Die Temperaturen werden kälter und die Niederschlagsneigung nimmt zu. Doch geht der Wettertrend in Richtung frühwinterliche oder herbstliche Wetterverhältnisse? Heute wieder mit Ausblick auf die unterschiedlichen Langfristprognosen

Tiefdruckausläufer nähern sich bis zum kommenden Wochenende und sorgen zeitweilig für starke bis wechselnde Bewölkung, häufiger aber kommt die Sonne zum Vorschein. Was fehlt ist der weiterhin dringend benötigte Landregen. Zwar sind Niederschläge möglich, doch beschränken diese sich meist Regional und sind von schwacher Natur. Der Wind dreht auf nördliche Richtungen und lässt die Werte Tag für Tag etwas zurück gehen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Oktober 2018.

Wie wird das Wetter Ende Oktober?

Berechtigte Frage, denn schließlich stehen in Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg und Bayern die Herbstferien bevor. Bleibt das Wetter für die Jahreszeit zu warm, oder schlägt nun der Herbst zu? Und wie stehen die Chancen auf die ersten Schneeflocken - schließlich berechneten einige Wettermodelle dieses mögliche Szenario in den letzten Tagen.

Nasskaltes Herbstwetter Ende Oktober, Anfang November 2018?
Nasskaltes Herbstwetter Ende Oktober, Anfang November 2018?

Amerikanisches Prognose-Modell: Die kühle Seite des Herbstes

Seit Tagen berechnet das amerikanische Prognose-Modell in seiner Vorhersage einen markanten Wetterumschwung im Verlauf der letzten Oktober-Dekade. Damit die nachhaltige Veränderung der Großwetterlage aber gelingt, muss auch das Hochdrucksystem mitspielen. In der heutigen Wetterprognose tut es das auch.

Die erste Veränderung liegt in der Position der Hochdrucksysteme. Aktuell noch über dem östlichen Europa verlagert sich der Schwerpunkt zum 22. Oktober zwischen Island, England und den Azoren und ist somit westlich von Europa. Gleichzeitig wird der Weg für die atlantische Frontalzone in Richtung Skandinavien frei und im Verbund der beiden Wettersysteme können zum 22. Oktober kühle und feuchte Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden.

Hoch- oder Tiefdruckdominanz!?

In diesem Umstellungsprozess wird es entscheidend sein, ob das Hochdrucksystem sich nach Osten - über Mitteleuropa - wegdrücken lässt, oder ob es auf dem Atlantik verbleiben kann. In der ersten Variante könnte das Wetter wieder wärmer und auch trockener werden, in der zweiten Variante aber festigt sich eine nördliche und damit kühle Grundströmung.

Herbstwetter

Das amerikanische Vorhersage-Modell berechnet im zeitlichen Ablauf beide Varianten. Im Zeitraum vom 24. bis 25. Oktober rückt das Hochdrucksystem über Mitteleuropa vor und sorgt kurzzeitig nochmals für einen trockenen und wärmeren Wettercharakter. Über Skandinavien aber formiert sich ein kräftiges Tiefdrucksystem, welches im Zeitraum darüber hinaus eine zentrale Rolle für die Wetterentwicklung über Deutschland, Österreich und der Schweiz übernehmen kann.

Mehr Niederschlag, kühlere Temperaturen und Schnee Ende Oktober?

Das Hochdruckgebiet hat dem nichts entgegenzusetzen und weicht zum 26. Oktober nach Westen aus. Die Tiefdrucksysteme tropfen nach Süden ab und initialisieren somit eine meridional verlaufende Trogwetterlage. Mit Hilfe der nördlichen Grundströmung gelangen vom 27. Oktober bis 1. November in Etappen kalte Luftmassen polaren Ursprungs nach Deutschland.

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Wie kalt kann es werden

Nach dieser Prognose sinken die Werte zum 24. Oktober auf +9 bis +15 Grad ab und entsprechen dem langjährigen Durchschnittswert - sind also normal. Der stramme Nordwestwind aber sorgt bis zum 1. November für einen Temperaturrückgang auf +4 bis +9 Grad. Mit entsprechender Niederschlagsaktivität wären bis auf mittlere Lagen herab auch Schnee- und Graupelschauer nicht auszuschließen. Der nasskalte Herbst lässt grüßen.

Eine Trogwetterlage Ende Oktober, Anfang November bleibt eine wahrscheinliche Wetterentwicklung

Berechnung der Großwetterlage nach dem amerikanischen Vorhersage-Modell: Eine Trogwetterlage Ende Oktober, Anfang November bleibt eine wahrscheinliche Wetterentwicklung © www.meteociel.fr

Europäisches Vorhersage-Modell: Da kommt Bewegung ins Spiel

Gleich vorweg: Freunde der warmen Herbsttemperaturen sollten die kommenden Tage genießen. Denn auch das europäische Prognose-Modell folgt mit seiner Wettervorhersage einem zunehmend herbstlich werdenden Wettercharakter.

Die entscheidende Rolle spielt auch nach dieser Vorhersage das zentrale Tiefdrucksystem über Skandinavien, welches zum 25./26. Oktober den Trog in Richtung Mitteleuropa initialisieren könnte.

So wären bei Tageswerten um die +10 Grad herum zwar Schnee- und Graupelschauer weniger wahrscheinlich, doch die Struktur der Großwetterlage zeigt, dass dies im Zeitraum bis November 2018 nicht auszuschließen ist. Anders formuliert: Das Wetter passt sich einem typischen Herbst weiter an.

Auch nach dieser Vorhersage zeichnet sich ein Trog Ende Oktober, Anfang November über Mitteleuropa ab

Berechnung der Großwetterlage nach dem europäischen Prognose-Modell: Auch nach dieser Vorhersage zeichnet sich ein Trog Ende Oktober, Anfang November über Mitteleuropa ab © www.meteociel.fr

Wettertrend: Schneefall möglich, oder doch warmes Hochdruckwetter?

Ein gesundes Maß an Skepsis ist noch angebracht! Warum? Die Erfahrung zeigt, dass es vieler begünstigter Faktoren bedarf, damit ein möglicher Trog direkt über Deutschland, der Schweiz und Österreich niedergehen kann. Viel häufiger aber kommt es vor, dass der Trog über das östliche Europa abgelenkt wird und das Hochdrucksystem nachfolgend Position über Mitteleuropa bezieht. Das könnte für die Wetterentwicklung Anfang November 2018 noch eine spannende Angelegenheit werden.

Kontrollläufe: Schneeschauer wahrscheinlicher als zu warme Temperaturen

Der Wettertrend der Kontrollläufe aber gibt eine ganz klare Richtung vor. Ab dem 22. Oktober ist Schluss mit zu warmen Temperaturen. Vom 23. Oktober bis 1. November sinkt der Mittelwert des Temperaturspektrums von +10 Grad auf +7 Grad ab. Das ist im Verhältnis zum langjährigen Mittelwert um 2 bis 4 Grad zu kalt. Der Mittelwert in rund 1.500 Meter Höhe liegt Anfang November zwischen -1 bis -2 Grad, somit wären unter bestimmten Voraussetzungen auch Schnee- und Graupelschauer bis auf mittlere Lagen herab möglich.

Niederschlagswahrscheinlichkeit erhöht

Apropos Niederschlag - viele Anfragen erreichen uns die Tage mit immer der gleichen Frage: Wann kommt Regen?. Nach den Kontrollläufen lässt sich die Frage mit dem 23. Oktober beantworten. Ab diesem Datum ist mit vermehrten Niederschlägen zu rechnen - über dem Norden und Osten mehr, als über dem Süden und Westen. Auch das spricht für eine Hochdruckposition westlich von Europa mit abtropfenden Tiefdrucksystemen über Mitteleuropa.

Diagramm Temperaturen Oktober 2018 vom 16.10.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Oktober 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

Doch selbst wenn die letzten Oktober-Tage deutlich zu kalt ausfallen sollten, wird das voraussichtlich nichts daran ändern, dass der Oktober 2018 der achte Monat in diesem Jahr werden kann, welcher z.T. deutlich zu warm und zu trocken ausfällt. Aktuell hat der Oktober eine Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert von rund +3,8 Grad. Würde die Abkühlung nicht kommen, so wäre der Rekord mit einer Abweichung von +3,48 Grad aus dem Jahre 2001 in ernsthafter Gefahr. So ist es aber wahrscheinlicher, dass der Oktober 2018 mit einer Abweichung am Ende von +1,5 Grad lediglich zu warm ausfällt. Hinsichtlich seines Niederschlagssolls hat der Oktober bislang erst 12 Prozent seines Solls erfüllt. Das könnte sich zwar in der letzten Oktober-Dekade noch verändern, doch wahrscheinlicher ist, dass der Oktober zu trocken ausfallen wird.

Geht es nach dem Wettertrend des Langfristmodells, so soll der November mit einer Abweichung von +0,5 bis +2 Grad zu warm und in der Niederschlagstendenz etwas zu trocken ausfallen können. Zusammen mit dem zu warmen September und Oktober wäre nach dieser Interpretation dann ein deutlich zu warmer Herbst 2018 möglich. Hinsichtlich des Novembers sind sich aber keineswegs alle Langfristmodelle einer Meinung, wie wir bereits in unserer gestrigen Wetterprognose November 2018 erläutert haben.

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Winterprognose 2018/19: Winter zu warm?

Zeit mal wieder einen Blick auf die Winterprognose der unterschiedlichen Langfristmodelle zu werfen

  • Das CFSv2 Prognosemodell berechnet die Wintersaison mit einem um +1 bis +2 Grad zu warmen Dezember, +1 bis +3 Grad zu warmen Januar und +1 bis +2 Grad zu warmen Februar 2019 durchweg zu warm - und zwar deutlich zu warm. Winterliche Kältephasen haben da keine großartigen Chancen sich durchzusetzen. Hinsichtlich der Niederschlagserwartung zeigt sich der Dezember noch normal bis etwas zu trocken, der Januar und Februar aber zu nass.
  • Eine andere Interpretation über das Winterwetter zeigt die Langfristprognose der NASA. Der Dezember 2018 könnte mit einer Abweichung von +0,5 bis -1 Grad normal und im Trend sogar zu kalt ausfallen, was die Möglichkeiten von weiße Weihnachten 2018 offen hält. Der Januar wird mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad aber ähnlich warm simuliert. Der Februar hat mit einer Differenz von -0,5 bis +1 Grad dann eine normale bis zu milde Tendenz.
  • Geht es nach dem Wettertrend des europäischen Langfristmodells, so wird der Dezember mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad weitgehend normal simuliert. Der Januar hat eine Abweichung von -0,5 bis +1 Grad im normalen bis leicht zu milden und der Februar mit +0,5 bis +1,5 Grad im zu warmen Bereich.
  • Das Winterprognose des Deutschen Wetterdienstes simuliert den Winter 18/19 über Deutschland mit einer Abweichung von -0,5 bis +0,5 Grad normal und im Niederschlagstrend normal bis leicht zu nass.

Zusammenfassung

Ein durchweg zu warmen Winter 2018/19 berechnet nur ein Langfristmodell. Andere haben mindestens einen Wintermonat berücksichtigt, welcher normal bis zu kalt ausfallen kann. Der Trend aber geht bei allen Langzeitprognosen in eine etwas zu warme Temperaturentwicklung. Unsere Einschätzung ändert sich dadurch nicht. Die Wintersaison wird ihre Kälte- und Schneephasen haben können, doch letzten Endes schätzen wird das Winterwetter etwas zu warm ein, was hinsichtlich des Klimawandels und dessen Auswirkung auf den Winter auch keine sonderlich gewagte These ist.

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