Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2018/2019 aktuelle Wetterprognose vom 17.01.2019 - Die Anzeichen für einen Polarwirbelsplit mehren sich

Polarwirbelsplit mit chaotischen Wetterentwicklungen? Der Winter setzt nicht nur einen Fuß in die Tür, er scheint auch ernsthafte Ambitionen zum Eintreten zu haben.

Die kommenden Tage werden deutlich kälter und über dem Süden und Osten ist mit Dauerfrost zu rechnen. Zum Start in die neue Woche setzt sich ein kleinräumiges Tiefdrucksystem durch und kann örtlich für etwas Schneefall sorgen, welcher in Lagen ab 300 bis 500 Meter für die Ausbildung einer Schneedecke sorgen kann. In den Nächten ist mit teils strengem Nachtfrost zu rechnen. Der Winter macht sich langsam bemerkbar. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Januar 2019.

Dem Sturmtief von heute ist der Wetterwechsel in Richtung winterliche Temperaturen zu verdanken. Nachfolgend setzt sich ein Hochdruckkeil des Azorenhochs durch und lässt in einem gradientenschwachen Wetterumfeld die Temperaturen langsam auskühlen. Darüber hinaus berechnen die Wettermodelle turbulente Wetterentwicklung - mehrheitlich in Richtung Winter.

Winterwetter?
Winterwetter?

Wetterprognose amerikanisches Vorhersage-Modell: Polarwirbelsplit - Winterlich kalt mit fulminanter Luftmassengrenze und unwetterartigen Wetterereignissen

Im Zeitraum vom 21. bis 25. Januar berechnet das amerikanische Vorhersage-Modell eine Verlagerung eines Tiefdrucksystems von Island über England bis über die Mittelmeerregion. Über Deutschland hat dieser Prozess einen eisigen und strammen Ostwind zur Folge. Bei Tageshöchstwerten von -6 bis -1 Grad ist mit stürmischen Windböen zu rechnen. Zeitweilig sind leichte Schneefälle möglich. In den Nächten können die Tiefstwerte auf unter -10 Grad absinken.

Ein Hoch über England sorgt für eine Nordwetterlage

Im Zeitraum vom 25. bis 27. Januar verlagert sich das Hochdrucksystem über England und sorgt entlang seiner östlichen Gradienten für eine stramme Nordströmung und zeitweilige Niederschläge. Da die Nord- und Ostsee noch relativ warm sind, können die Tageswerte über dem Norden von Deutschland auf bis +5 Grad ansteigen. Etwa südlich der Linie von Köln und Berlin ist mit -6 bis 0 Grad mit Dauerfrost zu rechnen. Über dem Norden können die Niederschläge in Regen übergehen, während über dem Süden durchweg mit Schneefall zu rechnen ist. Entlang der Staulagen der Mittelgebirge und der Alpen kann der Niederschlag auch länger andauernd ausfallen.

Islandhoch sorgt für eine Grenzwetterlage

Das Hoch verlagert sich bis zum 28. Januar nach Island und dehnt sich zum 29. Januar weiter nach Grönland aus. Das zwingt die Tiefdrucksysteme auf dem Atlantik auf eine südlichere Bahn. Gleichzeitig sorgt ein Tiefdruckwirbel über Skandinavien im Verbund mit dem Hoch für die Zufuhr kalter Luftmassen arktischen Ursprungs.

Einerseits werden sehr kalte Luftmassen nach Süden geführt, auf der anderen Seite aber sehr warme nach Norden. Deutschland befindet sich inmitten dieser unterschiedlich temperierten Luftmassen. Das Resultat wäre eine Grenzwetterlage mit teils unwetterartigen Wettererscheinungen. Simuliert werden - zum aktuellen Stand - sehr kräftige und langhaltendende Schneefälle über dem süddeutschen Raum. Zwischen milden und winterlichen Werten liegt aber nur ein kleiner Spielraum. Veränderungen sind zu erwarten.

Polarwirbelsplit mit unwetterartigen Wetterereignissen über Mitteleuropa
Berechnung Großwetterlage des amerikanischen Vorhersage-Modells: Polarwirbelsplit mit unwetterartigen Wetterereignissen über Mitteleuropa © www.meteociel.fr

Wettervorhersage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Wintereinbruch

So langsam zeichnet sich in der Wetterentwicklung für die letzte Januar-Dekade ein Muster ab. Auch das europäische Prognose-Modell berechnet im Zeitraum vom 21. bis 24. Januar das abtropfende Tiefdrucksystem über die Mittelmeerregion. Der Ostwind verschärft sich und die Temperaturen rutschen - auch in tieferen Lagen - unter die Null Grad Marke in den Dauerfrostbereich ab. Hin und wieder ist etwas Schneefall möglich. Die Ausbildung einer dünnen Schneedecke ist bis zum 23. Januar auch in tieferen Lagen möglich.

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Arctic Outbreak: Islandhoch und Mittelmeertief

Bis zum 25. Januar haben sich die Fronten klar positioniert. Über Island festigt sich ein Hochdrucksystem, während über der Mittelmeerregion ein Tiefdrucksystem wirbelt. Zwischen den beiden Wettersystemen werden sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden bis über Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt, was die Tageswerte bis zum 26. Januar auf -12 bis -4 Grad zurückgehen lassen kann. Vollwinter!

Hochwinterliche Großwetterlage
Berechnung Großwetterlage des europäischen Vorhersage-Modells: Hochwinterliche Großwetterlage © www.meteociel.fr

Polarwirbelsplit

Eine weitere Gemeinsamkeit der Wettermodelle liegt in der Berechnung des Polarwirbels, welcher alles andere als stabil simuliert wird. Zudem berechnen beide Modelle hohen Luftdruck im Bereich von Island und Grönland, was sich im Tagesverlauf auch auf den NAO-Index auswirken sollte (dazu heute Abend mehr).

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15 Prozent

So gering ist der Anteil in den Kontrollläufen, welche den Polarwirbel in stabiler Formation berechnen. 85 Prozent berechnen ihn stark gestört bis hin zum Split. In 60 Prozent der Kontrollsimulationen ergeben sich für Deutschland, Österreich und der Schweiz winterliche Wetterbedingungen.

Eine starke Beeinträchtigung des Polarwirbels wird nach den Kontrollläufen gestützt
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Eine starke Beeinträchtigung des Polarwirbels wird nach den Kontrollläufen gestützt © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Kommt der Flachlandwinter?

So einfach wie es oben dargestellt ist, ist es in Wirklichkeit nicht. Denn das Mittelmeertief - kann - dass Zünglein an der Waage sein. Liegt es zu weit nördlich, pumpt es milde Luftmassen nach Deutschland, ist es zu weit südlich oder schwächt sich ab, so fehlt der Ansaugmotor für den Kaltluft.

Tendenziell sind die Kontrollläufe gegenüber den letzten Stunden deutlich winterlicher geworden. Die Temperaturen sinken in der Höhe von etwa 1.400 Meter vom 18. Januar an auf -5 bis -8 Grad ab, was winterliche Temperaturen ab 200 Meter sehr wahrscheinlich macht. Für die tieferen Lagen über dem Westen - vor allem aber den Ballungsgebieten - können Tageswerte um, bzw. knapp über 0 Grad nicht ausgeschlossen werden.

Dauerfrost

Das Temperaturspektrum schwankt am 24. Januar zwischen -7 und +1 Grad (Mittelwert: -2 Grad) und am 31. Januar zwischen -11 und +6 Grad (Mittelwert: -1 Grad über dem Westen und Norden und -3 Grad über dem Süden und Osten).

Die Niederschlagsneigung ist vom 18. bis 22. Januar als gering einzustufen und steigt darüber hinaus in den mäßig hohen Bereich an.

Diagramm Temperaturen Februar 2019 vom 17.01.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Die Hinweise auf einen nachhaltigen Wintereinbruch hatten sich bereits in der gestrigen Wetterprognose Februar 2019 gezeigt und wurden heute nochmals bestätigt, bzw. verstärkt berechnet. Das erhöht grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit für winterliche Wetterverhältnisse. Was sich im Tagesverlauf alles verändert hat, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle in einem kurzen Update der Winterprognose.

Update der Wetterprognose von 20:04 Uhr
Die Wetterprognosen des amerikanischen Vorhersage-Modell legten heute Nachmittag nochmals eine "Schippe" obendrauf und berechneten - wie das europäische Wettermodell der "Arctic Outbreak". Die Tageshöchstwerte könnten demnach bis zum 28. Januar auf -13 bis -4 Grad absinken und sich in der Nacht der -15 Grad Marke nähern. Das wäre ordentlich kalt.

Heute Abend eine ganz ähnliche Variante, doch mit Höchstwerten von -5 bis 0 Grad nicht gar so kalt. Dafür mit mehr Schneefall. Die Entwicklung der Großwetterlage ist ähnlich im Ablauf. Bis zum 25. Januar positioniert sich das Tiefdrucksysteme über der Mittelmeerregion und ein Hochdruckkeil des Azorenhochs strebt in Richtung europäisches Nordmeer auf. Im Verbund der beiden Wettersysteme werden kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Süden - bis über Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt.

Ab dem 27. Januar tropfen weitere Tiefdrucksysteme vom Atlantik kommend über Mitteleuropa ab und es bildet sich ein Trog aus, welcher in seiner Struktur als stabil bewertet werden kann. Vollwinter bis in tiefere Lagen mit reichlich Neuschnee wäre die Konsequenz auch dieser Wettervorhersage.

Da ist er wieder - der Hochdruckkeil in Richtung Island
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Da ist er wieder - der Hochdruckkeil in Richtung Island © www.meteociel.fr


Wetterprognose des europäischen Vorhersage-Modells: Islandhoch
Die Berechnungen des europäischen Prognose-Modells sind bis zum 24. Januar nahezu identisch, was ab den mittleren Lagen den Dauerfrost bringen kann.

Bis zum 25. Januar hat sich das Tiefdrucksystem über der Mittelmeerregion positioniert und im Verbund mit dem Hochdruckkeil - welcher weit über die Barent- und Karasee nach Norden reicht - sehr kalte Luftmassen arktischen Ursprungs nach Deutschland führt. Der Hochwinter hätte demnach auch in tieferen Lagen seine Chancen.

Hochwinterlich kalte Ostwetterlage
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Hochwinterlich kalte Ostwetterlage © www.meteociel.fr


AO- und NAO-Index undifferenziert
Der AO Index wird in Teilen deutlich negativ berechnet, während der NAO-Index im Mittel neutral bleibt. Eine Nordwestwetterlage wäre demnach eine nicht unwahrscheinliche Wetterentwicklung. Abwarten ist hier im Moment angesagt.

Kontrollläufe: Flachlandwinter möglich
Dieses Signal wurde in den Prognosen der Kontrollläufe beibehalten. Das amerikanische Vorhersage-Modell gehörte heute Nachmittag zu den mit Abstand kältesten Varianten. Heute Abend liegt der Hauptlauf ganz gut im Mittelwert der Kontrollläufe. Das Temperaturspektrum sinkt zum 18. Januar über dem Süden und Osten unter die Null Grad Grenze ab. Über dem Norden wird das ab dem 21. Januar und über dem Westen ab dem 22. Januar möglich sein. Die Niederschlagsneigung ist ab dem 21. Januar leicht erhöht. Der Flachlandwinter ist möglich.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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