Die Hundstage stehen bevor - wird das Sommerwetter noch heißer, oder gelingt es den atlantischen Tiefdrucksystemen nach Mitteleuropa vorzudringen?

In den kommenden Tagen fließen von Süden feuchte und warme Luftmassen nach Deutschland, was über Süddeutschland häufiger mal für Schauer und Gewitter sorgen kann. Über dem Osten und Nordosten machen sich hingegen die Ausläufer eines osteuropäischen Tiefdrucksystems mit starker Bewölkung und etwas Niederschlag bemerkbar.

Am Wochenende nähert sich von Westen ein Tiefdruckgebiet Deutschland und sorgt über das Juliwochenende für einen unbeständigen Wettercharakter, wobei über dem Süden (am Samstag) deutlich mehr Niederschläge, als über dem Norden zu erwarten sind. Schaut man sich die Niederschlagsberechnungen an, so können bis einschließlich kommenden Montag über dem westlichen und südlichen Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, sowie dem östlichen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg Niederschlagssummen von 1 bis 15 l/m² und örtlich bis 25 l/m² erwartet werden.
Über dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sind 10 bis 20 l/m² und über dem südlichen Bayern und Baden-Württemberg sind örtlich bis 50 l/m² an Niederschlägen möglich. Sonst bleibt es weitgehend trocken.

Die Temperaturen pendeln sich auf +22 bis +27 Grad und örtlich bis +30 Grad auf ein sommerliches Niveau ein, gehen aber am Samstag und Sonntag kurzzeitig auf +22 bis +27 Grad und örtlich bis auf +18 bis +23 Grad etwas zurück. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage zum Wetter Juli 2018.

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Hochsommer oder durchwachsenes Sommerwetter?

Die Hundstage stehen im Zeitraum vom 23. Juli bis 23. August bevor und beschreiben einen Zeitraum, bei dem es über Deutschland häufiger zu hochsommerlichen und warmen Großwetterlagen kommt. Der Sommer geht sozusagen in sein Finale. Ausgedehnte Hochdrucksysteme verhindern meist den Niederschlag. Doch wie stehen die Chancen auf eine solche Wetterlage zum Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern?

Die Wettermodelle lassen in ihren Wetterprognosen zwei mögliche Varianten zu, wie sich das Wetter bis in den August hinein entwickeln kann.

Hochsommerliche Omegawetterlage, oder Hochdruckwetterlage

Die erste Variante zeigte sich schon in den letzten Tagen in den Prognosen immer wieder einmal. Das Hochdrucksystem - bzw. die Hochdruckzone - besteht aus dem Azorenhoch und einem Hochdruckkern über dem skandinavischen Raum. Die Beständigkeit dieser beiden Hochdrucksysteme zeigt sich in Form der verbunden Hochdruckzone, welche direkt über Deutschland, Österreich und der Schweiz verlaufen kann.

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Den atlantischen Tiefdrucksystemen gelingt es nicht, diese Hochdruckzone zu unterbinden und damit die Hochdrucksysteme nachhaltig abzuschwächen. Eher das Gegenteil wäre der Fall. Das Zirkulationsmuster würde sich einschwingen und die Tiefdrucksysteme vor Mitteleuropa blockieren. Da eine Omegawetterlage zu einer der beständigsten Wetterlagen gehört, wäre mit einer sommerlichen Großwetterlage bis weit in den August 2018 hinein zu rechnen.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: Eine Omega ähnliche Hochdruckstruktur über Europa © www.meteociel.fr

Die sommerliche Hochdruckwetterlage

Eine Abwandlung eines Omegahochs ist eine nach Osten verschobene Hochdruckzone, welche für die Sommermonate in Deutschland typischer sind. Die Hochdruckzone verläuft von den Azoren über Deutschland bis über das östliche Europa, zum Teil auch bis über das westliche Russland. Zeitweilig könnten von Westen her immer wieder Tiefdrucksysteme bis nach Deutschland durchdringen und bis in den August hinein für einen durchwachsenen, aber überwiegend warmen Sommercharakter sorgen.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Wettermodell: Eine nach Osten verschobene Hochdruckzone Anfang August © www.meteociel.fr

Kühleres und unbeständigeres Sommerwetter

Bei einem Hochdrucksystem über dem nördlichen Europa besteht grundsätzlich auch immer die Möglichkeit einer sog. südlichen Unterwanderung. Dabei positioniert sich der Hochdruckkern über Skandinavien zu weit nach Norden, sodass die Hochdruckzone nach Süden hin abreißt und den Tiefdrucksystemen die Möglichkeit gibt, nach Deutschland, der Schweiz und Österreich vorzudringen. In diesem Fall wäre mit einer westlichen bis nordwestlichen Grundströmung ein unbeständigerer und auch kühlerer Wettercharakter Anfang August möglich.

Polarwirbelberechnung Juli

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: Hält die Hochdruckzone nicht, so wird das Hochdrucksystem über Skandinavien unterwandert © www.meteociel.fr

Hochsommerliches oder sommerliches Wetter?

Die Möglichkeit, dass die atlantische Frontalzone vermehrt das Wetter Anfang August beeinflussen kann, besteht zwar, doch ist zum aktuellen Stand weniger wahrscheinlich. Warum? Die Kontrollläufe kennen in den letzten Tagen nur einen Wettertrend - zu warmes Wetter im August. Zudem ist die Hochdruckzone sehr gut ausgeprägt und der Versuch einer Veränderung der Großwetterlage am kommenden Wochenende einzuleiten, scheitert nach den aktuellen Berechnungen kläglich.

So liegt das Temperaturspektrum der Kontrollläufe über dem Norden Ende Juli und Anfang August etwa um 3 bis 6 Grad über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen und über dem Süden um 1 bis 4 Grad im zu warmen Bereich. Deutlich zu kalte Varianten sind fast gar nicht vorhanden.

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Die Niederschlagneigung ist nach der Wettervorhersage der Kontrollläufe über dem Norden rund um den 22. Juli etwas erhöht, bleibt aber bis Anfang August als schwach zu bewerten. Erst in den ersten Augusttagen zeigt sich eine leicht ansteigende Tendenz.

Über dem Süden, Osten und Westen ist ebenfalls um den 22. Juli herum mit Niederschlägen zu rechnen. Anschließend sinkt die Niederschlagswahrscheinlichkeit bis zum 26. Juli in den schwachen Bereich ab, steigt darüber hinaus bis in den August in den leicht erhöhten Bereich an. Das spricht nicht unbedingt für eine stabile Omegahochdruckwetterlage, sondern vielmehr für die zweite Variante, bei der sich von Westen immer wieder einmal Schauer und Gewitter bis nach Deutschland vorwagen können.

Das Temperaturspektrum liegt am 25. Juli zwischen +22 bis +31 Grad (Mittelwert: +26 bis +27 Grad) und am 2. August zwischen +17 bis +34 Grad (Mittelwert: +27 Grad). Eine richtige Hitzewelle (mehrere Tage hintereinander über +30 Grad) ist zum aktuellen Stand nicht auszumachen, aber dennoch hat eine sommerliche bis hochsommerliche Großwetterlage zum Beginn der Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern eine erhöhte Eintreffwahrscheinlichkeit.

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 18.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Prognose Sommer 2018 nach dem Langfristmodell

Schaut man sich die aktuelle Wetterprognose des Langfristmodells an, so ist es noch lange keine ausgemachte Sache, als dass der letzte Sommermonat August deutlich zu warm ausfallen kann. Der August wird schon seit Wochen mit einer Abweichung der Temperaturen von -0,5 bis +1 Grad tendenziell etwas zu warm gegenüber dem langjährigen Mittelwert berechnet. Phasenweise wurde er auch in manchen Regionen um bis zu +2 Grad zu warm berechnet, doch bleibt im Wettertrend eine Abweichung von -0,5 bis +1 Grad bestehen. Anders formuliert soll demnach der August normal bis leicht zu warm ausfallen. In der Niederschlagsprognose zeigen sich kaum Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Sollwert.

Wie ist das in Einklang zu den aktuellen Wettervorhersagen der Wettermodelle zu bringen? Selbst wenn das erste August-Drittel deutlich zu warm ausfallen sollte, so bleibt noch genügend Zeit, den Überschuss abzubauen. Im Grunde geht das Langfristmodell davon aus, als dass sich der Wettercharakter im August langsam verändern kann. Man darf gespannt sein, ob das Langfristmodell seine Linie in den kommenden Tagen durchzieht, oder ob eine Korrektur stattfinden wird.

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2,4 Grad Deutlich zu trocken
Juli 2018 +1 bis +2,5 Grad Trend: Deutlich zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: Normal bis etwas zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 18.07.2018

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 19. Juli gegen 13:00 Uhr in einer neuen Wetterprognose August 2018.

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