Wetter Winter 2018/2019 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Herbst und Winter 2018/19 aktuelle Wetterprognose vom 11.09.2018: Hitzewelle im September?

Die Wettersysteme gewinnen an Dynamik, doch statt einem herbstlichen Wettercharakter könnte im September eine Hitzewelle bevorstehen.

Eine Tiefdruckwelle drückt in den kommenden Stunden das Hochdrucksystem über Deutschland weiter nach Süden und führt aus nördlichen Richtungen deutlich kühlere Luftmassen nach Deutschland. Niederschläge sind möglich, konzentrieren sich im Schwerpunkt aber auch die Küstenregionen und das südliche Baden-Württemberg und Bayern. Nachfolgend aber gelingt es dem Hochdruckgebiet sich wieder nach Norden auszudehnen und das Wetter am kommenden Wochenende wieder über Deutschland mit spätsommerlich warmen Temperaturen zu beeinflussen. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter September 2018.

Interessante Luftmassengrenze

Die Wetterwoche hat einiges zu bieten. Stürmische Windereignisse über dem Norden mit nachfolgend frühherbstlichen Temperaturen. Im Gegensatz dazu können die Werte über dem Süden auf sommerliche bis teils hochsommerliche Werte von +25 bis +30 Grad ansteigen. Septemberwetter paradox - vor allem hinsichtlich der viel zu warmen Werte über dem Süden. Die Luftmassengrenze schwenkt aber nicht mit voller Wucht durch, wie das im Winter häufiger der Fall ist, sondern bremst etwa ab den Mittelgebirgen ab und lässt die Werte über dem Süden nur langsam zurückgehen, bevor diese am Wochenende wieder ansteigen können.

Verantwortlich für den Schwall kühlerer Luftmassen ist eine Tiefdrucksystem, welches bis zum Sonntag weit östlich zieht und Russland erreichen kann. In der Theorie - könnte - nun eine klassische Rückseitenströmung einsetzen und einen herbstlichen Wettercharakter herbeiführen, doch das Tiefdruckzentrum verlagert sich über die Barentssee zu weit nach Nordosten, so dass dem Hochdrucksystem über der Mittelmeerregion mehr Raum und Zeit bleibt, sich nach Norden auszudehnen.

Etwas Niederschlag ist in den kommenden Tagen möglich
Etwas Niederschlag ist in den kommenden Tagen möglich

Amerikanisches Prognosemodell: Eine herbstliche Hitzewelle?

Keine Frage, die atlantischen Tiefdrucksysteme erhöhen nach der aktuellen Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells die Schlagzahl. Die Tiefdruckproduktion bei Neufundland ist in vollem Gang und schiebt ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen in Richtung Mitteleuropa.

Das Problem aber ist, dass nach dieser Prognose eine Hochdruckblockade ein durchgreifen der Tiefdrucksysteme auf Deutschland, Österreich und die Schweiz verhindert. Da prallen also zwei gut strukturierte Wettersysteme aufeinander.

Und wann immer das der Fall ist und keines dieser Wettersysteme weichen möchte, kommt es zu einem meridionalen Strömungsmuster. Im Fall der Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells geschieht das in Form einer kräftigen Südanströmung der Luftmassen, was die Temperaturen bspw. am 19. September auf +27 bis +34 Grad in den hochsommerlichen Bereich ansteigen lassen könnte. Das wäre im Vergleich zum langjährigen Mittelwert um etwa 10 bis 14 Grad zu warme Temperaturen.

Temperaturrekord?

Da stellt sich doch gleich die Frage, wie waren denn die wärmsten Temperaturen in einem September? Der heißeste September-Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen aus dem Jahre 1881 war am 3. September 1911 mit +36,5 Grad in Jena registriert worden. Rein in der Theorie wäre es möglich, diesen Rekord einzustellen. Doch neigt das amerikanische Wettermodell gerne auch zu Übertreibungen, so dass man die kommenden Prognosen noch abwarten muss.

Polarwirbelberechnung September

Berechnung Polarwirbel nach dem amerikanischen Vorhersagemodell: Ein Hochdrucksystem bleibt in der Nähe von Mitteleuropa - Herbstwetter rückt somit in weite Ferne © www.meteociel.fr

Europäisches Wettermodell: Die Tiefdrucksysteme würden ja gerne…

Aber sie übertreiben es mal wieder. Auch in der Wetterprognose des europäischen Wettermodells ist die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik als hoch und dynamisch zu bewerten. Das Zentrum der Tiefdruckaktivität dreht sich zwischen Neufundland und Island.

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Angeregt durch diese Tiefdruckaktivität wird aber das Hochdrucksystem und dehnt sich nach dem 16. September von der Mittelmeerregion über das östliche Europa aus, was Deutschland, die Schweiz und Österreich auf die westliche Seite der Hochdruckgradienten bringt.

Auch hier prallen also die Wettersysteme aufeinander und mit einer südlichen Grundströmung können hochsommerlich warme Temperaturwerte nach Norden in Richtung Deutschland geführt werden.

Polarwirbelberechnung September

Berechnung Polarwirbel nach dem europäischen Vorhersagemodell: Kampf der Wettersysteme - auch hier kommt es auf die Details an © www.meteociel.fr

Septembersommer auf Rekordkurs?

Ungewöhnlich sind solche Hochdruckwetterlagen in den Herbstmonaten September und Oktober nicht. Außergewöhnlich aber sind die in den Prognosen simulierten Temperaturen. Freunde des herbstlichen Schmuddelwetters werden sich bei solchen Berechnungen sicherlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und alle anderen werden sich sicherlich wundern, ob das noch alles normal ist.

Normal sicherlich nicht und die Zahlen sprechen aktuell eine deutliche Sprache. Der September 2018 war in den zurückliegenden Tagen gegenüber dem langjährigen Mittelwert um rund +3,3 Grad zu warm und das Niederschlagssoll wurde bisweilen um 19 Prozent erfüllt. Sollten sich die Berechnungen der Prognosemodelle durchsetzen können, so würde die Abweichung der Temperaturen am Ende der zweiten September-Dekade zwischen 4 bis 5 Grad im viel zu warmen Bereich liegen können.

Die Jahrhundert-September mit den wärmsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen stammen aus den Jahren 2006 und 2016 mit einer Abweichung von +3,6 Grad. In der Theorie ist es zum aktuellen Stand möglich, dass der September 2018 binnen 12 Jahren den dritten Jahrhundert-September aufstellen kann.

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Kontrollläufe: Rekorde sind möglich

Die Vorhersage der Wettermodelle wird seit gestern auch von den Kontrollläufen gestützt und heute noch nochmals unterstrichen. Das bedeutet, dass eine deutlich zu warme September-Dekade mit einer höheren Wahrscheinlichkeit bevorsteht und der Herbst sich weiter in Geduld üben muss. Die Würfel scheinen gefallen zu sein und ein sommerlicher Wettercharakter dominiert vorerst weiter.

So liegt das Temperaturspektrum am 14. September zwischen +15 bis +22 Grad (Mittelwert: +18 Grad über dem Norden und +20 Grad über dem Süden), am 20. September zwischen +13 bis +30 Grad (Mittelwert: +24 Grad) und am 26. September zwischen +12 bis +27 Grad (Mittelwert: +19 bis +20 Grad). Die Temperaturen kühlen sich in der letzten September-Dekade etwas ab, bleiben aber auf einem für den Herbst zu hohem Niveau. Apropos Temperaturniveau. Das liegt nach den Kontrollläufen am 19. September um 4 bis 8 Grad über dem langjährigen Mittelwert im zu warmen Bereich. Das zeigt noch einmal, welches Potential die kommende Wetterentwicklung hat.

Diagramm Temperaturen September 2018 vom 11.09.2018

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe September 2018 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wettertrend für den Herbst und Winter 2018/2019

Dass das Langfristmodell mit seinem Wettertrend reagieren muss, das war in den letzten Tagen klar und wurde auch schon ausreichend erläutert. Heute folgt die nächste Korrektur. Mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad soll der September 2018 zu warm ausfallen und im Trend könnte auch die drei vorne anstehen.

Hinsichtlich der Niederschlagsentwicklung wird der Trend von einem zu trockenen September weiterhin gestützt und heute noch etwas verstärkt. Es spricht also vieles dafür, als dass die zweite September-Hälfte noch von hohem Luftdruck und für die Jahreszeit zu warmen Temperaturen dominiert werden kann.

Eine leichte Korrektur hat auch der Oktober 2018 erfahren, welcher nun mit einer Abweichung von +0,5 bis +1 Grad etwas zu warm berechnet wird. Die Niederschlagserwartung ist leicht negativ (etwas zu trocken). Der November 2018 wird mit einer Abweichung von +1 bis +2 Grad unverändert zu warm und im Niederschlagstrend etwas zu trocken berechnet.

Ebenfalls kaum Veränderungen zeigt sich in der Winterprognose 2018/19. Die Wintermonate von Dezember bis Februar sollen nach diesem Wettertrend mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad deutlich zu warm und im Niederschlagsverhalten deutlich zu nass ausfallen.

Aber es heißt abwarten, ob sich das bewahrheiten wird. Warum? Das Langfristmodell geht von einem Ausgleichsverhalten aus. Mehr Tiefdrucksysteme steuern ab Oktober auf Deutschland zu und sorgen für vermehrten Niederschlag. Das bedeutet, dass das Zirkulationsmuster mehr auf West bis Südwest dreht und mildere Luftmassen nach Mitteleuropa führen kann.

Damit das aber geschehen kann, muss sich das Hochdrucksystem entweder passiv (über den Azoren), oder aktiv über dem östlichen Mitteleuropa behaupten können. Sollte das Hochdrucksystem sich aber anders positionieren können, bspw. über Skandinavien oder Island, so wäre das Zirkulationsmuster auch über den Winter 2018/19 als gestört zu bewerten und eine normale bis zu kalte Wintersaison wäre möglich. Das wäre nicht die erste Überraschung in diesem Jahr!

Abweichungen der Temperaturen im Herbst und Winter 2018/19 gegenüber dem langjährigen Mittelwert
Monat Tem­peratur Nieder­schlag
September 2018 +1 bis +3 Grad Trend: zu trocken
Oktober 2018 +0,5 bis +1 Grad Trend: etwas zu trocken
November 2018 +1 bis +2 Grad Trend: leicht zu trocken
Dezember 2018 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass
Januar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass
Februar 2019 +1 bis +3 Grad Trend: zu nass

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2018/2019 vom 11.09.2018

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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