Frühwinter oder goldener Oktober? Der zweite Herbstmonat kann beides! Abhängig ist das u.a. durch die Entwicklung der Großwetterlage im Sommer, wie auch im September.

Das Wetter im Oktober gilt häufig als ein sehr ausgeglichenes. So kommt es im Schwerpunkt der ersten Hälfte zu stabilen Hochdruckwetterlagen, welche den sog. goldenen Oktober mit viel Sonnenschein und warmen Temperaturen bringen können. Hält sich der hohe Luftdruck in der zweiten Hälfte so steigt die Neigung zu teils zähen Nebel- und Hochnebelfeldern an, welche sich im Tagesverlauf nur sehr langsam auflösen können.

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Letztlich geht die Natur mit dem Oktober vollständig in den Herbst über. Die Blätter werden bunter und fallen zum Ende des Monats schon vielfach von den Bäumen herunter und die ersten Nachtfröste sind zu erwarten. Und manchmal gibt es am Ende des zweiten Herbstmonats auch schon den ersten Schnee zu bestaunen.

Der Wettermonat Oktober

Gemessen am langjährigen Mittelwert erreicht der Oktober eine durchschnittliche Temperatur +9 Grad (vgl. September +13,3 Grad und November +4 Grad). Es geht also in großen Schritten in Richtung Herbst. Mit durchschnittlich 51 l/m² Niederschlag gehört zweite Herbstmonat zu den trockeneren Monaten im Jahr.



Wie wird der Oktober 2019?

Noch ist es zu früh für eine detaillierte Wetterprognose, die Berechnungen der Langfristmodelle können aber oftmals schon eine Richtung hinsichtlich der möglichen Temperaturentwicklung und der Niederschlagsneigung geben. Nach der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells soll der Oktober 2019 mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal bis leicht zu warm ausfallen.

Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert als durchschnittlich und im Trend leicht zu nass zu bewerten.

Interessant ist aus statistischer Sicht, dass die Oktobermonate der letzten zwei Dekaden (von 2001 bis 2018) überdurchschnittlich warm waren und der wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen mit +12,4 Grad im Jahre 2001 registriert wurde. Weitere Informationen finden Sie in der aktuellen Wetterprognose Oktober 2019.

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Schnee und Nachtfrost oftmals schon Ende Oktober möglich

Aus meteorologischer Sicht handelt es sich beim Oktober um den zentralen Herbstmonat und von heißen Tagen bis hin zu ersten Schneedecke ist alles möglich - besonders Auffällig war der Oktober 2012, als binnen einer Woche die Temperaturen von sommerliche auf kalte Werte umschwenkten und örtlich den ersten Eistag (<0 Grad) mit Ausbildung einer Schneedecke bescherten.

Mehr als +30 Grad sind Anfang Oktober über dem Südwesten durchaus noch möglich, wenngleich +25 Grad rund 80 Prozent der Messstationen schon registriert haben und damit häufiger anzutreffen sind. Ab Mitte Oktober sinken die Temperaturwerte - dank des niedrigeren Sonnenstandes - relativ rasch ab, so dass die +25 Grad Marke allenfalls noch mit Föhnunterstützung entlang der Alpen erreicht werden kann. Selbst Tropennächte gab es Anfang Oktober schon, bei der die Tiefstwerte in der Nacht nicht unter +20 Grad absinken konnten - das ist aber eher die Ausnahme, als die Regel.

Setzt man den Oktober mit den anderen Monaten in Vergleich, so bildet er mit seiner Mitteltemperatur von +9 Grad so ziemlich exakt das Jahresmittel von +8,2 Grad ab. Wenn man so will, ist der zweite Herbstmonat der Querschnitt aller Monate.

Winterreifen ab Mitte Oktober aufziehen

Es empfiehlt sich - spätestens ab Mitte Oktober - die Winterreifen aufzuziehen, da die Temperaturen in 60 Prozent der Messstationen im Oktober schon unter die 0 Grad Grenze gefallen sind und in 90 Prozent der Fälle unter die +2 Grad Marke (was relevant für den Bodenfrost ist) - siehe dazu unser Begleitartikel: Wann Winterreifen montieren.

Bis Ende Oktober war es häufig in ganz Deutschland - mit der Ausnahme von Helgoland - schon einmal frostig. Vor allem über den höheren Lagen der Mittelgebirge, des Bayerischen Waldes, des Schwarzwaldes und der Alpen wurden auch schon Tiefstwerte unter der -10 Grad Marke registriert.

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Niederschlag im Oktober

In 60 Prozent der Fälle gab es über Deutschland auch schon Schneefall mit der Ausbildung einer Schneedecke. Der Oktober 2015 sticht dabei besonders hervor - bedingt durch das viele Laub auf den Bäumen konnte der nasse Schnee die Bäume regelrecht niederdrücken, was den Schienenverkehr maßgeblich beeinflusste.

60 l/m² Niederschlag sind im Oktober der Sollwert und wurden an manchen Stationen schon um 400 Prozent überboten - andersherum gab es auch schon Oktobermonate, welche komplett ohne Niederschlag auskamen (bspw. 1943).

Die Tage werden im Oktober kürzer

Der Sonnenstand sinkt weiter ab und es wird später hell und früher dunkel - die Tage werden insgesamt kürzer. So geht die Sonne am Anfang um 07:06 Uhr auf und um 18:45 Uhr unter, was einer Tageslänge von 11 Stunden und 39 Minuten entspricht. Die gleiche Sonnenscheindauer ist übrigens am 10. März gegeben.

Ende Oktober aber geht die Sonne um 06:59 Uhr auf und um 16:40 Uhr unter (Achtung: Zeitumstellung auf Normalzeit). Die Tageslänge liegt bei nur noch 9 Stunden und 41 Minuten (Vergleichbar mit dem 10. Februar). Im Monatsverlauf nimmt die Sonnenscheindauer um 2 Stunden ab.

Apropos Sonnenschein - Durchschnittlich bringt es die Sonne auf 110 Sonnenstunden - am häufigsten scheint die Sonne mit knapp 189 Sonnenstunden über der Zugspitze und dort ist auch der Rekord mit 270 Sonnenstunden aufgestellt worden.

Wann wird 2019 auf die Normalzeit umgestellt?

Das geschieht in der Nacht auf den letzten Sonntag im Oktober, was in dieses Mal am 27. Oktober 2019 ist. Die Uhren werden dann um 1 Stunde auf die Normalzeit zurückgestellt.

Die Abweichung der Temperaturen im Oktober der letzten 10 Jahre im Vergleich

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Oktober Tem­peratur Ab­weichung
Trend Oktober 2019 +8,5 bis 9,6 Grad -0,5 bis 1 Grad
Oktober 2018 +10,7 Grad +1,7 Grad
Oktober 2017 +11,1 Grad +2,1 Grad
Oktober 2016 +8,5 Grad -0,5 Grad
Oktober 2015 +8,4 Grad -0,6 Grad
Oktober 2014 +11,9 Grad +2,9 Grad
Oktober 2013 +10,6 Grad +1,6 Grad
Oktober 2012 +8,7 Grad -0,3 Grad
Oktober 2011 +9,4 Grad +0,4 Grad
Oktober 2010 +8,1 Grad -0,9 Grad
Oktober 2009 +8,2 Grad -0,8 Grad

Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Oktober der letzten 20 Jahre

Der wärmste Oktobermonat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurden mit einer durchschnittlichen Temperatur von +12,48 Grad im Jahr 2001 registriert (Abweichung +3,48 Grad).
Interessant aber ist, dass der Oktobermonat häufiger auch normal bis zu kalt ausfallen kann. Besonders der Oktober von 2003 war mit einer Abweichung von -3,1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert besonders kalt. Der kälteste Oktober aber wurde mit einer Abweichung von -4,7 Grad im Jahre 1805 registriert.

Im Schnitt waren die Oktobermonate der letzten 20 Jahre gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +0,6 Grad zu warm. Es zeigt sich eine eher moderate Temperaturabweichung. Ganz anders wie im Sommer und Winter (~ +1,2 Grad).

Der Oktober in der Statistik

Vergleicht man die Oktobermonate der letzten 20 Jahre, so ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent, dass der Oktober zu warm, von 30 Prozent normal und 30 Prozent zu kalt ausfallen kann. Ein fast ausgeglichenes Verhältnis mit dem Trend etwas zu warm auszufallen.

Klimadiagramm Oktober in Deutschland der letzten 20 Jahre
Klimadiagramm Oktober in Deutschland der letzten 20 Jahre

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