Aprilwetter: Derzeit deutet nur wenig auf stabile Wetterverhältnisse hin - eher das Gegenteil ist der Fall und der Frühling wird sich mit einer stabilen Großwetterlage weiterhin in Geduld üben müssen.

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Markanter Temperaturrückgang. Aus +14 bis +18 Grad werden in den kommenden Stunden +4 bis +8 Grad werden und zum Start in die neue Woche sind Graupelschauer und kurze Gewitter bis in tiefere Lagen herab nicht auszuschließen. Im weiteren Verlauf der Woche dehnt sich ein Hochdruckkeil von England in Richtung Deutschland aus und sorgt für einen leicht unbeständigen Wettercharakter mit ansteigenden Temperaturen. Mehr Details hierzu in der aktuellen Wetterprognose März 2019.

Keine stabilen Wetterverhältnisse
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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Hochdruckdominanz

Trotz des unbeständigen Wettercharakters und der zurückgehenden Temperaturen wird das Wetter im Verlauf der kommenden Woche durch ein Hochdruckkern bei England bestimmt. Da Deutschland aber auf der östlichen Seite der Hochdruckgradienten liegt, gelangen labile und kühlere Luftmassen aus nordwestlichen Richtungen nach Deutschland.

Zeitgleich ist die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik hoch und drückt das Hoch bis zum 29. März über Mitteleuropa und zum 31. März über das östliche Europa. Bei einer schwachen Niederschlagsneigung steigen die Temperaturen wieder auf frühlingshaft milde Werte von +14 bis +18 Grad.

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Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein apriltypischer Wettercharakter

Diese Wetterprognose hat sich in den letzten 24 Stunden kaum verändert. Anfang April meridionalisiert das Strömungsmuster und die Neigung zu Trogwetterlagen nimmt zu. Nach der aktuellen Berechnung gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz am 1. April in den Einflussbereich kälterer Luftmassen, was die Tageswerte auf +4 bis +8 Grad absinken lassen kann. Graupelschauer wären dann in der Tat wieder ein Thema.

Im Zeitraum vom 2. bis 5. April meridionalisiert das Strömungsmuster weiter und mäandriert bis zum 5. April. Vereinfacht ausgedrückt stellt sich nach der Wettervorhersage des amerikanischen Prognose-Modells Anfang April ebene jene Großwetterlage ein, was den April so launisch und berühmt berüchtigt macht. Der April macht was er will. Im Grunde aber entspricht das einem normalen Wettercharakter.

Ein mäandrierendes Zirkulationsmuster mit typischem Aprilwetter
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein mäandrierendes Zirkulationsmuster mit typischem Aprilwetter © www.meteociel.fr

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Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Keine stabile Großwetterlage

Von einem Frühlingsausbruch Anfang April kann auch nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells nicht ausgegangen werden. Zu stark ist die Wetteraktivität auf dem Atlantik, als dass geordnete Verhältnisse einkehren können.

In den letzten März-Tagen baut sich über Mitteleuropa eine Hochdruckzone auf, was zu einem ruhigen und milder werdenden Wettercharakter führt. Anfang April verlagert sich das Hoch relativ rasch über das östliche Europa uns strebt kurzzeitig nach Norden auf. Im Verbund mit einem Tief über Skandinavien und der Barentssee werden kühlere Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt. Graupelschauer sind Anfang April eine gute Option!

Bis zum 3. April etabliert sich über Island ein kräftiger Tiefdruckwirbel und dehnt sich mit einer von Nordwest nach Südwest verlaufenden Tiefdruckachse mehr und mehr in Richtung Mitteleuropa aus. Frühlingshaft mild und trocken wird es nach dieser Prognose nicht werden können.

Keine stabile und schon gar keine frühlingshaft milde Wetterentwicklung
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Keine stabile und schon gar keine frühlingshaft milde Wetterentwicklung © www.meteociel.fr

Stratosphärischer Wirbel schwächt sich weiter ab

Mit ein Grund für einen apriltypischen Wettercharakter ist das winterliche Finale des Polarwirbels. Nach den aktuellen Berechnungen wird sich der stratosphärische Wirbel im April weiter abzuschwächen und strebt mit einem Final Warming seinem Ende entgegen. Dieser Prozess löst in den unteren Luftschichten stärkere Schwankungen aus. Insofern sind die hohen Wellenbewegungen entlang der Polarfront absolut plausibel und deutet letztendlich auf einen wechselhaften Wettercharakter mit einem Auf und Ab der Temperaturen hin.

Das Final Warming in Stratosphärenhöhe setzt sich fort
Berechnung Stratosphärenwirbel: Das Final Warming in Stratosphärenhöhe setzt sich fort © www.meteociel.fr

Wettervorhersage der Kontrollläufe: Normales Aprilwetter

Trotz der hohen Schwankungen bleiben die Kontrollläufe in den letzten Tagen mit ihrem Mittelwert konstant im normalen Bereich. So auch heute wieder. Die Niederschlagsneigung nimmt Anfang April zu und bleibt in der ersten April-Dekade leicht erhöht. Eine stabile Großwetterlage ist nicht zu erwarten.

Das Temperaturspektrum liegt am 2. April zwischen +2 bis +18 Grad (Mittelwert: +10 bis +11 Grad) und am 8. April zwischen +3 bis +22 Grad (Mittelwert: +12 bis +13 Grad). Der Mittelwert bewegt sich exakt in einem für die Jahreszeit-typischen Umfeld.

Diagramm Temperaturen April 2019 vom 24.03.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe April 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Wetterprognose des Langfristmodells für den Frühling und Sommer 2019

  • das das Wetter im März 2019 zu warm und zu nass ausfallen wird, ist kein Geheimnis mehr. Damit ist er zugleich der 12. Monat in Folge, welcher zu warm ausfällt.
  • Das Wetter im April 2019 wird vom Langfristmodell mit einer Abweichung vom langjährigen Mittelwert von +1 bis +2 Grad zunehmend wärmer berechnet. Die Niederschlagsprognose ist unauffällig und im Trend leicht zu trocken.
  • Für das Wetter im Mai 2019 wird mit einer Temperaturabweichung von +0,5 bis +1 Grad ein leicht zu warmer Wettercharakter berechnet. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem Sollwert unauffällig.
  • Deutlich zu trocken soll hingegen der erste Sommermonat Juni ausfallen. Zudem wird er mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad - und im Trend von bis +2 Grad - zu warm simuliert.
  • Im Gegensatz dazu steht der Juli mit einer erhöhten Niederschlagswahrscheinlichkeit und einem etwas zu warmen Temperaturcharakter.
  • Unauffällig bleibt die Wetterprognose für den August 2019. Sowohl die Temperatur-, wie auch die Niederschlagsprognose zeigen kaum abweichende Auffälligkeiten.
Abweichungen der Temperaturen im Frühling und Sommer 2019 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
März 2019 +2 bis +2,5 Grad Trend: zu nass
April 2019 +1 bis +2 Grad Trend: etwas zu trocken
Mai 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: normal
Juni 2019 +0,5 bis +2 Grad Trend: zu trocken
Juli 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: zu nass
August 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis zu leicht nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Frühling und Sommer 2019 vom 24.03.2019
Diagramm der Temperaturprognose Frühling und Sommer 2019

Zusammenfassung

Der April hat gute Chancen normal zu starten. Ein stabiler Wettertrend wird zunehmend unwahrscheinlicher und die Optionen für einen durchwachsenen Wettercharakter mit einem Auf und Ab der Temperaturen nehmen zu. Der weitere Wettertrend für den Sommer 2019 ist zu warm und im Trend durchwachsen. Ein Dürresommer wie 2018 ist zum aktuellen Stand nicht zu erkennen. Auch sind die Voraussetzungen mit einer instabilen Großwetterlage derzeit nicht gegeben. Das waren in 2018 ganz andere Bedingungen.

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