Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/19 aktuelle Wetterprognose vom 30.09.2018: Der Blick auf die Winterprognose der Langfristmodelle

  • M. Hoffmann

Wir wird der Winter 2018/19? Heute wieder mit einem Blick auf die unterschiedlichen Wettertrends der Langfristmodelle.

Entlang eines Hochdruckrückens ziehen in den kommenden Tagen Tiefdrucksysteme von Island in Richtung Skandinavien und streifen dabei den Norden von Deutschland. So ist es dort häufiger stark bewölkt und mit zeitweilig ist dort mit starken und über exponierten Lagen auch stürmischen Windböen zu rechnen. An den Küstenregionen sind auch schwere Sturmböen nicht auszuschließen. Anders die Situation über dem Süden, dort bleibt es bei einem schwachen Wind meist wechselnd bewölkt und ab dem 2. Oktober auch weitgehend trocken. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Oktober 2018.

Stürmisches Wochenende

Der voraussichtliche Höhepunkt der Tiefdruckaktivität könnte aber am kommenden Wochenende erreicht werden. Beide Prognosemodelle berechnen im Ansatz die Ausbildung eines kleinräumigen Tiefdrucksystems, welches über England entsteht und von Samstag auf Sonntag Deutschland überqueren kann. Stürmische Windböen wären bei dieser Zugbahn auch in tieferen Lagen zu erwarten und zusammen mit dem Regen und zurückgehenden Temperaturen wird der Wettercharakter wieder herbstlicher werden können. Details bleiben aber noch abzuwarten.

Stürmischer Wind über dem Norden - zum Wochenende auch über dem Süden?
Stürmischer Wind über dem Norden - zum Wochenende auch über dem Süden?

Hochdruckdominanz: vom kühlen Herbstwetter bis zum goldenen Oktober

Ist das Tiefdrucksystem durchgezogen, so berechnen beide Wettermodelle in ihren aktuellen Wetterprognosen ein über Mitteleuropa aufkeilendes Hochdrucksystem in Richtung Skandinavien. Das blockiert wiederum die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik und im Ergebnis daraus können drei unterschiedliche Großwetterlagen daraus entstehen.

Goldene Oktober

Das Hochdrucksystem dehnt sich über Skandinavien aus und festigt dort seine Position. Die Tiefdrucksysteme werden bei Island blockiert und tropfen im weiteren Verlauf nach Süden ab, kommen aber nicht sonderlich weit nach Osten voran. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen auf die warme Vorderseitenanströmung, was die Temperaturen in Richtung der +20 Grad Marke ansteigen lassen kann. Niederschläge wären bei dieser Variante im Zeitraum vom 7. bis 14. Oktober kaum zu erwarten.

Der goldene Oktober

Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Der goldene Oktober © www.meteociel.fr

Kaltes Herbstwetter

Auch in dieser Variante entsteht ein Skandinavienhoch, doch fehlt die Ausbildung einer Hochdruckachse bis über das Mittelmeer reichend. Das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz wäre weitgehend hochdruckdominiert und überwiegend trocken zu bewerten, doch gelangen aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen zunehmend kalte Luftmassen nach Deutschland, was die Tageswerte unter die +10 Grad Marke drücken kann.

Kalte Nordost- bis Ostwetterlage

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Kalte Nordost- bis Ostwetterlage © www.meteociel.fr

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Windiges, stürmisches und kühles Herbstwetter

Auch bei der dritten Variante spielt das Hoch über Skandinavien die Hauptrolle. Doch anstatt einer Stabilisierung, wird das Hoch weiter nach Osten weggedrückt und ermöglicht der atlantischen Frontalzone mehr Spielraum, das Hoch an seinen südlichen Gradienten zu unterwandern. Ein typisch unbeständiges und kühles Herbstwetter.

Typisch unbeständige Herbstwetterlage

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersagemodell: Typisch unbeständige Herbstwetterlage © www.meteociel.fr

Gestörtes Zirkulationsmuster- Schnee Mitte Oktober?

Die Varianten in der Entwicklung der Großwetterlage sind vielfältig, doch die Gemeinsamkeiten liegen in einem Hochdrucksystem über dem nördlichen Europa. Unter bestimmten Voraussetzungen kann dieses Hochdrucksystem auch weit in den nun entstehenden winterlichen Polarwirbel vordringen und mit einer meridionalen Grundströmung (Nord-Süd, Süd-Nord) subpolare Luftmassen nach Deutschland führen, was unter bestimmten Voraussetzungen auch zu Schnee- und Graupelschauer führen kann. Diese Variante bleibt in den kommenden Tagen weiter zu beobachten, da sie weitreichende Auswirkungen - auch auf den Winter - haben könnte.

Polarwirbelsplitt im frühen Stadium des Polarwirbels

Berechnung der Großwetterlage nach Kontrolllauf: Polarwirbelsplitt im frühen Stadium des Polarwirbels © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: normales bis zu warmes Herbstwetter

Für die Jahreszeit zu kalte Varianten sind zwar in der Theorie möglich, doch geht es nach dem Wettertrend der Kontrollläufe wenig wahrscheinlich. Im Gegenteil: gegenüber den letzten Tagen zeigt sich nach einem zu kühlen Start in der ersten Oktober-Dekade eine Normalisierung des Temperaturspektrums und zum Beginn des zweiten Oktober-Drittels liegen die durchschnittlichen Werte über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Kalte Varianten haben also eine geringe Relevanz.

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Das Temperaturspektrum liegt am 9. Oktober zwischen +12 bis +23 Grad (Mittelwert: +16 bis +18 Grad) und am 15. Oktober zwischen +8 bis +22 Grad (Mittelwert: +16 Grad). Zum Vergleich: am 2. Oktober liegt der Mittelwert mit +11 Grad im zu kühlen Bereich.

Schwache Niederschlagsneigung

Über dem Norden ist die Niederschlagserwartung in der ersten Oktober-Dekade mäßig hoch zu bewerten. Anders aber über dem Osten, Westen und Süden, wo die Niederschlagswahrscheinlichkeit gering bleibt. Vieles spricht zum aktuellen Stand für eine in der ersten Oktober-Dekade zunehmende Hochdruckdominanz.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 30.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodelle: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

Heute wieder ein Blick auf die unterschiedlichen Winterprognosen der Langfristmodelle.

  • Das Langfristmodell CFSv2 berechnet in seinem Wettertrend den Oktober mit einer Abweichung von -1 bis +0,5 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert normal bis leicht zu kühl. Der November kann mit einer Differenz von -0,5 bis +0,5 Grad normal ausfallen, während der Dezember, Januar und Februar mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad zu mild bis deutlich zu warm simuliert werden. Nach dieser Vorhersage ein deutlich zu warmer Winter 2018/19.
  • Die Langfristprognose des Deutschen Wetterdienstes berechnet den Zeitraum von November bis Januar mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad ebenfalls leicht zu mild bis deutlich zu warm. Im Niederschlagstrend etwas zu trocken. Auch das spricht für eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Wintertrend 2018/19, auch wenn hier der Februar noch fehlt.
  • Die Winterprognose der NASA berechnet einen leicht zu kühlen Oktober, einen leicht zu milden November, einen deutlich zu kalten Dezember und einen deutlich zu warmen Januar und Februar. Unter dem Strich eine durchwachsene Wintersaison, welche ihre Schnee- und Kältephasen haben kann, letzten Endes aber doch zu warm ausfallen kann. In der Niederschlagsbewertung kaum Auffälligkeiten gegenüber dem langjährigen Sollwert und im Trend leicht zu nass.
  • Die Vorhersage des IRI-Modells zeigt eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen normalen Winter mit Schnee- und Kältephasen - deutlich mehr als in den letzten Jahren.
  • In der Prognose des METOffice lässt sich eine Wahrscheinlichkeit von 40 bis 60 Prozent für einen zu warmen Winter 2018/19, 20 bis 40 Prozent für einen normalen und 0 bis 40 Prozent für einen zu kalten Winter 2018 ablesen.
  • Der letzte im Bunde ist der Wettertrend des europäischen Wettermodells, welches den Winter normal und im Trend zu kalt berechnet. Vor allem dein zu kalter Januar 2019 sticht dabei hervor. Wird der Dezember und Februar jeweils zu trocken berechnet, zeigt sich im Januar eine erhöhte Niederschlagsaktivität.

Die Vorhersage des europäischen Prognosemodells dürfte den Wünschen der Winterfans sehr gelegen kommen. Doch zeigt sich ein insgesamt breites Spektrum der Entwicklungsmöglichkeiten. Fasst man die Prognosen aber zusammen, so zeigt sich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen etwas zu warmen Winter 2018/19.

winterprognose

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2019 +18,9 +2,0 +0,9 55 l/m² - zu trocken
August 2019 +19,09 +2,53 +1,53 65 l/m² - zu trocken
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +8,81 +2,45 +1,71 367 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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