Im Juli fährt nicht nur der Hochsommer auf vollen Touren, sondern auch die Sommerferien beginnen in den meisten Bundesländern. Stabile Hochdruckwetterlagen sorgen ab der zweiten Juli-Hälfte häufiger für einen beständigeren Wettercharakter, während die ersten Juli-Tage noch durchwachsen ausfallen können. Der Siebenschläferzeitraum gilt mitunter als Indikator, wie der der Sommer insgesamt verlaufen wird.

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Das Wetter im Juli zählt in Deutschland neben dem August zu den Wetter beständigen Sommermonaten. Durchschnittlich erreicht die Temperatur einen Wert von +16,9 Grad und damit ist der Juli – in der durchschnittlichen Betrachtung – der wärmste Sommermonat mit dem höchsten Sonnenstand.

Urlaubszeit

Wer also Urlaub in Deutschland machen möchte, sollte sich den Juli vormerken. Allerdings ist das Wetter relativ gesehen nass – durchschnittlich gehen 78 l/m² an Regen nieder. Meist begrenzen sich diese Niederschläge auf kurze Zeiträume in Form von Gewittern und Starkregen, wobei es auch zu kräftigen Unwettern mit erheblichen Schadenspotential kommen kann. Die übliche Wetterkonstellation ist im zweiten Sommermonat von Hochdruckgebieten geprägt.

Wie wird das Wetter im Juli 2019?

Der Hochsommer fährt im Juli auf und Temperaturen um, bzw. über +30 Grad gibt es nun häufiger. Besonders aber zu den sog. Hundstagen (22. Juli bis 23. August) sind Hitzetage häufiger möglich. Gerade aber die Wetterwechsel können ein hohes Potential für Unwetter hervorrufen. Aktuell berechnet das Langfristmodell für den Juli 2019 eine Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +1 bis +2 Grad einen zu warmen Wettertrend. In der Niederschlagsberechnung wird das Wetter gegenüber dem Sollwert normal berechnet. Anders formuliert kann der Julimonat auch seine Schauer- und Gewitterphasen haben. Mehr Details in der aktuellen Wetterprognose Juli 2019.



Die Temperaturen im Juli

Der Sommer kommt im Juli so langsam auf Hochtouren und erreicht Ende Juli mit den Hundstagen seinen Höhepunkt, welcher sich noch in den August hineinziehen kann. So wurde die +40 Grad am 27. Juli 1983 gleich an mehreren Messstationen über dem Südosten von Deutschland (Ingolstadt, Neuburg an der Donau) erreicht. Hingegen wurden über einigen Bergregionen, sowie über Helgoland im Juli noch nie die +30 Grad Marke überschritten.

Dass es im auch kühl werden kann, zeigen die 20 Prozent der Stationen, welche bereits Tageshöchstwerte von unter +10 Grad registrierten. Boden- und auch Luftfrost wurden in den Nächten ebenfalls an 20 Prozent der Messstationen erreicht, selbst in den Niederungen wurden schon bis -2 Grad registriert.

Der Sonnenschein

Die Sonne erreicht Anfang Juli ihren Höchststand und sorgt meist für viel Sonnenschein. Am meisten schien die Sonne auf Arkona mit 402,5 Stunden im Juli 1994. Im Mittel gab es damals also 13 Stunden Sonnenschein pro Tag - maximal möglich gewesen wären 16,5 Stunden und zeigt, wie damals die Touristen und Urlauber mit Sonnenschein verwöhnt wurden.

Viele Wolken gab es hingegen im Juli 2000, als an 10 Prozent der Stationen gerade einmal 2-3 Sonnenstunden registriert wurden. Mit insgesamt 48,4 Stunden war die Sonne in Nordhessen im Jahr 2000 durchschnittlich sogar weniger als 2 Stunden pro Tag zu sehen. Die Tage werden im Juliverlauf etwa um 1 Stunde und 9 Minuten kürzer.

Der Niederschlag

Die Sommermonate sind - bedingt durch ihre Wärme und damit verbundene Aufnahmefähigkeit von Feuchtigkeit auch gleichzeitig die niederschlagsreichsten Monate des Jahres. Den meisten Niederschlag gab es mit 578 l/m² im Juli 1958 in Siegsdorf (Chiemsee) und mit 778,5 l/m² an der Station Aschau-Stein zu vermelden. Rechnet man daraus den täglichen Durchschnitt aus, so wäre das eine ergiebige Regenmenge von 19 l/m², bzw. 25 l/m² pro Tag! Wenig Niederschlag von unter 10 l/m² wurden im Juli schon an rund 20 Prozent der Messstationen in Deutschland registriert.

Unwetter

Wo viel Energie im Spiel ist, sind auch Unwetter nicht weit entfernt. Treffen die atlantischen Tiefdrucksysteme auf ein Hochdrucksystem über dem östlichen Europa, so gelingt die Zufuhr subtropischer Luftmassen aus südwestlichen bis südlichen Richtungen. Das kommt häufiger vor und führt nicht selten zu unwetterartigen Wetterereignissen wie Starkregen, schwere Gewitterstürme, extremen Hagelschlag und örtlich sind unter bestimmten Voraussetzungen sind im Juli Tornados möglich.

Die Abweichung der Temperaturen im Juli der letzten 10 Jahre im Vergleich

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Jahr Temperatur Abweichung
Trend Juli 2019 +17,9 bis +18,9 Grad +1 bis +2 Grad
Juli 2018 +20,2 Grad +3,3 Grad
Juli 2017 18,1 Grad +1,2 Grad
Juli 2016 18,6 Grad +1,7 Grad
Juli 2015 19,4 Grad +2,5 Grad
Juli 2014 19,3 Grad +2,4 Grad
Juli 2013 19,5 Grad +2,6 Grad
Juli 2012 17,4 Grad +0,5 Grad
Juli 2011 16,1 Grad -0,8 Grad
Juli 2010 20,3 Grad +3,4 Grad
Juli 2009 18,0 Grad +1,1 Grad

Auffälligkeiten im Juli der letzten 20 Jahre gegenüber dem Mittelwert

Der wärmste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde mit einer durchschnittlichen Temperatur von 21,99 Grad im Jahr 2006 registriert. Die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert betrug damals +5,09 Grad. Mit einer Abweichung von mehr als +2 Grad reihten sich die Jahre 1999 (+2,1 Grad), 2003 (+2,2 Grad), 2010 (+3,4 Grad), 2013 (+2,6 Grad), 2014 (+2,4 Grad), 2015 (+2,5 Grad) und 2018 (+3,3 Grad) ein. Der letztjährige Juli war zugleich geprägt von einer lang anhaltenden Dürreperiode

Im Schnitt waren die Julimonate der letzten 20 Jahre gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +1,5 Grad zu warm.

Auffälligkeiten im Juli

Die Daten der letzten 20 Jahre zeigen vor allem eine Auffälligkeit. In rund 10 Prozent der Fälle war der Juli zu kalt (Abweichung < -0,5 Grad), in 15 Prozent der Fälle normal (-0,5 bis +0,5 Grad) und in 75 Prozent der Fälle fiel der Juli zu warm aus (Abweichung > +0,5 Grad). Das ist mehr als Signifikant!

Klimadiagramm Juli in Deutschland der letzten 20 Jahre
Klimadiagramm Juli in Deutschland der letzten 20 Jahre

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