Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 14.01.2021 - Die Kälte kommt, die Wärme aber auch

Welche Richtung schlägt der Winter bis Februar ein?
Welche Richtung schlägt der Winter bis Februar ein?

Chaotisches Winterwetter über dem Süden und Südwesten von Deutschland, dazu Frostverschärfung zum Wochenende. Der Winter hat Deutschland fest in Griff, doch bleibt das so?

Reichlich Neuschnee hat es mit der aktuellen Grenzwetterlage über dem Südwesten gegeben. Teils mit chaotischen Straßenzuständen. Im weiteren Verlauf wird es nun kälter und zum Wochenende stellen sich mit Dauerfrost verbreitet ein paar Wintertage ein (Eistage).

Noch etwas Schnee

Die Niederschlagsneigung nimmt zwar am Freitag und Samstag ab, doch zum Sonntag erreicht ein kleines Schneefallgebiet Deutschland und wird westlich der Linie von Bremen und Leipzig für etwas Schneefall sorgen können, der über dem Westen allmählich in Regen übergehen kann. Bis zum Dienstag setzt sich ein leichte Milderung durch, was die Tageswerte über der Nordhälfte auf +1 bis +5 Grad und über dem Süden auf -2 bis +2 Grad ansteigen lassen kann. Die Niederschlagsneigung ist am Montag und Dienstag als gering einzustufen. Mehr dazu: Wetter Januar 2021.

Nach dem Wochenende wird es etwas milder
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Nach dem Wochenende wird es etwas milder
© www.meteociel.fr

Wie macht der Winter weiter?

Die Wetterprognose bis in den Februar hinein hat auch heute Abend noch ihre Gültigkeit. Bedingt durch den Arctic Outbreak gelangen Deutschland, Österreich und die Schweiz im Zeitraum vom 19. bis 24. Januar auf die milde Südwestanströmung der Tiefdrucksysteme.

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Turbulentes und chaotisches Wetter

Die Tiefdrucksysteme aber werden zwischen England und Skandinavien blockiert verhalten sich quasistationär, was über Deutschland zu chaotischen Wetterverhältnissen führen kann. Von Dauerregen mit Starkwindereignissen, kräftigem Tauwetter bis auf die höheren mittleren Lagen und örtlichen Überflutungen ist alles dabei und möglich. Die Temperaturen sind über dem Norden mit +2 bis +6 Grad milder als über dem Süden und Osten mit +0 bis +4 Grad. Die Schneefallgrenze schwankt stark und bewegt sich zwischen 500 und 800 Meter. Man kann das Ganze auch als nasskaltes Schmuddelwetter bezeichnen.

Nasskaltes, windiges und unbeständiges Wetter
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: nasskaltes, windiges und unbeständiges Wetter
© www.meteociel.fr

Und dann - Winterwetter?

Das wird wohl stark davon abhängen, auf welcher Höhe man wohnt. Die Kontrollläufe sind da klar strukturiert und weisen im Zeitraum vom 22. bis 30. Januar eine Temperatur in 1.400 Meter von -3 bis -8 Grad aus. Ab -3 Grad beginnt es oberhalb etwa 700 Meter zu schneien und ab -7 Grad kann sich im Flachland eine Schneedecke ausbilden. Der Winter ist nicht weit weg und die Milderung scheint sich nur bis zum 22. Januar durchsetzen zu können. Nachhaltig ist diese - zumindest zum aktuellen Stand - nicht. Doch woran liegt das?

Polarwirbelsplit

Das Major-Warming vom 4. Januar hat und wird noch ganze Arbeit leisten. Das Minimum wird für den 15./16. Januar simuliert. Stärkere Beeinträchtigungen des Polarwirbels sind bis zum 23. Januar zu erwarten. Interessant ist, dass die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells immer wieder einen Polarwirbelsplit mit einem für den Winter über Deutschland günstigen Achsverlauf berechnet.

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In diesem Fall verläuft die Achse zwischen den Aleuten, Kanada, Grönland bis auf die Azoren hinunter. Infolgedessen kommt es innerhalb des Polarwirbels zur sog. Dipolbildung und damit zum Polarwirbelsplit. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen - in der Theorie - auf der für den Winter günstigen Seite des Trogabganges. Schließt sich die Lücke auf dem Atlantik aber nicht, so wird die atlantische Frontalzone aktiv und über kurz oder lang eine gut funktionierende Tiefdruckrinne etablieren können. Winterfreunde sollten also darauf achten, dass das Azorenhoch den Sack auf dem Atlantik zumacht.

Polarwirbelsplit mit einer für den Winter günstigen Hochdruckachse
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: möglicher Polarwirbelsplit mit einer für den Winter günstigen Hochdruckachse
© www.meteociel.fr

Was gegen den Winter spricht

Schaut man sich den Mittelwert der Kontrollläufe genauer an, so handelt es sich nur um eine schwache Ausprägung der Hochdruckachse nach Süden in Richtung der Azoren. Stärker hingegen ist das Polarhoch im Bereich zwischen Alaska/Kanada und Sibirien. Blickt man etwas weiter in die Zukunft, so sieht man im Mittelwert der Kontrollläufe eine wenig winterliche Wetterentwicklung. Das Hoch verstärkt sich weiter, während der Hochdruckkeil auf dem Atlantik seine Verbindung in Richtung der Azoren verliert. Das ist sozusagen der Kipppunkt des Winters. Kommt die Hochdruckverbindung zwischen Sibirien und Kanada zustande, war es das erst einmal mit dem Winter über Mitteleuropa.

Warum? Kalte Luftmassen werden innerhalb des Polarwirbels nach Kanada transferiert, tropfen über dem östlichen Kanada nach Süden aus und entfachen bei Neufundland ein Tiefdruckfeuerwerk, das im weiteren Verlauf nach Mitteleuropa zieht und entweder ein Hoch vor sich herschiebt oder die Tiefdrucksysteme hinwegführt. So oder so hätte der Winter keine Chance mehr.

Kommt die Hochdruckzone zwischen Sibirien und Kanada zustande, hat der Winter kaum mehr Chancen
Wetterprognose nach dem Mittelwert aller Kontrollläufe: Kommt die Hochdruckzone zwischen Sibirien und Kanada zustande, hat der Winter kaum mehr Chancen
© www.meteociel.fr

Hochdruckachse zwischen Sibirien und Kanada

Noch deutlicher wird die unwinterliche Hochdruckachse in den Druckanomalien berechnet. Und wer es noch nicht kennt, dem sei die Lektüre vom warmen Winter und woran man diese frühzeitig erkennt nahegelegt. Die aktuellen Wetterkarten entsprechen fast exakt diesem Muster.

Die Hochdruckachse wird in den Druckanomalien deutlicher hervorgehoben
Die Druckanomalien bis zum 23. Januar: Die Hochdruckachse wird deutlicher hervorgehoben
© www.climatereanalyzer.org

Das amerikanische Wettermodell hält dagegen

Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells fällt gerne einmal dadurch auf, dass der Hauptlauf eine Außenseiterrolle einnimmt, wie es heute Abend wieder der Fall ist. Die Hochdruckverbindung kommt zwischen den Aleuten, Grönland und den Azoren zustande. Der Polarwirbelsplit kommt und Deutschland gelangt ab dem 23. Januar auf die kühle Seite des Troges. Tageswerte von -2 bis +2 Grad wären in diesem Fall bei einer mäßig erhöhten Niederschlagsentwicklung zu erwarten.

Polarwirbelsplit entgegengesetzt dem Trend der Kontrollläufe
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Polarwirbelsplit entgegengesetzt dem Trend der Kontrollläufe
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Auf den Punkt gebracht: Kalt gegen warm, warm gegen kalt

Die Hochdruckachse innerhalb des Polarwirbels von Kanada und Sibirien ist möglich, zum aktuellen Stand aber nicht gesichert. Der 23. Januar kann aber als richtungsweisend für den weiteren Winterverlauf angesehen werden.

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Kontrollläufe etwas zu kühl

Vom 21./22. Januar an sind die Kontrollläufe von heute Abend im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 und 1990 leicht zu kühl einzustufen. Damit aber wird die nasskalte Temperaturentwicklung mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen gestützt. Der Flachlandwinter ist zwar möglich, doch wenig wahrscheinlich. Wie knapp das Ganze dann aber für den Winter sein kann und welcher Spielraum noch möglich ist, zeigt weiterhin die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells. Letztlich läuft alles auf die Hochdruckachse auf dem Atlantik hinaus.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
20. Januar +1 bis
+12 Grad
+3 Grad bis
+8 Grad
24. Januar -6 bis
+9 Grad
+0 bis
+3 Grad
29. Januar -14 bis
+11 Grad
-1 bis
+1 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2021 von zu kalt, normal, zu warm

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,3 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +1,0 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,6 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,8 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +10,4 +2,2 +1,5 710 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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