Jedes Jahr aufs Neue - kaum ist der Sommer rum, schon werden Fragen gestellt wie, "wann kommt der erste Schnee?" - "wird es weiße Weihnachten geben?" und "wie wird der Winter?". Ein paar dieser Fragen lässt sich relativ einfach nach Wahrscheinlichkeiten und Statistiken beantworten.

Wann kommt der erste Schnee?

Das kommt darauf an, in welcher Höhe man wohnt. Häufig ist das in mittleren und höheren Lagen schon Ende Oktober der Fall, sehr wahrscheinlich aber ab Mitte November. In tieferen Lagen ist aber durchaus auch der eine oder andere Schneeschauer im November nicht auszuschließen. Einen richtigen Wintereinbruch mit Dauerfrost und der Ausbildung einer Schneedecke kommt hingegen nicht so häufig vor, wie man denkt. Und dennoch, der frühste Wintereinbruch seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war am 27. Oktober 2012, als in den Großstädten Dresden, Leipzig, Gera, Erfurt und Stuttgart eine Schneedecke von bis zu 20 cm gemessen wurde. Durchaus also ein Jahrhundertereignis. Ansonsten gab es im November so gut wie keine Messstation des Deutschen Wetterdienstes, welche nicht schon einmal Schnee gemeldet hatte und erst 2016 war das mit rund 21 cm südlich von Hamburg der Fall (8. November), oder 2015 als über dem Münsterland am 25. und 26. November eine Schneedecke von 40 bis 50 cm registriert wurden. Das ist eine Menge und führte in manchen Regionen zu einem regelrechten Chaos. Den meisten Schnee gab es aber am 13. November 1952 mit 460 cm, welcher an der Zugspitze gemessen wurde.


Frühester Schnee seit Beginn der Wetteraufzeichnungen am 27./28. Oktober 2012

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Zusammenfassend gibt es den ersten Schnee manchmal schon Ende Oktober, das ist aber eher die Ausnahme. In höheren Lagen ist Anfang November mit dem ersten Schnee zu rechnen und ab Mitte November ist das auch über den mittleren Lagen nichts außergewöhnliches mehr. Im letzten Novemberdrittel kann es auch schon bis in tiefere Lagen mal schneien. Die ersten - richtigen - Wintereinbrüche sind aber meist in der zweiten Dezemberdekade zu erwarten.Wann der erste Schnee kommt und wie man die Schneefallgrenze selbst berechnen kann, erfahren Sie in der aktuellen Schneeprognose.

Gibt es weiße Weihnachten?

Diese Frage folgt einer Gesetzmäßigkeit und es gibt auch Wetterportale, welche die Antwort nach der weißen Weihnacht schon im August kennen. Jeder kann selbst einschätzen, wie seriös das sein mag, denn das Wetter macht es gerade um die Weihnachtszeit herum extremst spannend, wo nicht selten erst 24 Stunden vorher klar ist, ob es grüne oder weiße Weihnachten geben wird. Warum? Es gibt die Wettersingularität des Weihnachtstauwetter, welches meist um den 20. Dezember herum eintritt. Dabei gelingt es der atlantischen Frontalzone meist mit einer West- bis Südwestdrift sehr milde Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz zu führen. Egal wie winterlich und frostig das Wetter zuvor war, dass Weihnachtstauwetter lässt die weiße Pracht binnen Stunden dahin schmelzen. Das Weihnachtstauwetter hat übrigens eine Eintreffwahrscheinlichkeit von 70 bis 80 Prozent. Aber es gibt sie, die weiße Weihnachten. Etwa alle 8 bis 12 Jahre (je nach Höhenlage) sind in tieferen Lagen möglich. In mittleren Lagen und über den östlichen Landesteilen ist das auch alle 3 Jahre der Fall. Die letzten weiße Weihnachten stammen aus dem Jahre 2010 - es ist also wieder an der Zeit.

Weiße Weihnachten 2010
Weiße Weihnachten 2017? Die letzten verschneiten Weihnachtsfeiertage gab es 2010.

Und wie wird der Winter?

Der Zeitraum für den Winter erstreckt sich von Dezember bis Ende Februar. Statistisch betrachtet ist der Dezember mit einem Mittelwert von +0,8 Grad der wärmste Wintermonat, gefolgt vom Februar mit +0,4 und dem Januar mit -0,5 Grad. Statistisch lässt sich der Winter grob in drei Phasen einteilen. Erster Wintereinbruch Mitte Dezember, gefolgt vom Weihnachtstauwetter und einem meist milden letzten Dezemberdrittel. Anfang Januar Wetterumstellung, gefolgt vom Hochwinter, welcher im Februar langsam nachlässt. Ist der Hochwinter dominant und ausgeprägt, so folgt nicht selten ein Märzwinter noch nach. Viel wahrscheinlicher ist aber ein Ende des Winters ab dem 20. Februar, welcher im März so langsam in den Frühling übergeht.
Gelingt es dem Kontinentalhoch nicht, sich bis Europa auszudehnen, so kann der Hochwinter auch ausfallen. Dann verläuft meist der restliche Winter mild. Ein "Lostag" ist meist der Zeitraum um den 6. Januar herum - ganz gemäß der Bauernregel "Ist bis Dreikönigstag kein Winter, so kommt auch kein strenger mehr dahinter".

Betrachtet man die letzten 20 Winter, so fällt auf, dass der Mittelwert etwa um +1 Grad wärmer, als der vieljährige Durchschnittswert ist. Jetzt wird einem auch klar, warum es den Flachlandwinter immer seltener gibt. Lag früher die "normale" Schneefallgrenze meist zwischen 300 bis 400 Meter, so ist diese in den letzten 20 Jahren auf 400 bis 600 Meter angestiegen.

Temperaturabweichung der letzten 20 Winterjahre gegenüber dem Mittelwert

Details zu den jeweiligen Wetterereignissen können Sie in den folgenden Rubriken nachverfolgen

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