Der unbeständige Wettercharakter hält weiter an, doch steigen die Temperaturen zum Wochenende verbreitet in den sommerlichen bis hochsommerlichen Bereich an. Gleichzeitig aber nimmt die Neigung zu unwetterartigen Schauern und Gewittern zu. Unter bestimmten Voraussetzungen ist im weiteren Verlauf eine weitere Hitzewelle nicht auszuschließen.

Tiefer Luftdruck über England führt auf seiner Vorderseite feuchte und im Wochenverlauf auch wärmere Luftmassen nach Deutschland, was zum Freitag über dem Osten die +30 Grad Marke in Reichweite bringt. Das Tief aber bleibt über England relativ stabil und kommt nicht weiter nach Osten voran. So bleibt der Wettercharakter mit Schauern und Gewittern über Deutschland unbeständig und zum Wochenende steigt das regionale Unwetterpotential an. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Juni 2019.

Der Wettercharakter bleibt vorerst instabil
Der Wettercharakter bleibt vorerst instabil

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Das isolierte Tiefdruckgebiet

So häufig kommt es nicht vor, dass ein Tiefdruckgebiet vor Mitteleuropa über einige Tage hinweg stationär verbleibt, doch bleibt diesem gar nichts anderes übrig. Denn ein Hochdruckkeil auf dem Atlantik - von den Azoren bis nach Grönland reichend - blockiert die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik nahezu vollständig und ein weiterer Hochdruckkeil über dem östlichen Europa versperrt den Weg nach Osten.

Dem Tief wird blockiert und versauert an Ort und Stelle. Erst wenn eines der Hochdrucksysteme weicht, verändert sich der Wettercharakter und das ist zum kommenden Wochenende zu erwarten.

Das isolierte Tiefdrucksysteme über England bestimmt den Wettercharakter über Deutschland noch bis zum Wochenende
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Das isolierte Tiefdrucksysteme über England bestimmt den Wettercharakter über Deutschland noch bis zum Wochenende © www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Eine erneute Hitzewelle ist möglich

Man muss derzeit noch abwarten, wie sich das Tief über England tatsächlich aus seiner Isolation befreien können, aber eine plausible Variante berechnet heute das europäische Vorhersage-Modell.

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Atlantikblockade bricht in sich zusammen

Der blockierende Hochdruckkeil auf dem Atlantik gehört zum Muster einer gestörten Zirkulation und kann sich nach dieser Wetterprognose noch bis zum 16. Juni behaupten. Anschließend formiert sich über Grönland hoher Luftdruck und zieht das Tief bei England mit einer Ost-West-Strömung raus auf den Atlantik.

Der Versuch einer Normalisierung

Das Tiefdruckgebiet kann sich nun mit neuer Energie versorgen und positioniert sich zum 18. Juni zwischen Neufundland, Island, den Azoren und England zentral auf dem Atlantik. Gleichzeitig dehnt sich das Azorenhoch in Richtung Mitteleuropa aus. Somit werden die Tiefdruckgebiete auf dem Atlantik blockiert und drehen sich zwischen Neufundland und Island ein.

Hitzewelle aus Südwest

Da sich Tiefdrucksysteme gegen und Hochdrucksysteme im Uhrzeigersinn drehen, gelangen sehr warme, aber auch feuchte Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Und so können die Temperaturen vom 18. bis 22. Juni ohne weiteres in den Bereich der +30 Grad Marke ansteigen und eine weitere Hitzewelle im Juni hervorrufen.

Eine weitere Hitzewelle im Juni
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Eine weitere Hitzewelle im Juni © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Vorerst keine stabile Wetterentwicklung

Nach der Wettervorhersage des amerikanischen Vorhersage-Modells bricht zum 15. Juni die Hochdruckblockade auf dem Atlantik in sich zusammen und das Tief bei England verlagert sich das Westen. Dort versorgt es sich mit neuer Energie und es gelingt eine Tiefdruckrinne von Neufundland über Island und England bis nach Skandinavien aufzubauen, während die Hochdruckzone des Azorenhochs versucht dagegen zu halten.

Durchwachsene Südwestwetterlage

Bedingt durch den Umstand, dass sich die atlantische Frontalzone weiter nach Skandinavien ausdehnen kann, liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz zwischen diesen beiden Wetterfronten in einer sommerlich warmen Grundströmung aus südwestlichen Richtungen. Die Luftmassen aber sind feucht und energiegeladen, sodass im Zeitraum vom 18. bis 20. Juni mit einer erhöhten Schauer- und Gewitterneigung zu rechnen ist.

Stabilisierungsversuch

Vom 20. bis 25. Juni etabliert sich auf dem Atlantik ein zentrales Tiefdruckgebiet und drückt einen Keil des Azorenhochs in Richtung Mitteleuropa. Somit kann sich die Südwestströmung weiter festigen. Aber nicht nur das - auch der Hochdruckkeil verstärkt sein Bestreben seinen Einflussbereich über Mitteleuropa auszudehnen und zu zementieren. Ob sich daraus ein Betonhoch wird entwickeln können, bleibt abzuwarten - ein Indiz für eine Stabilisierung der Großwetterlage ist es aber allemal.

Eine Stabilisierung der Großwetterlage wird in der letzten Juni-Dekade in Aussicht gestellt
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Eine Stabilisierung der Großwetterlage wird in der letzten Juni-Dekade in Aussicht gestellt © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Trend für ein zu warmes Juni-Wetter bestätigt sich

Der Juni 2019 ist zum aktuellen Stand mit einer Abweichung von rund +3,4 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. Daran wird sich in den kommenden Tagen kaum etwas verändern und so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Juni 2019 am Ende deutlich zu warm ausfallen wird. Gestützt wird das durch die aktuellen Kontrollläufe, welche deutlich zu kühlen Varianten eine klare Absage erteilen.

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Das Temperaturspektrum liegt am 19. Juni zwischen +19 bis +31 Grad (Mittelwert: +23 Grad) und am 26. Juni zwischen +16 bis +31 Grad (Mittelwert: +22 bis +23 Grad). Der Mittelwert liegt im Vergleich zum langjährigen Durchschnittswert um +1 bis +3 Grad im zu warmen Bereich. Kumuliert man diese Werte auf, so könnte der Juni am Ende um +1,5 bis +2 Grad zu warm ausfallen.

Schauer und Gewitter

Die Niederschlagsprognose der Kontrollläufe lässt den Rückschluss auf eine im Zeitraum vom 12. bis 26. Juni erhöhte Schauer- und Gewitterneigung zu, welche über dem Süden und Westen häufiger als über dem Norden und Osten in Erscheinung treten können.

Diagramm Temperaturen Juni 2019 vom 11.06.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Juni 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Wettertrend nach dem Langfristmodell: Wie wird der Sommer 2019?

  • Der Juni 2019 wird vom Langfristmodell mit einer Abweichung vom langjährigen Mittelwert mit +1 bis +2 Grad zu warm berechnet, was zum aktuellen Stand absolut plausibel ist. Die Niederschlagsprognose ist über den westlichen Landesteilen erhöht und über dem Osten leicht zu trocken zu bewerten. Im Flächenmittel zeigen sich kaum Auffälligkeiten gegenüber dem vieljährigen Sollwert.
  • Der Juli 2019 wird mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad etwas zu warm simuliert. Die Niederschlagsprognose ist deutlich negativ (zu trocken).
  • Die Wetterprognose für den August 2019 bleibt mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad gegenüber dem vieljährigen Durchschnittswert unauffällig und kann im Trend mit bis +1 Grad auch etwas zu warm ausfallen. Die Niederschlagsprognose ist negativ (zu trocken) zu bewerten.
Abweichungen der Temperaturen im Sommer 2019 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2019 +1 bis +2 Grad Trend: normal bis etwas zu nass
Juli 2019 +0,5 bis +1 Grad Trend: zu trocken
August 2019 -0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu trocken
Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2019 vom 11.06.2019
Diagramm der Temperaturprognose Sommer 2019

Auf den Punkt gebracht

Der erste Sommermonat ist auf einem guten Weg, gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm auszufallen. Mit Hilfe aber von atlantischen Tiefdrucksystemen ist mit einem anhaltend durchwachsenen Wettercharakter zu rechnen. Das könnte sich in der letzten Juni-Dekade mit einer Stabilisierung der Großwetterlage ändern.

Die Wetterprognose für den Sommer 2019 bleibt wie gehabt - zu warm und im Trend durchwachsen.

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