Wetteraussichten - zwischen unwetterartigem Dauerregen und Sommerwetter
Die Wetterentwicklung entspricht nicht der, was man sonst vom Wonnemonat Mai gewöhnt ist. Hinzu kommt, dass sich das Hoch weiter nach Westen ausdehnt und zu einer gestört meridional verlaufenden Zirkulation führen wird. Der Frühling muss warten – vorerst –, denn mit Beginn der zweiten Mai-Dekade kündigt sich der nächste Wetterumschwung an.

Über den Alpen dreht sich im Verlauf der Woche eine Störung ein und sorgt über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern für zeitweiligen Niederschlag, der in Richtung der Alpen nicht nur nennenswert, sondern länger andauernd und regional ergiebig ausfallen kann. Die Temperaturen erreichen bei überwiegend starker Bewölkung kaum mehr als +8 bis +14 Grad. Erst zum Ende der Woche lässt der Niederschlag nach und die Bewölkung lockert auf.
Über Norddeutschland – Sonne und Wolken im Wechsel
Weiter nach Norden klingt der Niederschlag ab, und etwa nördlich einer Linie von Rheinland-Pfalz und Sachsen kommt häufiger die Sonne zum Vorschein – was zum Ende der Woche auch von einem komplett wolkenfreien Himmel der Fall sein kann. Der Wind kommt phasenweise böig aus überwiegend nordöstlichen Richtungen und lässt die Temperaturen auf +14 bis +18 Grad steigen; mit Sonnenschein können zum Ende der Woche über dem Westen bis zu +20 Grad möglich sein. Wer es genauer wissen möchte – Wetter Mai.

Wettervorhersage nach dem europäischen Wettermodell: Gestörte Zirkulation stellt den Wonnemonat auf den Kopf
Wer bei uns schon eine Weile zu Gast ist, kennt das bereits aus dem letzten Jahr. Eine Hochdruckzone baut sich auf, doch innerhalb dieser Hochdruckzone bilden sich Störimpulse, die eine stabile Wetterentwicklung vereiteln. Schaut man sich die obenstehenden Wetterkarten an, erkennt man dieses Funktionsprinzip.
Die nicht normale
Zirkulation
Eigentlich ist über Mitteleuropa die zonal verlaufende Grundströmung das normale
und Erwartbare, doch das hat sich seit 2012 und insbesondere seit 2018 auf gravierende Art und Weise geändert. Vermehrt treten meridional verlaufende Strömungsmuster auf, welche die Luftmassen entweder von Nord nach Süd oder von Süd nach Nord bewegen. Auffällig seit dem Frühling 2024 ist jedoch, dass sich das Hoch vermehrt auf dem Atlantik als Blockadehoch positioniert und sich – aufgrund des viel zu warmen Mittelmeeres – nicht mehr, oder nur noch in der Nähe, über Europa positioniert.
Dürre und unwetterartiger Dauerregen liegen eng beieinander
Geht es nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells, so verlagert sich das Hoch bis zum 15. Mai hinaus auf den Atlantik und positioniert sich mit seinem Kerngebiet zwischen Grönland, Island und England. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen am östlichen Hochdruckgradienten in einer nördlichen Grundströmung. Darin eingebettet sind Störimpulse, welche aufgrund einer gradientenschwachen Wetterlage für längere Zeit an Ort und Stelle verweilen und abregnen können.
Mit der Zufuhr kühler Luftmassen sind nördlich einer Linie von Mannheim und Nürnberg zwar bis Mitte Mai Niederschlagssignale vorhanden, doch überwiegt über weite Teile Deutschlands bei nur geringer Niederschlagsausbeute eine niederschlagsarme Witterung.
Unwetter über den Alpen und der Mittelmeerregion
Die kalte Luft polaren Ursprungs lässt bis Mitte Mai die Temperaturen auf +8 bis +12 Grad und mit Sonnenschein bis +15 Grad einpendeln. Das ist für Mitte Mai im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert etwas zu kühl. Oberhalb etwa 1.200 bis 1.600 Meter stellt sich Dauerfrost ein, und mit Schneefall kann kurzzeitig auch unterhalb der 1.000-Meter-Marke gerechnet werden.
Mit dem Nordwind trifft die polare Luftmasse auf das warme Mittelmeer, was den Störimpulsen eine weitere Feuchtigkeitsaufnahme ermöglicht, die sogleich an Ort und Stelle niedergeht. So können bis Mitte Mai über dem Süden von Baden-Württemberg und Bayern, den Alpen sowie über der gesamten Mittelmeerregion unwetterartige Regensummen samt Überflutungen, Sturzfluten, Überschwemmungen und Hochwasser auftreten.

Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Kräftige Gewitter, Frühling und Sommerwetter
Ist die Großwetterlage nach dem europäischen Wettermodell klar definiert, so zeigt die Vorhersage des amerikanischen Prognosemodells ein ganz anderes Bild und verdeutlicht, wie entscheidend die Positionierung des Hochdrucksystems gewichtet wird.
Störanfällige Hochdruckzone
Das Hochdrucksystem wagt sich zwar bis zum 14. Mai mit dem Aufbau eines Zentrums zwischen Island und England vor und ähnelt damit stark der Prognose der Europäer, doch gelingt es der Hochdruckzone zugleich, einen Ableger in Richtung Mitteleuropa zu etablieren, welcher den Trog – und damit die polare Luftmasse – weiter östlich niedergehen lässt. So ist bis Mitte Mai mit weiteren – zahlreichen und teils kräftigen – Schauern und Gewittern zu rechnen, welche sich ungleichmäßig über Deutschland verteilen und die Temperaturen in einem Spektrum von +18 bis +24 Grad im frühsommerlichen Bereich schwanken lassen. Kleine Ursache, große Wirkung.
Aufbau einer Sommerwetterlage
Vom 15. bis 20. Mai kippt die Hochdruckachse auf dem Atlantik nach Osten ab und geht eine Querverbindung zum Kontinentalhoch ein. Während des Umbaus etabliert sich ein kleinräumiges Tief auf dem Atlantik, welches fast vollständig von der Hochdruckzone eingeschlossen wird. Über Deutschland hat das eine Ost- bis Südwestanströmung der Luftmassen zur Folge.
Bei nachlassender Niederschlagstätigkeit und zunehmender Sonnenscheindauer steigen die Temperaturen vom 16. Mai mit +15 bis +20 Grad bis zum 20. Mai auf +18 bis +24 Grad und über dem Westen und Südwesten auf sommerliche +24 bis +28 Grad an.

Auf den Punkt gebracht: Die gestörte Zirkulation
Egal, wie man es dreht oder wendet, eine zonal verlaufende Grundstruktur wird es bis auf Weiteres nicht geben. Trotz der unterschiedlichen Berechnungen ergibt sich hierfür kein Spielraum – noch nicht einmal ansatzweise. Und so bleibt die gestörte Zirkulation erhalten.
Welches Wetter wahrscheinlich ist
Die Folge hieraus ist mit höherer Wahrscheinlichkeit ein meridional verlaufendes Strömungsmuster, das bis Mitte Mai zu einer dominierenden Nordströmung führen kann. Ab der zweiten Maihälfte kann man eine Süd-Nord-Strömung mitsamt dem Vollfrühling in Betracht ziehen. Deutlicher zeigt sich das Schema im Mittelwert aller Kontrollläufe – die Hochdruckzone wird bis zum 20. Mai mehrheitlich westlich von Deutschland positioniert, doch erstreckt sich das Gesamtkonstrukt ungewöhnlich weit nach Norden, was man zu dieser Jahreszeit nicht so häufig zu Gesicht bekommt.
Und ja, die Temperaturprognose der Kontrollläufe wird vom 6. bis 10. Mai mai-typisch mit einem etwas zu kühlen Trend berechnet. Nachfolgend wird das Temperaturniveau im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert mit einer Anomalie von +1 bis +2 Grad zu warm simuliert.
Die Regenprognose
Die Niederschlagssignale sind über dem Osten und Westen bis einschließlich 20. Mai nur schwach ausgeprägt. Über dem Norden sieht es ähnlich aus, doch können über den Küstenregionen ab dem 14. Mai vermehrt Schauer auftreten. Über dem Süden muss man differenzieren: Nass bleibt es über und an den Alpen, nördlich der Donaulinie hingegen ist die Niederschlagsprognose schwach bis leicht erhöht. Im Resümee bestätigt sich der Wettertrend der vergangenen Tage: Wechselhafter Wettercharakter mit nennenswertem Niederschlag über Süddeutschland und einem ansteigenden Temperaturtrend zum Beginn der zweiten Maidekade. Schaun mer mal.

Tag | Temperaturspektrum | Temperaturmittelwert |
---|---|---|
11. Mai | +9 bis +23 Grad | +16 bis +18 Grad |
15. Mai | +10 bis +24 Grad | +16 bis +18 Grad |
20. Mai | +10 bis +28 Grad | +16 bis +19 Grad |
