Ein Tiefdrucksystem verlagert sich in der kommenden Augustwoche von England über die Nordsee und positioniert sich am 9. und 11. August relativ stationär zwischen England, Deutschland und Skandinavien. Das sorgt über Deutschland für einen wechselhaften Wettercharakter und im Schwerpunkt am Donnerstag auch für einiges an Niederschlag bei Temperaturen, welche bis zum 11. August auf +13 bis +20 Grad zurückgehen können. Sommerwetter sieht anders aus, aber die Abkühlung ist vor allem für die südlichen und östlichen Landesteile eine willkommene Abwechslung. Schaut man sich den Temperaturmittelwert der ersten 5. Augusttage an, so liegt die Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert aktuell bei rund +3,6 Grad im deutlich zu warmen Bereich, wenngleich die Abweichung mit +1 Grad über dem Nordwesten und bis +8 Grad über dem Südosten ein deutliches Süd - Nord Gefälle aufweist und sich in den kommenden Augusttagen weiter normalisieren kann.

Der Sommer 2017 im August

Wie aber entwickelt sich aber der restliche Sommerverlauf? Hält sich die kühle Witterung, oder ist diese nur von vorübergehender Natur? Ein hierfür entscheidender Zeitraum ist vom 9. bis 11. August und liegt in der Entwicklung des Tiefdrucksystems über der Nordsee begründet. Trogt es nach Süden aus und kann über den Alpen ein sog. Alpen-/Adriatief initialisieren (kalte Luft trifft auf feucht-warme Luft über Italien), so wird sich das kühle und regnerische Wetter noch bis Mitte August halten können. Verliert es aber an Dynamik und geht in die atlantische Tiefdruckrinne über, so ist nur von einer kurzen Beeinflussung auszugehen.

Kurze Beeinflussung - warmes Sommerwetter geht weiter?

Das amerikanische Wettermodell berechnet bereits zum 9. August ein Tiefdruckwirbel über dem östlichen Kanada, welcher von Neufundland über Island bis nach Skandinavien eine Tiefdruckrinne initialisiert und seine Position bis zum 16. August nach Island verlagert und sich dort bis zum 20. August zu einem steuernden Zentraltief weiterentwickelt.

Gleichzeitig entsteht zum 11. August über dem westlichen Russland ein Hochdrucksystem, welches quer über Mitteleuropa versucht, eine Hochdruckbrücke zum Azorenhoch aufzubauen. In Folge daraus gelangen Deutschland, die Schweiz und auch Österreich in ein südwestlich orientiertes Strömungsmuster. So bleibt der Sommer 2017 nach diesen Berechnungen seinem durchwachsenen Wettercharakter treu. Ungerecht mögen bei einer Südwestwetterlage manche die Temperaturverteilung mit +18 bis +23 Grad über dem Nordwesten und +22 bis +27 Grad über dem Südosten bezeichnen, das hängt aber auch sehr stark von der Positionierung beider Wettersysteme ab. Veränderungen sind hier für den Zeitraum vom 13. bis 20. August noch zu erwarten.

Hochsommer?

Der Sommer 2017 glänzte zurückblickend durch sein unstetes Auftreten und teils unwetterartigen Wetterereignissen bei einem Auf und Ab der Temperaturen. Warum sollte sich im August also daran etwas ändern? Eine Bestätigung für die kommende - durchwachsene - Wetterentwicklung kommt von den Kontrollläufen, welche den Zeitraum vom 9. bis 21. August über Norddeutschland als sehr wechselhaft mit einer mäßig hohen Niederschlagsneigung berechnen, während über dem Süden die Niederschlagsneigung ab dem 12. August als leicht bis schwach zu bewerten ist.

Bei der Temperaturentwicklung berechnen die Kontrollläufe über dem Norden mit einer Abweichung von 1 bis 3 Grad vom 9. bis 18. August eine gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu kühle Temperaturentwicklung, welche sich über dem Süden und Osten ab dem 12. August eine normalisierende Entwicklungstendenz aufweist. Anders formuliert ist zum heutigen Stand der Simulationen in der zweiten Augustdekade kein Hochsommer mit Temperaturen jenseits der +30 Grad Marke zu erwarten.

Diagramm Temperaturen im August 2017 vom 06.08.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im August 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: warmer Süden, kühler Norden

Unterstützung dieser zweigeteilten Wetterlage im letzten Sommermonat August kommt vom Langfristmodell, welches den Norden in seiner heutigen Wettervorhersage mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von -0,5 bis -1 Grad leicht zu kalt und den Süden mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad leicht zu warm berechnet. Über weite Teile von Deutschland liegt die Abweichung mit -0,5 bis +0,5 Grad im normalen Bereich.

In der Niederschlagsentwicklung sind nach den Berechnungen des Langfristmodells keine sonderlichen Auffälligkeiten gegenüber dem Sollwert auszumachen. Der Wettertrend zeigt nach den zu warmen Sommermonaten von Juni und Juli im August 2017 eine Normalisierung.

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2017 vom 06.08.2017

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