Die Winter der letzte 8 Jahre waren im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961-1990 allesamt zu warm - teils erheblich zu warm. So ist es doch sicherlich mal wieder an der Zeit für einen normalen, oder vielleicht auch zu kalten Winter?

Wie wird der Winter 2019/2020?

Richtig, ein normaler bis zu kalter Winter ist längst überflüssig, doch zeigen sich in der Statistik grundsätzlich immer wärmer werdende Wintermonate. In den letzten 20 Jahren wurden die Winter im Schnitt um +1,2 Grad wärmer, als es das vieljährige Mittel (61-90) vorgibt. Die Konstellation muss also stimmen und nahezu perfekt sein, damit so etwas wie nachhaltiges Winterwetter vorherrschend sein kann. Und tatsächlich treten seit 2018 in regelmäßigen Abständen immer wieder sog. gestörte Zirkulationen auf, welche durchaus das Potential für einen richtigen Winter mit sich führen können.

Geht es nach der Wetterprognose des Langfristmodells, so soll der Winter 2019/2020 mit einer Abweichung vom Mittelwert von +0,5 bis +1 Grad und im Trend von bis +2 Grad etwas zu mild bis zu warm ausfallen können. Das ist - auch aufgrund statistischer Daten - nicht wirklich verwunderlich und durchaus plausibel.

Mehr dazu unter den täglichen Wetterprognosen zum Wetter Winter 2019/2020, welche wir ab Mitte August täglich aktualisieren werden.

Der Winter ist für die meisten Wetterinteressierten der wohl spannendste Monat. Aber auch im alltäglichen Umfeld werden bereits im Herbst in den Massenmedien die ersten Schlagzeilen wie Jahrhundertwinter droht oder Horror-Winter steht bevor und ganz beliebt ist der allseits bekannte Bibber-Winter oder gar eine Königskerze von irgendwelchen esoterisch angehauchten Bauern. Tatsache aber ist, dass die Winter der letzten Jahre immer wärmer werden und sog. Hochwinterphasen - sofern sie denn überhaupt noch eintreten - nicht von langer Dauer sind. Sehr zum Leidwesen aller Winterliebhaber.

Wann ist der Winterbeginn?

  • Meteorologisch beginnt der Winter im Dezember und endet mit dem Februar
  • Der kalendarische Winteranfang ist am 22. Dezember 2019 um 05:19 MEZ und Winterende ist am 20. März 2020 um 04:49 MEZ
  • Der Tag der Wintersonnenwende am 21./22. Dezember ist zugleich der kürzeste Tag des Jahres, danach werden die Tage auf der Nordhalbkugel wieder länger

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Wie verläuft das Wetter im Winter nach der Statistik am wahrscheinlichsten?

Er kann Ende November/Anfang Dezember schon für etwas Schnee sorgen, legt für gewöhnlich aber erst im Zeitraum nach dem 10. Dezember los, bevor zur Weihnachtszeit die Wettersingularität des sog. Weihnachtstauwetter einsetzen und bis zum Jahreswechsel an Silvester anhalten kann. Nicht selten beginnt in der ersten Januarwoche eine Umstellung der Großwetterlage in Richtung Hochwinter mit eisigen Temperaturen und einer geringeren Niederschlagsneigung.

Kann sich der Hochwinter sodann im letzten Januardrittel behaupten, setzt dieser sich zumeist auch noch im Februar fort. Zeigt sich hingegen nur eine schwache, oder gar keine hochwinterliche Phase, so ist auch im Februar nicht mehr viel vom Winterwetter zu erwarten. Eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine winterliche Phase zeigt sich nach der Statistik im Zeitraum vom 16. bis 25. Februar und sollte diese kräftig und stabil ausfallen, so ist der weniger wahrscheinliche Märzwinter möglich.

Wettersingularitäten im Winter

Wettersingularitäten sind häufig wiederkehrende Ereignisse. Diese sind im Winter:

  • Ende Oktober häufiger schon Schneefall möglich
  • Schneit es Ende Oktober, so steigt die Wahrscheinlichkeit für einen milden Winter
  • Erste Chancen auf richtiges Winterwetter im zweiten Dezemberdrittel
  • Weihnachtstauwetter häufig in der letzten Dezember-Dekade
  • Wenn kein Winter bis 6. Januar, so folgt auch keiner richtiger mehr nach
  • Hochwinter häufig ab dem 10. Januar
  • Hält sich der Hochwinter bis Ende Januar, so besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen winterlichen Februar
  • Hält sich der Winter bis zum 25. Februar, so ist ein Märzwinter (meist bis 10. März) häufiger zu erwarten
  • Der Dezember (Durchschnitt: +0,8 Grad) zählt zu den wärmsten der drei Wintermonate (Januar -0,5 und Februar +0,4 Grad). Man sollte also nicht zu viel vom ersten Wintermonat Dezember erwarten
  • Winterreifen sollten schon Ende Oktober aufgezogen werden
  • Die Tageslänge beträgt zum Winterbeginn am 1. Dezember 8 Stunden 5 Minuten und am 28. Februar 10 Stunden und 53 Minuten
  • Die kürzesten Tage im Winter sind im Zeitraum vom 19. bis 25. Dezember mit einer Tageslänge von 7 Stunden und 44 Minuten
  • Die Wintersonnenwende ist am 21. Dezember - ab diesem Datum werden die Tage bis zum 21. Juni wieder heller

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Statistik zum Winter

Die Durchschnittstemperatur im Winter beträgt über Deutschland +0,2 Grad (Sommer: +16,3 Grad) bei einer durchschnittlichen Niederschlagssumme von 180 l/m² (Sommer: 239 l/m²). Bemüht man die Statistik und betrachtet die letzten Jahre, so fällt auf, dass die Winter durchaus Schwankungen aufweisen und keineswegs immer zu warm waren.

Es gibt sie also noch, die kälteren Winter. Aber: die Durchschnittstemperatur der letzten 20 Jahre lag im Winter mit rund +1,4 Grad etwa um +1,2 Grad über dem langjährigen Mittelwert. Das erklärt nun, warum die Schneefallgrenze sich von den unteren mittleren Lagen (300-500 Meter) in die höheren mittleren Lagen (500 - 800 Meter) verlagert hat und eine geschlossene Schneedecke und damit der Flachlandwinter in tieferen Lagen (0- 300 Meter) immer seltener geworden ist.

Der bislang über Deutschland wärmste Winter wurde im Jahr 2007 mit einer Abweichung von +4,1 Grad registriert. Die durchschnittliche Temperatur betrug damals +4,38 Grad. Zum kältesten Winter (dem Jahrhundertwinter) kommen wir noch.

Definitionen zum Winterwetter

  • Was ist ein Wintertag? Wenn die Temperaturen nicht über +0 Grad ansteigen
  • Was ist Frost, mäßiger und strenger Frost? Bodenfrost beginnt schon bei leichten Plusgraden, Luftfrost ist definiert in 2 Meter Höhe ab 0 Grad, leichter Frost bis -5 Grad, mäßiger Frost bis -10 Grad, strenger Frost bis -15 und sehr strenger Frost alles unter -15 Grad
  • Wintertage sind vor allem über den Ballungsräumen im Nordwesten und Westen seltener als über dem Süden und Osten

Wetterkapriolen im Winter

Berühmt und berüchtigt sind die Wetterkapriolen im Winter, wenn mit einem kräftigen Schneeschauer, einem Kaltlufteinbruch, oder gar einem Wintergewitter kurzzeitig das öffentliche Leben aus dem Tritt gebracht wird. Binnen Minuten können durch einen heftigen Wintereinbruch Verkehrsinfrastrukturen stark beeinträchtigt werden.

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Weiße Weihnachten weniger wahrscheinlich

Interessant wird es in der Vorweihnachtszeit - klappt es mit weiße Weihnachten, oder wird es doch nur wieder grün? In 15-20 Prozent der Fälle sind weiße Weihnachten zu erwarten (in tieferen Lagen sogar nur zu 12,5 Prozent), was in etwa bedeutet, dass nur alle 8 Jahre weiße Weihnachten möglich sind (mehr dazu: Wetter Weihnachten). Da in 2010 letztmals eine fast Deutschlandweite weiße Weihnacht eintrat ist - rein von der Statistik her - weiße Weihnachten 2019 möglich.

Klimawandel: Winter werden immer wärmer

Der kälteste Winter war mit einem Temperaturmittelwert von -6,6 der Winter von 1829/30 und sucht man bei Google, so bekommt man einige interessante Einblicke auf diesen tatsächlichen Jahrhundertwinter. Der kälteste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen aus dem Jahre 1881 stammte aus dem Jahre 1963. Mit eine durchschnittlichen Temperatur von -5,43 Grad war der Winter um -5,23 Grad zu kalt. Doch in den letzten zwei Dekaden werden die Winter immer wärmer. Was der Grund hierfür ist? Der Klimawandel - besonders eindrucksvoll in folgender Grafik dargestellt.

Die Abweichung der Temperaturen Winter der letzten 10 Jahre im Vergleich

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Winter Tem­peratur Ab­weichung
Trend Winter 2019/2020 +0,7 bis +2,2 Grad +0,5 bis +2 Grad
Winter 2018/2019 +2,8 Grad +2,6 Grad
Winter 2018 +1,6 Grad +1,4 Grad
Winter 2017 +1 Grad +0,8 Grad
Winter 2016 +3,6 Grad +3,4 Grad
Winter 2015 +1,9 Grad +1,7 Grad
Winter 2014 +3,3 Grad +3,1 Grad
Winter 2013 +0,3 Grad +0,1 Grad
Winter 2012 +1,1 Grad +0,9 Grad
Winter 2011 -0,6 Grad -0,8 Grad
Winter 2010 -1,3 Grad -1,1 Grad

Temperaturabweichung der letzten 20 Winterjahre gegenüber dem Mittelwert

Temperaturabweichung der letzten 20 Winterjahre gegenüber dem Mittelwert
Temperaturabweichung der letzten 20 Winterjahre gegenüber dem Mittelwert

Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Mittelwert im Winter der letzten 20 Jahre

Keine Frage: Die Winter der letzten 20 Jahre waren im Schnitt um +1,2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 zu warm, darunter der Rekordwinter aus dem Jahre 2007 mit einer Abweichung von +4,18 Grad. Auffällig aber ist, dass es weiterhin kältere - und aufeinander folgende - Winterphasen gibt (2009-2013).

Man sagt in der Statistik, dass einem zu warmen Winter ein weiterer zu warmer Winter folgt. Erst im dritten oder vierten Jahr folgt wieder ein normaler bis zu kalter Winter nach, wobei der darauffolgende Winter wieder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit hat, zu kalt auszufallen. Anders formuliert liegt die Wahrscheinlichkeit nach der Statistik der letzten 20 Jahre für einen zu kalten Winter bei 20 Prozent, für einen normalen Winter bei 15 Prozent und für einen zu warmen Winter bei 65 Prozent. Das Ergebnis ist also eindeutig und für Winterfans ernüchternd.

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