Der Oktober ist ein Monat der Gegensätze. Zum Beginn des zweiten Herbstmonats können die Temperaturen noch spätsommerlich warm sein, während zum Ende schon häufiger die ersten Schneeflocken beobachtet werden können.

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Die Schönwetterphasen mit warmen Temperaturwerten gehören zur Wettersingularität des sog. Altweibersommers. Stabile Hochdruckwetterlagen lassen den goldenen Oktober (Indian Summer) bestaunen, während die zunehmenden Nachtfröste in der zweiten Oktober-Hälfte die Blätter zahlreicher abfallen lassen. In der letzten Dekade nimmt die Wahrscheinlichkeit - aufgrund der Temperaturunterschiede zwischen Land- und Wassermassen und der damit resultierenden Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik - für die ersten Herbst-Stürme zu.

Sinkender Sonnenstand im zweiten Herbstmonat für zunehmend nasskalte Temperaturen verantwortlich

Das Oktoberwetter hat seine Reize und bei entsprechenden Hochdruckwetterlagen gibt es die goldgelben Blätter an den Bäumen zu bestaunen. Die ideale Zeit für Naturfotografen. Die Temperaturen erreichen zum Start noch häufiger die +25 Grad Marke, während es zum Ende des Monats kaum mehr die +10 Marke überschritten wird.
Mit einem durchschnittlichen Temperaturwert von +9 Grad erreicht der Oktober nur noch knapp die Hälfte des Mittelwertes vom Juli und zeigt, wie schnell sich die Temperaturen im Monatsverlauf auf den Herbst einstimmen.

Typisches Wetter im Oktober
Typisches Wetter im Oktober

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Die Tage werden um 2 Stunden kürzer

Der Sonnenstand sinkt im Oktober 2019 weiter ab und es wird später hell und früher dunkel - die Tage werden also insgesamt kürzer. So geht die Sonne am 1. Oktober um 07:06 Uhr auf und um 18:45 Uhr unter, was einer Tageslänge von 11 Stunden und 39 Minuten entspricht. Die gleiche Sonnenscheindauer ist übrigens am 10. März gegeben.
Am 31. Oktober aber geht die Sonne um 06:59 Uhr auf und um 16:40 Uhr unter (Achtung: Zeitumstellung auf die Normalzeit am 27. Oktober 2019). Die Tageslänge liegt bei nur noch 9 Stunden und 41 Minuten (Vergleichbar mit dem 10. Februar). Somit sind das knapp 2 Stunden weniger Sonnenschein im Verlauf zweiten Herbstmonats.

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Auswirkungen auf den Winter?

Zahlreiche Bauernregeln haben im Kern eine Gemeinsamkeit, welche sich in etwa wie folgt zusammenfassen lässt:

Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein. Ist er aber nass und kühl, mild der Winter werden will.

Ist da etwas dran?
Die statistischen Auffälligkeiten im Zeitraum von 1971 bis 2018 sind relativ dürftig, zeigen aber eine Relevanz von kühleren Wintern, wenn der Oktober zu warm ausfiel:

Betrachtung der Oktober-Monate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Oktober warm 35 % 65 % 22 (49 %)
Oktober kalt 28 % 72 % 23 (51 %)

Mehr zur Statistik zwischen dem Herbst und dem Winter.

Wetter Oktober 2019: Wie wird das Wetter?

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Wetterprognosen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen, welche letztlich das Wetter mit beeinflussen können.

Das Frühjahr und auch der Start in den Sommer 2019 zeigte sich mit neuen Rekordwerten der Temperaturen und mit einem teils deutlich zu trockenen Wettercharakter bereits außergewöhnlich. Einzig der Mai war bisweilen ein leicht zu kühler Ausreißer.
Der Grund für diese nicht alltägliche Wetterlage war eine gestörte Zirkulation. Mal zeigte diese sich mit einem über Skandinavien immer wieder erneuerndem Hochdrucksystem und mal mit einer Hochdruckblockade auf dem Atlantik (meridionales Strömungsmuster). Eine zonal verlaufende Großwetterlage gab es nicht, bzw. nur für eine kurze Episode zu beobachten.

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In der Theorie geht man nun davon aus, dass nach dieser ausgeprägten Erhaltungsneigung ein Ausgleichsverhalten im Zeitraum vom Juli bis Oktober 2019 einstellen kann. Das wäre dann in Form einer Zonalisierung zu erwarten.

Das ist nun nicht mit einem zu kalten oder auch zu nassen Oktober-Wetter 2019 gleichzusetzen, aber die Wahrscheinlichkeit für ein grundlegend anders Strömungsmuster ist als hoch zu bewerten.

Blickt man in die Vergangenheit zurück, so war der letzte zu kalte Oktober mit einer Abweichung von -0,6 Grad im Jahre 2015. Der wärmste Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnungen stamme mit einer Abweichung von +3,48 Grad aus dem Jahre 2001, der Kälteste wurde mit einer Abweichung von -4,7 Grad im Jahre 1805 registriert. Was lässt sich aus der Statistik heraus feststellen? Der Oktober ist ein sehr abwechslungsreicher Wettermonat, der aus statistischer Sicht keine Linie vorgibt.

Was man aber sagen kann ist, dass die Oktobermonate in den letzten 20 Jahren im Schnitt um +0,5 Grad zu warm ausgefallen sind. Berechnet man mit Hilfe dieser Zahlen die Wahrscheinlichkeit, so kommt es im Oktober zu folgenden Ergebnis: 40 Prozent zu warmes, 30 Prozent normales und 30 Prozent zu kaltes Wetter.

Statistische Auffälligkeiten

  • Häufig wechselhafter und kühler Start in den Oktober
  • Goldener Oktober meist zwischen dem 7. und 19. Oktober
  • Temperaturen von bis +25 Grad sind zum Start keine Seltenheit
  • Neigung zu zähen Nebel- und Hochnebelfeldern nimmt zu
  • Ab dem 25. Oktober erster Schneefall möglich
  • Zeitumstellung auf die Normalzeit am 27. Oktober
  • Nachtfrostwahrscheinlichkeit nimmt nach der Monatsmitte zu
  • Empfehlung: ab Mitte Oktober die Winterreifen montieren

Die Abweichung der Temperaturen in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Oktober­monate Tem­peratur Ab­weichung
Oktober 2011-2018 9,9 Grad +0,9 Grad
Oktober 2001-2010 9,4 Grad +0,4 Grad
Oktober 1991-2000 8,7 Grad -0,3 Grad
Oktober 1981-1990 9,5 Grad +0,5 Grad
Oktober 1971-1980 8,1 Grad -0,9 Grad
Oktober 1961-1970 9,4 Grad +0,4 Grad

Die letzten zwei Dekaden zeigen auffällig eine wärmer werdende Tendenz. Die Schlussfolgerung aus der Statistik ist, dass der Herbstmonat in Folge des Klimawandels generell wärmer wird, was die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Oktober 2019 erhöht. Doch zeigt sich auch, dass sich das Oktoberwetter noch häufiger am langjährigen Durchschnittswert orientiert.

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Langfristmodelle: Normales Wetter und im Wettertrend zu kühl?

Noch ist es viel zu früh für detaillierte Wettervorhersagen. Einzig die Langfristmodelle zeigen in der Temperaturentwicklung eine Tendenz auf, welche zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch mit Vorsicht zu genießen sind.

Wettertrend nach dem CFSv2 Modell

Die aktuelle Abweichung liegt für den Oktober mit -0,5 bis +1 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittelwert im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem langjährigen Sollwert unauffällig zu bewerten.

Wetterprognose der NASA

Der Oktober 2019 wird nach diesem Vorhersage-Modell mit einer Abweichung von +0,25 bis +1,5 Grad im Trend etwas zu warm berechnet. Die Niederschlagsprognose ist unauffällig und im Trend etwas zu nass.

Wettervorhersage nach dem europäischen Langfristmodell

Geht es nach den Europäern, so soll das Oktober-Wetter mit einer Abweichung von -0,25 bis +1 Grad normal bis leicht zu warm ausfallen können. Die Niederschlagsprognose ist über dem Osten und Südosten etwas zu nass, sonst unauffällig.

Regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter Oktober 2019 erfolgen in Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen ab Mitte September.

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