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Wetter Januar -
Temperatur, Schnee und Sonne

Wetterprognose Deutschland - Daten und Fakten

Der Januar im Überblick

Der Januar gehört zu den Monaten, in denen der Sonnenstand steigt und es langsam wieder heller wird. Der zweite Wintermonat ist aber auch einer der kältesten des Jahres. Nicht selten trägt das sibirische Kontinentalhoch entscheidend zu einer hochwinterlichen Großwetterlage bei, während die Klimaerwärmung den Hochwinter in der jüngeren Vergangenheit häufiger ausbleiben ließ.

Im Januar kommt es - bedingt durch das Kontinentalhoch über dem sibirischen Raum - häufiger zu einer Ausdehnung des hohen Luftdrucks nach Nordeuropa, sodass sich über Mitteleuropa eine Ostwetterlage mit knackig kalten Temperaturwerten einstellen kann. Unter Meteorologen wird dieser Zeitraum als Hochwinter bezeichnet und kommt - statistisch gesehen - in der zweiten Hälfte häufiger vor.

Interessant ist der Zeitraum vom 1. bis 6. Januar, denn wenn sich bis dahin keine winterliche Wetterlage einstellt, hat es auch der Hochwinter schwer. Warum? Das Zirkulationsmuster ist entsprechend eingefahren und eine Umkehr in der zweiten Winterhälfte wird zunehmend unwahrscheinlicher. Lediglich externe Randfaktoren wie die QBO oder ein Major-Warming können im Februar und März noch zu Veränderungen führen.

Das Wetter im Januar wird häufiger von Hochdruckwetterlagen mit kontinentalem Charakter (Ost-West; gestörte Zirkulation) beeinflusst. In Zahlen ausgedrückt hat der Januar nach dem langjährigen Klimamittel des Deutschen Wetterdienstes von 1961 bis 1990 eine Durchschnittstemperatur von -0,5 Grad (91/20: +0,9 Grad) und eine Niederschlagsmenge von 61 Litern pro m². Damit gehört der Januar zu den kältesten und auch niederschlagsärmsten Wintermonaten des Jahres.

Eine weitere Wettersingularität ist das Auftreten eines Hochwinters, der mehrere Tage bis Wochen andauern kann. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich der Hochwinter bis in den Februar fortsetzen kann.

Die Schneedecke über Sibirien und der Hochwinter

Aber auch eine frühe und stabile Schneedeckenbildung über dem sibirischen Raum ist für einen Hochwinter über Deutschland günstig. Warum? Wenn über Sibirien viel Schnee liegt, fördert das die Entwicklung des Kontinentalhochs. Je früher der Schnee fällt, desto ausgeprägter und stärker kann das Kontinentalhoch werden. Dies kann zu zwei wichtigen Wetterereignissen führen: Zum einen kann ein stark ausgeprägtes Kontinentalhoch den Polarwirbel schwächen und zum anderen begünstigt eine Ausdehnung des Kontinentalhochs nach Nordeuropa den Hochwinter über Mitteleuropa, der meist ab Monatsmitte zu erwarten ist.

Das Kontinentalhoch produziert also nicht nur Kälte, es exportiert diese kalten Luftmassen auch in andere Regionen. Sobald der Polarwirbel instabiler wird, wird noch mehr Energie aus der Troposphäre aufgenommen und der Polarwirbel weiter geschwächt. Ein schwacher Polarwirbel neigt zum Mäandern (Verwirbelungen), die warme Luftmassen aus niederen Breiten nach Norden und kalte Luft arktischen Ursprungs nach Süden führen. Wenn die Bedingungen stimmen, ist auch über Deutschland, Österreich und der Schweiz tiefstes Winterwetter.

Fakten und Daten

  • Durchschnitt­stemperatur (91-20)
    +0,9 Grad
  • Durchschnitt­stemperatur (61-90)
    -0,5 Grad
  • Kältester Januar
    -9 Grad (1940)
  • Wärmster Januar
    +4,76 Grad (2007)
  • Mittel­wert der letzten 20 Jahre
    +0,94 Grad
  • Abweichung vom Mittel­wert 61/90
    +1,44 Grad
  • Höchste Temperatur
    +20,7 Grad
  • Kältester Tages­höchstwert
    -21 Grad
  • Tiefste Temperatur
    -33,5 Grad
  • Nieder­schlagssoll (91-20)
    65 l/m²
  • Nieder­schlagssoll (61-90)
    61 l/m²
  • Höchtse Niederschlags­summe
    405 l/m²
  • Sonnenschein­dauer (91-20)
    52 Stunden
  • Sonnenschein­dauer (61-90)
    44 Stunden
  • Tageslänge
    Beginn 7 h 51 min
    Ende 9 h 7 min
  • Wettersingularität
    Hochwinter zur zweiten Januar-Dekade
Von hochwinterlich kalt bis frühlingshaft mild

Die Temperaturen im Januar

Die tiefste Temperatur wurde mit -33,5 Grad am 17. Januar 1963 über Kriestorf bei Vilshofen (an der Donau, Bayern) gemessen. Aber nicht nur über dem Süden kann es knackig kalt sein, so wurde am 19. Januar 1963 in Uckermünde mit -17,3 Grad die bisher tiefste Tageshöchsttemperatur in Küstennähe gemessen. Es gab aber auch schon Messstationen am Niederrhein und auf Inseln der Nordsee, wo seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881 noch nie Tageshöchsttemperaturen von unter -10 Grad registriert wurden.

Bleibt der Hochwinter aus, so treten nicht selten sehr hohe Temperaturwerte im Januar in den Vordergrund. Mithilfe des Föhns können am Alpenvorland die Temperaturen in die Nähe der +20-Grad-Marke gebracht werden. Die höchste Temperatur wurde am 31. Januar 2002 mit +20,7 Grad bei Landsberg registriert.

Ein deutliches Zeichen für die Klimaerhitzung sind im Übrigen folgende Daten: 95 Prozent aller Messstationen verzeichneten den wärmsten Januartag im Zeitraum von 1990 bis 2020 und somit in der jüngeren Vergangenheit. Temperaturen jenseits der +10-Grad-Marke kommen im Januar vor und wurden schon an 40 Prozent der Messstationen registriert – zunehmend häufiger in den letzten 20 Jahren!

Welche Temperaturen üblich sind

Üblicherweise bewegt sich das Temperaturspektrum im Bereich von -5 bis +3 Grad, wobei die milderen Temperaturen dem Norden zuzuschreiben sind. In den Nächten liegen die Werte zwischen -7 und +0 Grad. Am Monatsende sind Tageswerte von -4 bis +5 Grad und Tiefstwerte von -4 bis +2 Grad möglich.

Die Temperaturen im Januar - von hochwinterlich kalt bis frühlingshaft mild
© Martin Bloch
  • Durchschnittliche Temperatur (91-20)
    +0,9 Grad
  • Durchschnittliche Temperatur (61-90)
    -0,5 Grad
  • Kältester Januar
    -9 Grad (1940)
  • Wärmster Januar
    +4,76 Grad (2007)
  • Höchste Temperatur
    +20,7 Grad
  • Niedrigste Temperatur
    -33,5 Grad
  • Anfang des Monats
    -5 bis +3 Grad
  • Ende des Monats
    -4 bis +5 Grad
Der Sonnenstand steigt an, die Tage werden länger

Die Sonne im Januar

Der Sonnenstand ist im Januar noch flach und steigt nur langsam an. Trotzdem sind im Maximum acht Sonnenstunden pro Tag möglich (250 Sonnenstunden im Monat) - im Mittel zeigt sich ein Wert, der mit 44 Stunden deutlich darunter liegt, jedoch im Vergleich zum Dezember sechs Sonnenstunden mehr hat.

Die höchste Sonnenscheindauer gab es im Januar 1989 mit 149 bzw. 175 Sonnenstunden über dem Alpenvorland. Den Rekord hält mit 221 Sonnenstunden die Zugspitze (ebenfalls 1989). Die geringste Sonnenscheindauer wurde mit 2,1 Stunden (!) in Schotten (Vogelsberg) im Jahr 1983 registriert. 2,1 Stunden sind nicht viel, wenn man bedenkt, dass diese Sonnenscheindauer binnen eines Tages bereits übertroffen werden kann.

Langsam wird es heller

Die Sonne geht am 1. Januar um 8:14 Uhr auf und um 16:05 Uhr unter. Der Tag hat somit eine Länge von 7 Stunden und 51 Minuten. Am 31. Januar geht die Sonne um 7:46 Uhr auf und um 16:53 Uhr unter. Die Länge des Tages beträgt 9 Stunden und 7 Minuten.
Die Tage werden um 1 Stunde und 16 Minuten länger. Dadurch, dass die Nächte aber mit 15 bis 16 Stunden deutlich länger sind, begünstigt das den Abstrahlungseffekt, was den Januar – primär unter Hochdruckeinfluss – zu dem kältesten Monat im ganzen Jahr machen kann.

Wetter Januar - der Sonnenstand steigt an und die Tage werden länger
© Martin Bloch
  • Sonnen­scheindauer Monatsanfang
    7 Stunden 51 Minuten
  • Sonnen­scheindauer Monatsende
    9 Stunden 07 Minuten
  • Durch­schnittliche Sonnenschein­dauer (91-20)
    52 Stunden
  • Durch­schnittliche Sonnenschein­dauer (61-90)
    44 Stunden
Einer der trockensten Monate im Jahr

Der Niederschlag im Januar

Schnee im Januar

Bedingt durch die häufiger vorkommenden Hochdruckwetterlagen ist im Januar nicht mit besonders viel Schnee oder Niederschlägen zu rechnen. Fällt die Wetterlage entsprechend günstig aus, so kann nach einer Schneefront die daraus resultierende Schneedecke mithilfe eines konservierenden Kältehochs über längere Zeit erhalten bleiben und für teils frostige Nächte sorgen, wie das bspw. im Januar 2017 der Fall war.

Fast gar kein Niederschlag hat es im Januar 1996 in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gegeben. Der meiste Niederschlag wurde mit 405 l/m² in Weißenkirchen an der Saar gemessen und zeigt, dass es zu Starkniederschlagsereignissen kommen kann. Häufiger fällt der Schnee im Zeitraum vom 1. bis 10. Januar.

Wetter Januar - Viel Niederschlag ist nicht zu erwarten und wenn doch, dann in Form von Schauern
© Martin Bloch
  • Durch­schnittlicher Nieder­schlag (61-90)
    65 l/m²
  • Durch­schnittlicher Nieder­schlag (61-90)
    61 l/m²
  • Höchste Niederschlags­mengen
    405 l/m²
  • Schneefall
    Häufiger möglich - meist in Form von Schneeschauern
Unwetterartige Wetterereignisse möglich

Extremwetter­ereignisse im Januar

Berüchtigt sind die Wetterwechsel, welche häufiger im ersten Januardrittel stattfinden können, wenn dem milden Weihnachtstauwetter wieder richtiges Winterwetter nachfolgt. Nicht selten sind bei solch einem Ereignis Wintergewitter mit kurzen, aber sehr kräftigen Schneeschauern möglich.

Winterstürme

Bleibt der Hochwinter aus, ist im Umkehrschluss die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik aktiv, was über Deutschland zu Starkwindereignissen mit kräftigen Stürmen führen kann.

Wetter Januar - Unwetterartige Wetterkapriolen sind möglich
© Martin Bloch

Statistik

Die Abweichung der Temperaturen im Januar der letzten 10 Jahre im Vergleich
JanuarTem­peraturAb­weichung
61/90 (91/20)
+1,0 bis
+2,0 Grad
+1,5 bis +2,5 Grad
(+0,1 bis +1,1 Grad)
+1,98 Grad
+2,48 Grad
(+1,08 Grad)
+1,5 Grad
+2,0 Grad
(+0,6 Grad)
+3,6 Grad
+4,11 Grad
(2,71 Grad)
+2,8 Grad
+3,3 Grad
(+1,9 Grad)
+0,6 Grad
+1,1 Grad
(-0,3 Grad)
+3,3 Grad
+3,8 Grad
(+2,4 Grad)
+0,6 Grad
+1,1 Grad
(-0,3 Grad)
+3,8 Grad
+4,3 Grad
(+2,9 Grad)
-2,2 Grad
-1,7 Grad
(-3,1 Grad)
Wetter Januar - Eisige Kälte im Hochwinter
© Martin Bloch

Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Mittelwert der letzten 20 Jahre

Im nachfolgenden Diagramm erkennt man, dass im Vergleich zu 1961 und 1990 in den letzten 20 Jahren der Januar in 80 Prozent der Fälle zu warm, keiner normal und zu 20 Prozent zu kalt ausgefallen ist. Rein aus der statistischen Fortschreibung besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein zu warmes Wetter im Januar.

Betrachtet man nur die letzten 10 Jahre, so war keiner der Januar-Monate normal, 10 Prozent zu kalt und 90 Prozent zu warm. Der wärmste Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen wurde mit einer Abweichung von +5,26 Grad im Jahre 2007 registriert. Der kälteste Januar stammt aus dem Jahre 1940 mit einer Abweichung von -8,5 Grad. Allein schon anhand der geringen Wahrscheinlichkeiten für einen normalen Verlauf zeigt sich, dass der Januar ein Monat der Extreme – sowohl in die eine als auch in die andere Richtung – sein kann.

Nimmt man den neuen – wärmeren – Klimamittelwert von 1991 bis 2020, so waren in den vergangenen 20 Jahren 25 Prozent der Januarmonate zu kalt, 55 Prozent zu warm und 20 Prozent normal. In den vergangenen 10 Jahren waren 10 Prozent zu kalt, 30 Prozent normal und 60 Prozent zu warm. Das ist in jeglicher Hinsicht signifikant und zeigt, wie deutlich sich die Klimaerhitzung im Januar durchsetzt.


Deutschlandwetter Januar - Klimatabelle

Temperatur (ohne Nachtwerte), Regen, Regentage, Sonne, Schneetage und Sommertage gegenüber dem Mittelwert 1961 und 1990. In Klammer der Mittelwert von 1991 und 2020
Bundesland Temperatur
(Grad)
Regen
(l/m²)
Regentage
(>1 l/m²)
Sonne
(Stunden)
Schneetage
(Tage)
Sommertage
(Tage)
Brandenburg
(Potsdam) / Berlin
+6,0
(+7,6)
40,3
(47,2)
9,7
(10,6)
44,2
(51,7)
13,9
(8,4)
0,0
(0,0)
Baden-Württemberg
(Stuttgart)
+6,6
(+8,0)
72,9
(70,8)
12,0
(11,2)
49,5
(61,6)
16,5
(11,4)
0,0
(0,0)
Bayern
(München)
+5,3
(+6,9)
63,8
(65,8)
11,5
(11,2)
50,3
(58,3)
20,3
(14,4)
0,0
(0,0)
Hessen
(Wiesbaden)
+6,4
(+7,9)
57,6
(62,3)
11,9
(11,5)
36,4
(48,3)
13,6
(8,2)
0,0
(0,0)
Mecklenburg-Vorpommern
(Schwerin)
+5,5
(+7,2)
44,9
(51,0)
10,5
(10,9)
40
(47)
14,0
(7,3)
0,0
(0,0)
Niedersachsen
(Hannover) / Bremen / Hamburg
+6,8
(+8,5)
60,5
(69,4)
12,2
(12,9)
39,6
(45,9)
10,5
(5,7)
0,0
(0,0)
Nordrhein-Westfalen
(Düsseldorf)
+7,6
(+9,1)
75,6
(81,8)
13,3
(13,4)
43
(53)
9,5
(5,7)
0,0
(0,0)
Rheinland-Pfalz
(Mainz)
+7,2
(+8,4)
63,0
(67,0)
12,2
(11,7)
38,7
(48,4)
11,7
(7,4)
0,0
(0,0)
Schleswig-Holstein
(Kiel)
+5,9
(+7,4)
62,4
(70,5)
12,2
(12,8)
39,1
(43,6)
11,4
(5,4)
0,0
(0,0)
Saarland
(Saarbrücken)
+7,3
(+8,5)
78,7
(88,8)
13,4
(13,0)
39,1
(51,5)
11,2
(6,7)
0,0
(0,0)
Sachsen
(Dresden)
+5,6
(+7,6)
47,7
(53,0)
10,4
(11,5)
51,8
(58,5)
16,4
(12,4)
0,0
(0,0)
Sachsen-Anhalt
(Magdeburg)
+6,4
(+8,0)
35,8
(44,0)
9,0
(10,1)
43,8
(55,5)
12,2
(7,5)
0,0
(0,0)
Thüringen
(Erfurt)
+5,3
(+7,3)
38,8
(48,9)
9,4
(10,5)
45,3
(53,1)
15,5
(11,2)
0,0
(0,0)
Deutschland +6,2
(+7,8)
59,2
(64,2)
11,5
(11,7)
44,6
(53,1)
14,4
(9,3)
0,0
(0,0)

Temperaturabweichung der letzten 20 Jahre gegenüber dem Mittelwert

Klimadiagramm Januar der letzten 20 Jahre

Häufige Fragen zum Wetter Januar (FAQ)