Auch in den kommenden Augusttagen zeigt der Sommer 2017 wieder sein ganzes Repertoire. So sind am heutigen Freitag und in der Nacht auf Samstag kräftige Niederschläge mit teils unwetterartigen Niederschlagsmengen und Gewittern zu erwarten, bevor zum Samstag und Sonntag bei nachlassender Niederschlagsneigung die Temperaturen auf +17 bis +23 Grad zurückgehen können. In er neuen Woche setzen sich mit hohem Luftdruck und Werten von +23 bis +28 Grad und örtlich bis +30 Grad wieder die Sommertemperaturen durch, bevor zum Mittwoch und Donnerstag das "Spiel" von neuem beginnt. Der Sommer 2017 bleibt sich also treu - keine stabile Wetterlage.

Kaltlufteinbruch verzögert sich

In den letzten Tagen berichteten wir in unseren Wetterprognosen von der komplexen, aber durchaus richtungsweisenden Wetterentwicklung in der kommenden Woche. Entscheidend wird sein, wie sich die Hochdrucksysteme über den Azoren und über dem westlichen Russland positionieren werden.

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so verlagert sich das Tiefdrucksystem von England über die Nordsee bis nach Skandinavien mit deutlich weniger Dynamik als noch vor ein paar Tagen. Das verzögert den Kaltlufteinbruch und die Sommertemperaturen können sich noch bis Donnerstag über Süddeutschland halten, wenngleich es ab Mittwoch über Norddeutschland schon etwas kühler werden kann. Von den frühherbstlichen Temperaturen von +14 bis +18 Grad ist in den heutigen Simulationen nichts mehr zu erkennen.

Noch aber ist die Wetterlage keinesfalls gesichert und kann in den kommenden Stunden in die eine oder andere Richtung umschwenken. Der Wettertrend der letzten Tage bleibt aber gleich. Das Tiefdrucksystem positioniert sich über Skandinavien, während zur gleichen Zeit das Azorenhoch versucht, sich weiter nach Osten auszudehnen. So gelingt der Zusammenschluss der beiden Hochdrucksysteme über den Azoren und dem westlichen Russland in Form einer Hochdruckbrücke nicht und Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen im gradientenschwachen Umfeld in eine westlich bis nordwestlich ausgerichtete Grundströmung. In Folge daraus gehen die Temperaturen bis zum Ende des Sommers kontinuierlich zurück und werden bspw. am 31. August im Bereich zwischen +16 bis +23 Grad berechnet, was knapp unter dem langjährigen Mittelwert im leicht zu kühlen Bereich liegt. Die Niederschlagsneigung wird vom 25. bis 31. August als mäßig hoch bewertet. Mit anderen Worten ist nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells bis Ende August nicht mit einer stabilen Sommerwetterlage zu rechnen.

Das sich das Wetter aber noch ganz anders entwickeln kann, zeigen die Simulationen des europäischen Wettermodells. Hier hat der Hochsommer in der kommenden Woche durchaus noch einmal Relevanz, da sich das Tiefdruckgebiet über Skandinavien zu weit nach Norden verlagert und dabei seinen Einfluss auf das Wetter über Deutschland, der Schweiz und Österreich verliert. Stattdessen können die Temperaturen am Dienstag und Mittwoch im kühlen Bereich verbleiben, steigen darüber hinaus vom 24. bis 28. August mit einer südlichen Anströmung der Luftmassen in den sommerlichen Bereich an. Temperaturen von +24 bis +28 Grad und örtlich bis +32 Grad wären demnach nicht unwahrscheinlich.

Und nun, wie wird der restliche Sommer 2017?

Völlig konträre Simulationen der Wettermodelle schon zum Beginn der neuen Woche zeigen, wie komplex die Wetterentwicklung ist. So bleiben beide Varianten wahrscheinlich. Welche hat aber eine höhere Eintreffwahrscheinlichkeit? Das europäische Wettermodell kommt erfahrungsgemäß mit komplexen Wetterlagen über Mitteleuropa etwas besser zurecht als das Amerikanische und betrachtet man die Kontrollläufe, so zeigt sich hier eine Unterstützung dieser These. Der sog. Hauptlauf des amerikanischen Wettermodells ist eine der kälteren Varianten, während der Mittelwert des Temperaturspektrums gegenüber den letzten Tagen durchweg eine positive Tendenz aufweist. Der Mittelwert liegt vom 19. bis 21. August knapp unter dem langjährigen Durchschnittswert und liegt darüber hinaus bis zum Ende des Sommers im normalen bis leicht zu warmen Bereich.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 18.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Betrachtet man die zurückliegenden Augusttage, so war der August 2017 als letzter Sommermonat bei einem südost-nordwest Gefälle mit rund +1,6 Grad bisweilen deutlich zu warm. Das wird sich in den kommende Tagen sicherlich etwas relativieren. Sollte aber die heutige Wetterprognose eintreffen, so ist in den letzten Sommertagen kaum mehr mit einer Normalisierung der Temperaturen zu rechnen. Anders formuliert hat in der Kumulation der August 2017 eine hohe Wahrscheinlichkeit als dritter Sommermonat in Folge zu warm auszufallen (Juni +2,6 Grad, Juli +1,2 Grad). Rechnet man das durch, so würde der Sommer 2017 zum heutigen Stand mit einem Temperaturüberschuss gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um +1,5 Grad und somit als 21. Sommer in Folge zu warm ausfallen. Die nächste Aktualisierung erfolgt gegen 17:00 Uhr in einem weiteren Wettertrend zum Wetter im September 2017.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 18.08.2017

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