Der Hochsommer wird von Tiefdrucksystemen mit zeitweiligen Niederschlägen und für die Jahreszeit etwas zu kühlen Temperaturen dominiert. Welche Chancen hat der Sommer 2019 noch?

Der Sommer kocht in dieser Woche auf Sparflamme und legt nach den zu warmen August-Tagen eine Pause ein. Bei starker bis wechselnder Bewölkung gehen die Werte in einem für die Jahreszeit zu kühlen Bereich zurück und immer wieder ist mit - meist leichten - Niederschlägen zu rechnen.

Insbesondere heute können über dem Süden noch kräftigere und länger andauernde Niederschläge niedergehen - örtlich auch mit einer erhöhten Unwetterneigung (Gewitterradar). Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter August 2019.

Gelingt dem Sommer in der letzten August-Dekade nochmal der Durchbruch?
Gelingt dem Sommer in der letzten August-Dekade nochmal der Durchbruch?

Hochsommer!?

Eigentlich ist der Zeitraum vom 4. bis 15. August - nach der Statistik - häufig der Zeitraum, in dem der Hochsommer nochmals richtig aufdreht, bevor er anschließend in den Spätsommer übergeht. Das ist in diesem Jahr anders. Tiefdruckgebiete nehmen Kurs auf Skandinavien und sorgen im Verlauf der Woche über Deutschland für eine westliche bis südwestliche Grundströmung bei einer mäßig hohen Niederschlagserwartung.

Tiefdruckgebiete dominieren das Sommerwetter
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Der Sommer macht Pause © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Weiterhin tiefdruckdominiert

Eine stabile Sommerwetterlage ist nach der aktuellen Wettervorhersage des europäischen Prognose-Modells vorerst nicht zu erwarten. Dafür ist die Tiefdruckdynamik auf dem Atlantik zu hoch. Sommerliche Temperaturwerte sind aber nicht auszuschließen.

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Sommer nur von kurzer Dauer

Das europäische Vorhersage-Modell berechnet im Zeitraum vom 15. bis 17. August den Aufbau eines kräftigen Tiefdrucksystems im Bereich von Island, England und Skandinavien. Mitteleuropa verbleibt im Einflussbereich der atlantischen Tiefdruckaktivität, jedoch gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz zunehmend in die warme Vorderseitenanströmung des Tiefdruckkomplexes. Die Temperaturen können zwischen dem 17. und 18. August durchaus einmal bis in Richtung der +30 Grad Marke ansteigen, doch kurze Zeit später sorgen Schauer und Gewitter für eine Abkühlung.

Wetterberuhigung

Schon seit ein paar Tagen berechnen die Europäer eine zurückgehende Dynamik - meist in Form eines Hochdruckkeils, welches die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik unterbindet. So ist es auch heute wieder. Das Tief zieht zum 19. August über das nördliche Skandinavien ab und hat kaum mehr Einfluss auf Mitteleuropa. Stattdessen setzt sich ein Hochdruckkeil des Azorenhochs durch und sorgt mit einer schwachgradientigen Großwetterlage für wenig dynamisches Wetter.

Die Niederschlagsneigung nimmt ab, die Sonnenscheindauer zu. Ob es dabei sommerlich warm werden kann, hängt zum aktuellen Stand noch zu stark von der variablen Hochdruckposition ab - möglich aber ist diese Entwicklung.

Die Tiefdruckgebiete werden blockiert - mit einer entsprechenden Hochdruckposition, wäre Sommerwetter in der letzten August-Dekade möglich
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Die Tiefdruckgebiete werden blockiert - mit einer entsprechenden Hochdruckposition, wäre Sommerwetter in der letzten August-Dekade möglich © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Folgt dem Skandinavientief ein Skandinavienhoch?

Das amerikanische Vorhersage-Modell hat das kräftige Tiefdrucksystem zum 15. bis 17. August zwischen Island und England ebenfalls im Programm. Doch ist nach dieser Wetterprognose ein anderer Ablauf zu erwarten.

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Der Sommer bekommt seine Chance

Was in den letzten Tagen im Ansatz immer wieder einmal in theoretischer Natur beschrieben wurde, berechnet heute das amerikanische Vorhersage-Modell in seiner Prognose. Das Tiefdruckgebiet setzt sich vom 16. bis 21. August über England fest und kommt nicht sonderlich weit nach Skandinavien voran. Der Grund ist ein über dem östlichen Europa aufstrebender Hochdruckkeil, welcher die Tiefdruckaktivität blockiert.

Deutschland, die Schweiz und Österreich liegen im diesem Zeitraum in einem gradientenschwachen und unbeständigen Bereich der beiden Wettersysteme. Mit einer südwestlichen Grundströmung aber gelangen mit +19 bis +24 Grad wärmere Luftmassen nach Deutschland. Bei länger andauernden Niederschlägen orientieren sich die Werte mehr in Richtung der +15 Grad Marke. Gemäßigt warm.

Skandinavienhoch

Vom 20. bis 23. August bildet sich über dem westlichen Russland ein Hochdruckkern aus, der bis zum 25. August in Richtung Skandinavien zieht. Die Tiefdruckaktivität wird nun weit draußen auf dem Atlantik blockiert und es ergeben sich in der Wetterentwicklung zwei Varianten.

Entweder es bleibt bei einer Blockade und eine stabile Hochdruckwetterlage sorgt für einen typischen Spätsommer, oder aber die Tiefdruckgebiete unterwandern das Hoch am südlichen Gradienten, was neben gemäßigt warmen Temperaturwerten auch zahlreiche Schauer und Gewitter nach sich zieht. Abwarten ist nach dieser Prognose angesagt.

Die Tiefdruckgebiete unterwandern das Skandinavienhoch - das kann sich in den kommenden Prognosen noch verändern und ist zum aktuellen Stand eine Momentaufnahme
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Die Tiefdruckgebiete unterwandern das Skandinavienhoch - das kann sich in den kommenden Prognosen noch verändern und ist zum aktuellen Stand eine Momentaufnahme © www.meteociel.fr

Wettertrend der Kontrollläufe: Positiver Temperaturtrend

Die Wetterprognosen der Wettermodelle können in den kommenden Stunden schnell zur Makulatur werden und die aktuelle Wetterprognose ist nur bis zum kommenden Wochenende einigermaßen gesichert. Gesichert ist auch das Tiefdruckgebiet zwischen Island, England und Skandinavien, welches in der weiteren Wetterentwicklung eine sehr wichtige Rolle spielt. Es kommt also nicht darauf an, was die Vorhersage-Modelle aktuell im Detail berechnen, es kommt darauf an, dass beide eine Umstrukturierung der Großwetterlage für die letzte August-Dekade berechnen.

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Ein sommerlicher Charakter?

Das wäre - zum aktuellen Stand - noch verfrüht und auch die Kontrollläufen ziehen noch nicht einheitlich mit. Was aber zu erkennen ist, ist die Normalisierung der Temperaturen über dem Süden und Osten. Die Niederschlagsneigung ist zum Wechsel in die letzte August-Dekade als hoch zu bewerten, sinkt darüber hinaus aber in den leicht erhöhten Bereich ab. Der Trend einer sich abschwächenden Tiefdruckaktivität bei einem ansteigenden Temperaturniveau, wird von den Kontrollläufen in der letzten August-Dekade gestützt.

Temperaturspektrum der Kontrollläufe
Tag Spektrum Mittelwert
18. August +16 bis
+28 Grad
+21 bis
+23 Grad
22. August +15 bis
+27 Grad
+19 bis
+21 Grad
27. August +12 bis
+26 Grad
+20 bis
+22 Grad
Diagramm Temperaturen August 2019 vom 12.08.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Die atlantischen Tiefdrucksysteme dominieren den Wettercharakter der zweiten August-Dekade über Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ob sich der Sommer in der letzten Dekade nochmals durchsetzen kann, hängt stark von der Entwicklung eines Tiefdruckzentrums über England und eines Hochdruckgebietes über dem westlichen Russland ab.

Anders formuliert ist für die letzte August-Dekade so ziemlich jede Wetterentwicklung möglich. Geht es aber nach der Wahrscheinlichkeit, so ist ein leicht unbeständiger Wettercharakter bei ansteigenden Temperaturen und einer nachlassenden Niederschlagstätigkeit wahrscheinlicher als andere Varianten.

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