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Der April – wohl aus meteorologischer Sicht ein sehr interessanter Wettermonat. Von eisiger Kälte bis hin zu sommerlichen Temperaturen mit allen Niederschlagsvarianten wird es für Meteorologen nicht langweilig.

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Der Grund für diese spannenden Wetterextreme ist die generelle Umstellung des Wetters von Winter auf Sommer. Die eigentliche Ursache liegt aber im Sonnenstand. Im April hat der Sonnenstand eine Höhe erreicht, bei der sich die Landmassen stärker aufheizen, als die noch kalten Meeresflächen. Das führt zu Temperaturunterschieden und damit zu Wetterreaktionen, welche manches Mal recht heftig ausfallen können. Bis hin zu einem Arctic Outbreak und ersten Gewittern ist vieles möglich. Winterliche Wetterphasen sind nur von kurzer Dauer. Zudem befindet sich der Polarwirbel in seinem winterlichen Finale, was die Wetterturbulenzen weiter ankurbeln kann. Der Aprilmonat gehört zurecht zu den wetterwendischen Monaten.

Im letzten Aprildrittel beruhigt sich das bis dahin wechselhafte Wetter und stellt sich zum Mai so langsam auf das milde Frühlingswetter um. Der durchschnittliche April hat nach dem langjährigen Mittelwert eine Durchschnittstemperatur von +7,4 Grad und das Niederschlagssoll liegt bei 58 Liter Niederschlag pro m² .

Wie wird das Wetter im April 2019?

Der Winter war vor allem eines - zu nass. Über weite Strecken war er bisweilen auch zu warm. Nimmt man an, dass sich im Frühling ein Ausgleichsverhalten durchsetzt, so müsste das Wetter im April 2019 zu trocken ausfallen. Das wird vom Wettertrend der Langfristmodelle aber nur bedingt gestützt. Zwar soll das Aprilwetter mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad etwas zu warm ausfallen, doch die Niederschlagsberechnungen zeigen eine ausgewogene Niederschlagsbilanz. Mehr Details in der Wetterprognose April 2019.



Die Vegetation beginnt sich zu regen

Bereits Ende März liegt der Durchschnittswert der Temperaturen über +5 Grad, was für die Vegetationsperiode entscheidend ist, denn erst ab dieser +5 Grad Grenze legt die Vegetation richtig los - sehr zum Leidwesen mancher Allergiker - es zeigt aber auch, dass der Frühling im April nun so langsam Einzug hält.

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Außergewöhnliche Temperaturen im zweiten Frühlingsmonat

Generell werden im April fast in ganz Deutschland die +20 Grad erreicht, bzw. überschritten (mit Ausnahme von Helgoland und den Gipfellagen). So ab dem 15. April sind mit - bzw. auch über - Erreichen der +25 Grad Marke die ersten Sommertage nicht unwahrscheinlich, lediglich entlang der Ostsee und in höheren Lagen gab es an ein paar Messstationen noch nie einen Sommertag im April zu verzeichnen.

Die höchste Temperatur wurde am 28. April 2012 mit +32,9 Grad (was ja eigentlich schon ein Hitzetag ist) in Bad Mergentheim und in Kitzingen (Main) registriert. 40 Prozent aller Messstationen registrierten den einen oder anderen Eistag, bei dem die Temperaturen nicht über 0 Grad ansteigen und Nachtfrost gehört eher zur Regel als zur Ausnahme. Bei 20 Prozent der Messstationen wurden in den frühen Morgenstunden auch schon Temperaturwerte jenseits der -10 Grad gemessen, am kältesten war es aber mit -14,2 Grad am 5. April 1929 in Cottbus.

Aprilwetter mit Schneefall

Der meiste Niederschlag wurde mit 553 l/m² auf der Zugspitze registriert und in tieferen Lagen wurde das Monatsmittel auch schon um 250 Prozent überschritten. Komplett ohne Niederschlag war der zweite Frühlingsmonat in einigen Regionen entlang des Rheins im Jahr 2007. Mit Schneefall ist im April immer zu rechnen, allerdings wird eine geschlossene Schneedecke zunehmend seltener. Und dennoch: 20 cm und mehr wurden schon an 30 Prozent der Messstationen in Deutschland registriert und das der April macht, was er will, zeigt die Tatsache, dass an den Orten, wo eine Schneedecke von mehr als 20 cm gemessen wurde, im Jahr zuvor +30 Grad registriert wurden.

Der Aprilmonat und der Sonnenschein

Sonnenschein gab es mit bis zu 350 Sonnenstunden bei Berus (Saarland), was in etwa 10 Sonnenstunden am Tag entspricht. Es ist im Übrigen nicht verwunderlich, dass die meisten Sonnenstunden im April des Jahres 2007 gemessen wurden, denn gleichzeitig war in diesem Jahr auch wenig an Niederschlag gefallen. Die geringste Sonnenscheindauer gab es im April 170 mit 44 Stunden in Seesen am Harz.

Starkwindereignisse

Arktische Kaltluftmassen strömen im zweiten Frühlingsmonat gerne einmal nach Süden aus. Verantwortlich hierfür ist der instabile Polarwirbel, welcher seinem winterlichen Finale entgegen strebt (Final-Warming). Entsprechend heftig können auch die Reaktionen entlang der Polarfront ausfallen. Bis hin zu Schnellläufer und Randtiefentwicklungen mit schweren Sturmböen sind möglich und generell nicht auszuschließen.

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Die Abweichung der Temperaturen im April der letzten 10 Jahre im Vergleich

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Jahr Tem­peratur Ab­weichung
2018 +12,4 Grad +5 Grad
2017 +7,4 Grad + 0 Grad
2016 +7,9 Grad +0,5 Grad
2015 +8,4 Grad +1,0 Grad
2014 +10,8 Grad +3,4 Grad
2013 +8,1 Grad +0,5 Grad
2012 +8,1 Grad +0,5 Grad
2011 +11,6 Grad +4,2 Grad
2010 +8,7 Grad +1,3 Grad

Temperaturabweichung der letzten 20 Jahre gegenüber dem Mittelwert

Deutlich positiv stechen die drei Aprilmonate 2009, 2011 und 2018 hervor, wobei 2018 der wärmste Aprilmonat und 2009 der zweit wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881 war. Überraschend - aber auch nicht außergewöhnlich - war der April 2017, welcher gegenüber dem langjährigen Mittelwert seit langem einmal wieder normal ausgefallen ist. Der letzte zu kalte (eigentlich normale) April stammte mit einer Abweichung von -0,3 Grad aus dem Jahre 2001.

Was fällt auf? In 80 Prozent der Fälle war das Wetter im April zu warm, 0 Prozent zu kalt und in 20 Prozent der Fälle normal (-0,5 bis +0,5). Das ist sehr deutlich! Zieht man nur die letzten 10 Jahre heran, so war in 90 Prozent der Fälle zu warmes und 10 Prozent normales Wetter vorherrschend.

Im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert sind die Aprilmonate der letzten 20 Jahre im Schnitt um +1,8 Grad wärmer geworden. Das unterstreicht, dass der zweite Frühlingsmonat April eine hohe Signifikanz hat, zu warm auszufallen. Der wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde mit einer Abweichung von +5 Grad im Jahre 2018 registriert. Der kälteste April stammt aus dem Jahre 1917 mit einer Abweichung von -3,0 Grad.

Klimadiagramm April in Deutschland der letzten 20 Jahre
Klimadiagramm April in Deutschland der letzten 20 Jahre

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