Schon mit Ende des letzten Winters hatten wir verkündet, dass der Winter 2017/18 anders verlaufen wird. Das tat er auch. Vor allem der Dezember brachte zu den Adventswochenendenden immer wieder Schneefall bis in tiefere Lagen, bevor zum letzten Adventswochenende - und damit auch an Weihnachten - das Weihnachtstauwetter einsetzte. Der Dezember war im Schnitt am Ende gegenüber seinem langjährigen Mittelwert um +1,8 Grad zu warm (Dezember 2016: +1,3 Grad).
Der Wetterumschwung Ende Dezember war so markant, dass der Januar 2018 größtenteils von einem sehr milden Wettercharakter betroffen war und so fiel die Abweichung der Temperaturen mit +4,3 Grad viel zu warm aus (Januar 2017: -1,8 Grad). Im Februar 2018 erfolgt dann der nächste markante Wetterumschwung. Aus einen zu nassen und dunklen Wettercharakter wurde ein sonniger, trockener und auch kalter Wettercharakter. Letztlich war das Wetter im Februar 2018 gegenüber dem Mittelwert etwa um -2,1 Grad zu kalt (Februar 2017: +2,6 Grad).

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Der Winter 2017/18 war zu warm

Im Durchschnitt betragen die Temperaturen über die Wintermonate über Deutschland +0,2 Grad. In der Wintersaison 2017/18 betrug die durchschnittliche Temperatur +1,6 Grad und war gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 etwa um +1,4 Grad zu warm und gegenüber der Referenzperiode von 1981 bis 2010 betrug die Abweichung noch +0,7 Grad. Das war somit der fünfte zu warme Winter in Folge - daran konnte auch die eisige Kälte im Februar nichts mehr ändern. Interessant ist, dass die letzten 20 Winter im Schnitt etwa um +1 Grad zu warm waren. Daran knüpft die Wintersaison 2017/18 nahtlos an.

Durchwachsender Winter, oft grau, trüb, zu nass und zu warm - Der Februar verhielt sich aber komplett anders
Durchwachsender Winter, oft grau, trüb, zu nass und zu warm - Der Februar verhielt sich aber komplett anders

Die höchsten und tiefsten Temperaturwerte im Winter 2017/18

Der Dezember 2017 und Januar 2018 waren von Tiefdrucksystemen dominiert, was häufig zu starker Bewölkung führte. Somit waren klare Nächte und eisig kalte Temperaturen nur selten möglich. In der Nähe von Duisburg konnte in den ersten zwei Wintermonaten die Temperatur nur vier Mal unter den Gefrierpunkt absinken.
Der höchste Wert wurde am 3. Januar 2018 mit +16,2 Grad über Rheinfelden am Hochrhein gemessen. Anders die Situation im Februar - der war hochdruckdominiert und so konnten die Tage und vor allem die Nächte mehr und mehr auskühlen. Die kälteste Nacht wurde am 14. Februar 2018 mit -20,3 Grad über Oberstdorf registriert. Bedingt durch ein sog. Major-Warming in Stratosphärenhöhe kam es Ende Februar zu einem bemerkenswerten Kaltluftzustrom aus nördlichen Richtungen, was in einigen Regionen zu Dauerfrost von unter -10 Grad führte. Das daraus resultierende gestörte Zirkulationsmuster wird auch noch das Wetter im Frühling 2018 beeinflussen können.

Der Winter 2017/18 war zu nass

Vor allem der Dezember und Januar waren deutlich zu nass, während der Februar deutlich zu trocken war. Unterm Strich aber übertraf der Winter mit 195 l/m² sein Soll von 181 l/m². Den meisten Niederschlag gab es mit 920 l/m² über dem Schwarzwald. Zum Vergleich: das ist in manchen Regionen die Niederschlagmenge des gesamten Jahres.
Deutlich weniger Niederschlag gab es mit nur 65 l/m² vom Harzvorland bis über das Thüringer Becken. Vor allem im Dezember und Februar gab es häufiger auch Schneefall bis in tiefere Lagen, aber sehr zum Leidwesen der Winterfreunde blieb der Schnee meist nicht lange liegen.

Sturmereignisse im Winter

Stürmisch war der Winter 2017/18 am 3. und 18. Januar, teils wurden auch orkanartige Windböen registriert.

Unterschiedliche Verteilung des Sonnenscheins

Über dem Süden von Deutschland kam die Sonne häufiger zum Vorschein als über dem Norden. Waren der Dezember und der Januar noch recht trüb, so sorgte der Februar letztlich für eine insgesamt positive Sonnenscheinbilanz des Winters. Im Schnitt brachten es die Wintermonate auf 170 Stunden Sonnenschein, das sind 16 Stunden mehr als das Soll vorgibt. Den meisten Sonnenschein gab es mit 230 Stunden über dem südlichen Brandenburg. Mit teils nur 100 Sonnenstunden mussten die Gebiete rund um den Thüringer Wald und dem Harz auskommen. Den gesamten Rückblick auf das Wetter im Winter 2017/18 können Sie beim DWD nachlesen.

Diagramm - So war das Wetter im Winter 2017/18

Diagramm - So war das Wetter im Winter 2017/18

Unser Tipp für das Wetter im Winter 2018/2019?
Auch der Winter 2018/2019 wird anders ausfallen. Unserer Meinung nach stehen die Vorzeichen zunehmend günstiger, dass es auch wieder längere Kaltphasen geben kann. Ein normaler Winter sollte wahrscheinlicher sein, als ein sechster zu warmer Winter (>+0,5 Grad) in Folge. Warum? Seit dem Sommer 2017 konnte man häufiger beobachten, dass sich meridionale Großwetterlagen immer wieder einmal für längere Zeit haben durchsetzen können. Zudem nähert sich der die Sonnenaktivität so langsam ihrem zyklischen Minimum. Man wird sehen, wie der Winter 2018/19 tatsächlich wird … ab dem Herbst 2018 berichten wir darüber.

Bis dahin setzen wir in der Rubrik Wetter Frühling und Sommer 2018 unsere Langfristprognosen weiter fort.

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