Fakten und Daten
Aktuelle Wettervorhersagen
Die Temperaturen im Winter zeigen – im Gegensatz zum Sommer – eine enorme Bandbreite. Theoretisch sind Werte von -36 bis +24 Grad möglich, alles schon vorgekommen. Häufig präsentiert sich der Winter mit einem Mittelwert von +2 bis +10 Grad und schwankt über weite Strecken im nasskalten Bereich. Der sogenannte Flachlandwinter ist in den letzten zehn Jahren zur Seltenheit geworden und sorgt bei Winterfans zunehmend für Frust. Selbst in den mittleren Lagen sinkt die Zahl der Schneetage stetig.
Die Winter sind nicht immer zu warm
Ein Blick in die Statistik der vergangenen Jahre zeigt deutliche Schwankungen – die Winter waren keineswegs immer zu warm. Besonders auffällig waren die Jahre 2009 bis 2011 mit dem markanten Winter 2010 und einer weißen Weihnacht.
Die höchste Temperatur
Am 16.12.1989 wurden in Mühlheim (Baden) +24 Grad gemessen. Auch der Januar glänzte bereits mit +20,7 Grad, und der Februar erreichte immerhin +23,1 Grad. Temperaturen zwischen +20 und +24 Grad gelten als frühsommerlich warm. Solche Extremwerte halten im Winter jedoch selten lange an und sind häufig Föhn bedingt.
Die tiefsten Temperaturen
Im Dezember wurde ein Tiefstwert von -32,4 Grad gemessen, im Januar -33,5 Grad und den kältesten Wert eines Winters stellte der Februar mit -36,3 Grad auf.
Die höchsten Temperaturen
Der bislang wärmste Winter in Deutschland wurde 2007 registriert, mit einer Abweichung von +4,1 Grad und einer Durchschnittstemperatur von +4,3 Grad. Beachtlich war auch der Winter 2019/20 mit +3,9 Grad Abweichung. Insgesamt treten immer wärmere Winter in immer kürzeren Abständen auf.
Der Jahrhundert-Winter
Auch wenn die Medien fast jedes Jahr einen neuen Jahrhundert-Winter ankündigen, verdient nur einer diese Bezeichnung wirklich: Im Winter 1962/63 lag die Durchschnittstemperatur bei -5,43 Grad, mit einer Abweichung von -5,63 Grad zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990.
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+0,2 Grad
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+4,3 Grad (2007)
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-5,43 Grad (1962/63)
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+24,0 Grad
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-36,2 Grad
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21,1
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55
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Null
Die Sonne hat im Winter – aufgrund des flachen Sonnenstandes – nur geringe Kraft. Selbst an einem ganzen Tag voller Sonnenschein gelingt es nach einer frostigen Nacht kaum, die Temperaturen spürbar ansteigen zu lassen.
Durchschnittliche Sonnenscheindauer
Seit 1930 liegt die durchschnittliche Sonnenscheindauer im gesamten Winter bei 164 Stunden – pro Monat also lediglich rund 54 Stunden. Am wenigsten Sonnenstunden gab es im Winter 2011/12 mit nur 92,93 Stunden. Besonders sonnig war dagegen der Winter 1948/49 mit 236 Stunden. Zum Vergleich: Im Sommer erreicht die durchschnittliche Sonnenscheindauer 638,93 Stunden!
Der niedrige Sonnenstand begünstigt Nebel und Hochnebel sowie dunstige Wetterlagen. Auch Inversionswetterlagen treten im Winter deutlich häufiger auf.
Die Sonnenscheindauer nimmt ab
Zum meteorologischen Winteranfang am 1. Dezember beträgt die Sonnenscheindauer 8 Stunden und 05 Minuten. Am kürzesten Tag des Jahres – zur Wintersonnenwende – sinkt die Tageslänge auf 7 Stunden und 44 Minuten ab.
Zunehmende Sonnenscheindauer
Ende Januar liegt sie bereits bei 9 Stunden und 07 Minuten und zum Ende des Winters erreicht die Tageslänge 10 Stunden und 55 Minuten.
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8 Stunden 05 Minuten
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9 Stunden 07 Minuten
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10 Stunden 55 Minuten
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7 Stunden 44 Minuten
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92,3 Stunden
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236 Stunden
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153 Stunden
Im Durchschnitt beträgt die Niederschlagssumme im Winter 180 l/m² (Sommer: 239 l/m²), womit diese Jahreszeit die niederschlagsärmsten Monate verzeichnet.
Wenig Niederschlag im Winter
Die geringere Niederschlagsneigung resultiert aus der zunehmend kälteren Luft, die weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann. Zusätzlich fördern vor allem kontinentale Hochdruckgebiete trockene Wetterlagen.
Trockene Winter
Im Winter 1890/91 wurden mit 66,51 l/m² die geringsten Niederschlagsmengen gemessen. Auch der Winter 1971/72 erwies sich mit 67,30 l/m² als sehr trocken.
Sehr nasse Winter
Setzt sich im Winter die sogenannte Westwetterlage durch, kann es zu deutlich höheren Niederschlagsmengen kommen. Die höchste Niederschlagssumme wurde im Winter 1947/48 mit 298,12 l/m² gemessen. In diesem Winter erreichte die Tagesniederschlagsmenge im Flächenmittel zudem ein Maximum von 33,51 l/m². In jüngerer Zeit fiel der Winter 2019/2020 mit 221 l/m² besonders auf.
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180 l/m²
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289,12 l/m²
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66,51 l/m²
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Häufiger möglich - Schwerpunkt liegt im Dezember und Februar
Der Schnee fasziniert besonders Kinder, doch auch viele Erwachsene erfreuen sich daran. Besonders stimmungsvoll sind jene Tage, an denen der Schnee den Alltagslärm dämpft und Ruhe einkehrt. Andererseits wird Schnee – vor allem im Berufsverkehr – oft als lästige Begleiterscheinung empfunden. Und wieder einmal zeigt sich: Das Wetter kann es niemandem recht machen.
Der Flachlandwinter
Die Winter der vergangenen 20 Jahre sind im Durchschnitt um +1,7 Grad wärmer geworden. Dadurch hat sich die Schneefallgrenze von den unteren mittleren Lagen (300–500 Meter) in die höheren mittleren Lagen (500–800 Meter) verlagert. Eine geschlossene Schneedecke – und damit der klassische Flachlandwinter – ist in tieferen Lagen (0–300 Meter) seltener geworden. In den letzten Wintern zeigt sich zudem, dass selbst in den mittleren Lagen immer häufiger auf eine durchgehende Schneedecke verzichtet werden muss.
Schneetage
Im Mittel verzeichnet ein Winter 34,9 Tage (91/20: 23,7 Tage) mit geschlossener Schneedecke. In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Zahl der Schneetage um 11,2 Tage verringert, was einen Flachlandwinter nur noch unter idealen Bedingungen möglich macht. Der Winter 1967/68 hält mit 44 Schneetagen den Spitzenwert. Jüngst fällt der Winter 2008/09 mit 30,2 Schneetagen auf, während der Winter 2020/21 auf 28 Schneetage kam.
Den Negativrekord hält der Winter 2019/20 mit nur 3,7 Schneetagen – Rekord!
Weiße Weihnachten weniger wahrscheinlich
Besonders in der Vorweihnachtszeit stellt sich die Frage: Gibt es weiße Weihnachten oder bleibt alles grün? Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 15 bis 20 Prozent (in tieferen Lagen sogar nur bei 12,5 Prozent). Das bedeutet, dass im Schnitt nur alle acht Jahre mit Schnee an Weihnachten zu rechnen ist (mehr dazu: Wetter Weihnachten || Mythos Weihnachtstauwetter).
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34,9 Tage (61/90)
23,7 Tage (91/20) -
3,7 Tage (2019/20)
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ab 500 Meter
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Wenig wahrscheinlich
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330 cm (1941) / 770 cm (1948)
Berühmt und berüchtigt sind die Wetterkapriolen im Winter, wenn ein kräftiger Schneeschauer, ein plötzlicher Kaltlufteinbruch oder gar ein Wintergewitter das öffentliche Leben binnen Minuten aus dem Takt bringt. Heftige Wintereinbrüche können Verkehrsinfrastrukturen in kürzester Zeit stark beeinträchtigen.
Stürmische Turbulenzen
Aber nicht nur das – gerade die häufigen Temperaturwechsel im Früh- und Spätwinter erzeugen enorme Gegensätze, die entlang der Luftmassengrenze zu heftigen Turbulenzen und markanten Wettererscheinungen führen können.
Von starkem Schneefall über anhaltenden Regen bis hin zu stürmischen Winden ist alles möglich. Unvergessen bleibt der Orkan Lothar am zweiten Weihnachtsfeiertag 1999, der vor allem über dem Süden wütete. Die höchste registrierte Windgeschwindigkeit jedoch wurde bereits am 27. Februar 1990 mit 265 km/h über dem Wendelstein gemessen.
Luftmassengrenzen und Schnellläufer
Diese beiden Phänomene verdienen im Winter besondere Aufmerksamkeit. Immer wenn es um Luftmassengrenzen, Schnellläufer oder Randtiefentwicklungen geht, steigt die Wahrscheinlichkeit für Extremwetterereignisse deutlich an.