und erstreckt sich von der Mittelmeerregion bis über das östliche Europa. Deutschland gelangt dadurch vermehrt in den Einflussbereich der atlantischen Frontalzone, was den Wettercharakter insgesamt wechselhafter gestalten kann. Da aber die Grundströmung zwischen den beiden Wettersystemen aus südlichen Richtungen kommt, ist weiterhin mit warmen Temperaturen rechnen
  3. In der letzten Variante zieht sich der hohe Luftdruck weit nach Süden über die Mittelmeerregion zurück und die atlantische Frontalzone kann mehr und mehr das Wetter über Mitteleuropa beeinflussen. Mit mehr Regen und Wind wäre typisches West- bis Südwestwetter hieraus die Folge

Was ist wahrscheinlicher - goldener Oktober oder Herbstwetter?

Der Trend der letzten Tage ist klar strukturiert und zeigt eine Abschwächung der Hochdruckdominanz zum Start in den zweiten Herbstmonat. So steigt die Niederschlagsberechnung der Kontrollläufe zwischen dem 1. und 10. Oktober an und das Temperaturspektrum zeigt einen Abwärtstrend nach dem 4. Oktober vom leicht zu warmen in den leicht zu kalten Bereich. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass Anfang Oktober sich Deutschland noch auf der warmen Tiefdruckvorderseite und nachfolgend auf der Rückseite befinden kann, was mehrheitlich auf ein Tiefdrucksystem über dem skandinavischen Raum um den 5. Oktober herum schließen lässt.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 23.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Die Wetterprognose Herbst 2017 des Langfristmodells

Von Anfang an berechnete das Langfristmodell kaum Auffälligkeiten und Schwankungen hinsichtlich der Temperaturen in den Herbstmonaten von September bis November. Meist liegt der Wert der Abweichungen um den langjährigen Mittelwert und schwankt mal in den leicht zu kühlen und mal in den leicht zu warmen Bereich. Der September hat nach dem April die Chance als zweiter normaler Monat im Jahre 2017 durch zugehen. Nur der Januar 2017 war bisweilen zu kalt, während die restlichen Monate bislang allesamt zu warm ausgefallen sind. Darunter auch der Rekord Monat März.

Für den Oktober und November berechnet das Langfristmodell eine Abweichung von -0,5 bis +1 Grad. Es ist also auch in den kommenden Herbstmonaten von weitgehend normalen Temperaturen auszugehen, welche im Trend leicht zu warm ausfallen können. Im Niederschlagsverhalten werden beide Monate unauffällig gegenüber ihrem Sollwert simuliert und können im Trend leicht zu nass ausfallen. Vor allem über den Alpen wird im Oktober 2017 mehr Niederschlag als üblich berechnet.

Die Wetterprognose Winter 2017/18 des Langfristmodells

Auch für die Wintermonate zeigt sich eine schwache Bewegung, bei der vor allem der Dezember 2017 hervor sticht. Denn dieser könnte - im Gegensatz zu den beiden anderen Wintermonaten - mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +1 Grad als "kältester" Wintermonat durchgehen. Die Abweichung für den Januar und Februar 2018 liegt mit jeweils +1 bis +2 Grad im deutlich zu warmen Bereich. In der Niederschlagsbewertung zeigt sich der Dezember im Trend leicht zu trocken, der Januar 2018 etwas zu nass und der Februar unauffällig gegenüber ihren Sollwerten.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 23.09.2017

Wie sind die Berechnungen des Langfristmodells zu bewerten? Dazu gehen wir in der morgigen Wetterprognose zum Winter etwas nähern ein.

Die Wetterentwicklung Ende September, bzw. Anfang Oktober 2017 ist nicht ohne. Die Hauptakteure sind ein Skandinavienhoch und ein kräftiger Tiefdruckkomplex über Island. Beide Wettersysteme kämpfen in den Simulationen der Wettermodelle weiterhin um die Vormachtstellung über Mitteleuropa. Je nachdem welches Wettersystem sich Anfang Oktober durchsetzen wird, wird auch weite Teile des zweiten Herbstmonats mit beeinflussen können.

Niederschlagsneigung Anfang Oktober gering

Gegen einen Wetterwechsel zum Oktober sprechen die Kontrollläufe. Die Niederschlagsneigung ist in der ersten Oktoberdekade nur als leicht bis mäßig erhöht zu bewerten. Das spricht für einen nicht ganz stabilen Wettercharakter, so dass bei einem Mix aus Sonne und Wolken hin und wieder auch leichte Regenfälle möglich sind - viel an Niederschlag ist aber nicht zu erwarten. Es gibt sie aber, die sog. Peaks - die Ausschläge nach oben - welche einen Wetterwechsel Anfang Oktober nicht ausschließen und die atlantische Frontalzone direkt über Deutschland positionieren. Auch Varianten einer Vb-Wetterlage sind in den Simulationen der Wettermodelle zu erkennen, aber zum heutigen Stand wenig wahrscheinlich.

Normales Herbstwetter

Sollte sich die schwache Niederschlagserwartung Anfang Oktober bewahrheiten, so wäre ein normaler Wettercharakter zu erwarten, welcher auch der Jahreszeit entspricht. Aber nicht nur das Wetter wird normal simuliert, sondern auch die Temperaturen. So erstreckt sich das Temperaturspektrum über das gesamte erste Oktoberdrittel meist im Bereich zwischen +10 bis +23 Grad bei einem Mittelwert, welcher sich zwischen +15 bis +16 Grad über dem Norden und +17 bis +18 Grad über dem Süden bewegen kann. Mit anderen Worten sind im ersten Oktoberdrittel keine sonderlichen Auffälligkeiten auszumachen.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 22.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetter Herbst 2017: Normal bis leicht zu warm

Gegenüber dem langjährigen Mittelwert zeigt der September aktuell eine Abweichung von -0,8 Grad im zu kalten Bereich, was sich mit den nun wärmer werdenden Temperaturwerten bis Ende September normalisieren sollte. Zum heutigen Stand ein normaler September 2017 - voraussichtlich auch beim Niederschlag, denn viel wird nicht mehr hinzukommen (im Trend leicht zu nass bei unterschiedlich verteilten Niederschlagssummen über Deutschland).

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage den Oktober mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich und den November 2017 mit +0,5 bis +2 Grad im leicht zu warmen bis zu warmen Bereich. In der Niederschlagsbewertung simuliert das Langfristmodell kaum Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Sollwert und ist im Wettertrend leicht zu nass einzustufen. Kumuliert man diese Daten, so zeigt sich ein leicht zu warmes und etwas zu nasses Herbstwetter 2017.

Wetter Winter 2017/18: zu warm?

Die Schwankungen des Langfristmodells für die Winterprognose 2017/18 halten sich in Grenzen. So wird der Dezember 2017 mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad noch als der "kälteste" Wintermonat berechnet, während der Januar und Februar 2018 zum heutigen Stand eine Abweichung von +1 bis +2 Grad vorweisen. Rechnet man die Werte zusammen, so ergibt sich eine Abweichung der Temperaturen für die Wintermonate von rund +1 Grad im zu warmen Bereich. In der Niederschlagsentwicklung zeigt sich der Dezember und Februar normal (im Trend leicht zu trocken) und der Januar leicht zu nass.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 22.09.2017

An dieser Stelle möchten wir und kurz bei allen Zuschriften bedanken, welche wir Aufgrund unserer letzten Wetterprognose zum Winter 2017/18 erhalten haben. Wie schon von uns vermutet, stellten sich die Meldungen der Presse über einen bevorstehenden "Jahrhundertwinter" als falsch heraus. Falsche Zitate, falsche Experten und falsche Rückschlüsse. So schnell kann das gehen.

Aber zurück zum Wetter. Die Aussichten für die kommenden Tage können sich durchaus sehen lassen. So dominiert ein Hochdrucksystem über Skandinavien das Wettergeschehen über Deutschland mit Einschränkungen. Denn dem Hochdrucksystem gelingt der Aufbau einer Hochdruckbrücke in Richtung Mittelmeerraum nicht und treibt Wolkenfelder eines schwachen Tiefdrucksystems von Polen über Deutschland hinweg, so dass von Samstag bis einschließlich Dienstag es bei einem Mix aus Sonne und Wolken immer wieder zu Niederschlägen kommen kann. Die Temperaturen bleiben mit +17 bis +23 Grad im warmen Bereich. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage für September 2017.

Wetter Oktober: Wetterumstellung zum zweiten Herbstmonat

Wieder und wieder berechnen die Wettermodelle die gleiche Wetterentwicklung zum Start in den Oktober 2017. Das Hochdrucksystem kann sich nicht auf Dauer über Skandinavien behaupten und weicht nach Osten in Richtung Russland aus. Das ermöglicht der atlantischen Frontalzone mehr Spielraum, sich bis nach Mitteleuropa auszudehnen und sich möglicherweise im Zeitraum vom 3. bis 6. Oktober über Mitteleuropa durchzusetzen.

Sollte sich die Wetterentwicklung so durchsetzen können, wie von den Wettermodellen simuliert, so wäre der goldene Oktober - zumindest im ersten Oktoberdrittel weniger wahrscheinlich. Vielmehr wäre mit vielen Wolken und teils länger andauernden Niederschlagsphasen zu rechnen. Die Temperaturen allerdings werden in dem für die Jahreszeit typischen Bereich berechnet. Das bestätigen auch die Kontrollläufe von heute Nachmittag.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 21.09.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Wetterprognose Herbst 2017

Der September hat aktuell eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von rund -0,8 Grad im zu kalten Bereich vorzuweisen. Das sollte sich aber in den kommenden Tagen langsam wieder normalisieren, so dass am Ende des ersten Herbstmonats ein normaler September herauskommen könnte.

Der Oktober startet verhalten, vom Temperaturspektrum her aber ist das erste Oktoberdrittel als normal einzustufen. Die aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells bestätigt heute eine weitgehend normale Temperaturentwicklung im Oktober, welche mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad auch leicht zu warm ausfallen kann. Für den November gibt es kaum Veränderungen gegenüber den letzten Wochen und die Abweichung liegt mit -0,5 bis +1 Grad tendenziell weiterhin im leicht zu warmen Bereich.

In der Niederschlagserwartung werden der Oktober und November unauffällig gegenüber dem langjährigen Sollwert berechnet. So bleibt es in der Zusammenfassung dabei: ein normales Herbstwetter mit einem leicht zu warmen Temperaturtrend ist zu erwarten.

Wettertrend Winter 2017/18

Wie eingangs schon erwähnt werden in den Medien sicherlich wieder die altbekannten Schlagwörter wie "Jahrhundert- oder Bibberwinter" kursieren, auch wenn der Winter ganz normal ausfallen sollte. Wir gehen von einem etwas zu warmen Winter aus, welcher aber in keinem Vergleich mehr zu den vorangegangen Wintern stehen wird. So wird es Kalt- und auch Warmphasen geben, wobei die Kälte eher dem Januar 2018 und die Warmphasen häufiger im Dezember und auch Februar auftreten können. Im Dezember 2017 kann der erste Schnee zu erwarten sein und auch im Februar ist häufiger mal mit Schneeflocken zu rechnen, während der hohe Luftdruck im Januar dominant sein kann.

Das Langfristmodell berechnet in seiner heutigen Wettervorhersage für den Winter 2017/18 einen etwas zu warmen Dezember (Abweichung +0,5 bis +2 Grad) gefolgt von jeweils zwei zu warmen Wintermonaten Januar und Februar 2018 mit einer Abweichung von je +1 bis +3 Grad, wobei die +3 Grad für den Januar berechnet wird. In der Niederschlagsberechnung zeigen sich die Wintermonate von Dezember bis einschließlich Februar 2018 allesamt leicht zu nass. Mit anderen Worten geht das Langfristmodell von einem deutlich zu warmen Wetter in der Wintersaison 2017/18 aus. Man darf gespannt sein, wie sich das in den kommenden Wochen entwickeln wird.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 21.09.2017

Wie wird das Wetter im Winter 2017/18, wie viel Schnee wird es in der Wintersaison geben, oder wird der Winter wieder ein "Reinfall" wie in den letzten Jahren? Diese und noch viel mehr Fragen erreichen uns in den letzten Tagen und Wochen vermehrt und wir möchten heute einen kurzen Überblick darüber geben, wie der Winter 2017/2018 verlaufen könnte.

Langfristmodelle: Winter deutlich zu warm

Zunächst einmal die Betrachtung von dem, was rechnerisch an Wettervorhersagen für den Winter von den Wettermodellen möglich ist.

  • Das CFSv2 Modell berechnet den Dezember mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +2 Grad als "kältesten" Wintermonat. Der Januar und Februar 2018 haben eine Differenz von +1 bis +3 Grad im deutlich zu warmen Bereich vorzuweisen. Im Ergebnis ein deutlich zu warmer Winter.
  • Die NASA berechnet den Dezember 2017 mit einer Abweichung von +0,25 bis +1 Grad leicht zu warm und den Januar und Februar 2018 mit +0,5 bis +3 Grad deutlich zu warm. In Summe ein deutlich zu warmer Winter.
  • Das IRI-Modell zeigt mit einer Wahrscheinlichkeit von 40 bis 45 Prozent einen normalen bis leicht zu warmen Temperaturverlauf im Winter.
  • Das METOffice berechnet eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 80 Prozent für einen zu warmen, 0 bis 40 Prozent normalen und 0 bis 20 Prozent zu kalten Winterverlauf.

Wetterlagen sind anders

Fasst man die Langfristmodelle zusammen, so sind diese durchweg auf einen zu warmen Winter eingestellt, wobei das IRI Modell noch Aussichten auf einen normalen Winter aufrecht erhält. Aber wie sind die Langfristmodelle zu bewerten - wird der Winter 2017/18 der fünfte Winter in Folge, welcher deutlich zu warm ausfällt? Es ist nicht verwunderlich, dass die Langfristmodelle den Winter mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu warm einstufen, so lag die durchschnittliche Temperatur der letzten 20 Winter mit rund +1,0 Grad über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Aber im Zeitraum von 2009 bis 2012 gab es eine Reihe von Wintern, welche zu kalt, bzw. normal ausgefallen sind - so einfach ist das also nicht, die Winter als immer zu warm einzustufen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 16.09.2017

Betrachtet man die Winter der letzten Jahre, so gab es sehr häufig einen Zyklus, welcher sich etwa alle drei Jahre wiederholt. Einem warmen Winter folgen zwei weitere warme Winter nach, wobei der zweite häufiger der wärmste war. Anschließend werden die Winter wieder kälter. Die letzten vier Winter waren allesamt zu warm, aber der letzte Winter zeigt nach einem deutlich zu warmen Dezember im Januar und Februar einen Umschwung in Richtung Normalität, was uns damals schon zum Fazit brachte, dass der Winter 2017/18 anders ausfallen wird und die Wetterprognosen der Langfristmodelle mit Skepsis zu bewerten sind.

Auffällig war zudem, dass trotz des deutlich zu warmen Frühlings- und auch Sommerwetter 2017 sich die Großwetterlagen nicht typisch ihren Jahreszeiten gegenüber verhielten. Zu trocken war der Frühling und zu unbeständig war der Sommer und vor allem der September ist aktuell geprägt von einer wechselhaften Großwetterlage und relativ kühlen Temperaturen. "Normal" wäre ein durchwachsener Frühling, ein wechselhafter Sommer mit zeitweilig länger anhaltend stabilen Wetterphasen, gefolgt von einem Herbst, welcher häufig mit stabilen Wetterlagen beginnt.

Gibt es denn eine statistische Auffälligkeit zwischen Frühling und Sommer und den daraus folgenden Wintertemperaturen? Nein, gibt es nicht. Egal ob der Frühling zu warm, der Sommer zu kalt, andersherum oder beide normal waren, so zeigen die drauffolgenden Winter keine eindeutige Entwicklungstendenz, welche signifikant für eine Wettervorhersage wäre. Wie das bei den einzelnen Monaten aussieht, da sieht die Sache schon etwas anders aus, aber darauf gehen wir in den kommenden Wochen mit einer detaillierten statistischen Betrachtung etwas näher darauf ein.

Was ist mit El Niño und dessen Auswirkungen?

Von 2015 bis zum Frühjahr 2016 gab es einen sehr starken El Niño, gefolgt von einer kurzen kälteren La Niña Phase, bevor zum Frühjahr sich ein wenig signifikanter El Niño zurückmeldete, die aktuellen Konditionen sind aber nach dem ENSO-Bericht für die kommende Wintersaison als normal zu bewerten.

ENSO-Neutral is favored (~85% chance during Jul-Sep, decreasing to ~55% during Dec-Feb) through the Northern Hemisphere winter 2017-18.

Welche Auswirkungen haben "normale" Zustände? Keine, bzw. anders formuliert werden wohl weder El Niño noch La Niña in diesem Winter Auswirkungen auf das Wetter haben können. Was aber noch nicht mit einem normalen oder gar zu kalten Winter gleichzusetzen ist - es hat nur keine Auswirkungen.

Schneedeckenausbildung über Sibirien

Auch die Ausbildung einer Schneedecke über dem Sibirischen Raum kann ein Faktor sein, wie sich der Winter entwickeln mag. Liegt früh viel Schnee, fördert das die Ausbildung des Kontinentalhochs. Weitet sich die Schneedecke rasch nach Westen aus, so sind Hochdruckwetterlagen meist im Januar über Mitteleuropa begünstigt (Hochwinter). Aktuell ist es aber noch zu früh um Rückschlüsse daraus zu ziehen - auch hier werden wir in den kommenden Wochen einen näheren Blick darauf haben. Auffälligkeiten über eine hohe Abweichung der Schneedecke über Sibirien gab es in den zurückliegenden Septembertagen noch nicht.

QBO- Die Quasi zweijährige Schwingung

Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine periodische Schwingung der zonalen Winde, welche in etwa alle 2,2 Jahre auftreten. Der Normalzustand ist von West nach Ost und findet in Höhenlagen von 16-40 km Höhe statt. Alle 2,2 Jahre kehrt sich der Zustand aber auf West-Ost um.
Ist der QBO "normal", so stärkt der West-ost Drift den Polarwirbel. Ein starker Polarwirbel bringt aber selten ein kalten Winter über Mitteleuropa, vielmehr begünstigt er nasskalte West- bzw. milde Südwestwetterlagen.
Kehrt sich der QBO aber auf Ost-West um, so ist mit einem schwächeren Polarwirbel zu rechnen, was die Wahrscheinlichkeiten für Trogwetterlagen über Mitteleuropa erhöht. Ob Deutschland aber auf der warmen oder der kalten Seite des Troges liegt, lässt sich daraus nicht ableiten. Ein negativer QBO erhöht nur die Wahrscheinlichkeiten für grundsätzlich andere Wetterverhältnisse im Winter, welche auch zu kalt ausfallen können.

Der letzte QBO Wechsel hätte letztes Jahr stattfinden müssen, tat er aber überaschenderweise nicht und was seit den 1950er Jahren das erste Mal vorkam. Er ist also überfällig. Die aktuellen QBO Konditionen sind normal und lassen zum heutigen Stand keine Umkehrung im Winter erwarten.

Sonnenaktivität

Die Sonnenaktivität hat einen sog. 11-Jahreszyklus. Mal ist also die Sonne aktiver, mal weniger aktiv. Aktuell befindet sich die Sonne am Ende eines Maximums, deren Minimum für 2020 erwartet wird. Das Maximum an sich ist aber nicht besonders kräftig und so spekuliert man schon heute, welche möglichen Auswirkungen die schwache Sonnenaktivität auf das Wetter im Winter haben wird. Fakt aber ist:

Wenn Sonnenflecken im Minima sind, strahlt die Sonne weniger UV-Strahlung. Weniger Strahlung bedeutet geringere Erwärmung der Erdatmosphäre, die eine Änderung in der Zirkulation der beiden niedrigsten Atmosphäre hervorruft, der Troposphäre und Stratosphäre…

Bei der Troposphäre handelt es sich um die Luftschicht vom Boden bis zur Stratosphäre und die Stratosphäre erstreckt sich in einer Höhe von 15 km bis 50 km. So kann eine starke, bzw. schwächere Sonne durchaus Auswirkungen auf das Wetter haben. Vergleicht man die Jahre mit einem Minimum mit den Wintern, so kommt man zu folgendem Ergebnis:

Temperaturabweichungen Winter zum Sonnenfleckminimum
Winter Tem­peratur Ab­weichung
94/95 +2 Grad +1,8 Grad
95/96 +2,8 Grad +2,6 Grad
96/97 -2,3 Grad -2,1 Grad
98/99 -0,3 Grad -0,5 Grad
07/08 +4,38 Grad +4,2 Grad
08/09 +3 Grad +2,8 Grad
09/10 -0,2 Grad -0,4 Grad
10/11 -1,3 Grad -1,1 Grad

Was fällt auf? Wenn die Sonne ihr Minimum erreicht, bzw. überschritten hat, waren die Winter zu kalt. Davor und danach waren sie eher zu warm. Das nächste Minimum wird 2020 erreicht. Anders formuliert: die Sonne schwächelt, aber ob der Einfluss auf das Wetter im Winter 2017/18 gegeben ist, wird sich erst noch zeigen müssen.

Meereisausdehnung der Arktis und die Folgen für den Winter

Bedingt durch den Klimawandel ist die Meereisausdehnung über der Arktis in den letzten Jahre zurückgegangen und befindet sich aktuell im unteren Bereich der Schwankungsbreite der Jahre 1981-2010, wobei 2012 die schwächste Ausdehnung registriert wurde. Die Folgen sind noch nicht ganz abzusehen, aber in der Theorie könnte die geringere Meereisausdehnung sowohl zu kühleren Winter (geschwächter Polarwirbel) oder zu wärmeren Winter führen (eingefahrenes Strömungsmuster über östliches Kanada/Neufundland, was über Europa zu Südwestwetterlagen zur Folge haben kann). Warum? Weniger Eis, desto mehr Wärmeenergie kann das Wasser aufnehmen, was die Wahrscheinlichkeiten für einen schwächeren Polarwirbel stärkt und die Neigung zu Polarwirbelsplits und meridional "gestörten" Zirkulationsmustern grundsätzlich erhöht. Es kommt aber auch darauf an, wie das Strömungsmuster im Polarwirbel selbst ist. Ein Split mit Kältepol über dem östlichen Kanada und Grönland hat z.B. häufiger einen sehr warmen Winter über Mitteleuropa zur Folge.

Meereisausdehnung Arktis
Meereisausdehnung Arktis © Alfred-Wegener-Institut

Der Jahrhundertwinter und die Medien

Alle Jahre wieder geistert der Jahrhundertwinter, oder der Bibberwinter mit Kälteschock durch die Medienwelt. Auch wir werden die letzten Tage des Öfteren darauf angesprochen, dass nun ein Jahrhundertwinter bevorstehen soll und wie wir dazu stehen. Meist handelt es sich um britische "Klimaexperten", welche referenziert werden. Doch es sei gewarnt vor "Klimaexperten" oder "Wetterexperten" - das sind keine geschützten Begriffe und sagt auch nichts über deren Qualität aus. Jeder kann sich so nennen - selbst ein "Königskerzenleser" nennt sich Wetterexperte. Meist haben solche Meldungen nur einen Zweck: Clickbaiting. Übrigens sagten die britischen Klimaexperten für 2014 und 2015 einen Jahrhundertwinter vorher. 2014 und 2015 waren sehr warme Winter :-)

Zusammenfassung

Auch der Winter 2017/18 hat im Zuge des Klimawandels grundsätzlich ein hohes Potential zu warm auszufallen. Nichtsdestotrotz wird diese Wintersaison wohl anders verlaufen als die vergangenen zu warmen Winter und sich wieder mehr in Richtung der Normalität orientieren können. Chancen auf längere Kältephasen und vielleicht auch ein "anständiger" Hochwinter sind zum heutigen Stand durchaus gegeben.