Wie wird der Winter 2017/2018?

Die aktuell zur Verfügung stehenden Simulationen der Langfristmodelle lassen einen normalen Temperaturverlauf im Winter 2017/18 erwarten, welcher im Trend auch zu warm ausfallen kann. Mehr dazu unter den täglichen Wetterprognosen zum Wetter Winter 2017/2018, welche wir ab Mitte August täglich aktualisieren werden.

Der Winter ist für die meisten Wetterinteressierten der wohl spannendste Monat. Aber auch im alltäglichen Umfeld werden bereits im Herbst in den Massenmedien die ersten Schlagzeilen wie "Jahrhundertwinter droht" oder "Horror-Winter steht bevor"; und ganz beliebt ist der allseits bekannte "Bibber-Winter" oder gar eine "Königskerze" und wir hoffen nun an diese Stelle keine Namensrechte verletzt zu haben. Tatsache aber ist, dass die Winter der letzten Jahre immer wärmer werden und sog. Hochwinterphasen - sofern sie denn überhaupt eintreten - nicht von langer Dauer sind.

Wann ist der Winterbeginn?

  • Meteorologisch beginnt der Winter im Dezember und endet mit dem Februar
  • Der kalendarische Winteranfang ist am 21. Dezember 17:28 MEZ und Winterende ist am 20. März 17:15 MEZ
  • Der Tag der Wintersonnenwende am 21./22. Dezember ist zugleich der kürzeste Tag des Jahres, danach werden die Tage auf der Nordhalbkugel wieder länger

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Wie verläuft das Wetter im Winter nach der Statistik am wahrscheinlichsten?

Er kann Ende November/Anfang Dezember schon für etwas Schnee sorgen, legt für gewöhnlich aber erst im Zeitraum nach dem 10. Dezember los, bevor zur Weihnachtszeit die Wettersingularität des sog. Weihnachtstauwetter einsetzen und bis zum Jahreswechsel an Silvester anhalten kann. Nicht selten beginnt in der ersten Januar Woche eine Umstellung der Großwetterlage in Richtung Hochwinter mit eisigen Temperaturen und wenig Niederschlag.
Kann sich der Hochwinter sodann im letzten Januardrittel behaupten, setzt dieser sich zumeist auch noch im Februar fort. Zeigt sich hingegen nur eine schwache, oder gar keine hochwinterliche Phase, so ist auch im Februar nicht mehr viel vom Winterwetter zu erwarten. Eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine winterliche Phase zeigt sich nach der Statistik im Zeitraum vom 16./25. Februar und sollte diese kräftig und stabil ausfallen, so ist der weniger wahrscheinliche Märzwinter möglich.

Wettersingularitäten im Winter

Wettersingularitäten sind häufig wiederkehrende Ereignisse. Diese sind im Winter:

  • Ende Oktober häufiger schon Schneefall möglich
  • Schneit es Ende Oktober, so steigt die Wahrscheinlichkeit für einen milden Winter
  • Erste richtige Chance auf Winterwetter im zweiten Dezemberdrittel
  • Weihnachtstauwetter häufig im letzten Dezemberdrittel
  • Wenn kein Winter bis 6. Januar, so folgt auch keiner richtiger mehr nach
  • Hochwinter häufig ab dem 10. Januar
  • Hält sich der Hochwinter bis Ende Januar, so besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen winterlichen Februar
  • Hält sich der Winter bis zum 25. Februar, so ist ein Märzwinter (meist bis 10. März) häufiger zu erwarten
  • Der Dezember (Durchschnitt: +0,8 Grad) zählt zu den wärmsten der drei Wintermonate (Januar -0,5 und Februar +0,4 Grad). Man sollte also nicht zu viel vom ersten Wintermonat Dezember erwarten

Statistik zum Winter

Die Durchschnittstemperatur im Winter beträgt über Deutschland +0,2 Grad (Sommer: +16,3 Grad) bei einer durchschnittlichen Niederschlagssumme von 180 l/m² (Sommer: 239 l/m²). Bemüht man die Statistik und betrachtet die letzten Jahre, so fällt auf, dass die Winter durchaus Schwankungen aufweisen und keineswegs immer zu warm ausfallen. Es gibt sie also noch, die kälteren Winter. Aber: die Durchschnittstemperatur der letzten 20 Jahre lag im Winter mit rund +1,2 Grad etwa um +1 Grad über dem langjährigen Mittelwert. Das erklärt nun, warum die Schneefallgrenze sich von den unteren mittleren Lagen (300-500 Meter) in die höheren mittleren Lagen (500 - 800 Meter) verlagert hat und eine geschlossene Schneedecke und damit der Flachlandwinter in tieferen Lagen (0- 300 Meter) immer seltener wird. Der bislang über Deutschland wärmste Winter wurde im Jahr 2007 registriert mit einer Abweichung von +4,1 Grad. Die durchschnittliche Temperatur betrug damals +4,38 Grad.

Definitionen zum Winterwetter

  • Was ist ein Wintertag? Wenn die Temperaturen nicht über +0 Grad ansteigen
  • Was ist Frost, mäßiger und strenger Frost? Bodenfrost beginnt schon bei leichten Plusgraden, Luftfrost ist definiert in 2 Meter Höhe ab 0 Grad, leichter Frost bis -5 Grad mäßiger Frost bis -10 Grad, strenger Frost bis -15 und sehr strenger Frost alles unter -15 Grad
  • Wintertage sind vor allen in den Ballungsräumen im Nordwesten und Westen, seltener als über dem Süden und Osten

Wetterkapriolen im Winter

Berühmt und berüchtigt sind die Wetterkapriolen im Winter, wenn mit einem kräftigen Schneeschauer, einem Kaltlufteinbruch, oder gar einem Wintergewitter kurzzeitig das öffentliche Leben aus dem "Tritt" gebracht wird. Binnen Minuten können Verkehrsinfrastrukturen durch einem Wintereinbruch stark beeinträchtigt werden.

Weiße Weihnachten weniger wahrscheinlich

Interessant ist der Winter vor allem in der Vorweihnachtszeit - klappt es mit weiße Weihnachten, oder wird es doch nur wieder grün? In 15-20 Prozent der Fälle sind weiße Weihnachten zu erwarten (in tieferen Lagen sogar nur 12,5 Prozent), was in etwa bedeutet, dass nur alle 8 Jahre weiße Weihnachten möglich sind (mehr dazu: Wetter Weihnachten).

Klimawandel: Winter werden immer wärmer

Der kälteste Winter war mit einem Temperaturmittelwert von -6,6 der Winter von 1829/30 und sucht man bei Google, so bekommt man einige interessante Einblicke auf diesen tatsächlichen Jahrhundertwinter. Dagegen werden in Deutschland die Winter in den letzten 20 Jahren immer wärmer und die durchschnittliche Temperatur betrug rund +1,2 Grad. Was der Grund hierfür ist? Der Klimawandel - besonders eindrucksvoll in folgender Grafik dargestellt.

Die Abweichung der Temperaturen Winter der letzten 10 Jahre im Vergleich

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1980
Winter Tem­peratur Ab­weichung
Winter 2017 +0,9 Grad +0,7 Grad
Winter 2016 +3,6 Grad +3,4 Grad
Winter 2015 +1,9 Grad +1,7 Grad
Winter 2014 +3,3 Grad +3,1 Grad
Winter 2013 +0,3 Grad +0,1 Grad
Winter 2012 +1,1 Grad +0,9 Grad
Winter 2011 -0,6 Grad -0,8 Grad
Winter 2010 -1,3 Grad -1,1 Grad
Winter 2009 -0,2 Grad -0,4 Grad
Winter 2008 +3 Grad +2,8 Grad

Temperaturabweichung der letzten 20 Winterjahre gegenüber dem Mittelwert

Temperaturabweichung der letzten 20 Winterjahre gegenüber dem Mittelwert

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