Der Oktober ebenfalls zu warm? Die aktuellen Vorhersagen der Wettermodelle lassen diesen Rückschluss durchaus zu - doch da gibt es noch das letzte Oktober-Drittel.

Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zeigt im Verlauf der Woche so langsam ihre Wirkung. Das Hochdrucksystem verlagert sich mehr und mehr nach Osten und sorgt auch über Deutschland, Österreich und der Schweiz für einen weitgehend trockenen, sonnigen und auch wärmer werdenden Wettercharakter. Der vorläufige Höhepunkt kann mit spätsommerlichen Werten von +20 bis +25 Grad am kommenden Samstag erreicht werden. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Oktober 2018.

Wie stehen die Chancen auf ein sonniges Herbstwetter?

Tatsächlich bestätigen sich die Berechnungen der Prognosemodelle heute erneut, was eine östliche Verlagerung des zentralen Hochdrucksystem zunehmend wahrscheinlicher macht. Somit werden meridionale Nord-Süd Grundströmungen, welche über Mitteleuropa für herbstlich kühles und auch nasses Wetter sorgen können, zunehmend unwahrscheinlicher.

Der goldene Oktober rückt etwas näher
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Hoch Osteuropa / Skandinavien sorgt für eine trockene Witterung

Geht es nach den Wetterprognosen beider Wettermodelle, so ist die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zwischen Neufundland, den Azoren/Island und dem europäischen Nordmeer als hoch zu bewerten. Auf der gegenüberliegenden Seite ist der Konterpart in Form eines Hochdruckbollwerkes zwischen dem östlichen Europa und dem skandinavischen Raum zu finden. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen zwischen den Fronten.

Hochdruckbollwerk über dem östlichen Europa

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Hochdruckbollwerk über dem östlichen Europa © www.meteociel.fr

Im Detail geht es nun darum, ob die Tiefdrucksysteme etwas weiter nach Osten vorankommen und somit für einen unbeständigeren Wettercharakter sorgen können. Oder die Grundströmung bleibt wie in den Prognosen der beiden Vorhersagemodellen zunächst einmal südwestlich ausgerichtet, was für die Jahreszeit zu warme Temperaturen wahrscheinlicher als zu kalte macht.

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Das amerikanische Vorhersagemodell berechnet den Zeitraum vom 7. bis 17. Oktober unter dem Einfluss des Hochdrucksystems, während das europäische Wettermodell etwas mehr Spielraum für Tiefdruckstörungen offen lässt. Im Grunde aber ist auch hier eine Hochdruckdominanz im Zeitraum vom 8. bis 13. Oktober auszumachen.

Hochdruckzone über Mitteleuropa - so wird das nichts mit dem Herbstwetter

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersagemodell: Hochdruckzone über Osteuropa © www.meteociel.fr

Hoch gegen Tief

Die Fronten sind im Wettertrend klar verteilt, wie es in den Prognosekarten auch ersichtlich ist. Ein Hoch über dem Osten, Tief über dem Westen und Deutschland liegt mittendrin. Verändert sich nun die Position der beiden Wettersysteme nur geringfügig, so könnten aus westlichen Richtungen die Tiefdrucksysteme etwas mehr auf unser Wetter Einfluss nehmen. Rückt stattdessen das Hoch weiter nach Westen vor, so bleibt es auf unbestimmte Zeit vorerst trocken und für die Jahreszeit zu warm.

Kontrollläufe: Ein deutlich zu warmer Wettertrend wird bestätigt

Der Wettertrend der Kontrollläufe war in den letzten Tagen schon eindrucksvoll und zeigte in nur eine Richtung: zu warm. Das wird heute nochmals bestätigt.

Es geht noch wärmer

Das Temperaturspektrum liegt am 11. Oktober zwischen +13 bis +24 Grad (Mittelwert: +18 bis +19 Grad) und am 16. Oktober zwischen +11 bis +22 Grad (Mittelwert: +16 bis +17 Grad). Erst darüber hinaus ist mit einem Mittelwert von +9 bis +10 Grad eine Bewegung in Richtung normales Herbstwetter zu erkennen. Bis dahin ist der Mittelwert gegenüber dem vieljährigen Mittelwert um 3 bis 6 Grad zu warm zu bewerten.

Niederschlagsprognose - wann kommt Regen?

Die Trockenheit bleibt - trotz der paar wenigen Niederschläge - allgegenwärtig. Was fehlt ist ein mehrtägiger und gleichmäßiger Landregen. Schaut man sich die Niederschlagsprognose der Kontrollläufe an, so sind über dem Süden im Zeitraum vom 5. bis 8. Oktober mit 1 bis 10 l/m² nur sehr wenig Niederschläge zu erwarten. Über dem Norden, Osten und Westen ist es mit 1 bis 15 l/m² nur unwesentlich mehr. Länger andauernder Landregen mit Summen von 20 bis 40 l/m² ist weiterhin nicht in Sicht.

Nimmt man die Niederschlagsprognose des amerikanischen Wettermodells, so werden vom 8. bis 18. Oktober Niederschlagssummen von 0 bis 5 l/m² in Aussicht gestellt. Das ist viel zu wenig.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 3.10.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

Der Wettertrend der Vorhersagemodelle für den Oktober geht in eine zu warme Richtung. Zwar war das Langfristmodell in den letzten Tagen mit einer Abweichung von -1 bis +0,5 Grad normal bis leicht zu kühl zu bewerten, doch ein Anpassung an die aktuelle Entwicklung war nur eine Frage der Zeit.

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Folgt auch ein zu warmer Oktober und November?

Das ist damit nicht gesagt, doch nimmt das Langfristmodell mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad nun eine leichte Korrektur vor. Und sollte sich die Wetterentwicklung der Wettermodelle bewahrheiten, bzw. sich in den kommenden Tagen noch weiter festigen können, so wäre ein Sprung in Richtung von +0,5 bis +2 Grad nicht verwunderlich. Dazu gehört aber auch, dass das letzte Oktober-Drittel ebenfalls zu warm ausfallen müsste und das ist zum aktuellen Stand noch stark zu bezweifeln. Warum? Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist als hoch zu bewerten und früher oder später ist ein Übergreifen auf Mitteleuropa möglich. Zeitlich gut passend dafür ist das letzte Oktober-Drittel.

Der November soll nach dem aktuellen Wettertrend des Langfristmodells mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal und im Trend etwas zu mild ausfallen. In der Niederschlagsentwicklung wird der Oktober und November aber zu trocken berechnet. Zusammen mit dem zu warmen und trockenen September ein etwas zu warmer und trockener Herbst 2018.

Langfristprognose Winter 2018/19: Immer noch zu warm

Auch der Dezember erfuhr gegenüber den letzten Berechnungen eine Veränderung. Die Abweichung liegt nun mit -0,5 bis +2 Grad nicht mehr im komplett zu warmen Bereich und kann sicherlich auch kältere Phasen mit Schneefall beinhalten.

Der Januar und Februar werden mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad zu warm berechnet, was in Summe einen zu warmen Winter 2018/19 ergibt - zumindest zum aktuellen Stand und nur nach dieser Berechnung. Gleichzeitig aber ist das Langfristmodell eines der wärmeren Winterprognosen. Andere Langfristprognosen zeigen einen gemäßigteren Winterverlauf mit mehreren Kälte- und Schneephasen.

In der Niederschlagsberechnung wird der Dezember und der Februar weitgehend normal berechnet. Deutlich zu nass wird hingegen der Januar 2019 simuliert.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1,8 Grad zu trocken
Oktober 2018 -0,5 bis +0,5 Grad Trend: etwas zu trocken
November 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Dezember 2018 -0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken
Januar 2019 +0,5 bis +2 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +0,5 bis +2 Grad Trend: normal bis leicht zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 3.10.2018

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