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Wetter April -
Temperatur, Regen & Sonne

Wetterprognose Deutschland - Daten und Fakten

Der April im Überblick

Der April – wohl aus meteorologischer Sicht ein sehr interessanter Wettermonat. Von einem späten Wintereinbruch mit eisiger Kälte hin zu sommerlichen Temperaturen mit allen möglichen Niederschlagsvarianten, die das Wetter zu bieten hat, wird es für Meteorologen nicht langweilig. Auch die ersten Gewitter sind zu erwarten.

Der Grund für die spannenden Wetterlagen ist die Umstellung des Wetters vom Winter auf den Sommer. Die eigentliche Ursache aber liegt im Sonnenstand. Der Sonnenstand hat eine Höhe erreicht, bei der sich die Landmassen stärker als die noch kalten Meeresflächen aufheizen können. Das führt zu Temperaturunterschieden und damit zu Wetterreaktionen, welche manches Mal recht heftig ausfallen und zu Extremwetterereignissen führen können.

Zum anderen bewirkt der höhere Sonnenstand zunehmende Turbulenzen innerhalb des Polarwirbels, der sich im April mit einem Final Warming seinem winterlichen Finale nähert.

Die Turbulenzen reichen von einem Arctic Outbreak bis zu ersten Gewittern. Winterliche Wetterphasen sind aber nur noch von kurzer Dauer. Der April gehört berechtigterweise zu den wetterwendischen Monaten.

Im letzten Drittel beruhigt sich das bis dahin wechselhafte Wetter und stellt sich zum Mai so langsam auf das milde Frühlingswetter um. Das durchschnittliche Wetter hat nach dem langjährigen Mittelwert von 1961 und 1990 einen Mittelwert von +7,4 Grad. In den vergangenen 30 Jahren sind die Aprilmonate wärmer geworden und weisen in der Vergleichsperiode von 1991 und 2020 eine durchschnittliche Temperatur von +9,0 Grad aus. Anders formuliert, ist der April in Zeiten der Klimaerhitzung deutlich wärmer geworden. Das Niederschlagssoll liegt bei 58 Liter Niederschlag pro m².

Der Frühling treibt aus

Bereits Ende März liegt der Durchschnittswert der Temperaturen über +5 Grad, was für die Vegetationsperiode entscheidend ist, denn erst ab der +5 Grad Marke legt die Vegetation richtig los - sehr zum Leidwesen mancher Allergiker - es zeigt aber auch, dass der Frühling nun so langsam Einzug hält.

Fakten und Daten

  • Durchschnitt­stemperatur (1991/2020)
    +9,0 Grad
  • Durchschnitt­stemperatur (1961/1990)
    +7,4 Grad
  • Kältester April
    4,33 Grad (1917)
  • Wärmster April
    +12,32 Grad (2018)
  • Mittel­wert der letzten 20 Jahre
    +9,12 Grad
  • Abweichung vom Mittel­wert 61/90
    +1,72 Grad
  • Abweichung vom Mittel­wert 91/20
    +0,12 Grad
  • Höchste Temperatur
    +32,9 Grad
  • Kältester Tages­höchstwert
    -5,2 Grad
  • Tiefste Temperatur
    -14,2 Grad
  • Nieder­schlagssoll (91/20)
    47 l/m²
  • Nieder­schlagssoll (61/90)
    58 l/m²
  • Höchtse Niederschlags­summe
    553 l/m²
  • Sonnenschein­dauer (91/20)
    183 Stunden
  • Sonnenschein­dauer (61/90)
    154 Stunden
  • Tageslänge
    Beginn 13 h 05 min
    Ende 15 h 00 min
  • Wettersingularität
    Schnee- und Graupelschauer in der ersten April-Deakde möglich; April-Wetter
Von Sommer bis Winter ist alles möglich

Die Temperaturen im April

Die +20 Grad werden in fast ganz Deutschland schon erreicht oder überschritten (mit Ausnahme von Helgoland und den Gipfellagen). Ab dem 15. April sind mit dem Erreichen der +25 Grad Marke die ersten Sommertage möglich, lediglich entlang der Ostsee und in höheren Lagen gab es an ein paar Messstationen noch nie einen Sommertag zu verzeichnen.

Die höchste Temperatur wurde am 28. April 2012 mit +32,9 Grad (was einem Hitzetag entspricht) in Bad Mergentheim und in Kitzingen (Main) registriert.

Ganze 40 Prozent aller Messstationen registrierten den einen oder anderen Eistag, bei dem die Temperaturen im Tagesverlauf nicht über 0 Grad ansteigen und Nachtfrost gehört eher zur Regel als zur Ausnahme. Bei 20 Prozent der Messstationen wurden in den frühen Morgenstunden auch schon Temperaturwerte jenseits der -10 Grad gemessen. Die tiefste Temperatur wurde mit -14,2 Grad am 5. April 1929 über Cottbus registriert.

Im vieljährigen Schnitt von 1961 und 1990 sind 0,2 Eis-, 6 Frost- und 10,4 Bodenfrosttage zu verzeichnet worden.

Die Temperaturen im April - Der April kann schon Sommer - aber auch Winter
  • Durchschnittliche Temperatur 91/20
    +9,0 Grad
  • Durchschnittliche Temperatur 61/90
    +7,4 Grad
  • Wärmster April
    +12,32 Grad (2018)
  • Kältester April
    4,33 Grad (1917)
  • Höchste Temperatur
    +32,9 Grad
  • Niedrigste Temperatur
    -14,2 Grad
  • Monatsanfang
    +5 bis +15 Grad
  • Monatsende
    +10 bis +25 Grad
Wärmende Sonnenstrahlen

Die Sonne im April

Den meisten Sonnenschein gab es mit bis zu 350 Sonnenstunden über Berus (Saarland), was in etwa 10 Sonnenstunden am Tag entspricht. Der Rekord an Sonnenstunden aber entstammt dem Jahre 2020. Noch nie zuvor schien so häufig die Sonne wie in diesem Jahr. Gleichzeitig war in diesem Jahr auch unterdurchschnittlich wenig an Niederschlag gefallen. Die geringste Sonnenscheindauer gab es im April 1970 mit 0 Stunden in Bad Bergzabern.

Wetter April - Wenn die Sonne zum Vorschein kommt, wird es warm
  • Sonnen­scheindauer Anfang
    13 Stunden 05 Minuten
  • Sonnen­scheindauer Ende
    15 Stunden 00 Minuten
  • Durch­schnittliche Sonnenschein­dauer
    154 Stunden
Der April macht was er will

Der Regen im April

Der meiste Niederschlag wurde mit 553 l/m² auf der Zugspitze registriert und in tieferen Lagen wurde das Monatsmittel auch schon um 250 Prozent überschritten. Komplett ohne Niederschlag war der zweite Frühlingsmonat in einigen Regionen entlang des Rheins im Jahr 2007. Mit Schneefall ist im April immer zu rechnen, allerdings wird eine geschlossene Schneedecke im Monatsverlauf seltener. An immerhin 1,2 Tagen ist - im Schnitt und im Flächenmittel - eine Schneedecke vorzufinden. Überwiegend ist das noch in der ersten Dekade der Fall.

Und dennoch: eine Schneedecke von 20 cm und mehr wurden schon an 30 Prozent der Messstationen in Deutschland registriert. Und dass der April macht, was er will, zeigt die Tatsache, dass an den Orten, wo eine Schneedecke von mehr als 20 cm gemessen wurde, im Jahr zuvor +30 Grad registriert wurden.

Wetter April - Die ersten Superzellen sind im April möglich
  • Durch­schnittlicher Nieder­schlag
    58 l/m²
  • Höchste Niederschlags­mengen
    553 l/m²
  • Schneefall
    Ist in Form von Schneeschauern möglich -
    häufiger in der ersten April-Dekade auftretend
Weniger Unwetter, dafür turbulentes Wetterchaos

Extremwetter­ereignisse im April

Arktische Kaltluftmassen polaren Ursprungs strömen im zweiten Frühlingsmonat gerne einmal nach Süden aus (Arctic Outbreak). Verantwortlich hierfür ist der instabile Polarwirbel, welcher seinem winterlichen Finale entgegenstrebt (Final-Warming). Entsprechend heftig können die Reaktionen entlang der Polarfront ausfallen. So sind Schnellläufer- und Randtiefentwicklungen mit schweren Sturmböen möglich und generell nicht auszuschließen. Auch Graupel- und Wintergewitter können für erhebliche Turbulenzen sorgen. Typisches Aprilwetter eben.

Wetter April - Weniger Unwetter, dafür turbulentes Wetterchaos
© Martin Bloch

Statistik

Die Abweichung (61/90) der Temperaturen der letzten 10 Jahre im Vergleich
AprilTem­peraturAb­weichung 61/90
(91/20)
+7,9 bis
8,9 Grad
+0,5 bis 1,5 Grad
(-1,1 bis -0,1 Grad)
+10,5 Grad
+3,1 Grad
(+1,5 Grad)
+10,5 Grad
+2,7 Grad
(1,1 Grad)
+7,5 Grad
+0,2 Grad
(-1,4 Grad)
+7,8 Grad
+0,4 Grad
(-1,2 Grad)
+6,19 Grad
-1,3 Grad
(-2,9 Grad)
+10,4 Grad
+3,01 Grad
(+1,4 Grad)
+9,6 Grad
+2,2 Grad
(+0,6 Grad)
+12,4 Grad
+5 Grad
(+3,4 Grad)
+7,4 Grad
+-0 Grad
(-1,6 Grad)
Wetter April - Häufig frühlingshaft mild

Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Mittelwert der letzten 20 Jahre

Deutlich positiv stechen die vier Aprilmonate 2009, 2011, 2018 und 2020 im Vergleich zu 1961 und 1990 hervor, wobei 2018 der wärmste Aprilmonat und 2009 der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881 war.

Überraschend - aber auch nicht außergewöhnlich - waren die Aprilmonate aus den Jahren 2022 und 2023, welche gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal ausgefallen sind. Der letzte zu kalte April stammte mit einer Abweichung von -1,3 Grad (91/20: -2,9 Grad) aus dem Jahre 2021.

Was fällt auf? In 70 Prozent der Fälle war das Wetter in den vergangenen 20 Jahren im Vergleich zum vieljährigen Klimamittelwert von 1961 und 1990 zu warm, 5 Prozent zu kalt und in 25 Prozent der Fälle normal (-0,5 bis +0,5). Das ist deutlich! Zieht man nur die letzten 10 Jahre heran, so war in 50 Prozent der Fälle zu warmes und 40 Prozent normales und 10 Prozent zu kaltes Wetter vorherrschend.

Der wärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde mit einer Abweichung von +5 Grad im Jahre 2018 registriert. Der kälteste April stammt mit einer Abweichung von -3,0 Grad aus dem Jahre 1917.


Deutschland Wetter im April - Klimatabelle

Temperatur (ohne Nachtwerte), Regen, Regentage, Sonne, Schneetage und Sommertage gegenüber dem Mittelwert 1961 und 1990. In Klammer der Mittelwert von 1991 und 2020
Bundesland Temperatur
(Grad)
Regen
(l/m²)
Regentage
(>1 l/m²)
Sonne
(Stunden)
Schneetage
(Tage)
Sommertage
(Tage)
Brandenburg
(Potsdam) / Berlin
+14,8
(+16,9)
40,6
(29,8)
8,5
(6,7)
162
(195)
0,3
(0,2)
0,3
(1,0)
Baden-Württemberg
(Stuttgart)
+14,6
(+15,9)
76,5
(58,2)
11,6
(9,5)
152
(181)
2,2
(0,9)
0,3
(0,8)
Bayern
(München)
+14,1
(+15,7)
66,9
(52,0)
10,8
(8,6)
153
(183)
2,4
(0,9)
0,2
(0,7)
Hessen
(Wiesbaden)
+14,8
(+15,9)
55,1
(42,7)
10,4
(8,4)
152
(180)
0,7
(0,2)
0,3
(0,8)
Mecklenburg-Vorpommern
(Schwerin)
+13,2
(+15,3)
41,6
(33,7)
8,8
(7,3)
167
(197)
0,6
(0,2)
0,1
(0,5)
Niedersachsen
(Hannover) / Bremen / Hamburg
+14,4
(+15,9)
50,6
(41,4)
10,3
(8,5)
152
(178)
0,5
(0,1)
0,2
(0,6)
Nordrhein-Westfalen
(Düsseldorf)
+15,3
(+16,4)
60,1
(47,9)
11,4
(8,9)
148
(173)
0,8
(0,2)
0,2
(0,8)
Rheinland-Pfalz
(Mainz)
+15,2
(+16,5)
54,7
(44,6)
10,5
(8,6)
152
(183)
0,9
(0,2)
0,3
(0,9)
Schleswig-Holstein
(Kiel)
+12,5
(+14,4)
48,0
(38,8)
9,8
(8,2)
165
(189)
0,6
(0,1)
0,1
(0,3)
Saarland
(Saarbrücken)
+15,5
(+16,6)
61,8
(50,1)
10,7
(8,9)
155
(186)
0,6
(0,2)
0,2
(0,8)
Sachsen
(Dresden)
+14,8
(+16,5)
56,2
(38,2)
10,0
(7,6)
144
(182)
1,1
(0,7)
0,3
(0,7)
Sachsen-Anhalt
(Magdeburg)
+14,9
(+16,3)
42,0
(31,0)
8,7
(6,9)
151
(185)
0,3
(0,2)
0,3
(0,8)
Thüringen
(Erfurt)
+14,1
(+15,4)
53,0
(38,6)
9,9
(7,7)
146
(176)
0,7
(0,4)
0,2
(0,5)
Deutschland +14,4
(+15,9)
57,0
(44,4)
10,7
(10,2)
10,3
(8,3)
1,2
(0,5)
0,2
(0,7)

Temperaturabweichung im April der letzten 20 Jahre gegenüber dem Mittelwert

Klimadiagramm April der letzten 20 Jahre

Häufige Fragen zum Wetter April (FAQ)

Die durchschnittliche Temperatur betrug im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961–1990 +7,4 °C. Im Zeitraum 1991–2020 lag sie bei +9,0 °C.

Im Mittelwert 1961–1990 wurden durchschnittlich 58 l/m² registriert, im Zeitraum 1991–2020 rund 47 l/m².

Im Zeitraum 1961–1990 lag die durchschnittliche Sonnenscheindauer bei 154 Stunden, zwischen 1991–2020 bei 183 Stunden.

Ein zusammenbrechender Polarwirbel kann im April für einen turbulenten und chaotischen Wettercharakter sorgen. Mit einem Arctic-Outbreak – also dem Vorstoß polarer Luftmassen – kann sich in manchen Jahren der Winter noch einmal bis in tiefere Lagen bemerkbar machen, meist in der ersten Aprilhälfte.

In der ersten Aprildekade kommt es häufiger noch zu Kaltluftausbrüchen mit Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauern, die bis in tiefere Lagen für nasskalte Witterung sorgen können.

Ja. Nachtfrost (durchschnittlich 6 Tage), Eistage (Dauerfrost; 0,2 Tage im Schnitt) und Bodenfrost (etwa 10,4 Tage) sind im April sehr wahrscheinlich.

Ja. Der April gehört zu den Monaten, die sich am schnellsten erwärmen. Das Klimamittel stieg von 1961–1990 auf 1991–2020 um +1,6 °C, in den letzten 20 Jahren sogar um +1,8 °C.

Gemäß Statistik: 5 % zu kalt, 25 % normal und 70 % zu warm.

Zu Monatsbeginn beträgt die Tageslänge rund 13 Stunden 5 Minuten, am Monatsende etwa 15 Stunden.

Im Zeitraum 1961–1990 gab es durchschnittlich 1,2 Schneetage, im Zeitraum 1991–2020 nur noch 0,5 Tage.