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Wetterprognose Deutschland - Daten und Fakten

Wetter Winter -
Temperatur, Regen, Schnee & Sonne

Veröffentlicht: 12. Juni 2011
Aktualisiert: 20. Juni 2024

Die Winter der letzten zehn Jahre waren im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 allesamt zu warm (>= +0 Grad) - teils erheblich zu warm. Nach 10 zu warmen Wintern wird es doch mal wieder Zeit für einen normalen oder zu kalten Winter?

Der Winter ist für die meisten Hobby-Meteorologen die wohl spannendste Jahreszeit. Aber auch im alltäglichen Umfeld werden bereits im Herbst in den Massenmedien die ersten Schlagzeilen wie Jahrhundertwinter droht oder Horror-Winter steht bevor bemüht und ganz beliebt ist der allseits bekannte Bibber-Winter. Tatsache aber ist, dass die Winter der letzten Jahre immer wärmer werden und sog. Hochwinterphasen - sofern sie denn überhaupt noch eintreten - nicht von langer Dauer sind. Sehr zum Leidwesen aller Winterliebhaber. Einen echten Bibber-Winter hat es schon lange nicht mehr gegeben.

Wie verläuft das Wetter im Winter nach der Statistik und nach der Wahrscheinlichkeit?

Der Spätherbst und der Frühwinter kann Ende November Anfang Dezember schon für etwas Schnee sorgen. Für gewöhnlich aber legt der Winter erst im Zeitraum nach dem 10. Dezember los, bevor zur Weihnachtszeit die Wettersingularität des Weihnachtstauwetter einsetzt und bis zum Jahreswechsel anhalten kann. Nicht selten beginnt im Januar eine Umstellung der Großwetterlage in Richtung Hochwinter mit eisigen Temperaturen und einer geringeren Niederschlagsneigung. Hat sich der Winter hingegen bis zum 6. Januar nicht gezeigt, kommt nur selten einer nach, der seinem Namen auch gerecht wird.

Ist bis Dreikönig kein Winter, folgt keiner mehr dahinter.

Kann sich der Hochwinter sodann im letzten Januar-Drittel behaupten, setzt dieser sich zumeist auch noch im Februar fort. Zeigt sich hingegen nur eine schwache, oder gar keine hochwinterliche Phase, so ist auch im Februar nicht mehr viel vom Winterwetter zu erwarten. Eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine winterliche Phase zeigt sich nach der Statistik im Zeitraum vom 16. bis 25. Februar und sollte diese kräftig und stabil ausfallen, so ist der weniger wahrscheinliche Märzwinter möglich (Mythos Märzwinter).

Faktencheck Winter

Wetterprognose

Wie wird das Wetter im Winter 2023/24?

Rückblickend waren die vergangenen 12 Winter allesamt zu warm (Vergleich langjähriger Mittelwert mit Abweichung der Temperatur >= +0 Grad). Dabei konnten einige Winter noch so etwas wie winterliche Großwetterlagen vorweisen, während der Winter 2019/2020, 2020/21, 2021/22 und 2022/23 jeweils einen Totalausfall darstellte. Immerhin konnte der Winter 2020/21 phasenweise überzeugen und brachte mancherorts viel Neuschnee.

Ein kälteres Wetter im Winter 2023/2024?

Die Rahmenbedingungen der vergangenen Winter waren nahezu optimal und doch hat es nicht gereicht. Ein Major-Warming ist in dieser Wintersaison erst zum Ausklang des Winters im Februar zu erwarten. QBO-Ost wird man abwarten müssen, könnte aber für eine hochwinterliche Wetterphase tauglich sein, ist für den Moment aber weniger wahrscheinlich. Zudem ist die gestörte Zirkulation anfällig geworden, was eine Westwetterlage mit viel Niederschlag wahrscheinlicher macht. Ein milder Winter ist unter diesen Vorausstzungen - und erst recht mit der Klimaerhitzung - sehr wahrscheinlich.

Langfristmodell: ein zu warmer Winter

Das Langfristmodell gibt eine klare Richtung vor und die ist im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 um +2,0 bis +3,0 Grad deutlich zu warm. Gegenüber der - wärmeren - Messreihe von 1991 und 2020 ist eine Abweichung von +0,8 bis +1,8 Grad zu erwarten. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert deutlich positiv. Winterliche Wetterphasen sind nicht zwar auszuschließen, doch beschränken diese sich auf kürzere Zeiträume.

Wann beginnt der Winter?

  • Der meteorologische Winter beginnt mit dem 1. Dezember und endet mit dem Februar
  • Der kalendarische Winteranfang ist am 22. Dezember 2023 um 04:27 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ) und Winterende ist am 20. März 2024 um 04:05 Uhr (MEZ).
  • Die kalendarische Dauer des Winters beträgt 88 Tage, 23 Stunden und 35 Minuten.
  • Der Tag der Wintersonnenwende am 21./22. Dezember ist zugleich der kürzeste Tag des Jahres, danach werden die Tage auf der Nordhalbkugel wieder länger
Von Eiseskälte bis zu frühlingshaft mild

Die Temperaturen

Die Temperaturen haben im Winter - anders als im Sommer - eine enorme Bandbreite. Theoretisch sind Werte von -36 bis +24 Grad möglich - alles schon dagewesen. Doch häufiger zeigt sich der Winter mit einem Mittelwert von +0 bis +6 Grad schwankend über weite Strecken von seiner nasskalten Seite. Der sog. Flachlandwinter ist in den letzten 10 Jahren zu einer seltenen Erscheinung geworden und frustriert den einen oder anderen Winterfan zunehmend. Aber selbst in den mittleren Lagen schwinden die Schneetage.

Die Winter sind nicht immer zu warm

Bemüht man die Statistik und betrachtet die letzten Jahre, so fällt auf, dass die Winter Schwankungen aufweisen und keineswegs immer zu warm waren. Auffällig waren die Winter von 2009 bis 2011 mit dem spektakulären Winter 2010 und der weißen Weihnacht.

Die höchste Temperatur

Am 16.12.1989 wurde mit +24 Grad in Mühlheim (Baden) aufgestellt, aber auch der Januar kann mit +20,7 Grad glänzen. Der Februar schaffte es immerhin auf +23,1 Grad. Temperaturen von +20 bis +24 Grad werden als frühsommerlich warm definiert. Doch lange halten solche Extremwerte im Winter nicht und sind häufig Föhn bedingt.

Die tiefsten Werte

Der Dezember schaffte es auf einen Tiefstwert von -32,4 Grad, der Januar auf -33,5 Grad und der kälteste Wert in einem Winter wurde mit -36,3 Grad im Februar aufgestellt.

Der wärmste Winter

Der bislang über Deutschland wärmste Winter wurde im Jahr 2007 mit einer Abweichung von +4,1 Grad registriert. Die durchschnittliche Temperatur betrug damals +4,3 Grad. Nicht schlecht war der Winter 2019/20 mit einer Abweichung von +3,9 Grad. In Summe aber zeigen sich immer wärmer werdende Winter in immer kürzeren Abständen.

Der Jahrhundert-Winter

Auch wenn die Medien fast jedes Jahr einen neuen Jahrhundert-Winter ausrufen - es gab bislang nur einen, der es verdient hat, so benannt zu werden. Im Winter 1962/63 lag die durchschnittliche Temperatur bei -5,43 Grad und die Abweichung zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 betrug -5,63 Grad.

Die Temperaturen im Winter - Eisig kalt bis frühsommerlich warm. Der Winter hat eine enorme Temperaturspanne
  • Durchschnittliche Temperatur
    +0,2 Grad
  • Wärmster Winter
    +4,3 Grad (2007)
  • Kältester Winter
    -5,43 Grad (1962/63)
  • Höchste Temperatur im Winter
    +24,0 Grad
  • Niedrigste Temperatur im Winter
    -36,2 Grad
  • Durchschnittliche Anzahl Eistage
    21,1
  • Durchschnittliche Anzahl Frosttage
    55
  • Anzahl Sommertage
    Null

Wettersingularitäten im Winter

  • Ende Oktober der erste Schnee möglich
  • Schneit es Ende Oktober, so steigt die Wahrscheinlichkeit für einen milden Winter
  • Erste Chancen auf richtiges Winterwetter im zweiten Dezemberdrittel
  • Weihnachtstauwetter häufig in der letzten Dezember-Dekade
  • Wenn kein Winter bis 6. Januar, so folgt auch kein richtiger mehr nach
  • Hochwinter häufig ab dem 10. Januar
  • Hält sich der Hochwinter bis Ende Januar, so besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen winterlichen Februar
  • Hält sich der Winter bis zum 25. Februar, so ist häufiger ein Märzwinter (meist bis 10. März) zu erwarten
  • Der Dezember (Durchschnitt: +0,8 Grad) zählt zu den wärmsten der drei Wintermonate (Januar -0,5 und Februar +0,4 Grad). Man sollte also nicht zu viel vom ersten Wintermonat Dezember erwarten
  • Spätestens Ende Oktober auf Winterreifen wechseln
  • Die kürzesten Tage im Winter sind im Zeitraum vom 19. bis 25. Dezember mit einer Tageslänge von 7 Stunden und 44 Minuten zu erwarten
  • Die Wintersonnenwende ist am 21. Dezember - ab diesem Datum werden die Tage bis zum 21. Juni wieder heller
Nach der Wintersonnenwende wird es wieder heller

Die Sonne

Die Sonne hat im Winter - aufgrund des flachen Sonnenstandes - nur wenig Kraft. Selbst ganztägiger Sonnenschein schafft es nach einer frostigen Nacht kaum mehr, die Temperaturen nennenswert nach oben zu bewegen.

Durchschnittliche Sonnenscheindauer

Im Zeitraum von 1930 an betrug die durchschnittliche Sonnenscheindauer im gesamten Winter 164 Stunden. Pro Monat also gerade einmal 54 Stunden. Den wenigsten Sonnenschein gab es im Winter 2011/12 mit 92,93 Stunden. Vergleichsweise viel gab es 1948/49 mit 236 Stunden. Zum Vergleich: Im Sommer beträgt die durchschnittliche Sonnenscheindauer 638,93 Stunden!

Der niedrige Sonnenstand begünstigt Nebel und Hochnebel, ebenso wie dunstige Wetterlagen. Auch Inversionswetterlagen treten im Winter häufiger auf.

Die Sonnenscheindauer nimmt ab

Zum meteorologischen Winteranfang am 1. Dezember beträgt die Sonnenscheindauer 8 Stunden und 05 Minuten. Am kürzesten Tage - der Wintersonnenwende - beträgt die Tageslänge 7 Stunden und 44 Minuten.

Und wieder zu

Ende Januar sind es schon 9 Stunden und 07 Minuten und am Ende des Winters beträgt die Tageslänge 10 Stunden und 55 Minuten.

Wetter Winter - Die dunkelsten Monate im Jahr
  • Sonnen­scheindauer Anfang Dezember
    8 Stunden 05 Minuten
  • Sonnen­scheindauer Ende Januar
    9 Stunden 07 Minuten
  • Sonnen­scheindauer Ende Februar
    10 Stunden 55 Minuten
  • Kürzester Tag
    7 Stunden 44 Minuten
  • Dunkelster Winter
    92,3 Stunden
  • Hellster Winter
    236 Stunden
  • Durch­schnittliche Sonnenschein­dauer
    153 Stunden

Definitionen zum Winterwetter

  • Was ist ein Wintertag?
    Die Temperaturen steigen nicht über +0 Grad an
  • Wintertage
    sind vor allem über den Ballungsräumen im Nordwesten und Westen seltener als über dem Süden und Osten
  • Was ist Frost, mäßiger und strenger Frost?
    Bodenfrost beginnt schon bei leichten Plusgraden, Luftfrost ist definiert in 2 Meter Höhe ab 0 Grad, leichter Frost bis -5 Grad, mäßiger Frost bis -10 Grad, strenger Frost bis -15 und sehr strenger Frost alles unter -15 Grad
  • Was ist ein Eistag?
    Als Eistag sind die Tage zu bewerten, an dem die Temperatur nicht über die +0 Grad Marke ansteigt
  • Was ist ein Frosttag?
    Die Temperatur sinkt in der Nacht unter 0 Grad in den Frostbereich ab, steigt am Tage aber in den positiven Bereich an
Schnee, Schneeregen und Regen

Der Niederschlag

Im Durchschnitt erreicht die Niederschlagssumme im Winter 180 l/m² (Sommer: 239 l/m²) und damit beinhaltet er zugleich die niederschlagsärmsten Monate des ganzen Jahres.

Wenig Niederschlag im Winter

Der Grund für die geringere Niederschlagsneigung ist die zunehmend kälter werdende Luft, die zum einen weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann und zudem noch Hochdruckgebiete - vor allem die kontinentalen - begünstigt.

Trockene Winter

Im Winter 1890/91 gab es mit 66,51 l/m² den wenigsten Niederschlag, aber auch der Winter 1971/72 zeigte sich mit 67,30 l/m² sehr trocken.

Sehr nasse Winter

Setzt sich im Winter die sog. Westwetterlage durch, so kann auch einiges an Niederschlag zusammen kommen. Die höchste Niederschlagssumme wurde im Winter 1947/48 mit 298,12 l/m² gemessen. In diesem Winter wurde zudem mit 33,51 l/m² die höchste Tagesniederschlagsmenge im Flächenmittel registriert. In jüngerer Zeit stach mit 221 l/m² der Winter 2019/2020 hervor.

Wetter Winter - Im Vergleich zum Sommer fällt im Winter wenig Niederschlag
  • Durch­schnittlicher Nieder­schlag
    180 l/m²
  • Höchste Niederschlags­mengen
    289,12 l/m²
  • Niedrigste Niederschlags­mengen
    66,51 l/m²
  • Schneefall
    Häufiger möglich - Schwerpunkt liegt im Dezember und Februar
Der Schnee: Gewünscht, geliebt und gehasst

Der Schnee

Der Schnee wird vor allem von den Kindern geliebt, doch gibt es auch zahlreiche Erwachsene, die den Schnee lieben. Besonders besinnlich sind die Tage, an denen der Schnee den Alltagslärm dämpft und man die Tage ruhiger angehen lässt. Andererseits ist der Schnee - hauptsächlich im Berufsverkehr - eine unerwünschte Begleiterscheinung im Winter. Und man stellt mal wieder fest: Das Wetter kann es niemanden recht machen.

Der Flachlandwinter

Die Winter der letzten 20 Jahre sind deutlich wärmer geworden. Im Schnitt um +1,5 Grad. Das erklärt, warum die Schneefallgrenze sich von den unteren mittleren Lagen (300-500 Meter) in die höheren mittleren Lagen (500 - 800 Meter) verlagert hat und eine geschlossene Schneedecke - und damit der Flachlandwinter - in tieferen Lagen (0- 300 Meter) seltener geworden ist. In den letzten Wintern aber ist die geschlossene Schneedecke auch ab den mittleren Lagen auffällig rückläufig

Schneetage

Durchschnittlich bringt es ein Winter auf 34,9 Tage (91/20: 23,7 Tage), an denen eine Schneedecke vorhanden ist. In den vergangenen 30 Jahren hat die Anzahl der Schneetage um -11,2 Tage abgenommen, was einen Flachlandwinter nur noch unter optimalen Bedingungen möglich macht. Im Winter 1967/68 gab es mit 44 die meisten Schneetage. In jüngster Zeit sticht der Winter 2008/09 mit 30,2 Schneetagen hervor. Im Winter 2020/21 gab es 28 Schneetage.

Die wenigsten Schneetage gab es mit 3,7 Tagen im Winter 2019/20 - Rekord!

Weiße Weihnachten weniger wahrscheinlich

Interessant wird es in der Vorweihnachtszeit - klappt es mit einer weißen Weihnacht, oder wird es doch nur wieder grün? In 15 bis 20 Prozent der Fälle sind weiße Weihnachten zu erwarten (in tieferen Lagen sogar nur zu 12,5 Prozent), was in etwa bedeutet, dass nur alle acht Jahre weiße Weihnachten möglich sind (mehr dazu: Wetter Weihnachten || Mythos Weihnachtstauwetter).

Wetter Winter - Der Schnee ist im Winter gern gesehen
© Martin Bloch
  • Durch­schnittliche Schneetage
    34,9 Tage (61/90)
    23,7 Tage (91/20)
  • Schneeärmster Winter
    3,7 Tage (2019/20)
  • Höhenlage mit Winterwetter
    ab 500 Meter
  • Flachlandwinter
    Wenig wahrscheinlich
  • Höchste Schneemenge Tal / Berg
    330 cm (1941) / 770 cm (1948)
Die Zeit der Winterstürme

Extremwetter­ereignisse

Berühmt und berüchtigt sind die Wetterkapriolen im Winter, wenn mit einem kräftigen Schneeschauer, einem Kaltlufteinbruch, oder gar einem Wintergewitter kurzzeitig das öffentliche Leben aus dem Tritt gebracht wird. Binnen Minuten können durch einen heftigen Wintereinbruch Verkehrsinfrastrukturen stark beeinträchtigt werden.

Stürmische Turbulenzen

Aber nicht nur das - gerade durch die häufigen Temperaturwechsel im Früh- und Spätwinter ergeben sich enorme Temperaturgegensätze, was gerade entlang der Luftmassengrenze zu turbulenten Wettererscheinungen führen kann.

Von Extremschneefall hin zu Dauerregen und stürmischen Winden ist alles möglich. In Erinnerung aber bleibt der Orkan Lothar am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999, der vordergründig über dem Süden wütete. Die Spitzenwindgeschwindigkeit aber wurde am 27. Februar 1990 mit 265 km/h über dem Wendelstein registriert.

Luftmassengrenzen und Schnellläufer

Auf diese zwei Phänomene sind im Winter zu achten. Immer wenn es um Luftmassengrenzen, Schnellläufer oder Randtiefentwicklungen geht, sind Extremwetterereignisse zu erwarten.

Wetter Winter - Binnen kürzester Zeit alles weiß

Statistik

Die Abweichung der Temperaturen der letzten 10 Jahre im Vergleich
WinterTem­peraturAb­weichung 61/90
(91/20)
+2,0 bis +3,0 Grad
+1,8 bis +2,8 Grad
(+0,6 bis +1,6 Grad)
+2,9 Grad
+2,64 Grad
(+1,44 Grad)
+3,24 Grad
+3,0 bis
(+1,8 Grad)
+1,83 Grad
+1,6 Grad
(+0,4 Grad)
+4,1 Grad
+3,9 Grad
(+2,7 Grad)
+2,8 Grad
+2,6 Grad
(+1,4 Grad)
+1,6 Grad
+1,4 Grad
(+0,2 Grad)
+1,0 Grad
+0,8 Grad
(-0,4 Grad)
+3,6 Grad
+3,4 Grad
(+2,2 Grad)
+1,9 Grad
+1,7 Grad
(+0,5 Grad)
+3,3 Grad
+3,1 Grad
(+1,9 Grad)
+0,3 Grad
+0,1 Grad
(-1,1 Grad)
Wetter Winter - Schnee und eisige Wintertemperaturen
Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Winter der letzten 20 Jahre

Der Rekordwinter aus dem Jahre 2007 brachte es gegenüber dem langjährigen Mittelwert auf eine Abweichung von +4,18 Grad. Auffällig aber war, dass es weiterhin kältere - und aufeinander folgende - Winterphasen gab (2009-2013). Das hat sich aber in den letzten Jahren geändert.

Regelmäßigkeiten haben ihre Gültigkeit verloren

Man sagt in der Statistik, dass einem zu warmen Winter ein weiterer zu warmer Winter folgt. Erst im dritten oder vierten Jahr folgt wieder ein normaler bis zu kalter Winter nach, wobei der darauffolgende Winter wieder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit hat, zu kalt auszufallen.

Diese Regelmäßigkeit, bzw. Abhängigkeiten sind in den letzten 20 Jahren so nicht mehr erkennbar und vertretbar. Schuld ist die Klimaerhitzung.

Winter zu warm

Anders formuliert liegt die Wahrscheinlichkeit nach der Statistik der letzten 20 Jahre für einen zu kalten Winter bei 15 Prozent, für einen normalen Winter bei 15 Prozent und für einen zu warmen Winter bei 70 Prozent. Das Ergebnis ist also eindeutig und für Freunde des Winterwetters ernüchternd.


Deutschlandwetter im Winter - Klimatabelle

Temperatur (ohne Nachtwerte), Regen, Regentage, Sonne, Schneetage und Wintertage (Eistage) gegenüber dem Mittelwert 1961 und 1990. In Klammer der Mittelwert von 1991 und 2020
Bundesland Temperatur
(Grad)
Regen
(l/m²)
Regentage
(>1 l/m²)
Sonne
(Stunden)
Schneetage
(Tage)
Wintertage
(Tage)
Brandenburg
(Potsdam) / Berlin
+8,9
(+10,0)
121
(130,5)
28,3
(30)
151
(168)
32,0
(20,2)
23,7
(16,9)
Baden-Württemberg
(Stuttgart)
+9,2
(+10,3)
217,2
(223,1)
34
(34)
173
(196)
40,5
(28,9)
22,1
(16,7)
Bayern
(München)
+8,0
(+9,26)
191,4
(196,2)
32,6
(33,5)
175
(190)
49,7
(36,5)
28,6
(21,8)
Hessen
(Wiesbaden)
+9,0
(+10,0)
174,9
(183,5)
32,7
(34,0)
139
(152)
32,5
(20,0)
21,6
(15,7)
Mecklenburg-Vorpommern
(Schwerin)
+8,3
(+9,5)
127,5
(145,5)
29,9
(31,3)
144
(150)
32,4
(19)
23,9
(15,6)
Niedersachsen
(Hannover) / Bremen / Hamburg
+9,6
(+10,6)
170,1
(196)
33,9
(36,6)
140
(151)
25,4
(14,5)
18,9
(12,5)
Nordrhein-Westfalen
(Düsseldorf)
+10,35
(+11,0)
217,7
(237,9)
36,8
(39,1)
156
(169)
24,1
(14,7)
14,7
(10,0)
Rheinland-Pfalz
(Mainz)
+9,8
(+10,5)
189,6
(206,2)
33,7
(35,3)
149
(162)
28,1
(18,3)
18,3
(13,2)
Schleswig-Holstein
(Kiel)
+8,6
(+9,5)
175,7
(204)
33,7
(36,5)
139
(143)
26,4
(14,4)
19,1
(12,0)
Saarland
(Saarbrücken)
+9,7
(+10,4)
238,8
(271,8)
36,2
(38,7)
157
(168)
25,1
(17,0)
16,9
(11,5)
Sachsen
(Dresden)
+8,6
(+9,8)
146,4
(153,7)
31,1
(32,9)
167
(190)
39,7
(31,4)
26,4
(20,4)
Sachsen-Anhalt
(Magdeburg)
+9,2
(+10,4)
109
(124)
26,1
(28,7)
149
(179)
29,2
(18,9)
23,0
(16,3)
Thüringen
(Erfurt)
+8,0
(+9,5)
123,8
(147,4)
27,8
(30,8)
154
(170)
36,9
(29,2)
30,1
(21,6)
Deutschland +9,0
(+10,0)
174,6
(188,9)
32,3
(34,1)
157
(172)
34,9
(23,7)
22,7
(16,3)

Temperaturabweichung im Winter der letzten 20 Jahre gegenüber dem Mittelwert
Klimadiagramm Winter der letzten 20 Jahre
Rückblick - Bilanz

Wie war das Wetter im Winter 2022/23?

Ein erheblich warmer Winter

Ungewöhnlich war auch der Winter 2022/2023. Es war der 12. Winter in Folge, der zu warm ausfiel. Es war zudem auch ein Winter, der im Hinblick auf Schnee, Eis und Frost in tieferen und mittleren Lagen nahezu ein Totalausfall war. Und die Ursache hierfür ist klar definiert - die Klimaerhitzung.

Im Flächenmittel erzielte der Winter eine durchschnittliche Temperatur von +2,87 Grad und war im Vergleich zum vieljährigen Klimamittel von 1961 und 1990 um +2,64 Grad zu warm. Im Vergleich zur - wärmeren - Periode von 1991 und 2020 war der Winter 2022/2023 um +1,44 Grad zu warm - und das ist schon eine Hausnummer.

Ein etwas zu nasser Winter

Am Ende erreichte der Winter eine Niederschlagssumme von 180,2 l/m² und erfüllte sein Niederschlagssoll zu 104 Prozent.

Ungewöhnlich wenig Schneetage

An gerade einmal 14,3 Tagen (normal 34,9 Tage) gab es im Flächenmittel eine Schneedecke zu bestaunen. Damit wurde der Sollwert nur zu 41 Prozent erreicht. Der eine oder andere mag sich an die komischen Bilder aus den Skiregionen erinnern.

Ausgeglichene Sonnenscheindauer

In Summe brachte es der Winter auf durchschnittlich 162,3 Sonnenstunden und erfüllte seinen Sollwert zu rund 103 Prozent.

Weitere Daten und Fakten finden Sie im Wetterrückblick Wetter Winter 2022/23.

Häufige Fragen zum Wetter im Winter

Wie wird der Winter 2023/2024?

Rückblickend waren die vergangenen 12 Winter allesamt zu warm (Vergleich langjähriger Mittelwert mit Abweichung der Temperatur >= +0 Grad). Dabei konnten einige Winter noch so etwas wie winterliche Großwetterlagen vorweisen, während der Winter 2019/2020, 2020/21, 2021/22 und 2022/23 jeweils einen Totalausfall darstellte. Immerhin konnte der Winter 2020/21 phasenweise überzeugen und brachte mancherorts viel Neuschnee.

Ein kälteres Wetter im Winter 2023/2024?

Die Rahmenbedingungen der vergangenen Winter waren nahezu optimal und doch hat es nicht gereicht. Ein Major-Warming ist in dieser Wintersaison erst zum Ausklang des Winters im Februar zu erwarten. QBO-Ost wird man abwarten müssen, könnte aber für eine hochwinterliche Wetterphase tauglich sein, ist für den Moment aber weniger wahrscheinlich. Zudem ist die gestörte Zirkulation anfällig geworden, was eine Westwetterlage mit viel Niederschlag wahrscheinlicher macht. Ein milder Winter ist unter diesen Vorausstzungen - und erst recht mit der Klimaerhitzung - sehr wahrscheinlich.

Langfristmodell: ein zu warmer Winter

Das Langfristmodell gibt eine klare Richtung vor und die ist im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 um +2,0 bis +3,0 Grad deutlich zu warm. Gegenüber der - wärmeren - Messreihe von 1991 und 2020 ist eine Abweichung von +0,8 bis +1,8 Grad zu erwarten. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert deutlich positiv. Winterliche Wetterphasen sind nicht zwar auszuschließen, doch beschränken diese sich auf kürzere Zeiträume.

Mehr dazu in der Wetterprognose Winter 2023/2024.

Wie ist das Wetter im Winter in Deutschland?

Die ersten Schneeflocken gibt es mit dem Herbst, bzw. im Spätherbst. Richtig winterlich aber wird es frühestens zur zweiten Dezember-Dekade, bevor das Weihnachtstauwetter die Schneepracht wieder dahinschmelzen lässt.

Der Januar ist dann für den Hochwinter verantwortlich - der meist in Form eines kalten und trockenen Kontinentalhochs in Erscheinung tritt. Läuft der Hochwinter auf vollen Touren, so kann er weite Teile des Februars mit beeinflussen. Fällt der Hochwinter aus und hat es bis zum 6. Januar so gut wie keine winterlichen Wettererscheinungen gegeben, ist vom Winter auch nicht mehr allzu viel zu erwarten - außer ein Polarwirbelsplit, oder ein Major-Warming in Stratosphärenhöhe reißen das Ruder nochmals herum.