Wetterprognose Deutschland

Wetter Januar - Daten und Fakten

Wetter Januar
Veröffentlicht: 17. Oktober 2018
Aktualisiert: 19. November 2021

Der Januar gehört zu den Monaten, in denen es langsam wieder heller wird. Der zweite Wintermonat gehört aber auch zu den kältesten Monaten im gesamten Jahr. Nicht selten trägt das sibirische Kontinentalhoch einen entscheidenden Beitrag zu einer hochwinterlichen Großwetterlage bei.

Im Januar kommt es - Aufgrund des Kontinentalhochs über dem sibirischen Raum - häufiger zu einer Ausdehnung des hohen Luftdrucks in Richtung Nordeuropa, sodass sich über Mitteleuropa eine Ostwetterlage mit knackig kalten Temperaturwerten einstellen kann. Unter Meteorologen wird diese Zeit als Hochwinter definiert und kommt - statistisch gesehen - häufiger in der zweiten Hälfte vor.

Als interessanter Zeitraum gilt der 1. bis 6. Januar, denn hat sich bis dahin keine winterliche Wetterlage einstellen können, so wird es auch der Hochwinter schwer haben, sich durchzusetzen. Warum? Das Zirkulationsmuster ist entsprechend eingefahren und ein Umschwung in der zweiten Winterhälfte wird zunehmend unwahrscheinlicher. Lediglich äußere Randfaktoren, wie der QBO oder ein Major-Warming können im Februar und März noch zu Veränderungen führen.

Das Wetter im Januar wird häufiger von Hochdruckwetterlagen mit kontinentaler Ausprägung (Ost-West; gestörte Zirkulation) beeinflusst. In Zahlen betrachtet, hat der Januar nach dem langjährigen Klimamittelwert des Deutschen Wetterdienstes von 1961 und 1990 eine Durchschnittstemperatur von -0,5 Grad (91/20: +0,9 Grad) und das Niederschlagsvolumen liegt bei 61 Liter pro m². Somit gehört der Januar zu den kältesten und auch niederschlagsärmeren Wintermonaten im ganzen Jahr.

Eine weitere Wettersingularität zeigt sich bei einem eintreffenden Hochwinter, welcher über mehrere Tage oder auch Wochen anhalten kann. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, als dass sich der Hochwinter bis in den Februar hinein fortsetzen kann.

Die Schneedecke über Sibirien und der Hochwinter

Unter anderem ist aber auch eine frühe und stabile Schneedeckenausbildung über dem sibirischen Raum für einen Hochwinter über Deutschland zuträglich. Warum? Liegt reichlich Schnee über Sibirien, so ist das für die Entwicklung des Kontinentalhochs förderlich. Je früher der Schnee fällt, desto ausgeprägter und stärker kann das Kontinentalhoch werden. Das kann zu zwei wesentlichen Wetterereignissen führen. Zum einen kann ein stark ausgeprägtes Kontinentalhoch den Polarwirbel schwächen und zum anderen begünstigt eine Ausdehnung des Kontinentalhochs in Richtung Nordeuropa auch den Hochwinter über Mitteleuropa, welcher meist ab der Monatsmitte zu erwarten ist.

Das Kontinentalhoch produziert also nicht nur Kälte, es exportiert diese kalten Luftmassen in andere Regionen. Und sobald der Polarwirbel anfängt instabiler zu werden, wird noch mehr Energie aus der Troposphäre absorbiert und der Polarwirbel weiter geschwächt. Ein schwacher Polarwirbel neigt zum mäandrieren (Verschlungen), was warme Luftmassen aus den niederen Breiten nach Norden und kalte Luft arktischen Ursprungs nach Süden führt. Sind die Bedingungen perfekt, ist auch über Deutschland, Österreich und der Schweiz tiefstes Winterwetter möglich.

Das Wetter im Januar in Zahlen

  • Durchschnitt­stemperatur (91-20)
    +0,9 Grad
  • Durchschnitt­stemperatur (61-90)
    -0,5 Grad
  • Kältester Januar
    -9 Grad (1940)
  • Wärmster Januar
    +4,76 Grad (2007)
  • Mittel­wert der letzten 20 Jahre
    +0,88 Grad
  • Abweichung vom Mittel­wert 61/90
    +1,38 Grad
  • Höchste Temperatur
    +20,7 Grad
  • Kältester Tages­höchstwert
    -21 Grad
  • Tiefste Temperatur
    -33,5 Grad
  • Nieder­schlagssoll (91-20)
    65 l/m²
  • Nieder­schlagssoll (61-90)
    61 l/m²
  • Höchtse Niederschlags­summe
    405 l/m²
  • Sonnenschein­dauer (91-20)
    52 Stunden
  • Sonnenschein­dauer (61-90)
    44 Stunden
  • Tageslänge
    Beginn 7 h 51 min
    Ende 9 h 7 min
  • Wettersingularität
    Hochwinter zur zweiten Januar-Dekade
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Wetterprognose

Wie wird das Wetter im Januar 2022?

Der Klimawandel sorgt dafür, dass auch der Hochwinter zunehmend seltener wird.
Man muss also kein Prophet sein, um den Januar 2022 im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert als zu warm zu definieren. Rein statistisch ergibt sich hierfür einfach eine höhere Wahrscheinlichkeit.

Kalter Januar trotz Klimawandel?

Ja, es gibt sie noch, die zu kalten Januar-Monate, wie bspw. 2017, 2010, 2009 und 2006. Das war es dann aber auch schon in den letzten 20 Jahren - der Rest war zu warm.

Schaut man sich die Wetterprognosen der Langfristmodelle an, so berechnen sowohl das CFSv2, das europäische Langfristmodell und die NASA den Januar 2021 gegenüber dem langjährigen Mittelwert in einem Spektrum von +0,5 bis +2,0 Grad und im Trend bis +3 Grad zu warm. Im Vergleich zum neuen - wärmeren - Mittelwert von 1991 und 2020 betragen die Abweichungen -0,9 bis +1,6 Grad. In Summe ist nach dem Langfristtrend ein zu warmer Januar 2022 zu erwarten. Wie das Wetter tatsächlich ausfallen wird, können Sie das ab Mitte Dezember in unseren täglichen Wettervorhersagen zum Wetter Januar 2022 mit verfolgen.

Von hochwinterlich kalt bis frühlingshaft mild

Die Temperaturen

Die tiefste Temperatur wurde mit -33,5 Grad am 17. Januar 1963 über Kriestorf bei Vilshofen (an der Donau, Bayern) gemessen. Aber nicht nur über dem Süden kann es knackig kalt sein, so wurde am 19. Januar 1963 in Uckermünde mit -17,3 Grad die bisher tiefste Tageshöchsttemperatur in Küstennähe gemessen. Es gab aber auch schon Messstationen am Niederrhein und an Inseln der Nordsee, wo noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881 Tageshöchsttemperaturen von unter -10 Grad registriert wurde.

Bleibt der Hochwinter aus, so treten nicht selten sehr warme Temperaturwerte im Januar in den Vordergrund. Mithilfe des Föhns können am Alpenvorland die Temperaturen in die Nähe der +20 Grad Marke gebracht werden. Bspw. wurde der höchste Temperaturwert am 31. Januar 2002 mit +20,7 Grad bei Landsberg registriert.

Ein deutliches Zeichen für den Klimawandel sind im Übrigen folgende Daten: 95 Prozent aller Messstationen verzeichneten den wärmsten Januartag im Zeitraum von 1990 und 2020 und somit in der jüngeren Vergangenheit. Temperaturen jenseits der +10 Grad Marke kommen im Januar vor und wurden schon an 40 Prozent der Messstationen registriert - zunehmend häufiger in den letzten 20 Jahren!

Welche Temperaturen normal sind

Üblicherweise bewegt sich das Temperaturspektrum im Bereich von -5 bis +3 Grad, wobei die milderen Temperaturen dem Norden zuzuschreiben sind. In den Nächten bewegen sich die Werte zwischen -7 bis +0 Grad. Am Monatsende sind Tageswerte von -4 bis +5 Grad und Tiefstwerte von -4 bis +2 Grad möglich.

Die Temperaturen im Januar - von hochwinterlich kalt bis frühlingshaft mild
© Martin Bloch
  • Durchschnittliche Temperatur (91-20)

    +0,9 Grad
  • Durchschnittliche Temperatur (61-90)

    -0,5 Grad
  • Kältester Januar

    -9 Grad (1940)
  • Wärmster Januar

    +4,76 Grad (2007)
  • Höchste Temperatur

    +20,7 Grad
  • Niedrigste Temperatur

    -33,5 Grad
  • Anfang des Monats

    -5 bis +3 Grad
  • Ende des Monats

    -4 bis +5 Grad
Der Sonnenstand steigt an, die Tage werden länger

Die Sonne

Der Sonnenstand ist im Januar noch flach und steigt nur langsam an. Trotzdem sind im Maximum acht Sonnenstunden pro Tag möglich (250 Sonnenstunden im Monat) - im Mittel zeigt sich ein Wert, der mit 44 Stunden deutlich darunter liegt, doch im Vergleich zum Dezember sechs Sonnenstunden mehr hat.

Den meisten Sonnenschein gab es im Januar 1989 mit 149, bzw. 175 Sonnenstunden über Alpenvorland. Den Rekord hält mit 221 Sonnenstunden die Zugspitze (ebenfalls 1989). Die geringste Sonnenscheindauer wurde mit 2,1 Stunden (!) in Schotten (Vogelsberg) im Jahre 1983 registriert. 2,1 Stunden ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass diese Sonnenscheindauer binnen eines Tages bereits übertroffen werden kann.

Langsam wird es heller

Die Sonne geht am 1. Januar um 8:14 Uhr auf und um 16:05 Uhr unter. Der Tag hat somit eine Länge von 7 Stunden und 51 Minuten. Am 31. Januar geht die Sonne um 7:46 Uhr auf und um 16:53 Uhr unter. Die Länge des Tages beträgt 9 Stunden und 7 Minuten.
Die Tage werden um 1 Stunde und 16 Minuten länger. Durch das, dass die Nächte aber mit 15 bis 16 Stunden deutlich länger sind, begünstigt das den Abstrahlungseffekt, was den Januar - primär unter Hochdruckeinfluss - zu dem kältesten Monat im ganzen Jahr machen kann.

Wetter Januar - der Sonnenstand steigt an und die Tage werden länger
© Martin Bloch
  • Sonnen­scheindauer Monatsanfang

    7 Stunden 51 Minuten
  • Sonnen­scheindauer Monatsende

    9 Stunden 07 Minuten
  • Durch­schnittliche Sonnenschein­dauer (91-20)

    52 Stunden
  • Durch­schnittliche Sonnenschein­dauer (61-90)

    44 Stunden
Einer der trockensten Monate im Jahr

Der Niederschlag

Schnee im Januar

Bedingt durch die häufiger vorkommenden Hochdruckwetterlagen sind im Januar nicht mit besonders viel Schnee oder Niederschlägen zu rechnen. Fällt die Wetterlage entsprechend günstig aus, so kann nach einem Schneefall die daraus resultierende Schneedecke mithilfe eines konservierenden Kältehoch über längere Zeit erhalten bleiben und für teils frostige Nächte sorgen, wie das bspw. im Januar 2017 der Fall war.

Fast gar kein Niederschlag hat es im Januar 1996 in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) und in Mecklenburg-Vorpommern, sowie Brandenburg gegeben. Der meiste Niederschlag wurde mit 405 l/m² in Weißenkirchen an der Saar gemessen und zeigt, dass es zu Starkniederschlagsereignissen kommen kann. Häufiger fällt der Schnee im Zeitraum vom 1. bis 10. Januar.

Wetter Januar - Viel Niederschlag ist nicht zu erwarten und wenn doch, dann in Form von Schauern
© Martin Bloch
  • Durch­schnittlicher Nieder­schlag (61-90)

    65 l/m²
  • Durch­schnittlicher Nieder­schlag (61-90)

    61 l/m²
  • Höchste Niederschlags­mengen

    405 l/m²
  • Schneefall

    Häufiger möglich - meist in Form von Schneeschauern
Unwetterartige Wetterereignisse möglich

Extremwetter­ereignisse

Berüchtigt sind die Wetterwechsel, welche häufiger im ersten Januardrittel stattfinden können, wenn dem milden Weihnachtstauwetter wieder richtiges Winterwetter nachfolgt. Nicht selten sind bei solch einem Ereignis Wintergewitter mit kurzen, aber sehr kräftigen Schneeschauern möglich.

Winterstürme

Bleibt der Hochwinter aus, ist im Umkehrschluss die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik aktiv, was über Deutschland zu Starkwindereignissen mit kräftigen Stürmen führen kann.

Wetter Januar - Unwetterartige Wetterkapriolen sind möglich
© Martin Bloch

Statistik

Die Abweichung der Temperaturen im Januar der letzten 10 Jahre im Vergleich
JanuarTem­peraturAb­weichung
61/90 (91/20)
+0,0 bis +1,0 Grad
+0,5 bis +1,5 Grad
(-0,9 bis +0,1 Grad)
+0,6 Grad
+1,1 Grad
(-0,3 Grad)
+3,3 Grad
+3,8 Grad
(+2,4 Grad)
+0,6 Grad
+1,1 Grad
(-0,3 Grad)
+3,8 Grad
+4,3 Grad
(+2,9 Grad)
-2,2 Grad
-1,7 Grad
(-3,1 Grad)
+1 Grad
+1,5 Grad
(+0,1 Grad)
+2,2 Grad
+2,7 Grad
(+1,3 Grad)
+2,1 Grad
+2,6 Grad
(+1,2 Grad)
+0,2 Grad
+0,7 Grad
(-0,7 Grad)
+1,9 Grad
+2,4 Grad
(+1,0 Grad)
Wetter Januar - Eisige Kälte im Hochwinter
© Martin Bloch

Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Januar der letzten 20 Jahre

Im nachfolgenden Diagramm erkennt man, dass im Vergleich zu 1961 und 1990 in den letzten 20 Jahren der Januar in 70 Prozent der Fälle zu warm, 10 Prozent normal und zu 20 Prozent zu kalt ausgefallen ist. Rein aus der statistischen Fortschreibung besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein zu warmes Januarwetter.

Betrachtet man nur die letzten 10 Jahre, so war keiner der Januar-Monate normal, 10 Prozent zu kalt und 90 Prozent zu warm. Der wärmste Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde mit einer Abweichung von +5,26 Grad im Jahre 2007 registriert. Der kälteste stammt aus dem Jahre 1940 mit einer Abweichung von -8,5 Grad. Allein schon anhand der geringen Wahrscheinlichkeiten für einen normalen Verlauf zeigt, dass der Januar ein Monat der Extreme - sowohl in die eine, wie auch andere Richtung - sein kann.

Nimmt man den neuen - wärmeren - Klimamittelwert von 1991 und 2020, so waren in den letzten 20 Jahren 35 Prozent der Januarmonate zu kalt, 40 Prozent zu warm und 25 Prozent normal. In den letzten 10 Jahren waren 20 Prozent zu kalt, 30 Prozent normal und 50 Prozent zu warm. Das ist in jeglicher Hinsicht signifikant und zeigt, wie deutlich sich die Klimaerhitzung im Januar zeigt.


Deutschlandwetter Januar - Klimatabelle

Temperatur (ohne Nachtwerte), Regen, Regentage, Sonne, Schneetage und Sommertage gegenüber dem Mittelwert 1961 und 1990. In Klammer der Mittelwert von 1991 und 2020
Bundesland Temperatur
(Grad)
Regen
(l/m²)
Regentage
(>1 l/m²)
Sonne
(Stunden)
Schneetage
(Tage)
Sommertage
(Tage)
Brandenburg
(Potsdam) / Berlin
+6,0
(+7,6)
40,3
(47,2)
9,7
(10,6)
44,2
(51,7)
13,9
(8,4)
0,0
(0,0)
Baden-Württemberg
(Stuttgart)
+6,6
(+8,0)
72,9
(70,8)
12,0
(11,2)
49,5
(61,6)
16,5
(11,4)
0,0
(0,0)
Bayern
(München)
+5,3
(+6,9)
63,8
(65,8)
11,5
(11,2)
50,3
(58,3)
20,3
(14,4)
0,0
(0,0)
Hessen
(Wiesbaden)
+6,4
(+7,9)
57,6
(62,3)
11,9
(11,5)
36,4
(48,3)
13,6
(8,2)
0,0
(0,0)
Mecklenburg-Vorpommern
(Schwerin)
+5,5
(+7,2)
44,9
(51,0)
10,5
(10,9)
40
(47)
14,0
(7,3)
0,0
(0,0)
Niedersachsen
(Hannover) / Bremen / Hamburg
+6,8
(+8,5)
60,5
(69,4)
12,2
(12,9)
39,6
(45,9)
10,5
(5,7)
0,0
(0,0)
Nordrhein-Westfalen
(Düsseldorf)
+7,6
(+9,1)
75,6
(81,8)
13,3
(13,4)
43
(53)
9,5
(5,7)
0,0
(0,0)
Rheinland-Pfalz
(Mainz)
+7,2
(+8,4)
63,0
(67,0)
12,2
(11,7)
38,7
(48,4)
11,7
(7,4)
0,0
(0,0)
Schleswig-Holstein
(Kiel)
+5,9
(+7,4)
62,4
(70,5)
12,2
(12,8)
39,1
(43,6)
11,4
(5,4)
0,0
(0,0)
Saarland
(Saarbrücken)
+7,3
(+8,5)
78,7
(88,8)
13,4
(13,0)
39,1
(51,5)
11,2
(6,7)
0,0
(0,0)
Sachsen
(Dresden)
+5,6
(+7,6)
47,7
(53,0)
10,4
(11,5)
51,8
(58,5)
16,4
(12,4)
0,0
(0,0)
Sachsen-Anhalt
(Magdeburg)
+6,4
(+8,0)
35,8
(44,0)
9,0
(10,1)
43,8
(55,5)
12,2
(7,5)
0,0
(0,0)
Thüringen
(Erfurt)
+5,3
(+7,3)
38,8
(48,9)
9,4
(10,5)
45,3
(53,1)
15,5
(11,2)
0,0
(0,0)
Deutschland +6,2
(+7,8)
59,2
(64,2)
11,5
(11,7)
44,6
(53,1)
14,4
(9,3)
0,0
(0,0)

Temperaturabweichung der letzten 20 Jahre gegenüber dem Mittelwert

Klimadiagramm Januar der letzten 20 Jahre
Rückblick - Bilanz 2021

Wie war das Wetter im Januar 2021?

Zu warm

Die durchschnittliche Temperatur betrug +0,6 Grad und war gegenüber dem vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 um +1,1 zu warm. Im Vergleich zur wärmeren Messperiode von 1991 bis 2020 betrug die Abweichung -0,3 Grad.

Zu nass

Am Ende brachte es der Januar auf eine Regensumme von rund 78 l/m² und konnte das Niederschlagssoll (61-90) von 61 l/m² um 34 Prozent übererfüllen.

Schnee gab es auch zu bewundern. Die höchste Schneedecke abseits der Gipfellagen war mit bis 118 cm über Ruhpolding-Seehaus (Bayern) gemeldet worden. Oberhalb etwa 400 bis 700 Meter zeigte sich verbreitet eine Schneedecke von 20 bis 40 cm und über dem Flachland konnte am 30. Januar über Butjadingen-Inte (Niedersachsen) eine Schneehöhe von 20 cm gemeldet werden.

Zu dunkel

Viele Tiefdruckgebiete trübten den Sonnenschein im Januar 2021 weitgehend ein und am Ende sprang eine Sonnenscheindauer von 30 Stunden heraus. Damit wurde der Sollwert (61/90) von 44 Stunden deutlich verfehlt.

Weitere Daten und Fakten finden Sie im Wetterrückblick Wetterprognosen Januar 2021.

Häufige Fragen zum Wetter im Januar

Wie wird das Wetter im Januar 2022?

Schaut man sich die Wetterprognosen der Langfristmodelle an, so berechnen sowohl das CFSv2, das europäische Langfristmodell und die NASA den Januar 2021 gegenüber dem langjährigen Mittelwert in einem Spektrum von +0,5 bis +2,0 Grad und im Trend bis +3 Grad zu warm. Im Vergleich zum neuen - wärmeren - Mittelwert von 1991 und 2020 betragen die Abweichungen -0,9 bis +1,6 Grad. In Summe ist nach dem Langfristtrend ein zu warmer Januar 2022 zu erwarten.

Wie ist das Wetter im Januar in Deutschland?

Im Januar kommt es - Aufgrund des Kontinentalhochs über dem sibirischen Raum - häufiger zu einer Ausdehnung des hohen Luftdrucks in Richtung Nordeuropa, so dass sich über Mitteleuropa eine Ostwetterlage mit "knackig" kalten Temperaturwerten einstellen kann. Unter Meteorologen wird diese Zeit als Hochwinter definiert und kommt - statistisch gesehen - häufiger in der zweiten Hälfte vor.

Als interessanter Zeitraum gilt der 1. bis 6. Januar, denn hat sich bis dahin keine winterliche Wetterlage einstellen können, so wird es auch der Hochwinter schwer haben, sich durchzusetzen. Warum? Das Zirkulationsmuster ist entsprechend eingefahren und ein Umschwung in der zweiten Winterhälfte wird zunehmend unwahrscheinlicher. Lediglich äußere Randfaktoren, wie der QBO oder ein Major-Warming können im Februar und März noch zu Veränderungen führen.

Welche Temperaturen gibt es im Januar?

Die niedrigste Januar-Temperatur wurde mit -33,5 Grad am 17. Januar 1963 über Kriestorf bei Vilshofen (an der Donau, Bayern) gemessen. Aber nicht nur über dem Süden kann es knackig kalt sein, so wurde am 19. Januar 1963 in Uckermünde mit -17,3 Grad die bisher tiefste Tageshöchsttemperatur in Küstennähe gemessen. Es gab aber auch schon Messstationen am Niederrhein und an Inseln der Nordsee, wo noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881 Tageshöchsttemperaturen von unter -10 Grad gemessen wurden.

Bleibt der Hochwinter aus, so treten nicht selten sehr warme Temperaturwerte im Januar in den Vordergrund. Mit Hilfe des Föhns können im Alpenvorland die Temperaturen in die Nähe der +20 Grad Marke gebracht werden. Bspw. Wurde der höchste Temperaturwert bei Landsberg am 31. Januar 2002 mit +20,7 Grad registriert.


Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2021 +4,8 +1,3 +0,2 46 l/m² - zu trocken
April 2021 +6,1 -1,3 -2,9 33 l/m² - zu trocken
Mai 2021 +10,4 -1,4 -2,4 96 l/m² - zu nass
Juni 2021 +18,6 +3,6 +2,6 94 l/m² - etwas zu nass
Juli 2021 +18,4 +1,4 +0,0 103 l/m² - zu nass
August 2021 +16,5 -0,06 -1,4 102 l/m² - zu nass
September 2021 +15,2 +1,8 +1,3 36 l/m² - zu trocken
Oktober 2021 +9,65 +0,6 +0,2 46 l/m² - zu trocken
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +10,31 +0,84 -0,24 694 l/m² - etwas zu trocken
Temperaturabweichung Deutschland 24 Monate - Klimadiagramm

Wetterfakten Januar

Statistische Wetterwerte für Januar

Der Januar gilt aus statistischer Sicht als kältester und auch trockenster Wintermonat, bzw. auch Monat im gesamten Jahr.

  • Zwischen dem 13. und 26. Januar Hochwinter
  • Kontinentalhoch sorgt in diesem Zeitraum mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 bis 80 Prozent für kalte Temperaturen
  • Bedingt durch die hohe statistische Wahrscheinlichkeit eines Hochwinters ist Schneefall selten
  • Häufiger gibt es im Januar Kahlfrost-Phasen
  • Liegt aber Schnee, so kann dieser über Tage hinweg konserviert werden

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