Der Sommer wagt in seiner letzten Phase nochmals einen Anlauf. Mit einen Skandinavienhoch könnte das sogar nachhaltiger sein. Doch die Vorhersage-Modelle sehen das in ihren Prognosen etwas anders.

Viel Niederschlag ist in den kommenden Tagen über dem Süden zu erwarten. Simuliert werden südlich der Linie von Baden-Württemberg und Sachsen zwischen 20 bis 40 l/m² und örtlich bis 70 l/m². Weiter nach Norden lässt die Niederschlagstätigkeit mit 5 bis 15 l/m² allgemein nach und zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern kann es regional auch gänzlich trocken bleiben. Im Verlauf der Woche stabilisiert sich der Wettercharakter und die Niederschlagsneigung nimmt ab.

Die Temperaturen schwanken zwischen +19 bis +24 Grad und können kurzzeitig über dem Süden und Osten auf bis +28 Grad ansteigen. Mit fortschreitender Woche streben die Werte mehr und mehr in Richtung der +25 Grad Marke. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter August 2019.

Der Sommer wagt sich nochmal vor
Der Sommer wagt sich nochmal vor

Ein Hochdruckkeil

Die Tiefdruckaktivität verlagert sich in den kommenden Tagen von England in Richtung Skandinavien und führt auf der Vorderseite warme und feuchte Luftmassen nach Deutschland, was zu den kräftigen Niederschlägen über dem Süden führt. Zum 21. August positioniert sich über Island ein weiteres Tiefdruckzentrum, was den Spielraum für ein Hochdruckkeil bietet, sich nach Mitteleuropa auszudehnen.

Dieser Hochdruckkeil wird für die kommende Wetterentwicklung noch von großer Bedeutung sein und möglicherweise noch weite Teile vom September mit beeinflussen können.

Wärmer werdende Südwestwetterlage
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Wärmer werdende Südwestwetterlage © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Der Sommer nimmt Anlauf

Die Wetterprognose des europäischen Prognose-Modell wird zunehmend strukturierter und zeigt seit einigen Tagen eine ähnliche Entwicklung der Großwetterlage.

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Hoher Luftdruck über Skandinavien

Der Tiefdruckaktivität über Island gelingt der Sprung in Richtung Skandinavien nicht mehr. Stattdessen dehnt sich vom 21. bis 23. August der hohe Luftdruck über Skandinavien aus und stabilisiert sich bis zum 25. August in Form eines autarken Hochdruckgebietes und kann seine Position bis zum 27. August behaupten.

Stabiles oder chaotisches Wetter

Gelingt dem Hoch einen stabilen Keil nach Süden aufzubauen, so ist in der letzten August-Dekade über Deutschland, Österreich und der Schweiz mit einem trockenen und sommerlich warmen Wettercharakter zu rechnen.

Gelingt das nicht - und das berechnet das europäische Vorhersage-Modell in seiner aktuellen Wetterprognose - so kann das Hoch am südlichen Gradienten von den Tiefdruckgebieten unterwandert werden. Zwar sind in diesem Fall sommerlich und teils auch hochsommerlich warme Werte von über +30 Grad möglich, doch sorgen labile Luftschichtungen immer wieder für kräftige Schauer und Gewitter, die örtlich auch unwetterartig ausfallen können.

Skandinavienhoch mit südlicher Unterwanderung
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Skandinavienhoch mit südlicher Unterwanderung © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Hoch Skandinavien

Die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modell bestätigt die Berechnungen der Europäer. Das Hoch über Skandinavien baut sich zum 23. August auf und festigt seine Position bis zum 26. August.

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Sommerlicher Wettercharakter

Über Deutschland, Österreich und der Schweiz hat das einen sommerlich warmen Wettercharakter zur Folge. Mit viel Sonnenschein und einer nur schwachen Neigung zu Schauern und Gewittern können sich die Werte auf +25 bis +30 Grad einpendeln.

Wie lange hält sich das Hoch?

Diese Frage ist zum aktuellen Stand noch nicht zu beantworten. Erst einmal muss sich das Hoch aufbauen und seine Position beziehen. Zum aktuellen Stand aber berechnet das amerikanische Vorhersage-Modell den östlichen Abzug des Hochdruckgebietes zum 27. August.

Nun ist es aber so, dass es der atlantischen Frontalzone an Dynamik fehlt und sich nach dieser Berechnung eine schwachgradientige Wetterzone über Deutschland, Österreich und der Schweiz ausbilden kann. Bei Werten von +19 bis +24 Grad und örtlich bis +26 Grad ist immer wieder mit kräftigen Schauern und Gewittern zu rechnen.

Dem Skandinavienhoch folgt eine schwachgradientige Großwetterlage nach
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Dem Skandinavienhoch folgt eine schwachgradientige Großwetterlage nach © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Sommerlich warme Temperaturen sehr wahrscheinlich

Auch die Kontrollläufe bestätigen den wärmer werdenden Temperaturtrend, der zum aktuellen Stand zum 26./27. August seinen Höhepunkt erreichen kann. Die Wetterprognose des amerikanischen Vorhersage-Modell gehört aber zu den wärmsten Varianten, so dass hochsommerlich warme Temperaturen noch mit vielen Fragezeichen zu versehen sind.

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Niederschlagsneigung bleibt erhalten

Zwar geht die Niederschlagsprognose vom 22. bis 26. August zurück, doch nachfolgend steigt diese wieder in den leicht bis mäßig erhöhten Bereich an. Anders formuliert ist eine nachhaltig stabile Struktur - zum aktuellen Stand - infrage zu stellen. Dass das Hoch aber kommt, ist zwischenzeitlich sehr wahrscheinlich geworden.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
23. August +16 bis
+25 Grad
+21 bis
+23 Grad
28. August +15 bis
+32 Grad
+20 bis
+22 Grad
31. August +14 bis
+28 Grad
+20 bis
+22 Grad
Diagramm Temperaturen August 2019 vom 17.08.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Das Wetter im August ist bisweilen im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert um etwa +1,7 Grad zu warm. Hinsichtlich der Niederschläge ist es zum aktuellen Stand mit einer Sollerfüllung von 50 Prozent fast normal.

Im Verlauf der Woche baut sich über Skandinavien ein Hochdruckzentrum auf und beeinflusst zunehmend das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unter bestimmten Voraussetzungen kann sich der hohe Luftdruck weiter stabilisieren und noch die erste September-Dekade mit beeinflussen - zum derzeitigen Stand aber wird sich über kurz oder lang eine über Deutschland schwachgradientige Großwetterlage einstellen.

Der Zeitraum vom 21. bis 26. August ist als weitgehend trocken zu bewerten, doch zuvor und auch danach ist eine leichte bis mäßig hohe Niederschlagsneigung zu erwarten. Anders formuliert kann der August in Sachen Niederschlag normal ausfallen, ist im Temperaturtrend aber zu warm zu bewerten. Am Ende wird ein durchwachsener, zu trockener und zu warmer Sommer 2019 stehen.

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