Schneeschauer mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen. Doch ob sich der Winter im Februar durchsetzen kann oder nicht, hängt von der Position eines Hochdrucksystems ab.

Das Sturmtief vom Wochenende zieht zum Start in die neue Woche nach Osten ab und führt auf seiner Rückseite kältere Luftmassen nach Deutschland. Bevor es aber soweit ist, steigen die Temperaturen auf +5 bis +10 Grad und örtlich auf bis +14 Grad an und man ist dem Frühling näher als dem Winter. Ab Montag dreht der Wind auf nordwestliche Richtungen und die Werte sinken über dem Nordwesten auf +6 Grad und über dem Süden auf +0 bis +3 Grad ab. Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer sind bis in tiefere Lagen möglich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose für das Wetter Februar 2019.

Schneeschauer sind bis in tiefere Lagen möglich
Schneeschauer sind bis in tiefere Lagen möglich

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Nasskalt bis winterlich

Der Grund für den nasskalten Start in die neue Woche ist die Kombination aus einem Hochdruckkeil zwischen England und Skandinavien und dem nach Süden abtropfenden Sturmtief. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen in eine meridionale Grundströmung, was kühlere Luftmassen aus nördlichen Richtungen nach Mitteleuropa führen kann. Entscheidend - ob der Winter sich noch einmal durchsetzen kann - ist das Verhalten des Hochdrucksystem. Ein vager Wettertrend der letzten Tage bestätigt sich heute und wird zunehmend wahrscheinlicher.

Hoch Nordeuropa

Beide Vorhersage-Modell stimmen mit ihren Berechnungen überein. Der Hochdruckkeil verlagert sich im Zeitraum vom 12. bis 14. Februar über Skandinavien und leitet eine östliche Grundströmung ein. Somit werden die atlantischen Tiefdrucksysteme vollständig blockiert und im Verbund mit einem Tiefdrucksystem über dem östlichen Mittelmeerraum werden kalte Luftmassen nach Deutschland geführt.

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Die Temperaturen nähern sich der Null-Grad-Grenze

Die Wettermodelle stimmen zwar in der Wetterentwicklung weitgehend überein, doch die Unterschiede zeigen sich in den Details. Das amerikanische Vorhersage-Modell lässt die Tageswerte bis zum 15. Februar über dem Süden auf -2 bis +2 Grad und über dem Norden auf +0 bis +4 Grad absinken.

Nach den Berechnungen des europäischen Vorhersage-Modells werden kältere Luftmassen advehiert, was die Werte bis zum 15. Februar über dem Süden auf -5 bis 0 Grad und über dem Norden auf -1 bis +2 Grad zurückgehen lassen kann.

Gemäßigt kalte Ostströmung mit winterlichen Ambitionen
Berechnung Großwetterlage nach dem europäischen Vorhersage-Modell: Gemäßigt kalte Ostströmung mit winterlichen Ambitionen © www.meteociel.fr

Das Hoch ist ein Unruhestifter

Je nach Standpunkt: Über Mittel- und Nordeuropa ist mit einem relativ ruhigen Wettercharakter zu rechnen. Doch das Hoch stichelt gegen den Polarwirbel und sucht Lücken um weiter Vorzustoßen. Gelingt das, so ist im Zeitraum nach dem 16. Februar mit größeren Turbulenzen in der Wetterentwicklung zu rechnen. Gelingt es nicht, so wird das Hoch im Bereich über Skandinavien verbleiben können.

Das Hoch stichelt gegen den Polarwirbel
Berechnung Großwetterlage nach Kontrolllauf: Das Hoch stichelt gegen den Polarwirbel © www.meteociel.fr

Wie stehen die Chancen auf Winterwetter?

Ab dem 10. Februar beginnt der spätwinterliche Zeitraum. In der Höhe von rund 1.500 Meter bedarf es Temperaturen von -10 Grad, um über dem Flachland für winterliche Temperaturverhältnisse zu sorgen. Das lässt sich weder aus den Kontrollläufen, noch aus den aktuellen Simulationen der Wettermodelle ablesen.

Ein nasskalter Wettercharakter ist in tieferen Lagen wahrscheinlicher als winterliche Wetterverhältnisse. Deutlicher zeigt sich das anhand des Temperaturspektrums der Kontrollläufe, welche am 15. Februar zwischen -6 und +10 Grad (Mittelwert: +5 Grad über dem Westen und Norden und +1 Grad über dem Süden und Osten) und am 20. Februar zwischen -5 und +10 Grad (Mittelwert: +0 bis +1 Grad über dem Süden und Osten und +4 Grad über dem Norden und Westen) liegen. Der Mittelwert liegt gegenüber dem langjährigen Mittelwert nur im leicht zu milden Bereich. Anders die Situation ab den mittleren Lagen (400 bis 800 Meter). Die Dauerfrostgrenze schwankt zwischen 500 und 700 Meter.

Diagramm Temperaturen Februar 2019 vom 07.02.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Und wie sieht es mit Schneefall aus?

Hochdrucksysteme sind bekannt für einen trockenen Wettercharakter. Sollte sich das Hoch tatsächlich über Skandinavien positionieren können, so wird es darauf ankommen, was das östlich, bzw. südöstlich gelegene Tiefdrucksystem macht.

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Erfahrungsgemäß kann das Tief über dem Osten und Süden von Deutschland für gelegentlichen Schneefall sorgen, was die aktuelle Schneeprognose bestätigt.
Anders die Situation, wenn der Kaltlufttropfen auf einer nördlicheren Zugbahn nach Mitteleuropa geführt werden kann. In diesem Fall wären verbreitet winterliche Wetterverhältnisse möglich. Häufiger aber bleibt es trocken und kühl bis kalt.

Strukturelle Veränderungen: 8 bis 14 Tage

Der massive Kaltluftvorstoß Anfang Februar bleibt nicht ohne Folgen für das Wetter über Mitteleuropa und die ersten Auswirkungen war die Milderung der letzten Tage und die zweite die Sturmfront vom kommenden Wochenende. Dieser Kaltluftvorstoß sorgte zudem für eine erhöhte Wellenbewegung entlang der Polarfront. Die Welle wandert von West nach Ost und 8 bis 14 Tage später erreicht diese Mitteleuropa - soweit die These der vergangen Tage. Der Zeitraum einer strukturellen Veränderung wäre also im Zeitraum vom 9. bis 15. Februar gegeben.

Schaut man sich die Druckanomalien bis zum 17. Februar an, so hat sich über Mitteleuropa wenig getan. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen größtenteils im Einflussbereich einer westlichen Grundströmung. Doch die strukturelle Veränderung zeigt sich im Polarwirbel. Die Hochdruckachse von Sibirien bis nach Alaska existiert nicht mehr und die zwei Tiefdrucksysteme gehen eine Verbindung ein. Damit kippt das Strömungsmuster der Kaltluftmassen innerhalb des Polarwirbels. Aktuell noch mit unbekannten Auswirkungen.

Druckanomalie bis 17. Februar
Druckanomalie bis 17. Februar - Westwindwetter über Deutschland - strukturelle Veränderungen im Polarwirbel © climatereanalyzer.org

Die nächste Aktualisierung erfolgt heute Abend gegen 20:00 Uhr an dieser Stelle.

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Update der Wetterprognose von 20:05 Uhr
Das kommende Sturmtief sorgt für einen turbulenten Ablauf von drei Wetterentwicklungen. Zum einen für ein am Wochenende erhöhtes Potential unwetterartiger Starkwindereignisse, welche mit einer kräftigen Milderung einhergehen. Im zweiten Punkt sorgt das Tief für ein aufstrebendes Hochdrucksystem auf dem Atlantik, was zum Start in die neue Woche die Temperaturwerte in einen nasskalten Bereich absinken lassen kann. Und im letzten Punkt tropft das Tief in Richtung der Mittelmeerregion ab, was die weitere Wetterentwicklung nachhaltig beeinflussen kann.

Amerikanisches Vorhersage-Modell: Gestörte Zirkulation
Das Tiefdrucksystem tropft bis zum 14. Februar über die östliche Mittelmeerregion ab, während das Hoch von Spanien über Frankreich und England bis nach Skandinavien aufkeilt. Deutschland liegt im gemäßigt kalten Sektor des Hochdrucksystems. Bis zum 15. Februar positioniert sich das Hoch über Skandinavien und verbleibt dort erst einmal bis zum 22. Februar. Nun baut sich aber der tiefe Luftdruck über der östlichen Mittelmeerregion ab und so liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz im gradientenschwachen Einflussbereich des Hochdrucksystems.

Bei Tageswerten von +5 bis +10 Grad wäre mit einem trockenen Wettercharakter zu rechnen. Je nach Nebelauflösung wäre auch viel Sonnenschein zu erwarten. In den Nächten ist Frost von -4 bis 0 Grad möglich. Ein Wettercharakter, der so vor sich "hin dümpelt".

Das Hoch dümpelt vor sich hin. Für Abwechslung könnten die eingelagerten Höhentiefs sorgen
Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Prognose-Modell: Das Hoch dümpelt vor sich hin. Für Abwechslung könnten die eingelagerten Höhentiefs sorgen © www.meteociel.fr


Europäisches Prognose-Modell mit Kaltlufttropfen - Es fehlt aber an Substanz
Das europäische Prognose-Modell simuliert ebenfalls bis zum 14. Februar das Hochdrucksystem über Skandinavien. Doch im Unterschied zum amerikanischen Wettermodell wird an dessen südlichen Gradienten ein Kaltlufttropfen nach Deutschland geführt. Doch viel an kalter Luftmasse ist auch hier nicht zu erkennen. Das Skandinavienhoch blockiert so ziemlich alles an Wetterentwicklungen.

Skandinavienhoch mit Kaltlufttropfen
Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Skandinavienhoch mit Kaltlufttropfen © www.meteociel.fr


Zweites Februar-Drittel hochdruckdominiert?
Geht es nach den Kontrollläufen und deren Niederschlagsprognose, so zeigt sich im Zeitraum vom 11. bis 18. Februar eine schwache Niederschlagsneigung. Das spricht für das Hochdrucksystem. Schaut man sich das dazugehörige Temperaturspektrum an, so schwankt dieses mit seinem Mittelwert von +1 bis +3 Grad über dem Süden und Osten und bis +6 Grad über dem Norden und Westen in einem für die Jahreszeit etwas zu milden Bereich. Anders formuliert sind die Kontrollläufe im Tagesverlauf etwas milder geworden.

Der Trend aber zu einem Skandinavienhoch hat sich in den letzten Stunden gefestigt. Auch was die nasskalten Temperaturwerte angeht, ist diese Wetterentwicklung in der zweiten Februar-Dekade eine sehr wahrscheinliche Option geworden. Abzuwarten bleibt aber die tatsächliche Positionierung des Hochdrucksystems, denn diese ist maßgeblich für die Temperaturentwicklung verantwortlich.

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