Der Spätsommer kehrt Mitte Oktober mit Tageswerten von +19 bis +24 Grad zurück und sorgt - zumindest kurzweilig - für einen Wettercharakter, welcher dem goldenen Oktober zuzuschreiben ist. Örtlich können die Temperaturen auch über die +25 Grad Marke ansteigen. Mehr dazu in der aktuellen Wettervorhersage Oktober 2017.

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Großwetterlage stellt sich im zweiten Oktoberdrittel um

Bislang war ein Tiefdrucksystem über dem skandinavischen Raum dafür verantwortlich, dass die erste Oktoberdekade wechselhaft ausgefallen ist. Schaut man sich das Temperaturmittel der vergangenen Tage an, so ist der Oktober mit einer Abweichung gegenüber dem langjährigen Mittelwert mit +1,7 Grad zu warm. Berücksichtig man nun den Temperaturanstieg der kommenden Tage, so dürfte die Abweichung bis einschließlich Sonntag wieder an den Bereich der +2 Grad gelangen.

Das Skandinavientief verliert nun aber an Einfluss und geht in ein Zentraltief bei Island über. So wird der Spielraum für die Ausdehnung eines Hochdrucksystems von Spanien und der Mittelmeerregion bis weit über das nördliche und östliche Europa größer. Im Verbund mit der Tiefdruckaktivität können aus südwestlichen Richtungen sehr warme Luftmassen nach Deutschland, Österreich und die Schweiz geführt werden. Darin stimmen beide Wettermodelle mit Ihren Berechnungen überein.

Wie lange hält sich der goldene Oktober?

Betrachtet man den Polarwirbel, so ist in den kommenden Tagen bis Mitte Oktober mit einem Kaltluftzustrom über dem östlichen Kanada in Richtung Neufundland zu sehen. Wer hier regelmäßig mit liest, weiß, dass dadurch die Tiefdruckaktivität zwischen Neufundland, Grönland und Island ansteigt. Je nachdem, wie sich das Hochdrucksystem positioniert, ergeben sich für den daraus unterschiedliche Wetterentwicklungen.

  1. Das Hochdrucksystem setzt sich durch und blockiert die Tiefdruckaktivität auf dem Atlantik. In Folge daraus stellt sich ein leicht wechselhafter Wettercharakter bei einer warmen Südwestströmung ein. Warmes Herbstwetter
  2. Das Hochdrucksystem verliert seine Position über Mitteleuropa und weicht weiter nach Osten, bzw. Süden aus. So kann die atlantische Frontalzone zur letzten Oktoberdekade auf Mitteleuropa übergreifen und für einen wechselhaften und auch kühlen Wettercharakter sorgen. Herbstlich
  3. Bei dieser Variante baut sich der hohe Luftdruck über Mitteleuropa ebenfalls ab und verstärkt sich im Azorenhoch, welches nach Norden aufkeilen kann. So könnten bei dieser Variante die Tiefdrucksysteme von Nordwest nach Südost über Deutschland, Österreich und die Schweiz hinwegziehen und kühlere Luftmassen heranführen. Kühles Herbstwetter

Kontrollläufe: warmer und goldener Oktober nur vorübergehend?

Die Kontrollläufe sind sich weitgehend einig. Nach den etwas zu kühlen Tagen folgt der Temperaturaufschwung, bei der die Temperaturen gegenüber dem langjährigen Mittelwert etwa um 2 bis 6 Grad zu warm ausfallen können. Anschließend zeigt sich eine hohe Tendenz zur Normalisierung der Temperaturen auf ein Jahreszeit typisches Niveau. Die Niederschlagsneigung ist über dem Süden bis zum 21. Oktober als schwach zu bewerten, steigt aber nach Norden in den gemäßigten Bereich an. So ist eine durchaus warme zweite Oktoberdekade zu erwarten, welche sich zum letzten Oktoberdrittel normalisieren kann.

Diagramm Temperaturen im Oktober 2017 vom 09.10.2017

Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe im Oktober 2017 von zu kalt, normal, zu warm.

Langfristmodell: Wetterprognose Herbst und Winter 2017/18

Für die restlichen Herbsttage simuliert das Langfristmodell in seiner heutigen Wetterprognose nur geringe Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert und bleibt überwiegend im normalen Bereich, wobei der Temperaturtrend sowohl im Oktober, als auch im November mit einer Abweichung von bis +1 Grad leicht zu warm bewertet werden kann. In der Niederschlagsberechnung wird der Oktober deutlich zu nass und der November 2017 normal bis leicht zu trocken berechnet. Interessant ist, dass der gesamte Mittelmeerraum von Portugal, Spanien, Frankreich Italien bis über das östliche Mittelmeer im Oktober deutlich zu trocken berechnet wird, während der skandinavische Raum deutlich zu nass simuliert wird. Das zeigt wie die Fronten verteilt sind und Deutschland dazwischen liegt.

Bei der Wetterprognose für den Winter 2017/18 hat das Langfristmodell für den Dezember eine Korrektur in seiner Berechnung vorgenommen. War der Dezember in der Vergangenheit meist etwas zu warm berechnet worden, so liegt die Abweichung heute mit -0,5 bis +1 Grad zwar noch immer im leicht zu warmen Bereich, doch der Anteil der Jahreszeit typischen Temperaturen überwiegt nun im Dezember über Deutschland - lediglich der Süden wird weiterhin zu warm berechnet. Anders formuliert wäre nach den Berechnungen des Langfristmodells ein normales Wetter im Dezember 2017 gar nicht mehr so abwegig, denn auch die Niederschlagsberechnungen bewegen sich um den Sollwert herum.

Für den Januar und Februar 2018 gab es indes keine Veränderungen, bzw. Korrekturen. So liegt die Abweichung zum heutigen Stand mit +1 bis +2 Grad weiterhin im deutlich zu warmen Bereich. Der Januar soll zu nass und der Februar normal ausfallen.

Diagramm der Temperaturentwicklung Winter 2017/2018 vom 09.10.2017

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