Kräftige Tiefdrucksysteme entstehen auf dem Atlantik und driften in Richtung Mitteleuropa. Doch von einem herbstlichen Wettercharakter ist zunächst nicht auszugehen.

Eine Luftmassengrenze sorgt über dem Norden für etwas Niederschlag und zurückgehende Temperaturen, während es über dem Süden heute nochmals sommerlich warm werden kann. Am Donnerstag erreicht die Luftmassengrenze auch den Süden und sorgt dort für eine erhöhte Neigung zu Schauern und Gewittern. Darüber hinaus wird der Wettercharakter wieder spätsommerlich warm und weitgehend trocken werden können. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2018.

Die Wirkung der Luftmassengrenze verpufft

Im Winter geht so eine Luftmassengrenze häufiger mit einer Schauerstaffel einher, welche mit kräftigen Wind die zuvor bestehende Großwetterlage ausräumen und nicht selten für eine länger andauernde Abkühlung sorgen kann. Das ist im Sommer und Spätsommer aber anders und vor allem bei der aktuellen Struktur der Großwetterlage, welche weitgehend südwestlich ausgerichtet ist.

Die Kaltluftzufuhr schwenkt quasi nur durch und nachfolgend setzt sich wieder hoher Luftdruck durch, was die Temperaturen wieder in den spätsommerlich warmen Bereich ansteigen lassen kann.

Das Wetter bleibt für den Herbst 2018 vorerst zu warm und auch zu trocken
Das Wetter bleibt für den Herbst 2018 vorerst zu warm und auch zu trocken

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Amerikanisches Prognosemodell: Showdown der Wettersysteme

Die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik ist nach der aktuellen Wetterprognose des amerikanischen Prognosemodells als sehr hoch zu bewerten und die atlantische Tiefdruckrinne positioniert sich im Zeitraum vom 16. bis 21. September zwischen Neufundland, Island und England. Zeitweilig kann der Kerndruck auf bis 960 hPa absinken. Da tut sich also was.

Im gleichen Zeitraum aber dehnt sich von der Mittelmeerregion ein Hochdruckgebiet nach Norden aus und beeinflusst weitgehend das Wetter über Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Hitzewelle im Herbst?

Zwischen den beiden Wettersystemen können nun sehr warme Luftmassen aus südlichen Richtungen nach Deutschland geführt werden, was die Temperaturen bspw. am 19. September auf +24 bis +29 Grad und örtlich über die +30 Grad Marke hinaus ansteigen lassen könnte.

Solche Temperaturen wären zum Start in das letzte September-Drittel gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 9 bis 14 Grad zu warm und es unterstreicht nochmals, welches Potential die kommende Großwetterlage hat.

Wetterumschwung

Im Zeitraum vom 20. bis 26. September zeigt das Anrennen der Tiefdrucksysteme Wirkung und nach der Prognose des amerikanischen Vorhersagemodells zieht sich das Hoch über Mitteleuropa nach Süden zurück. Den Tiefdrucksystemen ermöglicht das einen größeren Spielraum sich bis nach Skandinavien auszudehnen und das Wetter über Deutschland unbeständiger und auch kühler zu gestalten.

Polarwirbelberechnung September

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Ein Tief über Skandinavien könnte in der letzten September-Dekade für einen Wetterumschwung sorgen © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Kampf der Wettersysteme

Die Wettervorhersage des europäischen Wettermodells ist ähnlich. Die hohe Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik löst mit dem Hoch über Mitteleuropa eine entsprechende Gegenreaktion aus. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in den Zustrom sehr warmer Luftmassen, was die Temperaturen mit +22 bis +27 Grad und örtlich bis +30 Grad in den sommerlich warmen und örtlich auch hochsommerlich heißen Bereich ansteigen lassen kann - und das zum Beginn der letzten September-Dekade!

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Letztlich wird es aber auch hier darauf ankommen, wer sich durchzusetzen vermag. Sollte es das Hochdrucksystem sein, so wäre mit bis in den Oktober hinein mit einem spätsommerlich warmen und trockenen Wettercharakter zu rechnen. Ist es die atlantische Frontalzone, so könnte der Wettercharakter zunehmend herbstlicher werden können.

Polarwirbelberechnung September

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Die Tiefdrucksysteme wollen mit aller Gewalt nach Osten vorankommen © www.meteociel.fr

Kontrollläufe: Hitzige Septembertage

Die Kontrollläufe bestätigen die für die Jahreszeit viel zu warmen Temperaturen im Zeitraum vom 16. bis 21. September. Der Mittelwert liegt mit einer Abweichung von 4 bis 6 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert und da der September bislang um +3,5 Grad zu warm war, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass der September der 7. Monat in diesem Jahr ist, welcher deutlich zu warm ausfallen kann (darunter auch die Rekordtemperaturen aus dem April und Mai). Aktuell ist das Jahr 2018 bislang um rund +2,4 Grad zu warm.

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Wettertrend wird zunehmend herbstlich

Auch das stützen die Kontrollläufe seit ein paar Tagen. Das hohe Temperaturniveau aus der zweiten September-Dekade kann nicht gehalten werden und sinkt ab dem 20. September kontinuierlich auf einen zunächst Jahreszeit-typischen Wert ab und ab dem 24. September geht der Mittelwert in einem leicht zu kühlen Bereich über. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit wird ab dem 20. September über ganz Deutschland mäßig erhöht berechnet.

Diagramm Temperaturen September 2018 vom 12.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodelle: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

Geht es nach dem CFSv2 Langfristmodell, so gibt es für den Herbst und Winter warme Aussichten. Im Wettertrend wird der Herbst zum aktuellen Stand mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad deutlich zu warm und der Winter mit einer Differenz von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm berechnet.

In der Niederschlagsbilanz soll nach diesem Wettertrend der Herbst etwas zu trocken und der Winter 2018/19 etwas zu nass ausfallen können.

Wettertrend der NASA: kühlere Monate möglich

Betrachtet man das Langfristmodell der NASA, so soll nach diesem Wettertrend der Oktober leicht zu kühl, der November etwas zu warm, der Dezember deutlich zu kalt und der Januar und Februar deutlich zu warm ausfallen können.

Europäisches Prognosemodell: Normaler Winter 2018/19

Die Berechnungen des europäischen Vorhersagemodells zeigen gegenüber dem langjährigen Mittelwert einen etwas zu warmen September (Abweichung +0,25 bis +1,5 Grad), einen leicht zu warmen Oktober und November (Abweichung +0,25 bis +1 Grad) und von Dezember bis Februar einen durchweg normalen Temperaturverlauf für den Winter 2018/19.

Das zeigt, dass die Würfel für den Winter noch lange nicht gefallen sind. Doch zeichnet sich im Wettertrend eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine normale bis zu warme Wintersaison, als für einen deutlich zu kalten Winter ab.

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