Der Hochwinter dominiert nicht selten das Januarwetter, doch fällt der Hochwinter aus, so hat es der Winter generell etwas schwerer sich gegen die atlantischen Tiefdrucksysteme durchzusetzen. Für das Wetter im Januar 2019 wird entscheidend sein, ob sich das Ausgleichsverhalten oder die Erhaltungsneigung durchsetzen kann.

Wie sich das Wetter im Januar entwickeln kann, hängt oftmals auch schon von der Großwetterlage im Dezember ab. Setzt sich frühzeitig der Winter für einen längeren Zeitraum durch, so erhöhen sich die Wahrscheinlichkeiten, dass sich im Januar das Kontinentalhoch bis nach Mitteleuropa vorwagen kann.

Der Januar ist zudem entscheidend, wie sich der gesamte Winter entwickeln kann. Nicht selten beeinflusst eine längere Hochwinterphase auch das Wetter im Februar. Fehlt der Hochwinter, so ist es sehr wahrscheinlich, dass der gesamte Winter zu mild ausfallen wird.

Im Januar wird es zunehmend heller

Nach dem Dunkelmonat Dezember werden die Tage im Januar langsam wieder heller und der Sonnenstand steigt. Der Sonne fehlt aber die Kraft und schafft es nicht von alleine für warme Temperaturen zu sorgen. So beträgt die Tageslänge am Monatsanfang noch 7 Stunden und 52 Minuten und steigt zum Ende des Monats auf 9 Stunden und 7 Minuten an. Insgesamt werden die Tage um 1 Stunde und 16 Minuten länger.

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Der Januarmonat ist ein trockener Wintermonat

Zur Winterhalbzeit haben sich - wie im Hochsommer - die Temperaturen der Wasser- und Landmassen weitgehend angeglichen, was Wetterturbulenzen seltener macht. Zudem sorgt nicht selten ein Hochdrucksystem zwischen Skandinavien und dem westlichen Russland für eine länger andauernde Hochdruckwetterphase, was die Niederschlagsneigung im zweiten Wintermonat zurückgehen lässt.

Nicht umsonst gilt der Januar als der trockenster Monat im ganzen Jahr. Ebenso häufig kommt es im zweiten Wintermonat - aufgrund des Mangels an Niederschlag - zu sog. Kahlfrost. Die Tageswerte liegen am Monatsanfang meist im Bereich zwischen -5 bis +3 Grad, sinken zur Monatsmitte nicht selten auf -8 bis -2 Grad ab und steigen zum Ende gemeinhin mit -2 bis +4 Grad wieder etwas an.
Der langjährige Mittelwert beträgt im Januar -0,5 Grad und hat ein Niederschlagssoll von 61 l/m².

Typisches Wetter im Januar
Typisches Januarwetter - längere Sonnenscheindauer, wenig Schnee und kalte Temperaturen

Die Januarmonate der Jahre 2011 bis einschließlich 2016 waren allesamt gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm und erst die ausgeprägte Frostperiode im Januar 2017 sorgte wieder für einen zu kalten Wintermonat - und das nach sieben Jahren! Doch der Januar 2018 war bereits wieder um satte +4,3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm. Ob der Januar 2019 wieder kälter ausfallen wird, steht noch zur Diskussion und es gibt Hinweise sowohl für einen zu kalten, als auch einen zu warmen Temperaturverlauf.

Das Jahr 2018 war geprägt von einer außergewöhnlichen Erhaltungsneigung. Tiefdrucksysteme hatten kaum was zu melden und verbreitet dominierte hoher Luftdruck das Wettergeschehen. Setzt sich diese Erhaltungsneigung auch im Januar 2019 fort, so ist mit frostigem Wetter zu rechnen.

Sollte sich aber das Ausgleichsverhalten durchsetzen, so ist mit einer hohen Tiefdruckaktivität im zweiten Wintermonat zu rechnen. Tiefdrucksysteme kommen aber für gewöhnlich aus westlichen Richtungen und haben neben Wolken auch mildere Temperaturen im Gepäck. Ob es zu einer Erhaltungsneigung oder dem Ausgleichverhalten kommen wird, wird sich schon im November und Dezember 2018 zeigen können.

Kaltes Wetter hat seinen Reiz

Die Kälte hat zwei Seiten. Zum einen ist aufgrund der geringen Speicherfähigkeit von Feuchtigkeit mit weniger Niederschlägen zu rechnen. Liegt also kein Schnee, so kommt es zum Kahlfrost, welcher unter Umständen ein paar Tage bis Wochen andauern kann. Liegt Schnee, so kann dieser in der Hochwinterphase konserviert werden, wie das bspw. 2017 der Fall war.

Sofern genügend Schnee liegt, hat der Winter hat seinen Reiz

Bauernregeln zum Januarwetter

Nein, wir sind gewiss keine Freunde von Bauernregeln. Ab und an gibt es aber welche, die zu den sog. Singularitäten gehören. Zwei davon sind passend.

Wie sich das Wetter vom Christfest bis Dreikönig hält, ist es meist auch danach bestellt.
Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter.

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Wettertrend:

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Vorhersagen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen.

Wettertrend Langfristmodell CFSv2: leicht zu warm

Das Januarwetter 2019 wurde lange Zeit mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad und teils bis +3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm berechnet. Aktuell zeigt sich mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad eine Korrektur. Winterliche Phasen haben im zweiten Wintermonat also durchaus ihre Chancen. In der Niederschlagsbetrachtung soll der Januar 2019 tendenziell zu nass ausfallen. Das deutet auf eine höhere atlantische Tiefdruckaktivität hin.

Wettertrend Langfristmodell NASA: Der Januarmonat soll zu warm ausfallen

Nach dem Wettertrend der NASA fällt der Hochwinter mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad nahezu komplett aus. Zudem wird die Niederschlagerwartung deutlich erhöht simuliert. Auch hier geht man von einer Tiefdruckdominanz im zweiten Wintermonat aus. Westwindwetter fegt das sibirische Kontinentalhoch nach Osten weg. Nach dieser Simulation bleibt für den Hochwinter nur sehr wenig Spielraum.

Wettertrend europäisches Langfristmodell: Chancen auf den Hochwinter sind vorhanden

Einige Wochen lang berechnete das europäische Langfristmodell das Januarwetter 2019 zu kalt. Inzwischen aber auch hier eine Korrektur. Die Abweichung beträgt im aktuellen Wettertrend -0,5 bis +1 Grad und ist überwiegend normal und im Trend leicht zu mild. Das der Hochwinter seine Chancen hat, zeigt sich mit einer negativen Niederschlagserwartung (zu trocken), was auch eine Hochdruckdominanz hindeutet.

Der Januar ist der entscheidende Wintermonat

Betrachtet man die letzten 56 Jahre, so zeigt sich wie der Januar für den Verlauf des Winters entscheidend sein kann. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass der Hochwinter häufiger mal ausfällt. Ist das der Fall, ist auch der Winter in 46 Prozent der Fälle zu warm. Hält der Hochwinter stattdessen Einzug, so zeigt sich der Winter im Verhältnis nahezu ausgeglichen.

Betrachtung der einzelnen Januarmonate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Januar warm 20 % 46 % 37 (66 %)
Januar kalt 16 % 18 % 19 (34 %)

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Das Januarwetter in der Statistik

Blickt man auf die Vergangenheit zurück, so lässt sich in der Statistik etwas signifikantes feststellen: in den letzten 20 Jahren, war das Wetter in 10 Prozent der Fälle normal, in 20 Prozent zu kalt und in den restlichen 70 Prozent zu warm. Im Schnitt waren die Januarmonate der letzten 20 Jahre um etwa +0,86 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm.

Und so wird nicht nur der Hochwinter im Januar immer seltener, auch die Phasen, in der der Niederschlag in Schnee übergehen kann, werden seltener. Eine durchschnittliche Erwärmung von +0,8 Grad bedeutet, dass die Schneefallgrenze um knapp 100 Meter weiter nach oben gewandert ist. Winter im Flachland wird zunehmend weniger wahrscheinlich.

Die Abweichung der Temperaturen der Januarmonate in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1980
Januarmonate Tem­peratur Ab­weichung
2011-2018 +1,2 Grad +1,7 Grad
2001-2010 +0,4 Grad +0,9 Grad
1991-2000 +0,9 Grad +1,4 Grad
1981-1990 -0,2 Grad +0,3 Grad
1971-1980 +0 Grad +0,5 Grad
1961-1970 -1,3 Grad -0,8 Grad

Besonders sticht in der Dekadenbetrachtung das aktuelle Jahrzehnt auf. Der Mittelwert liegt mit einem Überschuss von +1,7 Grad deutlich über dem der vergangenen Jahrzehnte. Maßgeblich daran beteiligt waren die viel zu warmen Werte der Jahre (In Klammer die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert=:

In der aktuellen Dekade gab es nur einen Januar, welcher zu kalt ausgefallen ist (2017) und einer, der mit einer Abweichung von +0,2 Grad normal ausgefallen ist, der Rest war zu warm.

Man braucht anhand der statistischen Betrachtung kein Prophet oder Wetterexperte zu sein, wenn man sagt, dass der Januar 2019 zu warm ausfallen wird, denn in den letzten drei Dekaden werden die Januarmonate zunehmend - und auch auffällig - wärmer. So passt es auch ganz gut ins Schema, dass die wärmsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1994, 1998, 1999, 2007, 2008, 2014, 2015 und 2018 registriert wurden. Darunter die Rekordhitze aus dem Jahre 2007 mit einer Abweichung von +5,26 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert. Aus diesem Jahr stammt auch die höchste jemals gemessene Temperatur mit +19,8 Grad in Piding (Berchtesgadener Land).

Statistische Auffälligkeiten

  • Hochwinter Mitte Januar hat eine statistische Relevanz von 80 Prozent - meist im Zeitraum vom 13. bis 26. Januar
  • Der zweite Wintermonat ist aus statistischer Sicht einer der trockensten Monat im gesamten Jahr
  • In Mangel des Niederschlages selten eine Schneedecke, häufiger Kahlfrost
  • Der Januar kann für den gesamten Winterverlauf entscheidend sein
  • Wetterwechsel von mildem Dezember zu kälterem Wetter häufig zur Jahreswende
  • Sonnenstand steigt an und die Sonnenscheindauer erhöht sich von rund 8 auf 9 Stunden
  • Wetterturbulenzen und die Chancen auf Schneefall nehmen zum Monatsende wieder zu

Wissenswertes zum Wetter im Winter

Aktuelle Wettervorhersagen zum Winter

Regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter Januar 2019 erfolgen in Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen an dieser Stelle ab Mitte Dezember 2018.

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