Die Frage, die sich aktuell stellt, wie lange hält die Milderung im letzten Novemberdrittel an und sind Anfang Dezember denn auch wieder kältere Varianten möglich? Nach den Berechnungen der Wettermodelle ergeben sich bereits Ende November wieder kühlere Varianten, wobei man hier noch etwas vorsichtig in der Abschätzung bleiben sollte.

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Entscheidend ist das Zirkulationsmuster

Die Tiefdruckrinne verläuft bis Ende November im gleichen Schema ab. Die Tiefdruckgebiete entstehen bei Neufundland, ziehen auf einer südlichen Bahn bis nach England und prallen dort auf ein Hochdruckgebiet, welches sich von der Mittelmeerregion bis über das östliche Europa erstreckt. In Folge daraus werden die warmen Luftmassen aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt. Damit sich das nun ändern kann, müssten Anfang Dezember die Tiefdrucksysteme sich über Skandinavien positionieren können. Andernfalls bleibt es mild.

Was spricht für einen milden Start in den Dezember 2017?

Zum einen die Statistik. So ist es für gewöhnlich im ersten Dezemberdrittel noch mild, teils nasskalt mit winterlichen Optionen bis auf mittlere Lagen herab. Erst mit Beginn der zweiten Dezemberdekade zeigt sich häufiger mal ein ernstzunehmender Wintereinbruch, welcher sich manchmal schon bis in die tiefere Lagen durchsetzen kann. Weiterhin spricht für einen milden Dezemberstart die hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik. Damit es nachhaltigkalt werden kann, brauch es ein meridional ausgerichtetes Strömungsmuster. Das was die Wettermodelle aktuell aber berechnen, ist westlich orientiert.

Winterlich bis auf mittlere Lagen
Der Winter kann sich Anfang Dezember bis auf die mittleren Lagen vorwagen - wahrscheinlicher ist aber ein nasskalter Dezemberbeginn

Was spricht für einen kalten Dezemberbeginn?

Hierzu müsste sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien verlagern, was in tieferen Lagen Anfang Dezember zu einem nasskalten und in mittleren Lagen die Optionen auf Schneefall erhöhen könnte. Denn nur auf der Rückseite eines nach Osten abziehenden Tiefdrucksystems ergeben sich kältere Grundströmung aus nördlichen Richtungen, welche auch für Niederschlag gut wären. Die Chancen sind hierfür nach den aktuellen Berechnungen der Kontrollläufe gar nicht einmal so schlecht, wenngleich man von einem Wintereinbruch Anfang Dezember sehr weit entfernt ist - viel wahrscheinlicher ist eine Normalisierung der Temperaturen Anfang Dezember. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 19.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Interessant aber ist die hohe Wetteraktivität, was die Wetterentwicklung in den kommenden Tagen keinesfalls unspannend macht. Was das Langfristmodell für das Dezemberwetter und die Wintersaison berechnet und was sich im Tagesverlauf für weitere Wetterentwicklungen ergeben haben, klären wir heute Abend in einem kurzen Update der Wetterprognose Winter 2017/18.

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Ein Sturmtief über der Ostsee dominiert heute das Wettergeschehen über Deutschland. So kommt es bei wechselnder, vielfach jedoch starker Bewölkung immer wieder zu Schauern, welche im Stau der Alpen auch länger andauernd ausfallen können bei Temperaturen von +2 bis +7 Grad über dem Süden ist teils bis auf 400 Meter herab mit Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer zu rechnen - örtliche Gewitter sind dabei nicht auszuschließen. Weiter nach Norden erreichen die Werte +4 bis +8 Grad und entlang der Küste sind auch bis +10 Grad möglich. Der Wind frischt stark bis mäßig auf und kann örtlich in Böen auch stürmisch aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen kommen. Über exponierten Lagen und entlang der Küstenregionen ist auch mit schweren Sturmböen zu rechnen (Windprognose).

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Schneefall zum Start in die neue Novemberwoche

Ein weiteres Sturmtief zieht zum Start in die Neue Woche über die Nordsee und beeinflusst mit einem Niederschlagsgebiet hauptsächlich die Regionen nördlich der Linie von Köln und München, während es über dem Südwesten weitgehend trocken bleiben kann. Anfangs können die Niederschläge noch bis auf 300-500 Meter herab als Schnee, Schneeregen oder Graupel niedergehen, doch der starke bis mäßige Wind aus südwestlichen Richtungen führt in der Höhe mildere Luftmassen nach Deutschland, was die Temperaturen über dem Westen auf +4 bis +8 Grad und über dem Osten und Süden auf +2 bis +6 Grad ansteigen lassen kann. Die Schneefallgrenze steigt über dem Westen auf bis 2.000 Meter und über dem Osten auf 800 Meter an.

Eine warme Novemberwoche steht bevor
Eine warme Novemberwoche steht bevor

Für November außergewöhnlich warmes Wetter - Orkan am Samstag?

Die Grundströmung bleibt im Zeitraum vom 21. bis 25. November südlich ausgerichtet und führt bei wechselnder Bewölkung mit etwas Sonnenschein noch mildere Luftmassen nach Deutschland, was zu Tagestemperaturen zwischen +10 bis +15 Grad und örtlich gar bis +17 Grad führen kann. Das ist für die Jahreszeit etwa um 4 bis 6 Grad zu warm.

Mit Niederschlägen kann am Dienstag über ganz Deutschland, am Mittwoch über dem Norden und am Samstag über dem Westen und Nordwesten gerechnet werden. Der Donnerstag und Freitag fällt nach den aktuellen Wetterprognosen weitgehend trocken aus. Der Wind kommt im allgemein frisch bis mäßig aus südwestlichen Richtungen und kann über dem Küstenregionen in Böen auch stürmisch sein. Für den 25. November berechnen die Wettermodelle über Deutschland einen schweren Sturm mit Potential für orkanartige Winde. Ob das so kommen mag, bleibt zum heutigen Stand noch offen und muss sich in den kommenden Stunden noch verifizieren lassen. Ob sich an den für die Jahreszeit zu warmen Wetter etwas ändern mag, klären wir gegen 13:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose Winter 2017/18 und gegen 17:00 Uhr in einem neuen Wettertrend zum Wetter Dezember 2017.

Ein Regenband zieht heute um Tagesverlauf von Nord nach Süd und erreicht zu den späten Nachmittagsstunden die Mittelgebirge und in der Nacht auf Sonntag auch die Alpenregionen. So sind über Süddeutschland tagsüber durchaus sonnige Lücken möglich. Der Wind frischt auf und kommt etwa nördlich der Linie Köln und Dresden in Böen stark bis mäßig aus westlichen Richtungen. Über exponierten Lagen, sowie an der Küste von Nord- und Ostsee ist auch mit Sturmböen zu rechnen. Die Temperaturen erreichen +4 bis +8 Grad und die Schneefallgrenze sinkt von 1.200 Meter bis zum Abend auf 500 bis 700 Meter ab.

Weiterlesen: Wetter November 2017 aktuelle Wettervorhersage vom 18.11.2017 - Die Milderung kommt, wie warm...

Das amerikanische Wettermodell machte den Winterfans in den letzten Tagen ein wenig Hoffnung auf einen Wintereinbruch bis auf tiefere Lagen herab, welcher unter günstigen Voraussetzungen auch bis in den Dezember 2017 hinein hätte anhalten können. Aber schon die Kontrollläufe deuteten es an, dass es sich beim amerikanischen Wettermodell entweder um einen frühen Trendsetter oder um einen viel zu kalten Ausreißer handelte. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis diese Simulationen sich anpassen würden, was bereits gestern Abend geschehen ist und heute erneut bestätigt wird.

Milde Luft in den letzten Herbsttagen

Der Herbst neigt sich seinem Ende entgegen und die Wettermodelle berechnen nun einheitlich Temperaturen, welche im Zeitraum vom 22. bis 27. November im Bereich zwischen +8 bis +15 Grad und örtlich noch darüber liegen können. Man ist also den Frühlingstemperaturen näher als den winterlichen.

Der Grund hierfür ist die atlantische Frontalzone, welche sich zwischen Island und England positionieren und im Verbund mit einem Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion die warmen Luftmassen nach Mitteleuropa führt. Bei uns intern führen wir den Spruch "warm gewinnt immer". Warum ist das aber so, warum haben Kaltlufteinbrüche über Deutschland seltener eine Chance? Das liegt daran, dass Deutschland in einer gemäßigten Klimazone liegt. Die durchschnittliche Temperatur über alle Wintermonate hinweg beträgt +0,2 Grad (inkl. der Nächte) und zeigt, dass das mit einem Kaltlufteinbruch gar nicht so einfach ist. In den letzten Jahren lagen die durchschnittlichen Wintertemperaturen bei etwa +1 Grad. Der Klimawandel trägt also dazu bei, dass richtig winterliche Großwetterlagen zunehmend seltener werden.

Typisches Dezemberwetter
Typisches Wetter Anfang Dezember

Wettertrend Dezember 2017

Wie aber könnte das Dezemberwetter ausfallen? Eine Mildphase hält sich zumeist 4 bis 7 Tage, bevor ein neuerlicher Wetterumschwung möglich ist. Häufiger hält sich die Großwetterlage aber noch etwas länger, was einen milden Dezemberstart zum heutigen Stand wahrscheinlicher macht. Das passt auch ganz gut zu den statistischen Beobachtungen der letzten Jahre. Ein Wintereinbruch ist demnach weniger wahrscheinlich als eine Tiefdruckdominanz mit milden Temperaturen. Erst im zweiten Dezemberdrittel zeigt sich häufiger einmal der Winter.

Die Wettermodelle lassen zum heutigen Stand den Spielraum für eine Veränderung der Großwetterlage zum Dezemberbeginn offen. Allen voran das europäische Wettermodell, welches die atlantische Frontalzone bereits zum 27. November wieder über Skandinavien berechnet. So hätte die Milderung lediglich einen Bestand von 4 Tagen. Im Wesentlichen gibt es aber drei wahrscheinliche Wetterentwicklungen.

  1. In der ersten Variante positioniert sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien und sorgt für ein wechselhaften, unbeständigen, windigen und gemäßigt kühlen Wettercharakter. Mit anderen Worten wäre eine turbulente Westwetterlage Anfang Dezember die wahrscheinlichste Variante hieraus.
  2. In der zweiten Option positioniert sich ein Tiefdrucksystem über der Barentssee und leitet mit hohem Luftdruck über Grönland und Island den Zustrom kühler, teils auch kalter Luftmassen nach Süden in Richtung Deutschland, Österreich und der Schweiz ein. Ein nasskalter bis winterlicher Dezemberstart wäre nach dieser Variante wahrscheinlicher.
  3. Die dritte Wetterentwicklung zeigt sich in einem altbewährten Muster. Hoher Luftdruck über der Mittelmeerregion bis über das östliche Europa und lässt die atlantische Frontalzone über Mitteleuropa auflaufen. In Folge dessen wäre mit einem milden Dezemberwetter zu rechnen.

Dezember 2017 zu warm?

Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten? Die viel zu warmen Luftmassen werden nicht ewig bestand haben, was zum heutigen Stand eine Normalisierung der Temperaturen Anfang Dezember wahrscheinlicher macht. Unterstützt wird dieser Trend von den Kontrollläufen. So liegt das Temperaturspektrum bspw. am 2. Dezember zwischen -4 bis +11 Grad bei einem Mittelwert von +6 Grad, welcher für Anfang Dezember als normal bewertet werden kann. Deutlicher zeigt sich das im nachfolgenden Diagramm.

Diagramm Temperaturen im Dezember 2017 vom 17.11.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Dezember 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Das Langfristmodell berechnet das Wetter im Dezember 2017 - zum heutigen Stand - mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad zu warm bis deutlich zu warm. In der Niederschlagsprognose zeigt sich ein leicht zu nasser Westen, sonst wenig Abweichungen gegenüber dem Sollwert. Heute Abend erfolgt ein kurzes Update der Wetterprognose Winter 2017/18 mit der Zusammenfassung des Tages.

Von Nordwest nach Südost zieht heute ein schwaches Niederschlagsband und sorgt für leichten und wenig ergiebigen Niederschlag, welcher bei Temperaturen von +2 bis +7 Grad oberhalb etwa 500 bis 800 Meter als Schnee niedergehen kann. Etwa nördlich der Linie von Köln und Dresden lockert die Bewölkung auf und die Sonne kann dort des Öfteren zum Vorschein kommen, was die Temperaturen auf +5 bis +10 Grad ansteigen lassen kann.

Weiterlesen: Wetter November 2017 aktuelle Wettervorhersage vom 17.11.2017 - Nach nasskalten Wetter kommt der...