Der Sommer geht Mitte August so langsam in den Spätsommer über und man merkt es nicht nur an den kürzer werdenden Tagen, dass sich die Natur so langsam auf den Herbst einstellt. Das ist aber nicht damit gleichzusetzen, als dass nun keine Sommertemperaturen mehr zu erwarten wären, aber vielmehr werden mit fortschreitender Jahreszeit Werte zwischen +18 bis +25 Grad wahrscheinlicher als Temperaturen von +25 bis +30 Grad. Das Sommerwetter 2017 folgt am kommenden Wochenende konstant seinen Vorgaben aus dem Juni mit einem vehement durchwachsenen Wettercharakter bei einem Auf und Ab der Temperaturen. So steht der nächste Temperaturrückgang bei Werten von +17 bis +23 Grad mit dem kommenden Augustwochenende bevor.

Spätsommer oder Frühherbst

Ebenfalls vehement sorgt im Sommer 2017 die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik dafür, dass jeder noch so kleine Versuch eine stabile Wetterlage über Deutschland, Österreich und der Schweiz aufzubauen, schon im Ansatz unterbunden wird. So wohl auch in der kommenden Augustwoche.

Am Sonntag versucht das Azorenhoch im Verbund mit dem Hochdruckgebiet über dem westlichen Russland eine Hochdruckbrücke quer über Mitteleuropa aufzubauen. Tiefdrucksysteme der atlantischen Frontalzone wissen das aber zu unterbinden und zerstören die Hochdruckbrücke bereits zum 21. August in ihrem Entwicklungsproozess. Nachfolgend entsteht über Mitteleuropa eine Lücke, in welche erneut Tiefdruckausläufer auf Deutschland übergreifen und bis zur Wochenmitte mit einer nordwestlichen Grundströmung die Temperaturen auf +14 bis +18 Grad und örtlich mit etwas längerem Sonnenschein auf +22 Grad zurück gehen lassen kann. Statt Spätsommer würde der Frühherbst schon einmal vorbeischauen.

Welche Chancen hat der Spätsommer?

Zwischenzeitlich wird eine kühle Wetterentwicklung sowohl vom amerikanischen, als auch vom europäischen Wettermodell weitestgehend gestützt. Der wesentliche Kern der Wetterentwicklung bis zum Ende des Sommers 2017 am 31. August liegt auf dem Atlantik in Form eines kräftigen Azorenhochs, welches etwas weiter nach Norden verlagert und eine "kugelrunde" Formation einnimmt. Das begünstigt über Deutschland, der Schweiz und auch Österreich nordwestliche Wetterlagen, was einen spätsommerlichen Wettercharakter im letzten August Drittel - zumindest zum heutigen Stand - weniger wahrscheinlich macht.

Varianten:

  • Im "ungünstigsten" Fall bleibt das Hochdrucksystem westlich von Mitteleuropa und festigt somit ein nordwestlich orientiertes Zirkulationsmuster.
  • Im "günstigsten" Fall verlagert sich das Hochdrucksystem weiter nach Osten in Richtung Mitteleuropa und sorgt für eine stabile Spätsommerwetterlage.
  • In der dritten Variante gewinnt mal das Hochdrucksystem und mal die Tiefdruckgebiete mehr Einfluss auf das Wetter über Mitteleuropa und das Auf und Ab der Temperaturen bei einem wechselhaften Wettercharakter geht gerade so weiter.

Kontrollläufe zu kühl

Nach dem Temperaturabschwung am kommenden Wochenende, folgt von Süden her ein Aufschwung, welcher bereits zum 23. August in einen allgemeinen Abschwung übergeht und dann auch erst einmal bis zum 28. August nach den aktuellen Berechnungen der Kontrollläufe gegenüber den Jahreszeit typischen Werten im leicht zu kalten Bereich verbleibt. Dass der Hochdruckeinfluss aber nicht weit weg ist, zeigt sich an der Niederschlagsentwicklung, welche über Nord- und Westdeutschland vom 20. bis 31. August als mäßig hoch und über dem Süden und Osten vom 20. bis 27. August als gering einzustufen ist.

Noch ist nichts entschieden und Veränderungen sind möglich, wobei der entscheidende Zeitraum der Entwicklung für den Frühherbst oder Spätsommer zwischen dem 20. und 22. August liegt. Der Trend ist aber klar gesetzt.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 17.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

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Nach einem turbulenten Wetterverlauf und einer Abkühlung der Temperaturen am kommenden Augustwochenende bleibt die weitere Wetterentwicklung spannend. Gelingt der Aufbau einer Hochdruckbrücke quer über Mitteleuropa und sorgt für einen spätsommerlichen Wettercharakter, oder greifen atlantische Tiefdrucksysteme nach Mitteleuropa über und sorgen mit einer nordwestlichen Grundströmung für frühherbstliche Gefühle?

Stabiler Spätsommer, oder labiler Frühherbst?

Es zeigte sich in den letzten Tagen eine Differenz in den Simulationen der Wettermodelle über den Aufbau einer Hochdruckbrücke über Mitteleuropa. Allen voran die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells mit einer schönen spätsommerlichen Wetterentwicklung, welcher aber gegenüber den Kontrollläufen als zu optimistisch ausfielen. Das europäische Wettermodell war in seinen Simulationen zurückhaltender, hatte aber den gleichen Ansatz.

Heute berechnet das amerikanische Wettermodell eine gegenteilige Wetterentwicklung, bei der zwischen dem 20. und 21. August nur kurzzeitig eine Hochdruckbrücke über Mitteleuropa zustande kommen kann. Im weiteren Verlauf gelingt es einem Tiefdrucksystem bei England sich zu intensivieren und auf einer südlicheren Zugbahn über die Nord- bis zur Ostsee abzuziehen. In Folge daraus könnte das Wetter im Zeitraum vom 21. bis 31. August von diesem Tiefdruckzentrum über Skandinavien beeinflusst werden, was vor allem über Norddeutschland einem frühherbstlichen Wettercharakter entspräche. Wie kalt könnte es werden? Berechnet werden bspw. für den 27. August Tageshöchstwerte im Bereich zwischen +14 bis +18 Grad.

Wenn man so will, springt das amerikanische Wettermodell von einem "Extrem" in das Andere. Das europäische Wettermodell ist da etwas konservativer und bleibt dem durchwachsenen Wettercharakter bei einem Auf und Ab der Temperaturen des Sommers 2017 treu. Weder das Tiefdrucksystem, noch das Hochdruckgebiet kann sich maßgeblich über Deutschland, Österreich und der Schweiz durchsetzen, was eine Wetterprognose nicht gerade vereinfacht.

Kontrollläufe: Mittelmäßiger Verlauf des Restsommers

Die Simulationen der amerikanischen Wettermodells waren in den letzten Tagen als "warmer Ausreiser" zu bezeichnen und heute gilt das in umgekehrter Richtung. Der Hauptlauf gehört zu den kältesten Varianten. Die Mehrheit der Kontrollläufe folgt dem nicht und berechnet im Zeitraum vom 20. bis 27. August über Süddeutschland eine Hochdruckdominanz, bei der die Niederschlagsneigung als gering einzustufen ist und darüber hinaus etwas zulegt.
Über Norddeutschland sieht die Entwicklung etwas anders aus. Hier macht sich der Tiefdruckeinfluss stärker bemerkbar, was die Niederschlagsneigung vom 22. bis 24. August und vom 26. bis 31. August im mäßig hohen Bereich belässt.
In der Temperaturberechnung zeigt sich über Süddeutschland ein Mittelwert des Temperaturspektrum von +20 bis +22 Grad im weitgehend Jahreszeit typischen Bereich, während über Norddeutschland mit einem Mittelwert von +18 bis +20 zu kühle Werte erreicht werden können.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 16.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Zusammengefasst zeigt sich weiterhin eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Aufbau einer Hochdruckbrücke. Im Gegensatz zu den vorherigen Tagen hat zum heutigen Stand die atlantische Frontalzone eine südlichere Zugbahn, was das Wetter über dem Norden mehr als über dem Süden beeinflussen kann. Veränderungen der Simulationen sind in den kommenden Stunden und Tagen noch sehr wahrscheinlich.

Wie so oft in diesem Sommer 2017 wiederholt sich das Wetter mit dem meist gleichen Ablauf. Nach einer sommerlich warmen bis hochsommerlich heißen Temperaturphase sorgen kräftige Schauer und Gewitter mit Unwetterpotential für einen Wetterwechsel und zurückgehenden Temperaturen. Anschließend beginnt das Spiel erneut. Warum sollte es in dieser Woche also anders sein? Fraglich ist zum heutigen Stand noch, wie stark und wo die Unwetter am kommenden Augustwochenende auftreten können und auch wie nachhaltig der Temperaturrückgang ausfallen kann.

Kehrt nach dem kurzen Temperaturrückgang der Sommer zurück?

Mit dem kommenden Wochenende ist in Baden-Württemberg und Bayern die Halbzeit der Sommerferien erreicht und wir erhalten viele E-Mails mit der Frage, ob der Sommer 2017 denn nun vorbei sei? Nein, vorbei ist er nicht, er neigt sich aber aus meteorologischer Sicht seinem Ende entgegen, was Temperaturen um +30 Grad weniger und Temperaturen um +20 Grad mehr wahrscheinlich macht.

Nichtsdestotrotz ist der "Kaltlufteinbruch" am kommenden Wochenende wohl nur von kurzer Dauer. Denn beide Wettermodelle berechnen quer über Mitteleuropa den Aufbau einer Hochdruckbrücke zwischen den Azoren und dem westlichen Russland, was die Niederschlagstätigkeit vom 20. bis 25. August weiter zurückgehen und die Temperaturen wieder ansteigen lassen kann. Die Hochdruckbrücke wäre im Übrigen der erstmalige Versuch im Sommer 2017, so etwas wie eine stabile Sommerwetterlage aufzubauen. Ob es hält, wird sich zeigen müssen, denn das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 26. bis 30. August eine neuerliche Tiefdruckstörung vom Atlantik her kommend, was den durchwachsenen Wettercharakter des Sommers bei einem Auf und Ab der Temperaturen fortsetzen könnte. In diesem Fall wäre das Unwetterpotential um den 25. August herum erneut als hoch einzustufen.

Das europäische Wettermodell folgt den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells nur bedingt, was eine halbwegs stabile Hochdruckbrücke quer über Mitteleuropa heute per se noch in Frage stellt. Aber auch das europäische Wettermodell zeigt Ansätze für solch eine Entwicklung, jedoch bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik hoch, so dass auch hier mit einer Fortsetzung des wenig beständigen Sommerwetters bei einem Auf und Ab der Temperaturen zu rechnen ist.

Kontrollläufe: stabile Wetterlage durchaus wahrscheinlich

Betrachtet man ausschließlich die Niederschlagsentwicklung der Kontrollläufe, so gibt es sowohl über dem Norden, als auch über dem Süden zwischen dem 18. und 19. August einen sog. Peak (Ausschlag) in der Niederschlagsberechnung, was den Rückschluss auf unwetterartige Niederschläge ziehen lässt. Darüber hinaus geht im Zeitraum vom 20. bis 26. August die Niederschlagsneigung fast gänzlich in den trockenen Bereich zurück. Das bedeutet, dass keiner der Kontrollläufe mehr Regen in diesem Zeitraum simuliert und somit die Hochdruckbrücke zum heutigen Stand die höchste Relevanz besitzt. Aber auch darüber hinaus zeigt sich über Deutschland eine nur schwache Niederschlagsentwicklung. Anders formuliert: eine stabile Sommerwetterlage hat zum aktuellen Stand eine höhere Wahrscheinlichkeit als andere Varianten.

In der Temperaturentwicklung berechnen die Kontrollläufe nach dem kühlen Wochenende eine ansteigende Tendenz in Richtung normalisierende Werte, wobei die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells im Vergleich zu den Kontrollläufen erneut als zu optimistisch einzustufen sind. So liegt das Temperaturspektrum mit seinem Mittelwert über dem Süden meist zwischen +21 bis +23 Grad und über dem Norden zwischen +19 bis +21 Grad in einem für den Spätsommer normalen Bereich.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 15.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Temperaturverteilung im August 2017 bislang ungleichmäßig

Zurückblickend auf die vergangenen Augusttage zeigt sich der deutschlandweite Mittelwert aktuell mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Durchschnittswert mit rund +1,3 Grad zu warm. Allerdings liegt die Abweichung über dem Nordwesten und Westen mit -0,1 Grad teils im leicht negativen Bereich, während über dem Südosten mit +2,5 Grad eine deutlich zu warme Abweichung auszumachen ist. Im Hinblick auf die kommenden Tage sollte sich bis einschließlich dem kommenden Wochenende nur wenig an dem Überschuss verändern können und sollten die letzten Sommertage - wie in den Wettermodellen simuliert - "normal" ausfallen können, so hat der August insgesamt ein hohes Potential zu warm auszufallen. Zusammengenommen mit dem Juni und Juli könnte der Sommer 2017 im Resümee mit einer Abweichung zwischen +1,3 bis 1,5 Grad zu warm ausfallen. Anders formuliert müsste der August etwa um -3,4 Grad zu kalt ausfallen, um den Sommer noch zu normalisieren und das ist zum heutigen Stand äußerst unwahrscheinlich.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 15.08.2017

Deutschland liegt in der kommenden Woche am Rande eines Tiefdruckzentrums bei Island und England und einer Hochdruckbrücke zwischen den Azoren, der Mittelmeerregion und dem westlichen Russland. So werden zwar sommerlich warme Luftmassen aus südwestlichen Richtungen herangeführt, welche im Verlauf der Woche aber zunehmend feuchter werden und die Neigung zu teils kräftigen Schauern und Gewittern ansteigen lassen kann. Die Temperaturen gehen kontinuierlich etwas zurück und erreichen am Dienstag noch hochsommerliche Werte von +24 bis +33 Grad und am Freitag sind es noch +20 bis +25 Grad. Erst zum kommenden Augustwochenende gewinnt das Tiefdruckzentrum mehr Einfluss auf das Wetter über Deutschland, Österreich und die Schweiz und lässt die Temperaturen - je nach Niederschlagssituation - auf +12 bis +21 Grad zurückgehen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum August 2017.

Sommerlich stabile Wetterlage?

Auch heute wieder berechnet das amerikanische Wettermodell eine nur kurze Einflussnahme der atlantischen Frontalzone auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz und zieht unter Abschwächung bereits zum 20. August nach Nordosten über Skandinavien ab. Nachfolgend wird eine Reaktivierung der Hochdruckverbindung vom Azorenhoch und dem Hoch über dem westlichen Russland berechnet, was über kurz oder lang über Deutschland zu so etwas wie einer stabilen Wetterlage führen kann, bei der kaum mehr Niederschläge und "angenehm" sommerliche Werte zwischen +22 bis +27 Grad zu erwarten sind.

Die Überschrift hinsichtlich einer stabilen Sommerwetterlage ist nicht ohne Grund mit einem Fragezeichen versehen, denn noch sind die Unsicherheiten der Entwicklung eines autarken Hochdrucksystems über Mitteleeuropa hoch. Das zeigt sich auch in den Simulationen des europäischen Wettermodells, welches die Tiefdruckaktivität der Frontalzone stärker berechnet und den Aufbau des Hochdrucksystems verhindert, bzw. verzögert. Stattdessen wäre nach diesen Berechnungen mit einem neuerlichen Auf und Ab der Temperaturen bei einem durchwachsenen Wettercharakter zu rechnen.

Kontrollläufe: Kalte Wetterphase nur von kurzer Dauer

Die Kontrollläufe bestätigen heute eine recht warme Temperaturphase bis zum 18./19. August bei einer zunehmenden Niederschlagsaktivität. Im Zeitraum vom 19. bis 21. August zeigt sich ein markanter Temperaturrückgang um bis 10 Grad über Süddeutschland und 5 Grad über dem Norden. Darüber hinaus wird ein sich gegenüber dem langjährigen Mittelwert normalisierender Temperaturtrend berechnet.
So liegt der Mittelwert des Temperaturspektrums am 26. August über dem Norden bei +20 Grad und über dem Süden bei +22 Grad. Die Simulationen des amerikanischen Wettermodells sind ganz gut in die Kontrollläufe eingebettet, was eine stabile Sommerwetterlage zunehmend wahrscheinlicher macht. Unterstützung dieser These kommt ebenfalls von den Kontrollläufen, welche die Niederschlagsneigung sowohl über Nord- als auch über Süddeutschland im Zeitraum vom 20. bis 30. August als niedrig einstufen, was auf eine längere Hochdruckdominanz schließen lässt.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 14.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Man wird abwarten müssen, wie sich die Großwetterlage zum, bzw. ab dem kommenden Wochenende entwickeln wird, aber eine länger andauernde Hochdruckphase ist im Sommer 2017 noch nicht vorgekommen und gemäß der Erhaltungsneigung und dem Ausgleichsverhalten steigt die Wahrscheinlichkeit für solch eine Veränderung der Großwetterlage.