Der Dezember gilt als Übergangsmonat von Herbst in den Winter. Eine stabile und hochwinterliche Wetterlage ist zwar im Dezember nicht ganz auszuschließen, dennoch gehört diese - aus statistischer Sicht - eher in den Januar. Nichtsdestotrotz ist im Dezember ein Wintereinbruch über mehrere Tage - und gerade im zweiten Dezemberdrittel - wahrscheinlicher also noch im November, bevor die Wettersingularität des Weihnachtstauwetters den bis dahin gefallen Schnee mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 76 Prozent dahinschmelzen lässt. Ein Flachlandwinter ist im Dezember weniger wahrscheinlich - vielmehr gilt der Dezember in tieferen Lagen als nasskalter, trüber und auch dunkler Monat.

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Wie wird der Dezember 2017?

Enttäuschend waren die Dezembermonate der letzten Jahre für viele Winterfans. Durchweg waren die ersten Wintermonate zu warm und im Dezember 2015 wurde gar ein neuerlicher Temperaturrekord vermeldet. So sitzt der Frust nicht nur bei den Winterliebhabern, sondern auch in der Tourismusbrache tief, denn gerade um den Weihnachtsurlaub herum erwartet man zumindest in den Hochlagen von über 1.000 Metern eine ordentliche Schneedecke - aber auch diese war in den vergangen Dezembermonaten nicht, bzw. nur teilweise vorhanden. Umso drängender die Frage: wie startet die Wintersaison 2017/18?
Vertraut man einzig und allein auf die Langfristmodelle, so zeigt sich mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis +2 Grad eine normale bis zu warme Temperaturentwicklung im Dezember wahrscheinlicher, als eine zu kalte. Zudem ist die Niederschlagserwartung leicht zu hoch eingestuft (zu nass), was auf eine rege Tiefdruckaktivität im Dezember zum heutigen Stand schließen lässt. Weitere Informationen finden Sie in den aktuellen Wetterprognosen Dezember 2017.

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Durchschnittswerte im Dezember

Sollte der Dezember normal ausfallen, so hat er eine Mitteltemperatur von +0,8 Grad und ein Niederschlagswert von rund 70 l/m². Das Wetter ist im Dezember für viele eine spannende Zeit, nicht nur hinsichtlich weiße Weihnachten, oder das Wetter zu Silvester, nein, im Dezember zeigt sich auch die eine oder andere Wetterturbulenz. Nicht nur das im Dezember oftmals der erste richtige Wintereinbruch folgt, er ist auch ein Monat der Besinnlichkeit und Entschleunigung, zudem ist er auch einer der "dunkelsten Monate" des Jahres.

Dezembertemperaturen

Die höchste Temperatur im Dezember wurde am 16.12.1989 mit +24 Grad in Mühlheim (Baden) aufgestellt und mehr als +20 Grad wurde in den Voralpen, Oberstdorf, sowie am Hoch- und Oberrhein aufgestellt. Aber nicht nur entlang der Alpen kann es mit Föhnunterstützung im Dezember richtig warm werden, so wurde am 04.12.53 mit +17,9 Grad über Bochum der höchste Dezember-Wert erreicht. Und über Norddeutschland? Da erreichte mit +15,3 Grad am 24. Dezember 1977 Lübeck den höchsten Wert.

Die tiefsten Dezemberwerte wurden am 29. Dezember 1939 südwestlich von Regensburg (Horneck) mit -32,4 Grad gemessen und mit -31,1 Grad erreichte die Zugspitze ihren Tiefstwert. Da das Meer über dem Norden näher ist, können dort auch die kalten Luftmassen erwärmt werden. So ist es mit -22,5 Grad in Hohn (Schleswig-Holstein) am kältesten gewesen.

Interessant ist die Tatsache, dass es über Helgoland noch nie in einem Dezember die -10 Grad Marke "geknackt" wurde und zeigt, wie warm die Nordsee im Dezember noch sein kann. So liegt der Mittelwert über Helgoland auch bei +4,4 Grad.

Schnee im Dezember

Schneefall mit Ausbildung einer Schneedecke bis in tiefere Lagen kommt im Dezember häufiger vor. Im Dezember 1993 wurden mit 635 l/m² der meiste Niederschlag gemessen, was in etwa 350 Prozent des Monatssolls entspricht. Die höchste Schneedecke in den Niederungen, wurde mit 112 cm an Weihnachten 2010 in Harzgerode registriert. Verbreitet - und das war für die Weihnachtszeit außergewöhnlich - wurden über Norddeutschland 52 cm Schnee gemessen. Zum Vergleich: "der Jahrhundert-Schnee" von 1978/79 brachte an vielen Messstationen Schleswig-Holsteins 50 cm, wobei Schneewehen deutlich höher waren. Sicherlich gibt es im Dezember auch Messstationen, wo überhaupt kein Niederschlag registriert wurde, was bspw. 1981 und 1982 über Ostdeutschland der Fall war.

Winterstürme im Dezember

Die starken Schwankungen der Temperaturen gehen oftmals auch mit einer Intensivierung des Windes einher. Einer der stärksten Stürme, bzw. Orkane über Deutschland war Lothar, welcher am 2. Weihnachtsfeiertag 1999 über Süddeutschland wütete.

Dezembersonne

Dass der Dezember auch ein dunkler Monat ist, zeigte sich mit gerade einmal 2 Sonnenstunden im Jahr 1993 über einigen Regionen der Mittelgebirge und in Padenstedt bei Schleswig Holstein. Vor allen länger andauernde Nebel-, oder Hochnebelfelder sind für den wenigen Sonnenschein im Dezember verantwortlich. Anders ist die Situation in höheren Lagen, dort kam 1972 über der Zugspitze für rund 200 Stunden die Sonne zum Vorschein, was im Schnitt 6 Stunden pro Tag entspricht. Zum Vergleich: normal sind auf der Zugspitze in etwa 3,5 Sonnenstunden im Dezember. In tieferen Lagen wurden im Dezember 1952 mit 128 Stunden in Gera der meiste Sonnenschein registriert und 10 Jahre später wurde auf der Insel Sylt mit 99 Stunden ein Rekord aufgestellt. Besonders schön ist im Dezember, wenn die Sonne tatsächlich einmal zum Vorschein kommt und dank des tiefen Sonnenstandes die Landschaft in ein "güldenes" Winterlicht erscheinen lässt. Noch schöner sind natürlich verschneite Landschaften.

Die Abweichung der Temperaturen im Dezember der letzten 10 Jahre im Vergleich

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1980
Dezember Tem­peratur Ab­weichung
Trend Dezember 2017 +0,3 bis +2,5 Grad -0,5 bis +2,0 Grad
Dezember 2016 +2,2 Grad +1,4 Grad
Dezember 2015 +6,5 Grad +5,7 Grad
Dezember 2014 +2,7 Grad +1,9 Grad
Dezember 2013 +3,6 Grad +2,8Grad
Dezember 2012 +1,5 Grad +0,7 Grad
Dezember 2011 +3,9 Grad +3,1 Grad
Dezember 2010 -3,7 Grad -4,5 Grad
Dezember 2009 0,3 Grad -0,5 Grad
Dezember 2008 +1,1 Grad +0,3 Grad
Dezember 2007 +1,6 Grad +0,8Grad

Temperaturabweichung im Dezember der letzten 20 Jahre gegenüber dem Mittelwert

Im Diagramm erkennt man sehr schön, dass in den letzten 20 Jahren der Dezember in 60 Prozent der Fälle zu warm und jeweils zu 20 Prozent nur normal und zu kalt ausgefallen sind. Rein aus der statistischen Fortschreibung besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für zu warme Dezembermonate. Betrachtet man nur die letzten 10 Jahre, so waren es in 50 Prozent der Fälle ein zu warmer, 30 Prozent normaler und zu 20 Prozent ein zu kalter Dezember. Der wärmste Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war im Übrigen der aus dem Jahre 2015!

Klimadiagramm Dezember in Deutschland der letzten 20 Jahre

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