Bis zum kommenden Samstag hält der Winter mit verbreitet Dauerfrost und teils strengen Nachtfrösten durch. Erst im weiteren Verlauf zeigt sich eine von Westen her zögerliche Milderung.

Betrachtet man die aktuelle Simulation des amerikanischen Wettermodells, so strebt zum 22. Januar ein Hochdruckkeil des Azorenhochs über das westliche Mittelmeer und erstreckt sich dabei bis über Deutschland und Skandinavien. Dieses Hochdruckkonstrukt verlagert sich bis zum 25. Januar über den Mittelmeerraum und beeinflusst mit seinen gradientenschwachen Umfeld das Wetter über Deutschland. Anders formuliert bleibt es demnach bis zum 25. Januar weitgehend frostig, wenngleich die Milderung - auch mit positiven Werten - am 25. Januar langsam bis über die östlichen Landesteile vorankommen kann. Im darauf folgenden Zeitraum simuliert das amerikanische Wettermodell für Deutschland, Österreich und die Schweiz den Verbleib im gradientenschwachen Hochdruckumfeld, so dass die Temperaturen am Tage zumeist zwischen +0/+5 Grad (Rheinebene auch bis +7 Grad) und in den Nächten zwischen -5/+0 Grad schwanken können - bei länger anhaltendem Nebel ist Dauerfrost wahrscheinlich. Da die Milderung von oben herab einsetzt, nennt man die Wetterlage auch Inversionswetterlage - bei schwachen Windverhältnissen gelingt es den warmen Luftmassen nicht, sich auch bis in tiefere Regionen durchzusetzen (Durchmischung fehlt). Niederschlag ist in solch einer Konstellation wenig bis gar nicht zu erwarten.

Das europäische Wettermodell simuliert das Hochdrucksystem nicht in so einem breit und stark aufgestellten Umfeld, wie es das amerikanische Wettermodell berechnet. Stattdessen bleiben die winterlichen Verhältnisse ebenfalls bis Samstag weitgehend bestehen, bevor sich zum 24. Januar eine Hochdruckbrücke des Hochdrucksystems über der Mittelmeerregion und des Kontinentalhochs über dem westl. Russland aufbauen kann. Deutschland verbleibt somit noch bis zum 25. Januar im gradientenschwachen Umfeld, gerät jedoch zunehmend auf die westliche Seite des Hochdrucksystems, so dass mit einer südlichen Strömung mildere Luftmassen nach Deutschland, die Schweiz und Österreich geführt werden können. Darüber hinaus positioniert sich das Hoch bis zum 28. Januar über dem skandinavischen Raum, so dass eine Rückführung der Kaltluftmassen aus östlichen Richtungen nach Deutschland nicht unmöglich erscheint.

Wie sind diese Simulationen der Wettermodelle zu bewerten? Die Milderung ist nahezu gesetzt und sollte nach Tageshöchstwerten von -7/-1 Grad auch nicht verwunderlich sein. Die Frage die sich weiterhin stellt: wie hoch wird die Milderung ausfallen. Verbleibt Deutschland mit Temperaturen zwischen -2/+2 Grad im nasskalten Bereich oder können die Werte auf milde +4/+8 Grad ansteigen und damit auch die zwischenzeitlich vorhandene Schneedecke von 3-40 cm in mittleren Lagen zum abschmelzen bringen (s. aktuelle Schneehöhen)? Entscheidend für eine Antwort auf diese Frage wird die Hochdruckposition sein und zum heutigen Stand tut sich die atlantische Frontalzone schwer, sich durchzusetzen.

Betrachtet man die Kontrollläufe, so ist die Milderung der Höhentemperaturen schon seit Tagen einigermaßen gesichert und daran wird sich auch nichts mehr ändern. Schaut man auf die Bodenwerte, so ergeben sich hieraus durchaus Varianten der Inversionswetterlage. So liegt das Temperaturspektrum am 25. Januar zwischen -7/+6 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Westen, +1/+2 Grad über dem Norden und Süden und -1 Grad über dem Osten) und am 28. Januar zwischen -12/+9 Grad (Mittelwert: +2/+3 Grad über dem Norden und Westen und -1/-2 Grad über dem Süden und Osten). Zum Vergleich die Verhältnisse der Kontrollläufe gegenüber gestern von zu kalt (<-1) / normal (+0/+5) / zu warm (>+6), welche am 25. Januar bei 45/35/20 (gestern: 40/35/25) und am 31. Januar bei 45/35/20 (gestern: 25/35/40) liegen - dabei sind über dem Osten und Süden kältere Varianten hervorzuheben, während über dem Westen und Norden die normalen Werte überwiegen.

Der Entwicklung des Polarwirbels bleibt interessant zu beobachten - insbesondere die Geschehnisse in Stratosphärenhöhe, bei der das amerikanische Wettermodell zum Ende des Monats ein doch sehr kräftiges Minor Warming simuliert, welches weiterhin das Potential zu einem Major Warming aufweist. Es wäre also definitiv zu früh - auch mit einer möglichen Milderung im letzten Januar - den Winter als beendet zu erklären. Im Laufe des Abends erfolgt an dieser Stelle eine Aktualisierung der Wetterprognose Winter.
Aktualisierung:
Das amerikanische Wettermodell hält an seiner Variante der Inversionswetterlage fest. Demnach bis zum 22./23. Januar verbreitet Dauerfrost und in den Nächten teils strenger Frost. Ab dem 23./24. Januar bis zum 30. Januar von Westen her langsame Milderung - tagsüber über dem Norden, Westen und Süden leichte Plusgrade möglich (+0/+4 Grad), Nachts weiterhin mäßiger bis strenger Frost möglich. Über dem Osten setzt sich die Milderung nur zögerlich durch - dort bleibt es bis zum 30. Januar meist bei leichtem Dauerfrost (-3/-0 Grad). Bei länger andauerndem Nebel schwanken die Temperaturen um 0 Grad. Niederschlag ist bei solch einer Konstellation nicht zu erwarten. Das europäische Wettermodell simuliert grundsätzlich eine ganz ähnliche Variante, bei der der Einfluss der atlantischen Frontalzone eine etwas größere Rolle spielt. Somit ist mit mehr Wind zu rechnen, was die Luftmassen mehr durchmischen und somit für eine stärkere Milderung sorgen kann, bei der die Tageshöchstwerte über dem Westen zwischen +4/+8 Grad und über dem Osten zwischen +1/+5 Grad liegen können. Das amerikanische Wettermodell verfolgt in seiner abendlichen Simulation weiterhin ein kräftiges Minor Warming in Stratosphärenhöhe, welches erstmals zum Ende Januar / Anfang Februar im Ansatz ein Major Warming zeigt (Temperatursprung von -68 Grad auf +6 Grad binnen 48 Stunden).

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