Der erste Wintermonat fällt nicht selten nasskalt bis zu mild aus, doch ab und an stellt sich die Großwetterlage so ein, dass ein richtiger Wintereinbruch möglich ist - und da gibt es ja auch noch die weiße Weihnachten!

Der erste Schnee fällt meist in der ersten oder zweiten Dezemberdekade
Der erste Schnee fällt meist in der ersten oder zweiten Dezemberdekade

loading...
  Aktuelle Wetterkarten
  Regenradar

Regenradar

Regenradar Deutschland
Regenradar mit erweiterten Funktionen
© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Nicht nur der November kann schon entscheidend sein, auch die Wetterentwicklung im Dezember kann maßgeblich für den Verlauf des Winters verantwortlich sein.

Ist bspw. das zweite Dezember-Drittel zu kalt und fällt die Wettersingularität des Weihnachtstauwetters aus, so hat der Hochwinter im Januar seine Chancen. Fallen hingegen die Temperaturen deutlich zu warm aus und wird die Großwetterlage von einer immer wiederkehrenden Südwest- oder Westströmung beeinflusst, so ist schon relativ früh davon auszugehen, dass der Winter 2019/2020 insgesamt zu warm ausfallen kann.

Anzeige

Der Dezember ist der Dunkelmonat

Für die einen ist es schrecklich, wenn das Wetter nasskalt, trüb und dunkel ist. Zudem ist am 21./22. Dezember mit 7 Stunden und 51 Minuten der kürzeste Tag und mit 16 Stunden und 9 Minuten die längste Nacht zu erwarten. Anschließend werden die Tage mit der Wintersonnenwende wieder länger und die Nächte kürzer (mehr dazu: Tage werden im Herbst kürzer).

Statistisch ist der Dezember ein eher nasskalter Wintermonat

In Folge aus den kürzer werdenden Tagen kühlen die Landmassen schneller als die Meeresflächen ab, was die Wetteraktivität auf dem Atlantik durch die Temperaturunterschiede erhöht. So wird in der ersten Dezember-Dekade das Wetter häufiger von wechselhaften Wetterlagen mit stürmischen Winden beeinflusst.

Der typische Wetter-Verlauf

Durch die entsprechende Dynamik kommt es häufiger zu meridionalen Strömungsmustern, welche mit einer Nord-Süd-Strömung vermehrt den Zeitraum der zweiten Dekade beeinflussen können. So liegen die Tageshöchstwerte zum Monatsbeginn meist zwischen +3 bis +8 Grad, sinken zur Monatsmitte auf 0 bis +5 Grad ab und gehen um die Weihnachtszeit nochmals auf +4 bis +8 Grad hoch, bevor zum Ende mit +0 bis +5 Grad wieder nasskalte Tageswerte zu erwarten sind. Die ersten Schneefälle sind in der ersten und zweiten Dekade nicht unüblich.

Die Normwerte:

Der langjährige Mittelwert beträgt im ersten Wintermonat +0,8 Grad und hat ein Niederschlagssoll von 70 l/m².

Das Dezemberwetter kann auch schön sein

Was aber für die einen schrecklich ungemütlich ist, ist für die anderen ein Hochgenuss, wenn die Tage kühl, abwechslungsreich und dunkel sind. Und mal ehrlich, es gibt doch nichts gemütlicheres, als in der warmen Stube zu sitzen und das stürmische Winterwetter mit einem Buch auf dem Sofa zu genießen.
Zudem freut es vor allem die jüngere Generation, wenn die ersten Schneeflocken liegen bleiben und die Landschaft in ein wunderbares weiß verwandeln können. Aber auch Dauernebel kann mit einer Hochdruckdominanz zum Thema werden, kommt aber seltener als im November oder zum Hochwinter im Januar vor. Es liegt also ganz bei Ihnen, wie Sie das Wetter empfinden - das Wetter lässt sich jedenfalls nicht davon beeinflussen.

Anzeige

Der Winter hat - sofern er mal da ist - seine bezaubernden Momente

Bauernregeln

Nein, wir sind keine Freunde von Bauernregeln. Ab und an gibt es aber welche, die zu den sog. Singularitäten gehören. Zwei davon sind passend.

Dezember, veränderlich und lind, ist der ganze Winter ein Kind.
Herrscht im Dezember recht strenge Kält’, sie volle 18 Wochen hält

Wettertrend Dezember 2019:

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Vorhersagen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen.

Das Wetterjahr war überwiegend meridional strukturiert und führte neben neuen Rekordhitzewerten auch zu kühleren Wetterphasen. Der Herbst zeigt sich bislang normal und auch die Niederschlagsentwicklung verläuft bislang positiv. Von entscheidender Bedeutung wird sein, ob das Strömungsmuster im Herbst auf westliche Richtungen kippt und damit den Winter mit einer nachhaltigen Zonalisierung schon frühzeitig beendet, oder aber ob sich das meridional verlaufende Zirkulationsmuster im Dezember wird fortsetzen können. Dann sind auch weiße Überraschungen und kalte Temperaturtrends möglich.

Anzeige

Das Wetter im Dezember: Aktuelle Wetterprognosen der Langfristmodelle

Wettertrend Langfristmodell CFSv2: zu warm

Schaut man sich nun den aktuellen Dezember-Trend 2019 des Langfristmodells an, so wird dieser mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad und im Trend von bis +3 Grad deutlich warm berechnet. Das mag die Winterfreunde sicherlich frustrieren, doch klingt diese Prognose des Langfristmodells - zumindest aus der Sicht der Zonalisierung - plausibel. Das wird mit einer etwas erhöhten Niederschlagsprognose noch untermauert.

Wettertrend Langfristmodell NASA: Dezember zu warm

Das Langfristmodell der NASA berechnet den ersten Wintermonat in seinem aktuellen Wettertrend mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm. In der Niederschlagsprognose zeigt sich ein normaler bis leicht zu trockenes Dezember-Wetter.

Wettertrend europäisches Langfristmodell : Ebenfalls zu warm

Die Abweichung gegenüber dem vieljährigen Mittelwert beträgt im Dezember nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells +0,5 bis +1,5 Grad und fällt damit etwas zu warm aus. Die Niederschlagsbilanz ist gegenüber dem Sollwert unauffällig und im Trend etwas zu trocken.

Lässt das Dezember-Wetter Rückschlüsse auf den Winter zu?

Interessant ist in der nachfolgenden statistischen Auswertung, dass der erste Wintermonat in den letzten 57 Jahren 15 mal zu kalt (26 Prozent) und 28 mal zu warm (50 Prozent) und 14 mal normal (24 Prozent) ausfiel. Zudem zeigt sich, dass ein warmer Dezembermonat sehr häufig auch einen zu warmen Winter zur Folge hatte. War er hingegen zu kalt, so gab es nur in 27 Prozent der Fälle einen zu kalten Winter.

Betrachtung der einzelnen Dezembermonate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
Dezember warm 9 % 53 % 34 (63 %)
Dezember kalt 27 % 11 % 20 (37 %)

Anzeige

Die Statistik

Verkürzt man den Zeitraum der Statistik, so lässt sich etwas signifikantes feststellen: In den letzten 20 Jahren, war das Wetter in 25 Prozent der Fälle normal, in nur 10 Prozent zu kalt und in den restlichen 65 Prozent zu warm. Im Schnitt waren die Dezember-Monate der letzten 20 Jahre um etwa +1,2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm.

Das ist signifikant und erklärt auch, warum es in tieferen Lagen weniger Schnee gibt, als in den Jahrzehnten zuvor. Eine Veränderung der Temperaturen von +1 Grad bedeutet, dass die Schneefallgrenze - ganz grob - um etwa 100 Meter ansteigt. Rundet man das Ergebnis, so liegt die Schneefallgrenze der letzten 20 Jahre - im Schnitt - um etwa 100 bis 150 Meter höher, als das früher der Fall war. Ein Flachlandwinter wird im Dezember zunehmend unwahrscheinlicher und auch die mittleren Lagen beklagen sich zunehmend über den Schneemangel.

Die Abweichung der Temperaturen in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Dezembermonate Tem­peratur Ab­weichung
2011-2018 3,4 Grad +2,6 Grad
2001-2010 0,8 Grad 0 Grad
1991-2000 1,3 Grad +0,5 Grad
1981-1990 +1,6 Grad +0,8 Grad
1971-1980 +1,6 Grad +0,8 Grad
1961-1970 -0,8 Grad -1,6 Grad

Besonders sticht in der Dekadenbetrachtung das aktuelle Jahrzehnt auf. Der Mittelwert liegt mit einem Überschuss von +2,6 Grad deutlich über dem der vergangenen Jahrzehnte. Maßgeblich daran beteiligt waren die viel zu warmen Werte der vergangenen Dezembermonate der Jahre:

Der Dezember aus dem Jahre 2015 ist im Übrigen der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen aus dem Jahre 1881. Somit steht schon jetzt fest, dass diese Dekade eine der wärmsten Dezembermonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen hervorbringen wird. Eine signifikante Korrektur ist bis 2020 wenig wahrscheinlich.

Anzeige

Statistische Auffälligkeiten

  • Sehr häufig dominiert tiefer Luftdruck das Wettergeschehen im ersten Drittel
  • In Folge der hohen Tiefdruckaktivität fällt die erste Dekade gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm aus
  • Mit 69 Prozent ist die Wahrscheinlichkeit für ein Kaltlufteinbruch im Zeitraum vom 10. bis 20. Dezember sehr hoch
  • Schneefall zeigte sich häufiger um die Mitte des Monats
  • Mit 76 Prozent ist die Wahrscheinlichkeit für das Weihnachtstauwetter im Zeitraum vom 20. bis 27. Dezember als sehr hoch einzustufen
  • Nach Weihnachten - und häufiger zum Jahreswechsel - wird es wieder zunehmend winterlicher

Regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter Dezember 2019 erfolgen in Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen an dieser Stelle ab Mitte November.

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen