Die Niederschlagssummen der kommenden Tage verraten schon einiges über den bevorstehenden Wettercharakter. So sind im Schwerpunkt entlang der Mittelgebirge und rund um den Schwarzwald mit 30 bis 80 l/m² und örtlich bis 100 l/m² in den kommenden 72 Stunden einiges an Niederschlag zu erwarten. Der zweite Schwerpunkt liegt über der zentralen Schweiz und den Zentralalpen von Österreich, wo die simulierten Niederschlagsmengen bis einschließlich Freitag zwischen 60 bis 120 l/m² liegen können. Sonst sind 10 bis 30 l/m² möglich, während es über dem Norden mit 0,5 bis 5 l/m² relativ trocken bleiben kann (Niederschlagsanimation | Niederschlagsprognose).
Zudem gehen die Temperaturen auf +12 bis +18 Grad bei Dauerregen und auf +17 bis +23 Grad allgemein zurück. Passend zum Wochenende stabilisiert sich die Wetterlage und zum Start in die neue Woche sorgt ein Hochdrucksystem voraussichtlich für viel Sonnenschein und für sommerliche Temperaturen (s. Wetterprognose August 2017).

Durchwachsener Sommer 2017, durchwachsener August?

Der Sommer 2017 war Rückblickend auf den Juni, Juli und in den ersten Augusttagen durchwachsen und von einem Auf und Ab der Temperaturen geprägt. Der Grund hierfür war ein stets nach Süden verschobener Jetstream, welcher die Tiefdruckrinne immer wieder zwischen Island und England einleitete und so für das sprunghafte Wetter mit unwetterartigen Wetterereignissen sorgte. Nimmt man zum heutigen Stand an, dass der letzte Sommermonat August normal verlaufen wird, so könnte der Sommer 2017 gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um +1,2 Grad zu warm (+2,6 Grad im Juni, +1,2 Grad im Juli) ausfallen. Damit der Sommer 2017 "normal" ausfallen kann, müsste der August etwa um -3,4 Grad zu kalt sein und rückblickend auf die ersten Augusttage zeigt sich ein Temperaturüberschuss von rund +2,6 Grad im zu warmen Bereich (mit einen deutlichen Südost-Nordwest Gefälle).

Das amerikanische Wettermodell berechnet im Zeitraum vom 13. bis 16. August den Aufbau von hohen Luftdruck aus südlichen Richtungen, was den Wettercharakter stabiler und die Temperaturen mit +23 bis +33 Grad in den sommerlichen, bzw. auch hochsommerlichen Bereich ansteigen lassen kann. Gleichzeitig aber wird auf dem Atlantik eine Tiefdruckkette initialisiert, welche sich in einem Zentraltief zwischen dem europäischen Nordmeer zum 16. August positioniert. In Folge daraus kann sich das Hochdrucksystem nicht über Mitteleuropa behaupten und das durchwachsene Sommerwetter bei einem Auf und Ab der Temperaturen findet nach diesen Berechnungen wohl seine Fortsetzung.
So könnten im Zeitraum vom 17. bis 21. August wieder vermehrte Niederschläge bei frühherbstlichen Temperaturen von +17 bis +23 Grad das Wetter über Deutschland beeinflussen. Erst darüber hinaus verliert das Tiefdruckzentrum seinen Einfluss auf das Wetter über Mitteleuropa und das Hochdrucksystem hat wieder vermehrte Optionen sich über Deutschland, Österreich und der Schweiz auszuweiten.

Hochsommer vorbei - wie wahrscheinlich ist das?

Eine stabile Sommerwetterlage gab es im Sommer 2017 bisweilen noch nicht und schaut man auf die aktuellen Simulationen der Wettermodelle, der Langfristmodelle und auch der Kontrollläufe, so liegen die Wahrscheinlichkeiten für den restlichen Verlauf des Sommers bis Ende August für eine halbwegs stabiles Sommerhoch schlecht. Der Jetstream bleibt südlich orientiert und so bleibt der Spielraum für andere Großwetterlagen relativ gering.
Welche Optionen sind noch möglich? Chancen für eine Veränderung ergeben sich mit der nächsten, kurzen Hitzeperiode vom 13. bis 16. August, wenn das Hochdrucksystem sich von der Mittelmeerregion in Richtung Mitteleuropa ausdehnt. Behauptet es sich, so wäre mit einem stabilen Wettercharakter zu rechnen, wird es nach Osten abgedrängt, kommt es auf die Position der Wettersysteme an, welche zwischen frühherbstlich, oder gar hochsommerlich warm entscheiden können.

Die Kontrollläufe stützen zum heutigen Stand vom 13. bis 24. August einen durchwachsenen Wettercharakter bei einem gemäßigten Temperaturverlauf, welcher im Mittel um den langjährigen Mittelwert sich bewegen kann. Die Niederschlagsneigung ist vom 13. bis 16. August als gering und darüber hinaus bis zum 24. August als leicht bis mäßig hoch einzustufen.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 09.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: August wechselhaft

Der August 2017 wird vom Langfristmodell bereits seit Februar diesen Jahres als "normaler" Monat eingestuft, welcher im Trend mal leicht zu kühl und mal leicht zu warm berechnet wurde. In den letzten Tagen bestätigt sich dieser Trend mit einer Abweichung der Temperaturen über Norddeutschland von -0,5 bis -1 Grad im leicht zu kalten Bereich und mit +0,5 bis +1 Grad über Süddeutschland im leicht zu warmen Bereich - in einem breiten Streifen über der Mitte liegt die Abweichung mit -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich.
Im Niederschlagsverhalten zeigen sich gegenüber dem langjährigen Sollwert keine sonderlichen Auffälligkeiten.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 09.08.2017

Anzeige

 

Erzählen Sie es Ihren Freunden, wenn Ihnen unsere Wetterprognosen gefallen

 

Hitze und Gewitter mit Unwetterpotential am heutigen Dienstag, Wetterberuhigung am Mittwoch, dann folgt ein turbulenter und regenreicher Donnerstag, gefolgt von einem wechselhaften Wochenende bei zurückgehenden Temperaturen. So ist in den kommenden Tagen einiges an Wetter über Deutschland zu erwarten - langweilig wird es in dieser Augustwoche sicherlich nicht.

Wie lange bleibt es wechselhaft und kühl?

Der Grund für den turbulenten Wetterverlauf ist ein schwachgradientiges Tiefdrucksystem, welches das Wetter in den kommenden Tagen über Deutschland beeinflusst und mit einer nördlichen Grundströmung frischere Atlantikluft heranführen kann, welche auch über Österreich und der Schweiz für eine Abkühlung sorgen können. Doch wie lange hält sich die kühle Witterung und wie stehen die Chancen auf eine sommerliche Wetterlage?

Das amerikanische Wettermodell simuliert vom 13. bis 16. August den zaghaften Aufbau eines Hochdrucksystems, bzw. Hochdruckrückens von den Azoren über die Mittelmeerregion bis über Mitteleuropa, während zur gleichen Zeit die Tiefdruckrinne von Neufundland über Island bis nach Skandinavien verläuft. Deutschland liegt somit zwischen den Gradienten der Wettersysteme, was Sommerwetter über dem Süden und Atlantikwetter über dem Norden bringen kann. Zweigeteiltes Wetter, bei der die Werte über Norddeutschland auf +19 bis +24 Grad, kurzweilig auch auf +27 Grad und über dem Süden auf +22 bis +27 Grad und gelegentlich auch bis an die +30 Grad Marke ansteigen können. Zudem ist vom 13. bis 17. August hin und wieder mit Regenschauern zu rechnen, welche über dem Süden und Osten auch mit Gewittern einhergehen können.

Vom 17. bis 23. August verlagert sich nach diesen Berechnungen die atlantische Frontalzone von Island langsam nach England und Skandinavien, was den Einfluss des Hochdrucksystems auf Deutschland abschwächt und die Tiefdruckaktivität wieder erhöhen kann. So bleibt es nach der Simulation des amerikanischen Wettermodells beim dem für den Sommer 2017 typisch durchwachsenen Wettercharakter bei einem Auf und Ab der Temperaturen. Mit anderen Worten sieht stabiles Sommerwetter anders aus.

Das europäische Wettermodell stützt im Übrigen eine sommerlich warme, aber auch durchwachsene Wetterphase im Zeitraum vom 13. bis 17. August. Aber auch nach diesen Berechnungen fehlt der hohe Luftdruck über Mitteleuropa, so dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die atlantische Frontalzone wieder die Regie über das Wetter übernehmen kann.
Allerdings mit einer Ausnahme: Sollte sich über dem östlichen Europa eine Hochdruckbrücke zum Kontinentalhoch über dem westlichen Russland aufbauen können, so wird die atlantische Frontalzone an ihrem Weiterkommen nach Osten gehindert. Im Detail wird dann entscheidend sein, wo sich das Tiefdruckzentrum befindet, aber nicht selten liegt es im Sommer zwischen Island und England und führt auf seiner Vorderseite sehr warme Luftmassen nach Deutschland. Man muss abwarten, wie sich das Hochdrucksystem entwickeln mag.

Kontrollläufe: ansteigende Temperaturtendenz - aber…

Die kühle Wetterphase beschränkt sich nach den Berechnungen der Kontrollläufe auf den Zeitraum vom 9. bis 13. August und hat darüber hinaus eine klar ansteigende Temperaturtendenz vorzuweisen, welche am 13. und 14. August bereits wieder ein für den Sommer normales Spektrum erreichen und darüber hinaus gegenüber dem langjährigen Mittelwert auch positiv verlaufen kann. Soweit der Trend des Mittelwertes. Nun gibt der Mittelwert aber keine Auskunft darüber, wie die einzelnen Berechnungen zueinander stehen und hier gibt es gehörige Differenzen. So liegt das Spektrum der sog. Höhentemperaturen in ca. 1.500 Meter Höhe bspw. am 18. August zwischen +4 bis +19 Grad und weist damit eine Differenz von 15 Grad aus. Zum Vergleich: für eine halbwegs brauchbare Wettervorhersage wäre eine Differenz von 2 bis 4 Grad und für eine Wetterprognose von 2 bis 6 Grad wünschenswert. Mit anderen Worten ist vom 14. August an eine Wetterentwicklung in die sommerliche, als auch in die frühherbstliche Richtung gleichermaßen wahrscheinlich. So trügt der Mittelwert zum heutigen Stand ein wenig über die labile Wetterentwicklung. Hop oder Top also für den restlichen Verlauf des Sommers 2017?

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 08.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Norden kühler als der Süden

Eine Bestätigung der weiterhin wechselhaften und wenig stabilen Sommerwetterlage kommt auch heute wieder vom Langfristmodell, welches den letzten Sommermonat August mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert über dem Norden mit -0,5 bis -1 Grad leicht zu kalt und über dem Süden mit +0,5 bis +1 Grad etwas zu warm berechnet. Dazwischen liegt die Abweichung mit -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich. Daraus lässt sich der Rückschluss einer höheren Tiefdruckaktivität über dem Norden und dem vermehrten Hochdruckeinfluss über dem Süden ziehen.
Im Niederschlagsverhalten wird der August gegenüber seinem Sollwert überwiegend normal und über dem Westen und Süden z.T. auch leicht zu trocken berechnet.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 08.08.2017

Die neue Augustwoche beginnt sommerlich und kann am Dienstag mit Hilfe einer Tiefdruckvorderseite noch für hochsommerliche Werte von bis zu +30 Grad sorgen. Aber ab Mittwoch übernimmt ein Tiefdrucksystem über der Nordsee und Skandinavien die Regie und mit Rückseitenwetter werden kühlere und feuchte Luftmassen vom Atlantik nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt, was die Temperaturen spürbar zurückgehen lässt und den Sommer 2017 bis zum 12. August erst einmal pausieren lässt. Zudem sind am Dienstag teils unwetterartige Wetterereignisse zu erwarten und von Donnerstag bis einschließlich Samstag wird in den Simulationen der Wettermodelle die Niederschlagsberechnung vor allem über den südlichen Landesteilen als hoch bewertet. Die berechneten Niederschlagsummen liegen bis einschließlich 12. August etwa in einem Dreieck der Linie Köln - Dresden und Bodensee zwischen 20 bis 40 l/m², örtlich bis 60 l/m², während sonst mit 1 bis 20 l/m² deutlich weniger an Niederschlag zu erwarten ist.

Durchwachsen

Als stabil kann man das Wetter im Sommer 2017 bislang nicht bewerten, ändert sich das noch einmal? Der Sommer neigt sich mit dem August seinem meteorologischen Ende entgegen und ab September folgt schon der Herbst. Meist aber ist die letzte Augustdekade noch gut für stabiles Wetter, sofern die Grundvoraussetzungen stimmen. Und diese sind in diesem Jahr nicht sonderlich gut. So sorgt die südlich gelagerte Tiefdruckrinne auf dem Atlantik stets dafür, dass sich über Mitteleuropa kein autarkes und stabiles Sommerhoch ausbilden kann. Gleichzeitig sorgen die Tiefdrucksysteme auf ihrer Vorderseite für die teils unangenehm heißen Temperaturen und auf der Rückseite für kühle Temperaturen.

Das amerikanische Wettermodell berechnet vom 13. bis 21. August eine weiterhin südlich verlagerte Tiefdruckrinne, welche sich von Neufundland über Island und England bis nach Skandinavien erstreckt. Gleichzeitigt verhält sich das Azorenhoch passiv und nur Phasenweise gelingt der Aufbau einer Hochdruckbrücke über die Mittelmeerregion zum Kontinentalhoch über dem westlichen Russland. In Folge daraus kommt es zu einem südwestlich orientierten Zirkulationsmuster, bei dem der Wettercharakter wechselhaft bleibt und die Temperaturen über dem Westen und Norden kühler als über dem Süden und Osten ausfallen können.

Wie kalt, oder wie warm kann es werden? Im Mittel bewegen sich die Temperaturen vom 13. bis 21. August zwischen +20 bis +25 Grad und können mit Regen knapp darunter und mit etwas längerer Sonnenscheindauer auch knapp darüber liegen. Hochsommerliche Hitze ist zum heutigen Stand im Verlauf der zweiten Augustdekade weniger - und wenn, nur Phasenweise - wahrscheinlich.

Normalisierung

Die Kontrollläufe stützen im Zeitraum vom 9. bis 13. August einen gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kühlen Temperaturverlauf. Darüber hinaus zeigt sich vom 13. bis 21. August ein Normalisierungstrend mit einer etwas zu warmen Tendenz in Richtung Süden und Osten, was mehrheitlich für ein südwestlichen orientiertes Strömungsmuster spricht, wie es das amerikanische Wettermodell heute berechnet und sich im Übrigen auch ganz gut in die Kontrollläufe "einbettet".

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 07.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: letzter Sommermonat August - alles normal?

Auf den ersten Blick liegt nach der aktuellen Wettervorhersage des Langfristmodells für den August 2017 mit einer Abweichung der Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit -0,5 bis +0,5 Grad alles im normalen Bereich und auch in der Niederschlagsprognose werden kaum Abweichungen gegenüber dem Sollwert berechnet. Alles normal also?

Nicht ganz, denn schaut man etwas genauer hin, so liegt die berechnete Abweichung der Temperaturen über dem Norden (nördlich der Linie Bielefeld - Berlin) mit -0,5 bis -1 Grad im leicht zu kühlen Bereich und mit einer Differenz von +0,5 bis +1 Grad südlich der Linie Stuttgart - Nürnberg im leicht zu warmen Bereich. Demnach setzt sich also der Trend des Sommers mit einem durchwachsenen Wettercharakter bei einem Auf und Ab der Temperaturen aus dem Juni und Juli fort, bei dem es über dem Süden wärmer als über dem Norden sein kann.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 07.08.2017

Ein Tiefdrucksystem verlagert sich in der kommenden Augustwoche von England über die Nordsee und positioniert sich am 9. und 11. August relativ stationär zwischen England, Deutschland und Skandinavien. Das sorgt über Deutschland für einen wechselhaften Wettercharakter und im Schwerpunkt am Donnerstag auch für einiges an Niederschlag bei Temperaturen, welche bis zum 11. August auf +13 bis +20 Grad zurückgehen können. Sommerwetter sieht anders aus, aber die Abkühlung ist vor allem für die südlichen und östlichen Landesteile eine willkommene Abwechslung. Schaut man sich den Temperaturmittelwert der ersten 5. Augusttage an, so liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert aktuell bei rund +3,6 Grad im deutlich zu warmen Bereich, wenngleich die Abweichung mit +1 Grad über dem Nordwesten und bis +8 Grad über dem Südosten ein deutliches Süd - Nord Gefälle aufweist und sich in den kommenden Augusttagen weiter normalisieren kann.

Der Sommer 2017 im August

Wie aber entwickelt sich aber der restliche Sommerverlauf? Hält sich die kühle Witterung, oder ist diese nur von vorübergehender Natur? Ein hierfür entscheidender Zeitraum ist vom 9. bis 11. August und liegt in der Entwicklung des Tiefdrucksystems über der Nordsee begründet. Trogt es nach Süden aus und kann über den Alpen ein sog. Alpen-/Adriatief initialisieren (kalte Luft trifft auf feucht-warme Luft über Italien), so wird sich das kühle und regnerische Wetter noch bis Mitte August halten können. Verliert es aber an Dynamik und geht in die atlantische Tiefdruckrinne über, so ist nur von einer kurzen Beeinflussung auszugehen.

Kurze Beeinflussung - warmes Sommerwetter geht weiter?

Das amerikanische Wettermodell berechnet bereits zum 9. August ein Tiefdruckwirbel über dem östlichen Kanada, welcher von Neufundland über Island bis nach Skandinavien eine Tiefdruckrinne initialisiert und seine Position bis zum 16. August nach Island verlagert und sich dort bis zum 20. August zu einem steuernden Zentraltief weiterentwickelt.

Gleichzeitig entsteht zum 11. August über dem westlichen Russland ein Hochdrucksystem, welches quer über Mitteleuropa versucht, eine Hochdruckbrücke zum Azorenhoch aufzubauen. In Folge daraus gelangen Deutschland, die Schweiz und auch Österreich in ein südwestlich orientiertes Strömungsmuster. So bleibt der Sommer 2017 nach diesen Berechnungen seinem durchwachsenen Wettercharakter treu. Ungerecht mögen bei einer Südwestwetterlage manche die Temperaturverteilung mit +18 bis +23 Grad über dem Nordwesten und +22 bis +27 Grad über dem Südosten bezeichnen, das hängt aber auch sehr stark von der Positionierung beider Wettersysteme ab. Veränderungen sind hier für den Zeitraum vom 13. bis 20. August noch zu erwarten.

Hochsommer?

Der Sommer 2017 glänzte zurückblickend durch sein unstetes Auftreten und teils unwetterartigen Wetterereignissen bei einem Auf und Ab der Temperaturen. Warum sollte sich im August also daran etwas ändern? Eine Bestätigung für die kommende - durchwachsene - Wetterentwicklung kommt von den Kontrollläufen, welche den Zeitraum vom 9. bis 21. August über Norddeutschland als sehr wechselhaft mit einer mäßig hohen Niederschlagsneigung berechnen, während über dem Süden die Niederschlagsneigung ab dem 12. August als leicht bis schwach zu bewerten ist.

Bei der Temperaturentwicklung berechnen die Kontrollläufe über dem Norden mit einer Abweichung von 1 bis 3 Grad vom 9. bis 18. August eine gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kühle Temperaturentwicklung, welche sich über dem Süden und Osten ab dem 12. August eine normalisierende Entwicklungstendenz aufweist. Anders formuliert ist zum heutigen Stand der Simulationen in der zweiten Augustdekade kein Hochsommer mit Temperaturen jenseits der +30 Grad Marke zu erwarten.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 06.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: warmer Süden, kühler Norden

Unterstützung dieser zweigeteilten Wetterlage im letzten Sommermonat August kommt vom Langfristmodell, welches den Norden in seiner heutigen Wettervorhersage mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis -1 Grad leicht zu kalt und den Süden mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad leicht zu warm berechnet. Über weite Teile von Deutschland liegt die Abweichung mit -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich.

In der Niederschlagsentwicklung sind nach den Berechnungen des Langfristmodells keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert auszumachen. Der Wettertrend zeigt nach den zu warmen Sommermonaten von Juni und Juli im August 2017 eine Normalisierung.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 06.08.2017