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Was ist dran am Wetter-Mythos: Ist bis 6. Januar kein Winter, folgt auch keiner mehr dahinter?

| M. Hoffmann
Bis zum 6. Januar kein Winter, folgt auch keiner mehr dahinter - was ist dran an diesem Mythos?

Was ist dran an einer Bauernregel, die besagt, dass wenn der Winter in Deutschland bis zum 6. Januar keine wesentlichen Akzente hat setzen können, ist vom Winter danach auch nicht mehr viel zu erwarten? Wir haben die letzten 100 Jahre einmal näher angeschaut und diesen Mythos auf die Probe gestellt.

Bauernregeln sind noch immer beliebt, doch gibt es nur wenige, die tatsächlich in den Bereich der Singularitäten passen, zumal die Klimaerhitzung viele Bauernregeln hat obsolet werden lassen.

Die Parameter

Schauen wir und zunächst die Jahre an, an denen es vom 1. Dezember bis zum 6. Januar die Anzahl der Eistage (Dauerfrost) kleiner 5 war. Nachfolgend untersuchten wir den gesamten Winter - blieb die Anzahl der Eistage kleiner 15, so wurde das Ergebnis zum Mythos gerechnet.

Das Ergebnis

Eine nahezu winterlose Zeit gab es bis zum 6. Januar in rund 37 der Fälle. Im Umkehrschluss überwog der Winter in 63 Prozent der Fälle im Dezember. Das ist eine Aussage. Doch die 37 Prozent der Fälle interessieren uns und hier ergab sich in 27 Jahren eine Situation, bei der Winter ein Totalausfall war. Das entspricht einem prozentualen Anteil von 73 Prozent. Umgekehrt traf die Regel in 27 Prozent der Fälle nicht zu. Das ist - zunächst einmal - eine Signifikanz!

Die Regel in Zeiten der Klimaerhitzung

Was es aber zu berücksichtigen gilt. Die Dezembermonate der Jahre 2011, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020 und 2021 waren allesamt erheblich zu mild und der Winter hatte - mit Ausnahme von 2020, 2016 und 2011 - anschließend nicht mehr viel zu bieten. Das bedeutet, dass die Statistik zwangsläufig zugunsten der Regel kippen wird, denn die Winter sind in den letzten 30 Jahren um +1,4 Grad wärmer geworden. Die Anzahl der Schneetage ging um 11,2 Tage und die Anzahl der Eistage um 6,4 Tage zurück.

Betrachten wir also einmal nur die Jahre bis 1980. Einen nahezu winterlosen Zeitraum gab es bis zum 6. Januar in 17 Jahren. Die Regel, dass anschließend kein Winter mehr erfolgte, traf in 64 Prozent der Fälle zu und in 36 Prozent nicht zu.

Die Gegenprobe der These. Betrachten wir die Jahre von 1981 bis 2021. Einen wenig winterlichen Zeitraum bis zum 6. Januar gab es an 20 Jahren! In 80 Prozent der Fälle blieb der Winter zahnlos.

Fazit

Die Signifikanz des Mythos bleibt vor der Klimaerhitzung erhalten und damit bestätigt sich der Mythos in der stark oberflächigen Betrachtung. Was klar hervortritt: Die Klimaerhitzung wird den Mythos in Zukunft weiter befeuern können, was jedoch in der Natur der Sache liegt.

Der Mythos - Bis zum 6. Januar kein Winter, folgt auch keiner mehr dahinter - ist signifikant und verstärkt sich in Zeiten der Klimaerhitzung
Der Mythos - Bis zum 6. Januar kein Winter, folgt auch keiner mehr dahinter - ist signifikant und verstärkt sich in Zeiten der Klimaerhitzung

Anmerkung: es handelt sich um eine auf Deutschland gemittelte Analyse auf Basis von Eistagen, welche nicht auf regionale Gegebenheiten eingeht und vor diesem Hintergrund keine wissenschaftliche Ambition hat.

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Das Wetter-Jahr 2022 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2022 +2,8 +3,3 +1,9 55,3 l/m² - etwas zu trocken
Februar 2022 +4,5 +4,1 +3,0 84 l/m² - zu nass
März 2022 +5,1 +1,6 +0,5 14,4 l/m² - extrem zu trocken
April 2022 +7,8 +0,4 -1,2 55 l/m² - leicht zu trocken
Mai 2022 +14,4 +2,3 +1,3 46 l/m² - erheblich zu trocken
Juni 2022 +18,3 +2,96 +1,96 58 l/m² - extrem trocken
Juli 2022 +19,1 +2,2 +0,8 37,1 l/m² - extrem trocken
August 2022 +20,22 +3,7 +2,3 48,5 l/m² - extrem trocken
September 2022 +13,4 +0,1 -0,4 98,9 l/m² - zu nass
Oktober 2022 +12,53 +3,53 +3,13 49,5 l/m² - zu trocken
November 2022 +6,4 +2,4 +1,6 49,6 l/m² - zu trocken
Dezember 2022 +1,8 +0,98 -0,02 64,8 l/m² - etwas zu trocken
Gesamtjahr 2022 +10,56 +2,3 +1,23 672 l/m² - zu trocken

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