Zum kommenden Wochenende erfolgt ein Temperatursturz auf ein jahreszeitlich zu kaltes Niveau. Kann davon die Wetterentwicklung im Juli beeinflusst werden?

Bis zur Wochenmitte baut sich über Deutschland, der Schweiz und auch Österreich ein Hochdruckkeil des Azorenhochs auf und sorgt mit viel Sonnenschein für sommerliche bis hochsommerliche Temperaturen. Doch gelingt es der atlantischen Frontalzone sich - ebenfalls zur Wochenmitte - über dem skandinavischen Raum zu Positionieren und sich dabei noch zu verstärken.

Das sorgt dafür, dass der Hochdruckkeil unterbunden und das Azorenhoch sich nach Westen zurückzieht. Somit wird ein nördlich orientiertes Strömungsmuster initiiert, was das Wetter im Juni 2018 deutlich kühler werden lassen kann. So werden bspw. für den 23. Juni Tageswerte von +14 bis +18 Grad und Nachttemperaturen von +5 bis +14 Grad simuliert. Aus hochsommerlich warm wird eine frische Sommerbrise.

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Kühles Sommerwetter - auch bis in den Juli hinein?

Das wird man abwarten müssen, denn die Wettermodelle sind sich zwar über die Abkühlung ab dem kommenden Donnerstag einig, doch über die Dauer und die Nachhaltigkeit einer nördlichen Grundströmung gehen die Simulationen der Wettermodelle noch weit auseinander.

Amerikanisches Wettermodell: Wenig stabiles Juliwetter

Die nördliche Grundströmung mit - für die Jahreszeit - zu kalten Temperaturen, kann sich nach der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bis zum 25. Juni halten. Anschließend schwächt sich das Tief über Skandinavien ab und ein neuerlicher Hochdruckkeil dehnt sich über Mitteleuropa bis über das östliche Europa aus. Das Wetter könnte sich vom 25. bis 27. Juni stabilisieren, doch bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik nach dieser Prognose als lebhaft zu bewerten.

Ein unbeständiger Wettercharakter Anfang Juli?
Ein unbeständiger Wettercharakter Anfang Juli?

In Folge daraus verlagert sich der Hochdruckkeil weiter nach Osten und kann bis Anfang Juli zu einem osteuropäischen Hochdrucksystem führen. Das Azorenhoch aber zieht sich nach Westen zurück und liegt passiv über dem Azoren. So können immer wieder Tiefdruckausläufer Mitteleuropa erreichen und das Wetter Anfang Juli über Deutschland, Österreich und der Schweiz beeinflussen. Wechselhaft ja, kalt nein. Denn mit Hilfe der Tiefdrucksysteme können aus südwestlichen Richtungen gemäßigt warme Luftmassen nach Deutschland geführt werden.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach amerikanischen Prognosemodell: Wenig stabiles, aber relativ warmes Sommerwetter Anfang Juli © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Ein Hochdrucksystem über Deutschland

Eine weitere mögliche Wetterentwicklung zeigt das europäische Prognosemodell. Zunächst einmal wird die kühle Nordströmung im Zeitraum vom 22. bis 25. Juni gestützt. Im weiteren Verlauf aber zeigt sich die Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland und Island als sehr kräftig und schiebt das Azorenhoch vor sich her, sodass dieses sich bis zum 28. Juni direkt über Mitteleuropa positionieren kann.

Ein sommerlich warmer Wettercharakter wäre nach diesen Berechnungen in den ersten Julitagen nicht auszuschließen. Ob sich daraus aber eine stabile Wetterlage entwickeln kann, bleibt zum heutigen Stand noch abzuwarten. Warum? Eine hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist immer für Überraschungen gut.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Ein Hochdrucksystem positioniert sich über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Temperaturrückgang nur vorübergehend

Trotz der unterschiedlichen Entwicklung der Großwetterlage haben die Prognosemodelle eine Gemeinsamkeit. Die nördliche Grundströmung wird wohl nur von vorübergehender Dauer sein und sich bis zum 25. Juni bereits normalisiert haben können.

Das bestätigen auch die Kontrollläufe, doch der Kaltlufteinbruch am 22./23. Juni ist bemerkenswert, was die Temperaturen etwa um 5 bis 7 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert in den zu kalten Bereich absinken lässt (Mittelwert: +15 Grad). Am 26. Juni liegt das Temperaturspektrum zwischen +17 bis +28 Grad (Mittelwert: +21 Grad) und am 2. Juli zwischen +14 bis +32 Grad (Mittelwert: +22 bis +23 Grad). Der Mittelwert liegt Anfang Juli in einem für die Jahreszeit typischen Bereich.

Diagramm Temperaturen Juli 2018 vom 18.06.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juli 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Stabiles Hochdruckwetter Anfang Juli?

Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten auf stabiles Sommerwetter? Die Niederschlagsneigung ist nach den Berechnungen der Kontrollläufe in der letzten Juni-Dekade über dem Norden etwas erhöht und über dem Süden als schwach zu bewerten. Anfang Juli steigt die Niederschlagsneigung allgemein etwas an, was eine stabile Hochdruckwetterlage zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich macht. Vielmehr deutet einiges auf einen abwechslungsreichen aber nicht unbedingt kalten Start in den Juli hin.

Das Wetter im Juli nach der Wetterprognose des Langfristmodells

Kaum eine Veränderung in der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells. So wird der Juli 2018 mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal und im Trend etwas zu warm berechnet.

In der Niederschlagsberechnung zeigt sich in der Vorhersage eine negative - zu trockene - Entwicklungstendenz. Schaut man auf Europa, so wird von England über Deutschland bis über das östliche Europa eine zu trockene Wetterentwicklung berechnet, während der Mittelmeerraum etwas zu nass bewertet wird. Anders formuliert werden es nach dieser Simulation die Tiefdrucksysteme im Juli nicht leicht haben, sich bis über Mitteleuropa durchzusetzen.

Zusammenfassend

  • Am Mittwoch und Donnerstag hochsommerlich warme Temperaturen
  • Ab Donnerstag setzt von Norden die Zufuhr kühler Luftmassen ein
  • Die Temperaturen können am kommenden Wochenende um 5 bis 7 Grad unter dem langjährigen Durchschnittswert liegen
  • Ab dem 25. Juni moralisieren sich die Temperaturen und haben bis Anfang Juli einen leicht positiven Trend vorzuweisen
  • Ob in den ersten Julitagen eine stabile Wetterlage vorherrschend sein wird, ist zum heutigen Stand noch in Frage zu stellen
  • Die Niederschlagsneigung wird nach den Kontrollläufen leicht erhöht berechnet
  • Langfristmodell berechnet ein normales Wetter im Juli 2018, welches im Trend leicht zu warm und etwas zu trocken ausfallen kann

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Setzt sich Anfang Juli ein stabiles Sommerhoch über Mitteleuropa durch, oder sorgen die atlantischen Tiefdrucksysteme weiterhin für einen unbeständigen Wettercharakter?

Die aktuelle Vorhersage für die kommenden Juni-Tage zeigt anfangs mit Neigung zu Schauern und Gewittern noch einen durchwachsenen Wettercharakter, bevor sich im Verlauf der neuen Woche ein Hochdruckkeil des Azorenhochs bis nach Deutschland durchsetzen kann. Dieser Hochdruckkeil sorgt für auflockernde Bewölkung und bis zum Mittwoch auch für eine nachlassende Niederschlagsaktivität. Ganz allgemein sind die Niederschläge zum Start in die neue Woche als schwach zu bewerten. Die Temperaturen steigen rasch auf sommerliche Werte an und können bis zum Mittwoch auch hochsommerliche Temperaturwerte erreichen. Ab Donnerstag setzt von Norden mit einem unbeständigeren Wettercharakter ein Temperaturrückgang ein, während es über dem Süden noch sommerlich warm bleiben kann.

Sommerwetter mit Schwächen - auch bis in den Juli hinein?

Gelingt es dem Hochdruckkeil, sich über Mitteleuropa festzusetzen und für stabiles Sommerwetter sorgen, oder setzt sich die atlantische Frontalzone über Skandinavien durch und sorgt für einen unbeständigen und mäßig warmen Wettercharakter im Juli?

Amerikanisches Wettermodell: Sowohl als auch - stabiles Sommerwetter Anfang Juli nicht auszuschließen

Der Hochdruckkeil schwächt sich bereits in der kommenden Woche bis zum Donnerstag ab, während zeitgleich die atlantische Frontalzone sich über Skandinavien durchsetzen und zum 22. Juni sich über der Barentssee positionieren kann.

In Folge daraus bleibt dem Keil des Azorenhochs gar nichts anderes übrig, als sich im Zeitraum vom 21. bis 25. Juni weiter nach Westen zurückzuziehen. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen somit am östlichen Rand des Hochdruckgradienten, was aus nördlichen Richtungen kühlere Luftmassen nach Süden führen kann. Simuliert werden bspw. für den 23. Juni Tageshöchstwerte von +15 bis +20 Grad über dem Norden und +17 bis +23 Grad über dem Süden. Das ist für den ersten Sommermonat etwas zu kühl. Zudem sind immer wieder leichte Schauer möglich.

Ein stabiles Sommerhoch Anfang Juli über Deutschland?
Ein stabiles Sommerhoch Anfang Juli über Deutschland?

Im Zeitraum vom 25. bis 1. Juli löst sich das Tiefdrucksystem über der Barentssee auf und die Tiefdruckaktivität bei Island verstärkt sich wieder. Diese Chance nutzt das Azorenhoch und baut Anfang Juli ein Hochdruckzentrum direkt über Mitteleuropa auf. Damit aber nicht genug, denn in den ersten Julitagen kann sich jeweils westlich und östlich des Hochdrucksystems ein Tiefdruckgebiet ausbilden und somit das Gesamtkonstrukt verstärken, bzw. stabilisieren. Anders formuliert ist ein sommerlicher bis hochsommerlicher Start in den Juli nach dieser Vorhersage nicht auszuschließen.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach amerikanischen Prognosemodell: hochsommerlicher Wettercharakter zum Start in den Juli 2018? © www.meteociel.fr

Wie wahrscheinlich ist eine solche hochsommerliche Wetterentwicklung Anfang Juli?

Ganz so abwegig ist so eine Wetterentwicklung grundsätzlich nicht und entsteht häufiger mal aus Südwestwetterlagen. Doch das Tiefdrucksystem über Skandinavien und der Barentssee unterbindet kurz vor dem Juli ein solches Hochdrucksystem und so ist im Zeitraum vom 22. bis 25. Juni mit einem durchwachsenen und relativ kühlen Sommerwetter zu rechnen. Wie kühl? Die Kontrollläufe berechnen für den 23. Juni Ein Temperaturspektrum von +13 bis +28 Grad (Mittelwert: +18 Grad über dem Norden und +20 Grad über dem Süden). Also noch alles gemäßigt.

Darüber hinaus steigt das Temperaturspektrum wieder an und liegt am 27. Juni zwischen +14 bis +28 Grad (Mittelwert: +21 Grad) und am 1. Juli zwischen +15 bis +32 Grad (Mittelwert: +23 bis +24 Grad). Der Mittelwert Anfang Juli entspricht in etwa dem langjährigen Durchschnittswert und ist im Trend leicht zu warm einzustufen.

Gegen stabiles Hochdruckwetter sprechen Anfang Juli die Kontrollläufe mit ihrer Niederschlagsprognose, welche zum aktuellen Stand als leicht erhöht zu bewerten ist. Zudem zählt das amerikanische Wettermodell mit seinem Hauptlauf zu den wärmsten Varianten der Kontrollläufe, sodass in den kommenden Stunden noch mit Veränderungen zu rechnen ist.

Diagramm Temperaturen Juni 2018 vom 16.06.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juli 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Die Juliprognose des Langfristmodells

Geht es nach der aktuellen Wetterprognose des Langfristmodells, so soll der Juli 2018 mit einer Abweichung der Temperaturen von -0,5 bis +1 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal und im Trend etwas zu warm ausfallen. In der Niederschlagsprognose zeigt sich eine leicht negative (zu trockene) Wetterentwicklung ab.

Betrachtet man die Niederschlagsentwicklung über Europa, so zieht sich ein Streifen von zu trockenem Wetter von England und Skandinavien, über Deutschland bis über das östliche Europa. Über Südeuropa wird eine leicht positive Niederschlagsneigung berechnet. Möchte man das interpretieren, so ist ein osteuropäisches Hochdrucksystem mit Ausdehnung ist Richtung Mitteleuropa eine nicht unwahrscheinliche Entwicklung der Großwetterlage.

Zusammenfassend

  • Das Wetter ist in der letzten Juni-Dekade als durchwachsen und gemäßigt zu bewerten
  • Der Hochdruckkeil kann sich nicht behaupten
  • Von Norden können kühlere Luftmassen nach Deutschland geführt werden, was den Temperaturcharakter auf ein Jahreszeit typisches Niveau absinken lassen kann
  • Anfang Juli berechnet das amerikanische Wettermodell den Aufbau eines Hochdrucksystems über Mitteleuropa - stabiles Sommerwetter wäre möglich
  • Die Kontrollläufe stützen den Aufbau eines Hochdrucksystems nicht
  • Stattdessen gemäßigtes und leicht durchwachsenes Sommerwetter Anfang Juli
  • Langfristmodell berechnet ein normales Wetter im Juli 2018, welches im Trend leicht zu warm und etwas zu trocken ausfallen kann
Der zweite Sommermonat Juli ist zugleich auch der wärmste der drei Sommermonate. Die Großwetterlagen haben sich stabilisiert und häufiger können sich nun ausgeprägte Hochdruckwetterlagen über Deutschland, Österreich und der Schweiz behaupten. Im Juli hat der Sommer Hauptsaison und läuft auf Hochtouren. Doch es kann auch ganz anders kommen. Entscheidend ist die Entwicklung der Großwetterlage Ende Juni und Anfang Juli, denn das ist der Zeitraum der sog. Siebenschläferregel, welche eine hohe Singularität aufweist. Je nachdem, welche Großwetterlage sich bis zum 10. Juli eingestellt hat, so hält diese sich über Süddeutschland mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 Prozent noch 6 Wochen lang (München bis zu 80 Prozent). Der Juli bestimmt nicht selten, ob der das Wetter im Sommer zu warm, normal, oder auch zu kühl ausfallen kann. Insofern kommt die folgende Bauernregel für den Juli nicht von ungefähr:

Fängt der Juli mit Tröpfeln an, wird man lange Regen ha’n.

Das Juli Wetter

Das Wetter im Juli kann sich mit zwei unterschiedlichen Großwetterlagen präsentieren. Dominantes Hochdruckwetter - meist ab der Monatsmitte - mit einem nachhaltigen Sommerwetter und ausgeprägten Hundstagen, welche zwar nichts mit Hunden zu tun haben, dafür aber den Hochsommer bis in das letzte August Drittel hinein tragen können (22. Juli bis 23. August).
In der zweiten Variante zeigt sich vermehrt der atlantische Tiefdruckeinfluss, was das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz auch mit längeren Regenphasen und teils auch kühlen Temperaturen beeinflussen kann. Nicht selten kommt es dabei zum regen Wechsel zwischen warmen und kühleren Wetterphasen, welche durch teils unwetterartige Wettereignisse begleitet werden können.

Das typische Wetter im Juli

Mit durchschnittlich +16,9 Grad ist der Juli einer der wärmsten Sommermonate (Juni 15,4 Grad, August 16,5 Grad) und mit 78 l/m² Niederschlag gehört er aber auch zu den niederschlagsreichsten Monaten im ganzen Jahr.
Geprägt wird das Juliwetter häufiger von längeren Hochdruckphasen mit einem stabilen Wettercharakter. Nichtsdestotrotz sorgen Tiefdrucksysteme für Abwechslung, wobei die Übergangsphasen von kräftigen Schauern und Gewittern mit Potential für Unwetter begleitet werden können.
Zum Beginn zeigt sich das Wetter im Juli häufig noch wechselhaft, doch noch im Verlauf des ersten Julidrittels kommt es nicht selten zum Aufbau eines stabilen Hochdrucksystems, welches das Wetter häufig im Zeitraum vom 11. bis 15. Juli beeinflussen kann. Im Zeitraum vom 16. bis 22. Juli zeigt sich häufiger einmal eine Schlechtwetterphase, bevor der Sommer ab dem 22. Juli auf volle Touren kommen kann.

Das Wetter im Juli ist mit keinen anderen Monat im Jahr zu vergleichen. Besticht er doch zumeist durch seine Beständigkeit, während im Juni das Wetter sich vom spät Frühling zum Sommer entwickelt und sich im August der Sommer auf den Herbst vorbereiten kann.

Häufig zeigt sich das Wetter im Juli beständig und sommerlich warm
Häufig zeigt sich das Wetter im Juli beständig und sommerlich warm

Wetter Juli 2018: Wie wird das Wetter?

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Wetterprognosen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen, welche letztlich das Wetter mit beeinflussen können. Zunächst bedeutet der Randfaktor der schwachen Sonnenaktivität eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen durchwachsenen Juli.
Warum? Eine schwache Sonne hat häufiger eine höhere Tiefdruckaktivität und damit vermehrt Wolken zur Folge. Mehr Wolken und häufiger Niederschlag führen zu niedrigeren Temperaturen, was aber nicht damit gleichzusetzen ist, als dass der Juli zu kalt ausfallen könnte.

Die letzten normalen Julimonate stammen aus den Jahren 2012 und 2007 (Abweichungen +0,5 bis +0,3 Grad). Der letzte zu kalte Juli stammte aus dem Jahr 2011 (Abweichung -0,8 Grad). Der Sonnenfleckzyklus erreichte 2009 seinen Tiefpunkt und das nächste Minimum wird für 2020/21 erwartet. Die höchsten Abweichungen der letzten 20 Jahre wurden 2006 (+5,09 Grad) und 2010 (+3,4 Grad) registriert. Der Juli 2006 war zugleich der wärmste Sommermonat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von +14,36 Grad war der Julimonat von 1919 der kälteste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881.
Die letzten beiden Julimonate waren mit +18,1 Grad (+1,2 Grad) und +18,6 Grad (+1,7 Grad) zu warm.

Interessant ist, dass die Julimonate in den letzten 20 Jahren im Schnitt um satte +1,3 Grad wärmer als der vieljährige Durchschnittswert ausgefallen sind.

Sonnenstand sinkt im Juli und die Tage werden kürzer

Die Sonne geht am 1. Juli um 4:46 Uhr auf und macht den Tag bis 21:34 Uhr hell. Das ist eine maximale Sonnenscheindauer von 16 Stunden und 48 Minuten. Ende Juli geht die Sonne um 5:23 Uhr auf und um 21:02 Uhr unter, was einer Tageslänge von 15 Stunden und 39 Minuten entspricht. Die Tage werden im Juli um 1 Stunde und 9 Minuten kürzer.

Statistische Auffälligkeiten im Juli

  • Entscheidende Wetterphase im ersten Juli Drittel
  • Wie sich hier die Großwetterlage einstellt, so ist häufig das Wetter im Zeitraum danach
  • Juli ist geprägt durch längere Hochdruckphasen
  • Auffällige Hochdruckwetterlagen zwischen dem 11. und 15. Juli, sowie nach dem 22. Juli
  • Dazwischen häufiger Schlechtwetterphasen
  • Unwetterartige Wetterlagen sind im Juli zu erwarten. Häufiger bei Wetterumschwüngen.
  • Die Tage werden im Verlauf des Juli um 1 Stunde und 9 Minuten kürzer
  • Beginn der Hundstage (Hochsommerphase) ab dem 22. Juli

Die Abweichung der Temperaturen der Julimonate in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1980
Juli Monate Tem­peratur Ab­weichung
Juli 2011-2017 +18,3 Grad +1,4 Grad
Juli 2001-2010 +18,6 Grad +1,7 Grad
Juli 1991-2000 +17,9 Grad +1,0 Grad
Juli 1981-1990 +17,4 Grad +0,5 Grad
Juli 1971-1980 +16,8 Grad -0,1 Grad
Juli 1961-1970 +16,6 Grad -0,3 Grad

Auch im Juli zeigt sich, dass die Dekaden der 60er, 70er, 80er Jahre sich noch weitgehend um dem langjährigen Mittelwert herum bewegten. Der Temperatursprung zu deutlich wärmeren Temperaturen erfolgte ab den 90 er Jahren. Würde man sagen, dass das Wetter im Juli 2018 zu warm ausfallen wird, hätte man eine Trefferquote von rund 70 Prozent.

Wetter im Juli 2018: Wetterprognose des Langfristmodells

Wettervorhersagen bzgl. Temperatur, Niederschlag und Großwetterlagen sind im Detail zum heutigen Stand noch nicht möglich. Indikatoren liefern aber die Langfristmodelle hinsichtlich der Temperaturambivalenz (zu warm, zu kalt) und des Niederschlages (zu nass oder zu trocken)

Nach den aktuellen Berechnungen der Wetterprognose des Langfristmodells soll der Juli 2018 gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal mit einem etwas zu warmen Trend ausfallen. In der Niederschlagsentwicklung wird der Juli aktuell normal berechnet, hat aber im Trend eine leicht positive Abweichung gegenüber dem Sollwert (leicht zu nass).

Schaut man sich den Wettertrend im Juli für Europa an, so fällt auf, dass die Regionen über Russland, Skandinavien bis nach England etwas zu trocken berechnet werden, während die Mittelmeerregion etwas zu nass ausfallen kann. Welche Rückschlüsse lassen sich daraus ziehen? Hoher Luftdruck über Skandinavien und eine etwas nach Süden verlagerte Tiefdruckrinne.
Betrachtet man die Temperaturen, so werden weite Teile Nord- und Mitteleuropas im Trend leicht zu warm berechnet, während die Mittelmeerregionen unauffällig bleiben. Über Teilen von Spanien könnte der Juli auch etwas zu kühl ausfallen.
Ob das so kommen mag, wird sich zeigen müssen. Ab Mitte Juni präsentieren wir an dieser Stelle regelmäßige Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen für das Wetter Juli 2018.

Die nächste Aktualisierung erfolgt am Samstag, 16.06. gegen 13:00 Uhr an dieser Stelle