Der Januar gehört zu den Monaten, in denen es langsam wieder heller wird. Gleichzeitig aber gehört der Januar auch zu den kältesten Monaten im gesamten Jahr. Nicht selten trägt das sibirische Kontinentalhoch einen entscheidenden Beitrag dazu bei. Kurzum - im Januar kommt es häufiger zu hoch-winterlichen Großwetterlagen.

Im Januar kommt es Aufgrund des Kontinentalhochs über dem sibirischen Raum häufiger zu einer Ausdehnung des hohen Luftdrucks in Richtung Nordeuropa, so dass sich über Mitteleuropa eine knackig kalte Temperaturperiode einstellen kann. Unter Meteorologen wird diese Zeit als Hochwinter definiert und kommt - statistisch gesehen - häufiger in der zweiten Hälfte vor.

Als interessanter Zeitraum gilt der 1. bis 6. Januar, denn hat sich bis dahin keine winterliche Wetterlage einstellen können, so wird es auch der Hochwinter schwer haben, sich durchzusetzen. Warum? Das Zirkulationsmuster ist entsprechend eingefahren und ein Umschwung in der zweiten Winterhälfte wird zunehmend unwahrscheinlicher. Lediglich äußere Randfaktoren, wie der QBO oder ein Major-Warming können im Februar und März noch zu Veränderungen führen.

Wie wird der Januar 2019?

Der Klimawandel sorgt dafür, dass auch der Hochwinter zunehmend seltener wird.
Man muss also kein Prophet sein, um den Januar 2019 als zu warm zu definieren. Rein statistisch ergibt sich hierfür einfach eine höhere Wahrscheinlichkeit (Mehr dazu weiter unten). Doch es gibt sie noch, die zu kalten Januarmonate, wie bspw. 2017.
Schaut man sich die Wetterprognosen der Langfristmodelle an, so berechnet das CFSv2 und die NASA den Januar 2019 gegenüber dem langjährigen Mittelwert um +1 bis +3 Grad zu warm. Das europäische Vorhersage-Modell lässt die Winterfans zumindest noch auf einen normalen Wintermonat hoffen. Nachverfolgen können Sie das ab Mitte Dezember in unseren täglichen Wettervorhersagen zum Wetter Januar 2019.

Durchschnittswerte

Der Januar wird häufiger von Hochdruckwetterlagen mit kontinentaler Ausprägung Wetter (Ost-West Zirkulation) beeinflusst. In Zahlen betrachtet, hat der Januar nach dem langjährigen Mittel des Deutschen Wetterdienstes eine Durchschnittstemperatur von -0,5 Grad und das Niederschlagsvolumen liegt bei 61 Liter pro m². Somit gehört der Januar zu den kältesten und auch niederschlagsärmeren Wintermonaten im ganzen Jahr.

Eine weitere Wettersingularität zeigt sich bei einem eintreffenden Hochwinter, welcher sich über mehrere Tage oder auch Wochen halten kann. Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, als dass sich der Hochwinter bis in den Februar hinein fortsetzen kann. Unter anderem ist aber auch eine frühe und stabile Schneedeckenausbildung über dem sibirischen Raum für einen Hochwinter über Deutschland zuträglich.

Warum?
Liegt reichlich Schnee über Sibirien, so ist das für das Kontinentalhoch förderlich. Je früher der Schnee fällt, desto ausgeprägter und stärker kann das Kontinentalhoch werden. Das kann zu zwei wesentlichen Wetterereignissen führen. Zum einen kann ein stark ausgeprägtes Kontinentalhoch den Polarwirbel schwächen und zum anderen begünstigt eine Ausdehnung des Kontinentalhochs in Richtung Nordeuropa auch den Hochwinter über Mitteleuropa, welcher meist ab Mitte Januar zu erwarten ist.

Das Kontinentalhoch produziert also nicht nur Kälte, es exportiert diese auch in andere Regionen. Und sobald der Polarwirbel anfängt zu wackeln, wird noch mehr Energie aus der Troposphäre absorbiert und der Polarwirbel weiter geschwächt. Ein schwacher Polarwirbel neigt dazu zu mäandrieren, was warme Luftmassen aus den niederen Breiten nach Norden und kalte Luft arktischen Ursprungs nach Süden führt. Sind die Bedingungen perfekt, ist auch über Deutschland, Österreich und der Schweiz tiefstes Winterwetter möglich.

Anzeige

Januartemperaturen

Die niedrigste Höchsttemperatur wurde am 8. Januar 1985 über Kriestorf bei Vilshofen (an der Donau) gemessen. Aber nicht nur über dem Süden kann es knackig kalt sein, so wurde am 18. Januar 1893 in Lübeck mit -16,1 Grad die bisher tiefste Tageshöchsttemperatur in Küstennähe gemessen. Es gab aber auch schon Messstationen am Niederrhein und an Inseln der Nordsee, wo noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1880 Tageshöchsttemperaturen von unter -10 Grad gemessen wurden.

Bleibt der Hochwinter aus, so treten nicht selten sehr warme Temperaturwerte im Januar in den Vordergrund. So können vor allem im Alpenvorland mit Hilfe des Föhns die Temperaturen in die Nähe der +20 Grad Marke gebracht werden. Bspw. Wurde der höchste Temperaturwert bei Piding (Berchtesgadener Land) am 18. Januar 2007 mit +19,5 Grad registriert.

Ein deutliches Zeichen für den Klimawandel sind im übrigen folgende Daten: 95 Prozent aller Messstationen verzeichneten den wärmsten Januartag im Zeitraum von 1990-2015 und somit in der eher jüngeren Vergangenheit. Den tiefsten Temperaturwert in tieferen Lagen erreichte am 17. Januar 1963 Kriestorf mit -33,5 Grad, wobei über der Zugspitze mit -34,6 Grad der bisher niedrigste Januar Wert festgestellt wurde. Temperaturen jenseits der +10 Grad Marke kommen auch im Januar vor und wurden schon an 40 Prozent der Messstationen registriert.

Schnee im Januar

Bedingt durch die häufiger vorkommenden Hochdruckwetterlagen ist im Januar nicht mit besonders viel Schnee oder Niederschlägen zu rechnen. Fällt aber die Wetterlage entsprechend günstig aus, so kann nach einem Schneefall die Schneedecke durch ein entsprechend konservierendes Kältehoch für längere Zeit erhalten bleiben und für teils frostige Nächte sorgen, wie das bspw. im Januar 2017 der Fall war.

Fast gar kein Niederschlag hat es im Januar 1996 in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) und in Mecklenburg-Vorpommern, sowie Brandenburg gegeben. Der meiste Niederschlag wurde hingegen mit 405 l/m² in Weißenkirchen an der Saar gemessen und zeigt, dass es auch im Januar Starkniederschlagsereignisse geben kann. Nicht selten fällt der meiste Schnee im Zeitraum vom 1. bis 10. Januar.

Winterstürme im Januar

Bleibt der Hochwinter aus, ist nicht selten die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik aktiv, was über Deutschland zu Starkwindereignissen führen kann.

Anzeige

Die Sonne im Januar

Der Sonnenstand ist im Januar noch flach, steigt aber so langsam an. Nichtsdestotrotz sind im Maximum 8 Sonnenstunden pro Tag möglich (250 Sonnenstunden) - im Mittel zeigt sich aber ein Wert von 44 Stunden deutlich darunter, liegt aber um 6 Stunden höher als im Dezember.

Den meisten Sonnenschein gab es im Januar 1989 mit 149, bzw. 175 Sonnenstunden im Alpenvorland. Den Rekord hält aber mit 221 Sonnenstunden im Januar 1989 die Zugspitze. Die geringste Sonnenscheindauer wurde mit 2,1 Stunden (!) in Schotten (Vogelsberg) im Januar 1983 registriert. 2,1 Stunden ist dann doch schon sehr wenig, wenn man bedenkt, dass diese Sonnenscheindauer binnen eines Tages bereits übertroffen werden kann.

Nur langsam wird es heller

Die Sonne geht am 1. Januar um 8:14 Uhr auf und um 16:05 Uhr unter. Der Tag hat somit eine Länge von 7 Stunden und 51 Minuten. Am 31. Januar geht die Sonne um 7:46 Uhr auf und um 16:53 Uhr unter. Die Länge des Tages beträgt 9 Stunden und 7 Minuten.
Die Tage werden um 1 Stunde und 16 Minuten länger. Durch das, dass die Nächte aber mit 15 bis 16 Stunden deutlich länger sind, begünstigt das den Abstrahlungseffekt, was den Januar - vor allem unter Hochdruckeinfluss - zu dem kältesten Monat im ganzen Jahr machen kann.

Wetterkapriolen

Berüchtigt sind die Wetterwechsel im Januar, welche meist um den Jahreswechsel - häufiger im ersten Januardrittel - stattfinden, wenn dem milden Weihnachtstauwetter wieder richtiges Winterwetter nachfolgen kann. Nicht selten sind bei solch einem Ereignis auch sog. Wintergewitter mit kurzen, aber sehr kräftigen Schneeschauern möglich.

Die Abweichung der Temperaturen der letzten 10 Jahre im Vergleich

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Januar Tem­peratur Ab­weichung
Wetter­trend Januar 2019 -0,5 bis +2 Grad +0 bis +2 Grad
2018 +3,8 Grad +4,3 Grad
2017 -2,2 Grad -1,7 Grad
2016 +1 Grad +1,5 Grad
2015 +2,2 Grad +2,7 Grad
2014 +2,1 Grad +2,6 Grad
2013 +0,2 Grad +0,7 Grad
2012 +1,9 Grad +2,4 Grad
2011 +1 Grad +1,5 Grad
2010 -3,6 Grad -3,1 Grad
2009 -2,2 Grad -1,7 Grad

Temperaturabweichung im Januar der letzten 20 Jahre gegenüber dem Mittelwert

Im Diagramm erkennt man sehr schön, dass in den letzten 20 Jahren der Januar in 70 Prozent der Fälle zu warm, 10 Prozent normal und zu 20 Prozent zu kalt ausgefallen sind. Rein aus der statistischen Fortschreibung besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für zu warme Januar-Monate.

Betrachtet man nur die letzten 10 Jahre, so decken sich die Zahlen in etwa mit 70 Prozent der Fälle zu warme, 30 Prozent zu kalte und keine normale Januar-Monate. Der wärmste Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde mit einer Abweichung von +5,26 Grad im Jahre 2007 registriert. Der kälteste stammt aus dem Jahre 1940 mit einer Abweichung von -8,5 Grad. Allein schon anhand der geringen Wahrscheinlichkeiten für einen normalen Verlauf zeigt sich, dass der Januar ein Monat der Extreme - sowohl in die eine, wie auch andere Richtung - sein kann

Im Schnitt waren die Januarmonate der letzten 20 Jahre im Vergleich zum vieljährigen Durchschnittswert etwa um +1,36 Grad zu warm.

Klimadiagramm Januar in Deutschland der letzten 20 Jahre

Aktuelle Witterungstrend, Wettertrend, Wetterprognosen und Wettervorhersagen für Januar:

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen