Der Dezember ist der erste Wintermonat und viele Menschen wünschen sich Schnee - vor allem rund um Weihnachten und die Adventswochenenden. Glühwein schmeckt halt bei frostigen Temperaturen besser als bei frühlingshaft milden Werten. Doch hat das Wetter im Dezember oftmals noch andere Pläne und sorgt bei den Winterfans nicht selten für lange Gesichter. Zu stark ist mit dem Winterbeginn die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik. Der Dezember gehört eben noch zum Frühwinter.

Der Dezember gilt als Übergangsmonat von Herbst in den Winter. Eine stabile und hochwinterliche Wetterlage ist zwar im Dezember nicht ganz auszuschließen, dennoch gehört diese - aus statistischer Sicht - eher in den Januar.
Nichtsdestotrotz ist im Dezember ein Wintereinbruch über mehrere Tage - und gerade im zweiten Dezemberdrittel - wahrscheinlicher also noch im November, bevor die Wettersingularität des Weihnachtstauwetters den bis dahin gefallen Schnee mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 76 Prozent dahin schmelzen lässt. Ein Flachlandwinter ist im Dezember weniger wahrscheinlich - vielmehr gilt der Dezember in tieferen Lagen als nasskalter, trüber und auch dunkler Winter-Monat.

Wie wird der Dezember 2018?

Enttäuschend waren für viele Winterfans die Dezembermonate der letzten Jahre. Durchweg waren die ersten Wintermonate zu warm und im Dezember 2015 wurde gar ein neuerlicher Temperaturrekord vermeldet. So sitzt der Frust nicht nur bei den Winterliebhabern, sondern auch in der Tourismusbranche tief, denn gerade um den Weihnachtsurlaub herum erwartet man zumindest in den Hochlagen von über 1.000 Metern eine ordentliche Schneedecke - aber auch diese war in den vergangen Dezembermonaten nicht, bzw. nur teilweise vorhanden.
Umso drängender die Frage: wie startet die Wintersaison 2018/19?
Vertraut man einzig und allein auf die Langfristmodelle, so zeigt sich mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1 bis +2 Grad eine zu warme Temperaturentwicklung im Dezember wahrscheinlicher, als eine zu kalte. Zudem ist die Niederschlagserwartung etwas zu hoch eingestuft (zu nass), was auf eine rege Tiefdruckaktivität zum heutigen Stand schließen lässt. Weitere Informationen finden Sie in der Wetterprognose Dezember 2018.

Durchschnittswerte im Dezember

Sollte der Dezember normal ausfallen, so hat er eine Mitteltemperatur von +0,8 Grad und ein Niederschlagswert von rund 70 l/m². Das Wetter ist im Dezember für viele eine spannende Zeit, nicht nur hinsichtlich weiße Weihnachten, oder das Wetter zu Silvester, nein, im Dezember zeigt sich auch die eine oder andere Wetterturbulenz. Nicht nur das im Dezember oftmals der erste richtige Wintereinbruch folgt, er ist auch ein Monat der Besinnlichkeit und Entschleunigung, zudem ist er auch einer der dunkelsten Monate des Jahres.

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Dezembertemperaturen

Die höchste Temperatur im Dezember wurde am 16.12.1989 mit +24 Grad in Mühlheim (Baden) aufgestellt und mehr als +20 Grad wurde in den Voralpen, Oberstdorf, sowie am Hoch- und Oberrhein gemessen. Aber nicht nur entlang der Alpen kann es mit Föhnunterstützung im Dezember richtig warm werden, so wurde am 04.12.53 mit +17,9 Grad über Bochum der höchste Dezember-Wert erreicht. Und über Norddeutschland? Da erreichte mit +15,3 Grad am 24. Dezember 1977 Lübeck den höchsten Wert.

Die tiefsten Dezemberwerte wurden am 29. Dezember 1939 südwestlich von Regensburg (Horneck) mit -32,4 Grad gemessen und mit -31,1 Grad erreichte die Zugspitze ihren Tiefstwert. Da das Meer über dem Norden näher ist, können dort auch die kalten Luftmassen erwärmt werden. So ist es mit -22,5 Grad in Hohn (Schleswig-Holstein) am kältesten gewesen.

Interessant ist die Tatsache, dass es über Helgoland noch nie in einem Dezember die -10 Grad Marke geknackt wurde und zeigt, wie warm die Nordsee im ersten Wintermonat noch sein kann. So liegt der Mittelwert über Helgoland auch bei +4,4 Grad.

Schnee im Dezember

Schneefall mit Ausbildung einer Schneedecke bis in tiefere Lagen kommt häufiger vor. Im Dezember 1993 wurden mit 635 l/m² der meiste Niederschlag gemessen, was in etwa 350 Prozent des Monatssolls entspricht. Die höchste Schneedecke in den Niederungen, wurde mit 112 cm an Weihnachten 2010 in Harzgerode registriert. Verbreitet - und das war für die Weihnachtszeit außergewöhnlich - wurden über Norddeutschland 52 cm Schnee gemessen. Zum Vergleich: der Jahrhundert-Schnee von 1978/79 brachte an vielen Messstationen Schleswig-Holsteins 50 cm, wobei Schneewehen deutlich höher waren. Sicherlich gibt es auch Messstationen, wo überhaupt kein Niederschlag registriert wurde, was bspw. 1981 und 1982 über Ostdeutschland der Fall war.

Winterstürme im Dezember

Die starken Schwankungen der Temperaturen gehen oftmals auch mit einer Intensivierung des Windes einher. Einer der stärksten Stürme, bzw. Orkane über Deutschland war Lothar, welcher am 2. Weihnachtsfeiertag 1999 über Süddeutschland wütete.

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Dezembersonne

Dass der erste Wintermonat ein dunkler Monat ist, zeigte sich mit gerade einmal 2 Sonnenstunden im Jahr 1993 über einigen Regionen der Mittelgebirge und in Padenstedt bei Schleswig Holstein. Vor allen länger andauernde Nebel-, oder Hochnebelfelder sind für den wenigen Sonnenschein im Dezember verantwortlich. Anders ist die Situation in höheren Lagen, dort kam 1972 über der Zugspitze für rund 200 Stunden die Sonne zum Vorschein, was im Schnitt 6 Stunden pro Tag entspricht. Zum Vergleich: normal sind auf der Zugspitze in etwa 3,5 Sonnenstunden.

In tieferen Lagen wurden im Dezember 1952 mit 128 Stunden in Gera der meiste Sonnenschein registriert und 10 Jahre später wurde auf der Insel Sylt mit 99 Stunden ein Rekord aufgestellt. Besonders schön ist, wenn die Sonne tatsächlich einmal zum Vorschein kommt und dank des tiefen Sonnenstandes die Landschaft in einem güldenen Winterlicht erscheinen lässt. Noch schöner sind natürlich verschneite Landschaften.

Der Dunkelmonat

Die Sonne geht am 1. Dezember um 7:53 Uhr auf und um 16:58 Uhr unter. Der Tag hat somit eine Länge von 8 Stunden und 5 Minuten. Am 31. Dezember geht die Sonne um 8:15 auf und um 16:04 Uhr unter. Die Länge des Tages beträgt 7 Stunden und 49 Minuten. Der dunkelste Tag ist am Tag der Wintersonnenwende am 21. Dezember (23:23 Uhr). Da geht die Sonne um 8:12 Uhr auf und um 15:56 Uhr unter, was einer Tageslänge von 7 Stunden und 44 Minuten entspricht. Die Tage werden im Dezember um 21 Minuten kürzer Bedingt durch den niedrigen Sonnenstand sind die Bedingungen für zähe Nebel- und Hochnebelfelder nahezu ideal.

Die Abweichung der Temperaturen im Dezember der letzten 10 Jahre im Vergleich

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1980
Dezember Tem­peratur Ab­weichung
Trend Dezember 2018 +1,8 bis +2,8 Grad +1 bis +2 Grad Grad
Dezember 2017 +2,6 Grad +1,8 Grad
Dezember 2016 +2,2 Grad +1,4 Grad
Dezember 2015 +6,5 Grad +5,7 Grad
Dezember 2014 +2,7 Grad +1,9 Grad
Dezember 2013 +3,6 Grad +2,8Grad
Dezember 2012 +1,5 Grad +0,7 Grad
Dezember 2011 +3,9 Grad +3,1 Grad
Dezember 2010 -3,7 Grad -4,5 Grad
Dezember 2009 0,3 Grad -0,5 Grad

Temperaturabweichung der letzten 20 Jahre gegenüber dem Mittelwert

Im Diagramm erkennt man sehr schön, dass in den letzten 20 Jahren die Dezembermonate in 60 Prozent der Fälle zu warm, in 30 Prozent normal und nur zu 10 Prozent zu kalt ausgefallen sind. Rein aus der statistischen Fortschreibung besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für zu warme Dezembermonate.

Betrachtet man nur die letzten 10 Jahre, so waren es in 70 Prozent der Fälle ein zu warmer, 20 Prozent normaler und zu 10 Prozent ein zu kalter Dezember. Der wärmste Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen stammte im Übrigen aus dem Jahre 2015!

Klimadiagramm Dezember in Deutschland der letzten 20 Jahre

Im Schnitt waren die Dezembermonate der letzten 20 Jahre im Vergleich zum vieljährigen Durchschnittswert etwa um +1,8 Grad zu warm - viel zu warm!

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