Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten auf eine Veränderung der Großwetterlage, oder hält die Hitzewelle bis weit in den August hinein?

Der Sommer läuft bis Ende Juli zur Höchstform auf und lässt die Temperaturen verbreitet über die +30 Grad Marke springen. In einigen Regionen sind auch Werte von +34 bis +37 Grad möglich.
Schauer und Gewitter wird es zwischendurch auch immer wieder einmal geben können, zunächst Regional, am Samstag und Dienstag aber auch verbreitet und kräftiger ausfallend, so dass ein Potential für unwetterartige Wetterereignisse gegeben ist.

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Die Hitze wird für Mensch, Tier und die Natur zunehmend zum Problem, vor allem in den Regionen, wo es seit Februar nur sehr wenig Niederschläge gegeben hat. Wie ist das nun im August - hält die Hitze weiterhin an, oder kommt es zu Veränderungen?

Heißes Augustwetter

Der Start in die Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern fällt aus Sicht der Temperaturwerte definitiv hochsommerlich aus. Der Grund hierfür ist das Zusammenspiel zweiter Wettersysteme. Da ist zum einen ein sich verstärkender Tiefdruckwirbel zwischen Grönland und Island und ein kräftiges Hochdrucksystem über dem westlichen Russland und Skandinavien, welches seine Hochdruckzone nach Süden bis in die Mittelmeerregion ausdehnt. So könnten sich die Hitzetemperaturen noch bis zum 3. August halten.

Die Hitzewelle setzt sich vorerst fort
Die Hitzewelle setzt sich vorerst fort

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Zeit für Veränderungen?

Im Detail wird es nun auf die Entwicklung der Hochdruckzone ankommen - bleibt sie stabil, ist mit einem Fortbestand der Hitzewelle zu rechnen. Gelingt dem Tiefdrucksystem aber das Hochdruckgebiet an seinen südlichen Gradienten zu unterwandern, so endet die Hitzewelle. So oder so - das Wetter im Sommer ist bislang als außergewöhnlich zu bewerten.

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Amerikanisches Prognosemodell: Die Hitze kann sich halten und verstärkt sich noch etwas

Zwar unternimmt die atlantische Frontalzone den Versuch das Hochdrucksystem zu unterwandern, doch mag das nicht gelingen. Im Gegenteil: durch die südliche Grundströmung verstärkt sich die Zufuhr heißer Luftmassen aus südlichen Richtungen, was die Temperaturen im ersten August-Drittel größtenteils im Bereich um die +30 Grad Marke einpendeln lassen kann.

Doch mit der südlichen bis östlichen Anströmung werden auch feuchtere Luftmassen nach Deutschland geführt, was die Schauer- und Gewitterneigung ansteigen lassen kann.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Prognosemodell: Deutschland verbleibt im Hitzebereich der Hochdruckzone © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: heiße Hochdruckzone

Das europäische Prognosemodell hatte in seinem Wettertrend von gestern Abend eine Variante simuliert, welche den Tiefdruckeinfluss in den ersten Augusttagen hätte verstärken können, doch diese Variante wurde heute Morgen schon wieder verworfen.

Die Hochdruckzone kann sich - wie nach den Berechnungen des amerikanischen Wettermodells - in der ersten Augustdekade wieder verstärken. Jedoch verlagert sich der Hochdruckkern weiter nach Westen in Richtung England und mit einer entsprechenden Gradientenstruktur könnten aus nördlichen Richtungen etwas mark>kühlere Temperaturen nach Süden in Richtung Deutschland, die Schweiz und Österreich geführt werden - das ist aktuell aber nur Theorie - vielmehr zeigt sich eine höhere Wahrscheinlichkeit für des Fortbestand der Hitzewelle.

Polarwirbelberechnung August

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Prognosemodell: Hochdruckkern verlagert sich etwas nach Westen © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Gemäßigt heißes Sommerwetter

An dieser Stelle sei kurz angemerkt, dass die Berechnungen des amerikanischen Wettermodells aktuell eines der wärmsten Varianten der Kontrollläufe darstellt, so dass dies erneut als Ausreißer zu bewerten ist. Mit Veränderungen ist in den kommenden Stunden zu rechnen.

Die aktuelle Wetterprognose der Kontrollläufe zeigt eine hohe Temperaturabweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert, welche bspw. heute um bis zu 8 Grad über dem vieljährigen Durchschnittswert liegen kann. Anders formuliert liegen die normalen Sommerwerte im Bereich von +22 bis +27 Grad und seltener einmal bis an die +30 Grad Marke.

Nichtsdestotrotz berechnen die Kontrollläufe einen langsamen, aber dennoch stetigen Abbau des Temperaturüberschusses, welcher sich zum Ende der ersten Augustdekade dem leicht zu warmen Bereich nähert. So liegt das Temperaturspektrum am 4. August zwischen +18 bis +34 Grad (Mittelwert: +27 bis +28 Grad) und am 9. August zwischen +21 bis +34 Grad (Mittelwert: +26 bis +27 Grad). Nimmt man den Mittelwert, so liegen die Werte im sommerlichen Bereich.

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Wie stehen die Chancen auf Abkühlung und Niederschlag?

Schauer und Gewitter sind zu erwarten, doch sind keine flächendeckenden Niederschläge dadurch möglich. Die Niederschlagsneigung zeigt sich über dem Norden und Osten vom 28. Juli bis 3. August etwas erhöht und sinkt darüber hinaus wieder ab.
Für den Süden und Westen zeigt sich um den Monatswechsel eine erhöhte Neigung zu Schauern und Gewittern, welche ab dem 3. August nachlässt.

Der entscheidende Zeitraum für eine Veränderung der Großwetterlage lässt sich in etwa auf dem Monatswechsel datieren. Wie bereits weiter oben beschrieben sind die Wahrscheinlichkeiten hierfür gering, aber wenn es der atlantischen Frontalzone gelingt, das Hochdrucksystem zu unterwandern, ist ein Wetterwechsel rasch vollzogen und die Hitze findet ein Ende. Wie gering aber die Eintreffwahrscheinlichkeit ist, zeigt sich im nachfolgenden Diagramm:

Diagramm Temperaturen August 2018 vom 25.07.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe August 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Augustprognose nach dem Langfristmodell

Trotz des Temperaturüberschusses in den ersten Augusttagen berechnet das Langfristmodell eine Abweichung der Temperaturen bis zum Ende des letzten Sommermonats von +1 bis +2 Grad im zu warmen Bereich. Da der simulierte Temperaturüberschuss in der ersten Augustdekade zwischen +2 bis +4 Grad liegt, müssen kühlere, bzw. normale Temperaturen nachfolgen. Das Langfristmodell geht also weiterhin von einer Veränderung der Großwetterlage aus.

In der Niederschlagsprognose zeigen sich über Deutschland ein paar Auffälligen gegenüber dem Sollwert. Die Mitte wird weitgehend normal und der Norden und Süden im Trend etwas zu trocken berechnet. Der Osten wird deutlich zu trocken simuliert.

Schaut man sich Europa an, so wird der Süden rund um Portugal, Spanien, dem südlichen Frankreich, Italien bis nach Griechenland im Trend zu nass berechnet. Etwa nördlich der Alpen zeigt sich ein normaler bis zu trockener Niederschlagstrend.

Bei den Temperaturen zeigt sich ein ähnliches Verhältnis. Über dem Süden normal bis leicht zu kühl (wobei kühl über dem südlichen Europa relativ zu bewerten ist) und ab nördlich der Alpen zu warm - teils deutlich zu warm.

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