Wetter Sommer 2018 aktuelle Wetterprognose vom 23.06.2018 - Siebenschläferzeitraum: Wie wird der Sommer 2018?

Wie wird das Wetter im Sommer 2018? Nach einem zu heißen Start in den Sommer zeigt sich aktuell ein kühler Wettercharakter, doch im Siebenschläferzeitraum zeigt sich eine signifikante Wetterentwicklung.

Das Wetter in den kommenden Junitagen zeigt sich zunächst noch leicht unterkühlt und wechselhaft. Vor allem die Nächte können mit Werten von unter +10 Grad und örtlich bis +2 Grad für eine ordentliche Abkühlung sorgen. Doch zur neuen Woche setzt sich von England her ein Hochdrucksystem durch und sorgt mir viel Sonnenschein für erneut sommerlich bis hochsommerlich warme Temperaturen.

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Siebenschläferzeitraum und die Entwicklung des Sommerwetters

Der Siebenschläferzeitraum beginnt um den 25. Juni und endet am 11. Juli. Gemäß der langjährigen Statistik zeigt sich über dem Süddeutschen Raum eine sehr hohe Singularität der Abfolge von Wetterereignissen der kommenden sieben Wochen, welche durch die Wetterlage hervorgerufen wird, welche sich in diesem Zeitraum eingestellt hat. Insofern spielt der Zeitraum für den Wettertrend des Sommers 2018 eine gewichtige Rolle.

Außergewöhnlicher Sommer 2018

Meteorologisch beginnt der Sommer mit dem 1. Juni und kalendarisch am 21. Juni. Nun hält sich das Wetter ab nicht immer an das, was Menschen auf dem Kalender ankreuzen, sondern das Wetter gehorcht seinen ganz eigenen Gesetzen. Der Grundstein für eine ganze Reihe außergewöhnlicher Wetterlagen wurde bereits im Februar 2018 mit dem Major-Warming in Stratosphärenhöhe gelegt.

Ein sog. Major-Warming hat nachfolgend häufiger ein Hochdrucksystem über dem skandinavischen Raum zur Folge, so auch in 2018. Im Ergebnis sorgte der hohe Luftdruck über Skandinavien für einen zu kalten Februar und März und mit steigendem Sonnenstand für die Rekordhitze im April und Mai.

Ein Skandinavienhoch sorgt zudem dafür, dass die normale West-Ost Strömung gestört ist und man spricht deshalb auch von einer gestörten Zirkulation. Kurzzeitig gestörte Zirkulationen sind kein Problem, halten sie aber länger an, so entsteht ein Erhaltungsmuster, welches sich schwerer auflösen lässt.

Ein Versuch der Auflösung der Erhaltungsneigung gab es im Juni, bei der sich zwei kurzfristige kühlere Wetterphasen haben durchsetzen können, doch im Ergebnis bleibt auch der Juni mit einer aktuellen Abweichung von rund +2,8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert deutlich zu warm. Hatte aber am 10. Juni schon mal eine Abweichung von über +4 Grad vorzuweisen.

Die Erhaltungsneigung und das Sommerwetter

Ok, nun hat man eine ausgeprägte Erhaltungsneigung, welche sich schon seit Februar dominierend auf das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz auswirkt. Zudem beginnt nun in den Zeitraum der Wettersingularität des Siebenschläfers.
Interessant wird sein: kann sich die Erhaltungsneigung mit den extrem zu warmen und zu trockenen Wetter die nächsten sieben Wochen behaupten und somit nachhaltig den Sommer 2018 prägen, oder setzt sich das Ausgleichsverhalten mit gemäßigten Sommertemperaturen durch?

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach amerikanischen Prognosemodell: Hochdruckzone mal stärker, mal schwächer berechnet - doch zeigt sich für die atlantische Frontalzone kaum ein Durchkommen © www.meteociel.fr

Sommer 2018 Hochdruckzone über Nord- und Mitteleuropa

Die Prognosemodelle berechnen in ihrer aktuellen Wettervorhersage immer wieder Varianten, bei der sich im Zeitraum vom 25. Juni bis 7. Juli eine Hochdruckzone zwischen den Azoren und dem nördlichen Skandinavien ausbilden kann.

Sollte dies gelingen, so wäre das Zirkulationsmuster weiterhin gestört und die atlantische Frontalzone könnte sich nicht, bzw. nur unter erschwerten Bedingungen bis nach Mitteleuropa durchsetzen. Das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz würde dann auch östlichen Richtungen kommen und das ist im Sommer nur selten kühl und nass.
Anders formuliert: setzt sich die Hochdruckzone durch, so hätte das eine hohe Wahrscheinlichkeit für warmes Sommerwetter bei einer gemäßigten Niederschlagsneigung (meist in Form von Schauern und Gewittern) zur Folge.

Da dieser Aufbau im Siebenschläferzeitraum geschieht, hat das möglicherweise auch weitreichende Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Sommers 2018. In jedem Fall ist schon zum aktuellen Stand das Wetter im Sommer als außergewöhnlich zu bewerten.

Sommer 2018 Trog Mitteleuropa

Die besondere Lage des Hochdrucksystem hat aber auch das Potential sich anders zu positionieren, als es derzeit von den Vorhersagemodellen berechnet wird. Man erkennt es schon auf der weiter oben gezeigten Wetterkarte sehr gut, dass eine Trogstruktur am östlichen Hochdruckgradienten kühlere Luftmassen über das östliche Europa nach Süden führt.

Polarwirbelberechnung Sommer

Berechnung Polarwirbel nach Kontrolllauf: Omegastruktur. Jedoch liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz auf der kühlen Seite © www.meteociel.fr

Geschieht das nun wenige tausend Kilometer weiter westlich, so würden Deutschland, Österreich und die Schweiz voll im Einflussbereich eines mitteleuropäischen Troges liegen können. Ist für den Sommer eher ungewöhnlich, doch das gehört auch zum Wesen einer gestörten Zirkulation und ist als eine mögliche Wettervariante nicht auszuschließen. Und damit sind wir beim Ausgleichsverhalten.

Kühler Sommer

Sollte der Trog tatsächlich weiter westlich niedergehen - und das noch im Siebenschläferzeitraum - so könnte das der Beginn einer nachhaltigen Wetterumstellung sein, bei der sich mit kühleren Temperaturen und einem unbeständigen Wettercharakter so langsam das Ausgleichsverhalten einschleicht.

Wie wahrscheinlich ist ein zu kühles Wetter im Juli und August?

Gemäß der Statistik der letzten 20 Jahre gab es in gerade einmal 10 Prozent der Fälle einen zu kalten Juli, bzw. August. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist also als gering einzustufen. Das letzte Mal, als dass der Juli und August zu kalt ausfielen, war 1993 - möglich ist es also. Warum wir 1993 erwähnen? Weil hier der Januar zu warm, der Februar und März zu kalt, der April und Mai zu warm waren - ganz ähnlich wie in diesem Jahr. Der Juni hatte damals eine Abweichung von +0,2 Grad, der Juli von -0,8 Grad und der August von -0,7 Grad vorzuweisen und zeigt, wie eindrucksvoll das Ausgleichsverhalten zuschlagen kann.

Doch in 2018 verhält sich der Juni anders und die Wahrscheinlichkeiten, dass der erste Sommermonat normal oder zu kalt ausfällt, sind verschwindend gering.

Wetter im Sommer 2018 nach der Prognose des Langfristmodells: Kühle Phasen nicht ausgeschlossen

Keine Frage, derzeit deutet vieles darauf hin dass, sich das Sommerwetter mit für die Jahreszeit zu warmen Temperaturen bis weit in den Juli hineinziehen kann und hat somit eine höhere Wahrscheinlichkeit als andere Varianten.
Doch das Langfristmodell berechnet seit geraumer Zeit die Sommermonate Juli und August mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad normal bis leicht zu warm. Somit geht das Langfristmodell in seiner Wetterprognose nicht davon aus, als ob die außergewöhnlich warmen Temperaturen im weiteren Verlauf des Sommers eine Fortsetzung finden können.

Im Fazit, bzw. der Zusammenfassung lässt sich festhalten: ein immer weiter so mit den außergewöhnlich warmen Temperaturen ist in Frage zu stellen. Die möglicherweise entscheidende Wetterentwicklung steht schon in der kommenden Woche bevor - gelingt der Hochdruckaufbau über Skandinavien (Erhaltungsneigung) oder ist das eine Wetterentwicklung, welche den Trog Mitteleuropa initialisieren kann? Die kommenden Tage werden für Gewissheit sorgen. Die Sommermonate nach den Berechnungen des Langfristmodells im Überblick:

Abweichungen der Temperaturen im Sommer gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
Juni 2018 +2 bis +3 Grad Trend: Zu trocken
Juli 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: Etwas zu trocken
August 2018 -0,5 bis +1 Grad Trend: normal bis leicht zu trocken

Diagramm der Temperaturentwicklung Sommer 2018 vom 23.06.2018

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