Der Sommer kann sich im August nicht so recht behaupten - immer wieder sorgen Tiefdruckgebiete für einen abwechslungsreichen Wetter- und Temperaturcharakter. Das könnte sich in den letzten Sommer-Tagen ändern.

Immer wieder ziehen in den kommenden Tagen Tiefdruckgebiete über Deutschland hinweg und sorgen für einen wechselhaften und unbeständigen Wettercharakter. Mal mit wärmeren und mal mit kühleren Temperaturen.

Kräftiger können die Niederschläge heute, am 18. und 20. August ausfallen und örtlich mit unwetterartigen Wetterereignissen einhergehen. Relativ warm wird es mit Werten um die zwischen +20 bis +25 Grad heute, am 17. und 18. August, wobei am Sonntag örtlich die +30 Grad Marke erreicht werden kann. An den restlichen Tagen bewegt sich der Temperaturwert mit +17 bis +23 Grad in einem für die Jahreszeit etwas zu kühlen Bereich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter August 2019.

Wechselwetter im Sommer
Wechselwetter im Sommer

Wechselwetter

Verantwortlich für den wechselhaften Wettercharakter ist die Verlagerung des Tiefdruckzentrums von Skandinavien in Richtung Island und England, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz die feucht-warmen und wenig stabilen Luftmassen zuführt.

Nun bleibt dem meteorologischen Sommer mit der letzten August-Dekade nicht mehr viel Zeit, doch man erkennt auf der nachfolgenden Wetterkarte eine Veränderung der Großwetterlage, was unter bestimmten Voraussetzungen dem Sommer noch einmal zu neuem Schwung verhelfen könnte - oder eben auch nicht.

Tief gegen Hoch und Deutschland mittendrin
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Tief gegen Hoch und Deutschland zwischen den Fronten © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Vorerst kein Sommerwetter

Nach der Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells entsteht über dem östlichen Skandinavien und dem westlichen Russland ein Hochdruckband, was die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zunächst einmal blockieren kann. Doch dem Hoch fehlt es am Stabilität und so bleibt die Tiefdruckaktivität bis zum 23. August dominierend.

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Kein Dauerregen, aber auch keine stabile Großwetterlage

Deutschland, die Schweiz und Österreich befinden sich im Zeitraum vom 18. bis 22. August in einem wechselaktiven Wetterumfeld - immer wieder ist mit Schauern zu rechnen und das Auf und Ab der Temperaturen bleibt erhalten. Die Niederschlagsneigung ist aber - aufgrund der fehlenden Dynamik - als nur leicht bis allenfalls mäßig erhöht zu bewerten.

Hoher Luftdruck dehnt sich aus

Zum 23. August ändert sich etwas grundlegendes. Das vormals über dem östlichen Skandinavien gelegene Hoch hat sich weiter über das europäische Nordmeer verlagert und geht eine Hochdruckverbindung mit einem Keil des Azorenhochs ein. Mitteleuropa befindet sich inmitten des Hochdruckeinflusses, was die Niederschlagsneigung vom 23. bis 25. August abklingen und die Sonnenscheindauer zunehmen lassen kann. Und auch die Temperaturen haben eine ansteigende Tendenz.

Eine schwache Hochdruckzone baut sich in den letzten Sommer-Tagen über Deutschland auf
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Eine schwache Hochdruckzone baut sich in den letzten Sommer-Tagen über Deutschland auf © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Ein Hoch über Europa ist eine ernstzunehmende Wetterentwicklung

Seit einigen Tagen schon berechnen die Wetterprognosen der Vorhersage-Modelle immer wieder Ansätze für ein Hoch über Mittel, bzw. über Nordeuropa, was den Spätsommer nochmals befeuern könnte. Ja, die Betonung liegt auf könnte, denn zum aktuellen Stand ist auch der erneute Durchbruch der atlantischen Frontalzone in Richtung Skandinavien eine gute Option.

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Hoher Luftdruck baut sich auf

Die Tiefdruckaktivität dominiert das Wettergeschehen über Deutschland, Österreich nach der Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modells noch bis zum 20. August. Anschließend baut sich von Süden ein Hochdruckkeil nach Norden auf und bereits zum 21. und 22. August gibt es Ansätze eines autarken Hochdruckgebietes über Mitteleuropa.

Auf die Position kommt es an - auch Frühherbst ist möglich

Grundsätzlich bedeutet das einen stabiler werdenden Wettercharakter und weniger an Niederschlag, doch ob warm oder kalt hängt stark davon ab, wie und wo sich das Hoch letztlich positioniert. Zum aktuellen Stand wird der Hochdruckkern weiter westlich - zwischen England und Skandinavien - berechnet und somit bleiben die Optionen einer meridionalen und aus nördlichen Richtungen kommenden Grundströmung erhalten - was in der gestrigen September Prognose näher betrachtet wurde. Der Trend geht aber klar in Richtung Hochdruckaufbau.

Die Zonalisierung wäre vom Tisch, doch mit einer meridionalen Nordströmung wäre man dem Frühherbst sehr nahe
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die Zonalisierung wäre vom Tisch, doch mit einer meridionalen Nordströmung wäre man dem Frühherbst sehr nahe © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Trend zu wärmeren Temperaturen und einer nachlassenden Niederschlagsneigung

Die Richtung, welche der Spätsommer einschlagen wird, hat zum aktuellen Stand einen Trend - und der ist klar dominiert von hohem Luftdruck und einer meridionalen Grundströmung. Die Westwetterlage hat wenig Chancen sich durchzusetzen - aber das ist ja nichts neues.

Es wird wärmer

Die Gemeinsamkeiten der Kontrollläufe mit den Prognose-Modellen liegt in einem langsamen, aber stetigen Anstieg der Temperaturen auf ein Jahreszeit-typisches Niveau. Der Mittelwert schwankt meist um die +20 Grad Marke herum. Das ist weit entfernt von einem frühherbstlichen Charakter - aber auch von einer Hitze-Welle. Normal eben.

Nachlassende Niederschlagsneigung

Die Niederschlagsprognose ist zum Wechsel in die letzte August-Dekade als hoch zu bewerten, geht aber ab dem 23. August in den leicht erhöhten Bereich zurück. Das stützt - zumindest im Ansatz - den Aufbau von hohem Luftdruck über Mitteleuropa.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
21. August +13 bis
+23 Grad
+18 bis
+20 Grad
26. August +13 bis
+29 Grad
+20 bis
+21 Grad
30. August +14 bis
+30 Grad
+19 bis
+21 Grad
Diagramm Temperaturen August 2019 vom 15.08.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Wetterprognose für August 2019 des Langfristmodells

Zum aktuellen Stand ist der August im Vergleich zum langjährigen Mittelwert etwa um +2,2 Grad zu warm und hat zur Halbzeit sein Niederschlagssoll zu 44 Prozent erfüllt.

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Das Langfristmodell berechnet den August seit Monaten im Trend normal und im Charakter durchwachsen, daran hat sich bis heute nichts verändert. Die Abweichung der Temperaturen wird mit -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu warmen Bereich simuliert und der Niederschlagstrend ist gegenüber dem vieljährigen Sollwert als unauffällig zu bewerten. Der letzte Sommermonat ist also durchaus ambitioniert, normal auszufallen.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer 2019 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2019 +4,4 Grad zu trocken
Juli 2019 +2 Grad zu trocken
August 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu nass
Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2019 vom 15.08.2019
Diagramm der Temperaturprognose Sommer 2019

Auf den Punkt gebracht

Der Sommer dümpelt in den kommenden Tagen so vor sich hin. Tiefdruckgebiete dominieren über weite Teile das Wettergeschehen. Doch zeichnet sich in den letzten Tagen ein immer klarer werdender Wettertrend für die verbleibenden Sommer-Tage ab, bei der die Zonalisierung kaum mehr eine Rolle spielt und vielmehr ein meridional ausgerichtetes Strömungsmuster das Wettergeschehen dominiert.

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