Sommer, Sonne, Sonnenschein. Kein anderer Monat ist im Jahr so warm wie der Juli. Zugleich ist er aber auch der niederschlagsreichste. Das spricht doch für einen abwechslungsreichen Wettercharakter? Nicht immer, denn meistens sind es die unwetterartigen Starkregenschauer mit kräftigen Gewitterstürmen, die dafür verantwortlich sind, dass binnen kürzester Zeit enorme Regenmengen niedergehen können.

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Der zweite Sommermonat Juli ist der wärmste der drei Sommermonate. Die Großwetterlagen haben sich stabilisiert und häufiger können sich nun ausgeprägte Hochdruckwetterlagen über Deutschland, Österreich und der Schweiz behaupten. Im Juli hat der Sommer seine Hauptsaison und läuft auf Hochtouren.

Doch es kann auch ganz anders kommen. Entscheidend ist die Entwicklung der Großwetterlage Ende Juni und Anfang Juli, denn das ist der Zeitraum der sog. Siebenschläferregel, welche eine hohe Singularität aufweist.

Je nachdem, welche Großwetterlage sich bis zum 10. Juli eingestellt hat, so hält diese sich über Süddeutschland mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent noch sechs Wochen lang (München bis zu 80 Prozent). Der Juli bestimmt nicht selten, ob der das Wetter im Sommer zu warm, normal, oder auch zu kühl ausfallen kann. Insofern kommt die folgende Bauernregel für den Juli nicht von ungefähr:

Fängt der Juli mit Tröpfeln an, wird man lange Regen ha’n.

Stabiles Hochdruckwetter?

Das Wetter im Juli kann sich mit zwei unterschiedlichen Großwetterlagen präsentieren. Dominantes Hochdruckwetter - meist ab der Monatsmitte - mit einem nachhaltigen Sommerwetter und ausgeprägten Hundstagen, welche zwar nichts mit Hunden zu tun haben, dafür aber den Hochsommer bis in das letzte August Drittel hinein tragen können (22. Juli bis 23. August).

In der zweiten Variante zeigt sich vermehrt der atlantische Tiefdruckeinfluss, was das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz auch mit längeren Regenphasen und teils auch kühlen Temperaturen beeinflussen kann. Nicht selten kommt es dabei zum regen Wechsel zwischen warmen und kühleren Wetterphasen, welche durch teils unwetterartige Wettereignisse begleitet werden können.

Das typische Wetter im Juli

Mit durchschnittlich +16,9 Grad ist der Juli aus statistischer Sicht der wärmste Monat im ganzen Jahr (Juni 15,4 Grad, August 16,5 Grad) und mit 78 l/m² Niederschlag gehört er aber auch zu den niederschlagsreichsten Monaten.

Geprägt wird das Juliwetter häufiger von längeren Hochdruckphasen mit einem stabilen Wettercharakter. Nichtsdestotrotz sorgen Tiefdrucksysteme für Abwechslung, wobei die Übergangsphasen von kräftigen Schauern und Gewittern mit Potential für Unwetter begleitet werden können.

Zum Beginn zeigt sich das Wetter häufig noch wechselhaft, doch noch im Verlauf des ersten Juli-Drittels kommt es nicht selten zum Aufbau eines stabilen Hochdrucksystems, welches das Wetter im Zeitraum vom 11. bis 15. Juli häufiger beeinflussen kann. Im Zeitraum vom 16. bis 22. Juli zeigt sich häufiger einmal eine Schlechtwetterphase, bevor der Sommer ab dem 22. Juli auf volle Touren kommen kann.

Der Juli ist mit keinen anderen Monat im Jahr zu vergleichen. Besticht er doch zumeist durch seine Beständigkeit, während im Juni das Wetter sich vom Spätfrühling zum Sommer entwickelt und sich im August der Sommer auf den Herbst vorbereiten kann.

Häufig zeigt sich das Wetter im Juli beständig und sommerlich warm
Häufig zeigt sich das Wetter im Juli beständig und sommerlich warm

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Wie wird das Wetter im Juli 2019?

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Wetterprognosen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen, welche letztlich das Wetter mit beeinflussen können.

Die Statistik ist klar und eindeutig. In 75 Prozent der Fälle war das Juliwetter der letzten 20 Jahre zu warm. Die durchschnittliche Temperatur lag um rund +1,5 Grad über dem langjährigen Mittelwert. Das ist nicht nur signifikant, sondern auch bemerkenswert und zeigt vor allem eines: es wird zunehmend wärmer.

Die letzten normalen Julimonate stammen aus den Jahren 2012 und 2007 (Abweichungen +0,5 bis +0,3 Grad). Der letzte zu kalte Juli stammte aus dem Jahr 2011 (Abweichung -0,8 Grad). Der Sonnenfleckzyklus erreichte 2009 seinen Tiefpunkt und das nächste Minimum wird für 2020/21 erwartet. Die höchsten Abweichungen der letzten 20 Jahre wurden 2006 (+5,09 Grad), 2010 (+3,4 Grad) und 2018 (+3,3 Grad) registriert.

Der Juli 2006 war zugleich der wärmste Sommermonat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von +14,36 Grad war der Julimonat von 1919 der kälteste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881.
Die letzten beiden Julimonate waren mit +18,6 Grad (+1,7 Grad) und +20,2 Grad (+3,3 Grad) zu warm.

Sonnenstand sinkt und die Tage werden kürzer

Die Sonne geht am 1. Juli um 4:46 Uhr auf und macht den Tag bis 21:34 Uhr hell. Das ist eine maximale Sonnenscheindauer von 16 Stunden und 48 Minuten. Am Ende des Monats geht die Sonne um 5:23 Uhr auf und um 21:02 Uhr unter, was einer Tageslänge von 15 Stunden und 39 Minuten entspricht. Die Tage werden im Verlauf des Monats um 1 Stunde und 9 Minuten kürzer.

Lässt das Juliwetter Rückschlüsse auf den Sommer zu?

Interessant ist in nachfolgenden statistischen Auswertung, dass der zweite Sommermonat in den letzten 55 Jahren in 26 Prozent der Fälle zu kalt und in 74 Prozent zu warm ausfiel (<>0). Zudem zeigt sich, dass ein warmer Julimonat in 60 Prozent der Fälle auch einen zu warmen Sommer zur Folge hatte. War er hingegen zu kalt, so gab es in 23 Prozent der Fälle einen zu kalten Sommer. Signifikant ist aber etwas anderes. War der Juli zu kalt, so gab es nur in 11 Prozent der Fälle einen zu warmen Sommer. Das ist bemerkenswert und zeigt, wie sehr der zweite Sommermonat den gesamten Sommer beeinflussen kann. Das stützt auch die Singularität des Siebenschläferzeitraums.

Betrachtung der einzelnen Julimonate mit Auswirkung auf die Sommersaison
Monat Sommer kalt Sommer warm Häufig­keit
Juli warm 6 % 60 % 36 (66 %)
Juli kalt 23 % 11 % 19 (34 %)

Statistische Auffälligkeiten

  • Entscheidende Wetterphase im ersten Juli-Drittel
  • Wie sich hier die Großwetterlage einstellt, so ist häufig das Wetter im Zeitraum danach
  • Der zweite Sommermonat ist geprägt durch längere Hochdruckphasen
  • Auffällige Hochdruckwetterlagen zwischen dem 11. und 15. Juli, sowie nach dem 22. Juli
  • Dazwischen häufiger Schlechtwetterphasen
  • Unwetterartige Wetterlagen sind zu erwarten. Häufiger bei Wetterumschwüngen.
  • Die Tage werden im Verlauf um 1 Stunde und 9 Minuten kürzer
  • Beginn der Hundstage (Hochsommerphase) ab dem 22. Juli

Die Abweichung der Temperaturen der Julimonate in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Juli Monate Tem­peratur Ab­weichung
Juli 2011-2018 +18,6 Grad +1,7 Grad
Juli 2001-2010 +18,6 Grad +1,7 Grad
Juli 1991-2000 +17,9 Grad +1,0 Grad
Juli 1981-1990 +17,4 Grad +0,5 Grad
Juli 1971-1980 +16,8 Grad -0,1 Grad
Juli 1961-1970 +16,6 Grad -0,3 Grad

Auch im Juli zeigt sich, dass die Dekaden der 60er, 70er, 80er Jahre sich noch weitgehend um dem langjährigen Mittelwert herum bewegten. Der Temperatursprung zu deutlich wärmeren Temperaturen erfolgte ab den 90 er Jahren. Würde man sagen, dass das Wetter im Juli 2019 zu warm ausfallen wird, hätte man eine Trefferquote von rund 75 Prozent.

Wetter im Juli 2019: Wetterprognose der Langfristmodelle

Wettervorhersagen bzgl. Temperatur, Niederschlag und Großwetterlagen sind im Detail zum heutigen Stand noch nicht möglich. Indikatoren liefern aber die Langfristmodelle hinsichtlich der Temperaturambivalenz (zu warm, zu kalt) und des Niederschlages (zu nass oder zu trocken)

Wettertrend nach dem CFSv2 Modell

Der Juli 2019 soll nach dieser Wetterprognose um +1 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm ausfallen. In der Niederschlagsprognose zeigen sich kaum Auffälligkeiten gegenüber dem vieljährigen Sollwert und ist im Trend etwas zu trocken.

Wetterprognose der NASA

Die Abweichung gegenüber dem vieljährigen Durchschnittswert beträgt im Juli 2019 nach der Wetterprognose der NASA ebenfalls +1 bis +2 Grad und ist damit deutlich zu warm. Ebenfalls sehr ähnlich ist die normale und im Trend etwas zu trockene Niederschlagsprognose.

Wettervorhersage des europäischen Langfristmodells

Das europäische Langfristmodell berechnet den Juli mit einer Abweichung von +0,75 bis +1,5 Grad ebenfalls zu warm, während die Niederschlagsprognose durchwachsen und im Trend etwas zu trocken ausfällt.

Ob das so kommen mag, wird sich zeigen müssen. Ab Mitte Juni präsentieren wir an dieser Stelle regelmäßige Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen für das Wetter Juli 2019.

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