Mit den ersten Herbststürmen der Saison stellt sich auch die Großwetterlage um. Doch wie nachhaltig ist die Umstellung und welche Auswirkungen kann das auf das Oktoberwetter haben?

Gleich zwei Tiefdrucksysteme sorgen am Freitag und Sonntag für einen windigen und stürmischen Wettercharakter. Vor allem am Freitag zeigt sich mit Durchgang einer markanten Wetterfront ein erhöhtes Potential für Unwetter. Am Sonntag ist es vielmehr eine Luftmassengrenze, welche warme Luftmassen über dem Süden von herbstlich frischen über dem Norden trennt. Zudem gibt es etwa nördlich der Mittelgebirge einiges an Niederschlag zu erwarten, stürmische Windböen inklusive. Anschließend sinken die Werte in ganz Deutschland auf einen herbstlichen Bereich ab. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September.

Sturm zum Sonntag wird etwas schwächer berechnet

Wie es zu erwarten war, rückt das amerikanische Wettermodell von seiner Variante mit orkanartigen Winden Sturm zum Sonntagabend und in der Nacht auf Montag ab. Die aktuellen Windgeschwindigkeiten werden mit 70 bis 90 km/h und über exponierten Lagen über dem Süden bis über 100 km/h simuliert. In tieferen Lagen ist mit Windgeschwindigkeiten von 30 bis 60 km/h zu rechnen.

Das europäische Prognosemodell berücksichtigt das Sturmtief am Sonntag ebenfalls und berechnet es gegenüber seinen vorherigen Varianten etwas kräftiger, was auch in tieferen Lagen zu stürmischen Windböen führen kann. Aber wie bereits mehrfach erwähnt handelt es sich hierbei um einen aktiv-dynamischen Vorgang, bei dem es in den kommenden Stunden noch zu Veränderungen kommen kann. Mehr dazu in der aktuellen Windprognose.

Die ersten Herbststürme sorgen für einen Wetterumschwung
Die ersten Herbststürme sorgen für einen Wetterumschwung

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Amerikanisches Prognosemodell: Eine ruhigere Wetterphase, dann herbstlicher

Das Anrennen der Tiefdrucksysteme zeigt also Wirkung und führt zu einem herbstlichen Wettercharakter. Doch damit nicht genug, denn nach der aktuellen Wettervorhersage des amerikanischen Prognosemodells bleibt die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik im Zeitraum vom 24. bis 30. September als hoch zu bewerten.

Somit gelingt es der atlantischen Frontalzone nicht, sich mit einem Zentraltief über Skandinavien zu positionieren. Stattdessen dreht sich die Tiefdruckaktivität im Schwerpunkt über Island ein. Das gibt dem Azorenhoch genügend Spielraum, sich bis über Mitteleuropa auszudehnen. In Folge daraus entsteht im Verbund der Wettersysteme eine Südwestwetterlage, was über Deutschland, Österreich und der Schweiz zu einem unbeständigen, aber mit +16 bis +23 Grad durchaus warmen Wettercharakter führen kann.

Der Oktober startet mit Herbstwetter

Doch das Hochdrucksystem rückt nach dieser Prognose zunehmend nach Westen und verlagert seinen Schwerpunkt zwischen Neufundland und Grönland. Das wiederum gibt den Tiefdrucksystem viel Raum und Zeit, sich nach Süden auszudehnen und Anfang Oktober für einen herbstlich kühlen Wettercharakter zu sorgen. Mit einer erhöhten Niederschlagsneigung wären bspw. am 3. Oktober Tageswerte von +8 bis +14 Grad möglich.

Berechnung Großwetterlage Oktober 2018

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Eine herbstlich kühle Wetterlage zum Oktober 2018 © www.meteociel.fr

Europäisches Prognosemodell: Wettertrend geht in Richtung Herbst

Das europäische Vorhersagemodell berechnete seit ein paar Tagen in seinen Vorhersagen eine Hochdruckposition westlich von Deutschland, der Schweiz und auch Österreich. Das wird heute erneut bestätigt.

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Der Hochdruckkern liegt am 25. September über England und zum 1. Oktober zwischen England und Island. Das gibt den Tiefdrucksystemen die Möglichkeit von Skandinavien aus über Deutschland nach Süden abzutropfen und dabei feuchte und auch kühlere Luftmassen nach Mitteleuropa zu führen. Bei einem unbeständigen Wettercharakter wären am 1. Oktober Tageswerte von +8 bis +14 Grad möglich.

Die Unsicherheit aber ist zum aktuellen Stand noch in der Hochdruckposition begründet. Liegt es nur wenige hundert Kilometer weiter östlich, so geht der Trog über dem östlichen Europa nieder und über Deutschland ist ein ruhiger und relativ warmer Wettercharakter möglich.

Berechnung Großwetterlage Oktober 2018

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Hochdrucksystem weicht nach Westen aus und ermöglicht über Mitteleuropa die Ausbildung eines Troges © www.meteociel.fr

Wettertrend Kontrollläufe: Herbstlich

Diesen Wettertrend verfolgen die Kontrollläufe für Anfang Oktober schon seit Tagen. Nach den deutlich zu warmen Temperaturen sorgt der Temperatursturz im Zeitraum vom 22. bis 25. September für die Jahreszeit zu kühle Temperaturen, welche im weiteren Verlauf sich normalisieren und Anfang Oktober wieder einen leicht zu kühlen Trend aufweisen. Die Simulation des amerikanischen Wettermodells ist aber nach den Kontrollläufen ein erneuter Ausreißer - dieses Mal in die zu kalte Richtung. Veränderungen sind weiterhin zu erwarten und eine herbstliche Variante zwar wahrscheinlich, aber noch keinesfalls gesichert.

Das Temperaturspektrum liegt am kältesten Tag, dem 25. September zwischen +9 bis +17 Grad (Mittelwert: +13 bis +14 Grad), am 1. Oktober zwischen +9 bis +23 Grad (Mittelwert: +15 bis +16 Grad) und am 5. Oktober zwischen +8 bis +23 Grad (Mittelwert: +13 bis +15 Grad). Zum Vergleich: heute beträgt der Mittelwert +24 bis +26 Grad. Ein großer Schritt in Richtung Herbst!

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Mehr Niederschlag

Aber vorerst in Etappen. Einiges an Niederschlag ist im Zeitraum vom 23. bis 25. September möglich. Anschließend ist vom 25. bis 30. September nur mit einer sehr schwachen Niederschlagswahrscheinlichkeit zu rechnen (Hochdrucksystem), geht aber Anfang Oktober in den gemäßigt hohen Bereich über (abrückendes Hochdrucksystem).

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 20.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Wettertrend Langfristmodelle: Ein herbstlich geprägter Oktober ist möglich

Waren die Monate von April bis einschließlich dem heutigen Tag durchweg viel zu warm, so sticht im Wettertrend des Langfristmodells immer wieder der Oktober 2018 mit einer normalen bis nur leicht zu warmen Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert hervor. So auch heute wieder mit einer Abweichung von -0,5 bis +1 Grad.

In der Niederschlagsprognose aber wird das Wetter im Oktober deutlich zu trocken berechnet. Das mag verwundern, schaut man sich aber Vorhersage für Europa an, so zeigt sich von Frankreich über Deutschland, Österreich und die Schweiz bis über das östliche Europa eine deutlich zu trockene Zone. Über dem südlichen und nördlichen Europa aber ist die Niederschlagsbewertung normal bis leicht erhöht eingestuft.

Das Spricht für ein Hochdruckzentrum über Mitteleuropa, welches Phasenweise auch nach Westen versetzt sein kann. Mit dem zunehmend tieferen Sonnenstand und den länger werdenden Nächten können die Temperaturen auf ein Jahreszeit typisches Niveau absinken. Mit anderen Worten zusammengefasst berechnet das Langfristmodell in seinem aktuellen Wettertrend eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen goldenen Oktober.

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