Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2018/19 aktuelle Wetterprognose vom 14.09.2018 - Wann kommt der Herbst?

Wie lange hält sich der sommerliche Wettercharakter und welche Chancen hat das Herbstwetter? Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist als hoch einzustufen, doch wird es darauf ankommen, wie sich das Hoch über Mitteleuropa dazu verhalten wird.

Der Wettercharakter vom Wochenende geht von einem frühherbstlichen auf einen spätsommerlichen Temperaturcharakter über und bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken ist hin und wieder etwas Regen möglich. Viel an Niederschlag ist aber nicht zu erwarten. Im Verlauf der neuen Woche gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz aber in eine südwestlich orientierte Grundströmung, was sehr warme Luftmassen über das Land führen kann. Sommerlich warme bis teils hochsommerlich heiße Werte von+24 bis +28 Grad und örtlich bis +30 Grad sind bis zur Wochenmitte zu erwarten. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2018.

Der Herbst, der denkt er wäre der Sommer

Der Grund für die außergewöhnlich warmen Temperaturen ist einer sehr hohen Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik zu verdanken, welche im Verbund mit einem Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion sehr warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen kann.

Die Tiefdrucksysteme positionieren sich mit einem Kerndruck von bis 960 hPa zum 19. September zwischen Island und England. Gleichzeitig liegt über der Barentssee ein weiteres Tiefdruckgebiet, was zunächst wenig Auswirkungen auf das Wetter über Deutschland hat, aber unter bestimmten Voraussetzungen die Großwetterlage maßgeblich mit beeinflussen kann.

Die Temperaturen steigen für einen Herbst in einen außergewöhnlich warmen Bereich an und sorgen für einen sommerlichen Wettercharakter
Die Temperaturen steigen für einen Herbst in einen außergewöhnlich warmen Bereich an und sorgen für einen sommerlichen Wettercharakter

Amerikanisches Prognosemodell: Vom Sommer in den Spätsommer

Das amerikanische Prognosemodell berechnete in seiner gestrigen Vorhersage eine Variante, welche im Verlauf der letzten September-Dekade rasch zu einem herbstlichen Wettercharakter hätte führen können.

Doch das gesamte Setup war nicht stimmig und auch die Kontrollläufe zeigten, dass es sich bei dieser Simulation um einen sog. kalten Ausreißer handelte. So ist es nicht verwunderlich, dass das amerikanische Prognosemodell seine Wettervorhersage zwischenzeitlich korrigiert hat.

Gemäßigtes Sommerwetter

Nichtsdestotrotz - entscheidend wird sein, welche Position das Tiefdrucksystem über der Barentssee einnimmt und welche Auswirkungen das auf das Hoch über der Mittelmeerregion, bzw. Mitteleuropa haben wird.

Warum? Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist bis in das letzte September-Drittel hinein als hoch zu bewerten. Zwischen der atlantischen Frontalzone und dem Tief über der Barentssee aber strebt das Hoch nach Norden und bildet nach der aktuellen Vorhersage einen Hochdruckkeil von der Mittelmeerregion bis weit über das nördliche Europa aus. Je nachdem wie weit westlich oder östlich das passiert könnte das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz zunehmend herbstlicher werden, oder aber spätsommerlich warm bleiben. Das mag auch die Schwankungen der letzten Stunden erklären.

Zum aktuellen Stand bildet sich der Hochdruckkeil zum 20. September nach Norden aus, das Tief über der Barentssee aber driftet rasch nach Osten ab, was den Hochdruckkeil nach Osten wegkippen lassen kann. Nachfolgend positioniert sich zum 23. September ein weiteres Hochdrucksystem über Mitteleuropa, was den spätsommerlichen Wettercharakter noch bis in den Oktober 2018 hineinführen kann.

Polarwirbelberechnung September

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Spätsommerlich warmer Wettercharakter in der letzten September-Dekade © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Das wird nicht einfach

Auch das europäische Wettermodell schwankt in seinen Wetterprognosen der letzten Stunden. Im Grunde aber bleibt die für die Jahreszeit zu warme Großwetterlage erhalten.

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Die über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu warmen Temperaturen werden vom europäischen Prognosemodell bis zum 22. September simuliert. Zum 20. September aber entsteht auf dem Atlantik ein weiteres - sehr kräftiges - Tiefdruckgebiet mit einem Kerndruck von unter 960 hPa. In Reaktion zieht das von den Azoren einen Hochdruckkeil nach Norden bis nach Island, welcher im weiteren Verlauf bis zum 24. September nach Osten wegkippt./p>

In Folge daraus fehlt der hohe Luftdruck über der Mittelmeerregion und Tiefdrucksysteme haben den Spielraum sich dort auszubilden. Gleichzeitig aber erstreckt sich von Neufundland bis weit über das östliche Skandinavien ein Hochdruckband, was die atlantische Frontalzone von Mitteleuropa fern hält. Diese Konstellation der Wettersysteme ist nicht alltäglich und hätte über Deutschland, Österreich und der Schweiz eine spätsommerlich warme, aber auch zunehmend unbeständige Großwetterlage zur Folge, wobei es hier sehr stark auf die Details ankommen mag.

Polarwirbelberechnung September

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Ein gestörtes Zirkulationsmuster © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Nur wenig deutet auf einen herbstlichen Wettercharakter hin

Der aktuelle Wettertrend der Kontrollläufe bestätigt im Zeitraum vom 16. bis 22. September mit einer Abweichung von 4 bis 8 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert die für die Jahreszeit zu warme Temperaturentwicklung. Ab dem 22. September nähert sich der Mittelwert so langsam seinem Durchschnittswert, bleibt aber im Verhältnis zum langjährigen Durchschnittswert als zu warm einzustufen.

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Zudem wird die Niederschlagsberechnung für das letzte September-Drittel von Tag zu Tag etwas abgeschwächt, was eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine hochdruckdominierte Großwetterlage bedeutet.

Herbstwetter?

Ist weiterhin möglich, doch schwinden dessen Wahrscheinlichkeiten. Schaut man etwas genauer auf den Wettertrend der Kontrollläufe, so wäre ein herbstlicher Wettercharakter frühestens ab dem 24. September möglich, welcher sich langsam von Norden nach Süden ausdehnen kann. Aber wie erwähnt, ist die Eintreffwahrscheinlichkeit einer zu kalten Wetterlage deutlich geringer einzustufen als eine normale bis zu warme.

Diagramm Temperaturen September 2018 vom 14.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

Dass der September 2018 deutlich zu warm ausfallen kann, daran besteht kaum mehr Zweifel. Kumuliert man die Werte, so könnte der September am Ende um 2 bis 3 Grad deutlich zu warm ausfallen. Rechnet man die Spitzenwerte mit dazu, so wäre auch der Rekord aus dem Jahre 2006 und 2016 mit einer Abweichung von +3,6 Grad in Gefahr. Aktuell hat der September eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von +3,5 Grad vorzuweisen.

Der Wettertrend des Langfristmodells berechnet den Oktober und den November mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad, bzw. +1 bis +2 Grad ebenfalls deutlich zu warm. Im Niederschlagsverhalten wird der Oktober etwas zu trocken mit normalisierender Tendenz zum November berechnet.

Winter 2018/19 zu warm?

Der Wettertrend für den Winter bleibt nach dem Langfristmodell seit Wochen stabil und die Abweichungen schwanken im Bereich von +1 bis +3 Grad über alle Wintermonate hinweg zu warm. Zudem soll die Wintersaison 2018/19 - zum aktuellen Stand - zu nass ausfallen können.

Diese Prognose bleibt aber noch in Frage zu stellen und es wird auch ganz stark davon abhängen, ob sich im Oktober und November das sog. Ausgleichsverhalten (mehr Regen, milde Temperaturen), oder die Erhaltungsneigung (Hochdruckdominanz, weniger Niederschlag, kühlere Temperaturen) durchsetzen kann. Denn es gibt auch andere Langfristmodelle, welche einen normalen Winter favorisieren, wie wir vor ein paar Tagen einmal beschrieben haben.

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +2 bis +4 Grad Trend: zu trocken
Oktober 2018 +0,5 bis +2 Grad Trend: etwas zu trocken
November 2018 +1 bis +2 Grad Trend: leicht zu trocken
Dezember 2018 +1 bis +2 Grad Trend: leicht zu nass
Januar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/19 vom 14.09.2018

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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