Wetter Herbst und Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wie wird der Winter 2018/19? Der Frühling und Sommer war geprägt von einer gestörten Zirkulation. Setzt sich das im Herbst und Winter weiter fort, oder setzt das Ausgleichsverhalten ein?

Wie wird der Winter 2018/19? Kalt und schneereich, oder mild und sumpfig?
Wie wird der Winter 2018/19? Kalt und schneereich, oder mild und sumpfig?

Der Sommer zeigte sich 2018 bisweilen viel zu trocken und gegenüber dem langjährigen Mittelwert auch deutlich zu warm. Welche Auswirkungen hat das auf den Herbst und den Winter? Auch in diesem Jahr haben wir uns dazu entschieden, unsere Wetterberichte für den Winter und Herbst bereits im September zu starten und die Wetterprognosen für den Herbst und den Winter 2018/19 zusammenzufassen.

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Wie wird das Wetter im Winter?

Man wartet und wartet und wartet auf den nächsten normalen bis zu kalten Winter. Rückblickend waren die Winter der letzten fünf Jahre allesamt zu warm und die durchschnittliche Abweichung der Wintertemperaturen der letzten 20 Jahre lag in etwa um +1,3 Grad über dem langjährigen Mittelwert.
Das erklärt, warum die Flachlandwinter immer seltener werden und auch die mittleren Lagen zwischen 300-600 Meter immer seltener den Schnee im Winter zu Gesicht bekommen. Den einen freut es, den anderen nicht. Winterwetter polarisiert - keine Frage. Allein schon vor diesem statistischen Hintergrund könnte man mit einer Aussage, dass das Winterwetter 2018/2019 zu warm ausfallen wird richtig liegen (20 Prozent zu kalt, 15 Prozent normal, 65 Prozent zu warm) - aber so einfach ist das nicht und das Wetter hält sich nicht an Statistiken - Ausreißer gibt es immer wieder. Die Winter verlaufen in Deutschland eher gemäßigt und häufiger ist der Wettercharakter als nasskalt zu bewerten. Richtige Wetterextreme sind seltener, aber auch nicht unüblich.

Gemäß der Statistik zeigen sich im Winter sog. Zyklen, bei der einem warmen Winter ein weiterer warmer Winter nachfolgt, was häufig dann zwei bis drei zu warme Winterzyklen zur Folge haben kann. Dann müsste es nach dem fünften zu warmen Winter seit 2013 höchste Zeit sein, dass wieder normales oder gar zu kaltes Winterwetter bevorsteht? Diese These wollen wir in den nächsten Wochen näher untersuchen und fangen heute mit den Daten, welche uns derzeit schon vorliegen, an.

Was spricht für einen normales bis zu kaltes Winterwetter 2018/19?

Im Winter 2017/18 war es soweit. Nach ein paar Jahren der Abstinenz erfolgte zum Februar 2018 ein sog. Major Warming in Stratosphärenhöhe, was den letzten Wintermonat Februar, ebenso wie den ersten Frühlingsmonat März zur kalt ausfallen ließ. Die Winter verändern sich langsam und von einem grundsätzlich zu warmen Winter 2018/19 möchte man Abstand nehmen. Sicherlich besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit eines zu warmen Verlaufs, doch wird der kommende Winter anders ausfallen, als die vorangegangenen. Das alle Wintermonate zu warm ausfallen werden ist wenig wahrscheinlich.

Auffällig ist zudem, dass die Zirkulationen in den letzten Wintern nicht immer gleich geblieben sind. Hervorgerufen werden milde Winter über Europa häufig durch einen Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland, so kräftige Tiefdrucksysteme entstehen und milde Atlantikluft nach Deutschland transportieren. Ist dieses System gestört, bzw. wird durch ein Hoch blockiert, so stehen die Chancen auf Winterwetter deutlich höher. In 2018 war dieses System bislang weitgehend gestört.

Winterfans lieben Schnee, Eis und Frost im Winter
Winterfans lieben Schnee, Eis und Frost im Winter, andere mögen es hingegen nicht - der Winter polarisiert

Die Sonnenaktivität

Die Sonnenflecken - welche eine Interpretation über die Aktivität der Sonne zulässt - haben einen festen 11 Jahres Zyklus und wie man in der Grafik gut sehen kann, befindet sich die Sonnenaktivität derzeit in einem abnehmenden Stadium hin zu einem Minimum, welches 2020 erreicht sein sollte. Je mehr Sonnenflecken es gibt, desto aktiver ist die Sonne, ein Minimum ist ein Indiz eine "schwächelnde Sonne". Und die Folge daraus? Die Annahme besagt stark vereinfacht:

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Wenn Sonnenflecken im Minima sind, strahlt die Sonne weniger UV-Strahlung. Weniger Strahlung bedeutet geringere Erwärmung der Erdatmosphäre, die eine Änderung in der Zirkulation der beiden niedrigsten Atmosphäre hervorruft, der Troposphäre und Stratosphäre…

Schaut man sich die Statistik an, so fällt auf, dass in den Jahren um das Minimum herum die Winter eine Häufung von zu kalt, bzw. normal aufzeigten, kurz zuvor aber eine Häufung von zu warmen Wintern haben kann (Ausnahme der Zyklus Mitte der 70 er Jahre).

Temperaturabweichungen Winter zum Sonnenfleckminimum
Winter Tem­peratur Ab­weichung
93/94 +2 Grad +1,8 Grad
94/95 +2,8 Grad +2,6 Grad
95/96 -2,3 Grad -2,5 Grad
96/97 -0,3 Grad -0,5 Grad
06/07 +4,38 Grad +4,2 Grad
07/08 +3 Grad +2,8 Grad
08/09 -0,2 Grad -0,4 Grad
09/10 -1,3 Grad -1,5 Grad
10/11 -0,6 Grad -0,8 Grad

Sonnenaktivität und Sonnenzyklus 2018
Sonnenfleckzyklus © Spaceweatherlive.com

QBO - Quasi zweijährige Schwingung

Nicht unwesentlich ist die Bedeutung der QBO. Sie beschreibt einen Vorgang, welcher sich etwa alle 2,2 Jahre wiederholt und die zonalen Winde in ca. 20 bis 25 km Höhe von West-Ost nach Ost-West umkehren lässt. Stark vereinfacht ausgedrückt ist bei normalen Zustand häufiger eine warme West- bis Südwestwetterlage über Deutschland, Österreich und der Schweiz und bei einer Umkehr auf Ost-West eine Nordwest- bis Ostwetterlage zu beobachten.

Die letzte Umkehr hätte im Winter 2016/17 stattfinden sollen und zu Anfang sah es auch ganz gut aus, doch die Entwicklung zur zonalen Umkehr brach im November abrupt ab und wurde letztlich nicht vollzogen. Das hat es so noch nicht gegeben! Nichtsdestotrotz zeigte sich in der Umkehrphase im Oktober (zu kalt) und November 2016 (leicht zu kalt) häufiger auch Wetterlagen, welche vermehrt im Winter auftreten. Eine zonale Windumkehr ist also überfällig und man darf gespannt sein, wie sich das in der Wintersaison 2018/19 entwickeln mag. (mehr zum Thema QBO).

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Was spricht für eine zu warme Winterperiode 2018/19?

Der Klimawandel spricht ganz klar für einen zu warmen Winter! Lag die durchschnittliche Temperatur der letzten 20 Winterjahre um +1,3 Grad über dem Mittelwert, bedeutet das, dass der Winter um ein Grad zu kalt ausfallen muss um einen Normalwert zu erreichen.
Und das ist mit einer westlichen Grundströmung - wie sie über Deutschland, Österreich und der Schweiz meist vorherrschend ist - nicht so einfach zu bewerkstelligen. Der Klimawandel bringt aber auch andere Faktoren, wie bspw. die Meereisausdehnung der Arktis aus dem Tritt. Die Folgen hieraus sind noch nicht abzusehen und können in der Theorie sowohl zu kühleren Winter (geschwächter Polarwirbel) oder zu wärmeren Winter führen (eingefahrenes Strömungsmuster über östliches Kanada/Neufundland, was über Europa zu Südwestwetterlagen zur Folge haben kann).

Die Meereisausdehnung legte gegenüber den letzten Jahren in den Sommermonaten etwas zu, liegt aber deutlich unter dem Durchschnitt, bzw. am unteren Rand des Durchschnittswertes im zu niedrigen Bereich.

Meereisausdehnung Arktis
Meereisausdehnung Arktis © Alfred-Wegener-Institut

2018: Häufung von Hochdrucksystemen über Skandinavien

Interessant ist in diesem Jahr die durch das Major-Warming hervorgerufene Häufung von Hochdruckgebieten über dem skandinavischen Raum, welche über Deutschland, Österreich und der Schweiz häufiger für Nord- bis Ostwetterlagen sorgten (Kalt im Februar und März, heiß im April und Mai, warm im Juni und Juli).

Eigentlich stellt ein Skandinavienhoch eine typische Winterwetterlage dar, doch was passiert, wenn eine solche Wetterlage über die Sommermonate anhält? Die Wahrscheinlichkeit, dass diese sich bis in den Winter fortsetzt oder eben nochmals wiederholt, ist als gering einzustufen. Da der Frühling und der Sommer zu trocken waren, ist die Wahrscheinlichkeit für eine erhöhte Niederschlagsneigung im Herbst und Winter gegeben, was durchaus einem sog. Ausgleichsverhalten entsprechen kann.

Anders formuliert: je länger die Hochdruckdominanz über dem skandinavischen Raum im Sommer andauert, destowahrscheinlicher werden westlich orientierte Großwetterlagen im Herbst und Winter. Zudem handelt es sich mit einem Hoch über Skandinavien um eine gestörte Zirkulation und es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese sich wieder normalisieren kann.

Schaut man sich zudem diese Grafik der Wintertemperaturen über Deutschland von 1760 bis 2010 an, so zeigen sich etwa seit 1950 immer wärmer werdende Wintermonate.

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Die Herbst- & Winterprognose 2018/19 der Langfristmodelle

Wie aber wird das Wetter im Herbst und Winter 2018/19 gibt es schon erste Wettertrends der Prognosemodelle? Die gibt es:

  • Das Jahreszeitenmodell des Deutschen Wetterdienstes (DWD) berechnet den Herbst (September bis November) mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +0,5 bis +2 Grad über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu warm. In der Niederschlagsbilanz soll der Herbst gegenüber seinem Sollwert weitgehend unauffällig ausfallen.
  • Das Langfristmodell der NASA berechnet die Monate September, Oktober und November mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm. Der Oktober wird in Teilen von Deutschland mit einer Abweichung von bis zu +4 Grad deutlich zu warm berechnet. In der Niederschlagssimulation werden die Herbstmonate im Trend etwas zu trocken berechnet.
  • Das Langfristmodell der NOAA berechnet die Monate September, Oktober und November mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad weitgehend normal. Der erste Wintermonat Dezember wird mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad ebenfalls noch normal simuliert. Der zweite Wintermonat Januar 2019 wird mit +1 bis +2 Grad deutlich zu warm und der Februar 2019 mit -0,5 bis +0,5 Grad normal und im Wettertrend mit einer Abweichung von bis +1 Grad etwas zu mild simuliert.
    Im Niederschlagsverhalten wird der September etwas zu trocken, der Oktober, November, Dezember und Februar normal und der Januar etwas zu nass simuliert. Zusammenfassend: Herbst normal, Winter etwas zu mild.
  • Das Modell des IRI-Institutes simuliert mit 40 bis 50 Prozent eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine normale bis leicht zu warme Temperaturentwicklung im Herbst und Dezember. Gleichzeitig ist die Niederschlagsberechnung gegenüber dem langjährigen Sollwert unauffällig.
  • Das METOffice berechnet für den Herbst und Dezember eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 80 Prozent zu warm, 0-40 Prozent normal und 0 bis 20 Prozent zu kalt auszufallen.

Die Langfristmodelle werden in den kommenden Wochen in ihren Wetterprognosen für den Herbst und Winter sicherlich noch einige male hin und her springen, zeigen aber dennoch eine - nicht überraschende - zu milden Wettertrend für den Winter. Da gibt es also in den kommenden Wochen einiges zu berichten, sodass wir die Wetterprognosen für den Herbst und Winter 2018/2019 zunächst nach Bedarf aktualisieren, ab Mitte August regelmäßiger und ab September täglich aktualisieren.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: etwas zu trocken
Oktober 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: normal
November 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: normal
Dezember 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: normal
Januar 2019 +0,5 bis +2 Grad Trend: etwas zu nass
Februar 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 13.06.2018

Wissenswertes zum Wetter im Herbst und Winter

Wettervorhersagen zum Herbst und Winter (wird noch ergänzt)

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