Das Ende der Sturmserie kündigt sich mit einem strukturellen Wandel der Großwetterlage an. Phasenweise sind frühlingshaft milde Temperaturen möglich, doch von einem beständigen und stabilen Wettercharakter ist noch wenig zu erkennen.

Stürmisches Märzwetter. Verantwortlich hierfür ist ein Zentraltief über Skandinavien. In den kommenden Stunden werden an dessen südlichen Gradienten Tiefdruckgebiete über Deutschland reichlich Wind und Regen hinweg geführt. Mit stürmischen Windböen ist zu rechnen und über den exponierten Lagen und den Küstenregionen sind schweren Sturmböen zu erwarten. Die Temperaturen befinden sich zunächst noch im nasskalten Bereich.

Ein weiteres Tiefdrucksystem sorgt mit seiner Vorderseite am Wochenende für einen frühlingshaft milden Süden und Osten. Über dem Westen und Norden bleibt es bei einem unbeständigen Wettercharakter meist stark bewölkt und mit Temperaturen von +6 bis +11 Grad entsprechend kühler. Zum Start in die neue Woche gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz auf die kühle Rückseitenströmung des nach Osten abziehenden Tiefdruckgebietes. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind nicht auszuschließen. Mehr dazu in der aktuellen Wetter März 2019.

Luftmassengrenze am Wochenende
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Großwetterlage verändert sich am Wochenende

Der Wind- und auch die Niederschlagsintensität wird ab dem Wochenende spürbar nachlassen. Der Grund für die Wetterberuhigung ist ein sich in Richtung Mitteleuropa erstreckender Keil des Azorenhochs. Doch liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz anfangs noch am östlichen Hochdruckgradienten, was die Zufuhr kühlerer Luftmassen zum Start in die neue Woche ermöglicht.

Wettervorhersage des amerikanischen Vorhersage-Modells: zunehmend frühlingshaft mild

Das Hochdrucksystem verlagert sich im Zeitraum vom 18. bis 23. März von den Azoren in Richtung Mitteleuropa. Mit einer zunehmender Sonnenscheindauer steigen die Temperaturen bis zum Freitag auf +14 bis +18 Grad in den frühlingshaft milden Bereich an. Niederschläge sind ab der Wochenmitte kaum mehr welche zu erwarten.

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Südwestwetterlage

Die Tiefdruckaktivität wird durch die Hochdruckbrücke blockiert, bzw. umgelenkt. Sie bleibt aber weiterhin als hoch zu bewerten. Im Zeitraum vom 23. bis 27. März drückt die atlantische Frontalzone das Hoch weiter über das östliche Europa weg und sorgt über Deutschland für eine milde und unbeständige Südwestwetterlage.

Eine milde und unbeständige Südwestwetterlage
Berechnung Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Eine milde und unbeständige Südwestwetterlage © www.meteociel.fr

Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells: Wenig frühlingshaft

Zwar bestätigt das europäische Vorhersage-Modell in seiner Wetterprognose den Hochdruckkeil in der neuen Woche. Auch werden bei einem sich beruhigenden Wettercharakter kurzzeitig frühlingshaft milde Werte möglich sein, doch die Struktur ist wenig stabil.

Das Hoch verlagert sich zum 22. März über Deutschland und zieht anschließend weiter nach Osten und geht eine Verbindung mit dem Kontinentalhoch ein. Das Azorenhoch stellt sich im gleichen Zeitraum auf dem Atlantik steiler nach Norden auf. Bedingt durch diesen Prozess wird die Hochdruckbrücke über Mitteleuropa zerstört und das Zirkulationsmuster meridionalisiert. Ob Deutschland auf der warmen oder kalten Seite des Troges liegen wird, bleibt abzuwarten. Nach der aktuellen Prognose haben kältere Varianten eine höhere Wahrscheinlichkeit.

Kühles Frühlingswetter
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Kühles Frühlingswetter © www.meteociel.fr

Komplett gestörtes Zirkulationsmuster?

Interessant ist der Ansatz des europäischen Vorhersage-Modells der letzten Tage, welches sich heute bestätigt. Das Strömungsmuster meridionalisiert und die Wellenbewegungen entlang der Polarfront nehmen zu. Das fördert sog. Trogwetterlagen. Warum interessant? Für Ende März und Anfang April kann das zu einen typischen Aprilwetter führen.

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Mit Spannung bleibt zudem abzuwarten, was der Tiefdruckwirbel über der Barentssee machen wird. Keilt das Hoch bei Grönland noch weiter in den Polarwirbel hinein, so wird der Weg für arktische Kaltluftmassen in Richtung Mitteleuropa frei.

Kaltes Märzwetter?

Wie wahrscheinlich sind kältere Varianten im Verlauf der letzten März-Dekade? Der sog. NAO- und AO-Index bleiben bis auf weiteres positiv und haben erst zum Ende März einen neutralen Trend. Damit aber eine Hochdruckblockade auf dem Atlantik gestützt wird (und somit ein Trog über Mitteleuropa), müsste der NAO-Index negativ werden.

Was zudem gegen eine kältere Temperaturentwicklung spricht, sind die Kontrollläufe. Zwar ist das Temperaturspektrum vom 20. bis 30. März breit gestreut, doch der Temperaturtrend liegt mit seinem Mittelwert um 1 bis 3 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich.

Das Temperaturspektrum erstreckt sich am 21. März zwischen +1 bis +14 Grad (Mittelwert: +6 bis +7 Grad über dem Süden und Osten und +10 Grad über dem Westen und Norden) und am 30. März zwischen +0 bis +19 Grad (Mittelwert: +11 bis +13 Grad). Gerade der Mittelwert nähert sich zunehmend den frühlingshaft milden Werten weiter an.

Schwache Niederschlagssignale

Im gesamten Zeitraum der letzten März-Dekade werden die Niederschlagssignale im schwachen Bereich simuliert. Lediglich über Norddeutschland wird eine leicht erhöhte Niederschlagsneigung berechnet. Anders formuliert ist nach den Kontrollläufen in der letzten März-Dekade mit einer Wetterberuhigung und ansteigenden Temperaturen zu rechnen.

Diagramm Temperaturen März 2019 vom 14.03.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe März 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Zusammenfassung:

Die Großwetterlage stellt sich in den kommenden Tagen um und der Wettercharakter beruhigt sich im Verlauf der letzten März-Dekade weiter. Stürmische Winde werden dann kaum mehr zu erwarten sein. Stattdessen nimmt die Sonnenscheindauer weiter zu und ob die Temperaturwerte frühlingshaft mild, oder jahreszeitlich unterkühlt ausfallen werden, hängt stark davon ab, wie sich das Hochdrucksystem entwickeln und positionieren wird.

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