Von spätsommerlich warm, bis zum ersten - nennenswerten - Wintereinbruch und Herbststürmen hat das Wetter im November allerhand zu bieten. Doch auch trockene und zu Nebel neigende Hochdruckwetterlagen haben im letzten der drei Herbstmonate durchaus ihre Relevanz. Wie wird das Wetter im November 2019?

Wetter im November
Typisches Wetter im November - tiefer Sonnenstand bei aufziehenden Nebelschwaden

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© Deutscher Wetterdienst, Offenbach (DWD)

Das Novemberwetter kann aus statistischer Sicht entscheidend sein, wie sich der Winter entwickeln wird. Denn zeigt sich in der letzten Novemberdekade ein nachhaltiger Wintereinbruch, so ist mit einer Stabilisierung der winterlichen Großwetterlage bis in das erste Dezember Drittel zu rechnen. Dazu müssen die Rahmenbedingen aber optimal sein - häufiger zeigt sich der November nasskalt und seltener winterlich.

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Sonne hat den Tiefststand noch nicht erreicht

Die Sonnenscheindauer wird von Tag zu Tag kürzer, die dunklen Phasen werden länger und die Landmassen kühlen nun schneller als die Meeresflächen ab, was im Verlauf des November für eine zunehmende Tiefdruckaktivität bei gleichzeitig auflebendem Wind aus westlichen Richtungen führen kann. Anders formuliert nehmen die Turbulenzen beim Wetter zu und das ruhige Herbstwetter gewinnt an Dynamik.

Das muss aber nicht sein, denn genauso häufig wie eine Westwetterlage zeigten sich die Novembermonate der Vergangenheit hochdruckdominiert, was aber im letzten Herbstmonat nicht unbedingt zu Sonnenschein, sondern vielmehr zu nebligem Wetter bei frostigen Temperaturen führen kann.
So steigen die Tageshöchstwerte in der ersten November-Dekade noch häufig bis an die +15 Grad Marke oder auch knapp darüber hinaus an und erreichen im letzten November-Drittel kaum mehr die +5 Grad Marke. Die daraus resultierende Durchschnittstemperatur liegt nach dem langjährigen Mittelwert bei +4,0 Grad und die Jahreszeit wendet sich im letzten Herbstmonat langsam dem Winter zu - nicht selten mit Schneefall und den ersten Eistagen im letzten November-Drittel.

Maximale Sonnenscheindauer verkürzt sich

Zum Beginn des Monats geht die Sonne um 7:00 Uhr auf und um 16:39 Uhr unter, was einer Tageslänge von 9 Stunden und 39 Minuten entspricht. Zum Ausklang des Monats geht die Sonne um 7:50 Uhr auf und um 15:59 Uhr unter. Die Tageslänge entspricht nur noch 8 Stunden und 9 Minuten. Die Tage werden im November um 1 Stunde und 30 Minuten kürzer.

Der November hat auch seine schönen Seiten

Das Novemberwetter ist aber nicht immer grau und schmuddelig, der letzte Herbstmonat hat auch seine schönen Seiten, wenn die Nebelschwaden durch Sonnenschein abgelöst werden, oder wenn der Raureif abstrakte Gebilde formt und die Landschaft auf eine andere Art und Weise langsam weiß werden lässt.

Es ist quasi wie der erste Frühlingsmonat, nur in umgekehrter Richtung und anstatt draußen, sollte man es sich lieber in der Wohnung gemütlich machen. Vielen Menschen macht der November-Monat aber zu schaffen. Das wenige Licht drückt auf die Stimmung und der Körper schüttet weniger vom Glückshormon Serotonin aus. Gegen diese miese Stimmung hilft oft ein Spaziergang in frischer Luft mit Sonnenschein.

Hängt das Laub bis November hinein, wird der Winter lange sein.

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Das Novemberwetter

Der Sonnenstand sinkt und die Kraft der Sonne lässt nach. So fällt es der Sonne zunehmend schwerer, die Nebel- und Hochnebelfelder im Tagesverlauf aufzulösen. Das gelingt zum Beginn noch ganz gut und nicht selten könnend die Werte die +15 Grad Marke überschreiten und auch noch einmal bis an die +20 Grad Grenze ansteigen, doch ab dem zweiten November-Drittel geht der Wettertrend ganz klar in Richtung nasskalt, was Werten von +3 bis +8 Grad entspricht.

Zudem kühlen - Aufgrund der längeren Nächte - nun die Landmassen deutlich schneller ab, als die Meeresflächen, welche noch immer die Hitze aus dem Sommer, bzw. Spätsommer gespeichert haben. Und aufgrund dieser Temperaturgegensätze gewinnt das Wetter an Dynamik, was nicht selten zu den ersten Herbststürmen führen kann.

Im letzten Novemberdrittel hat sich die Luft dann oftmals schon so weit abgekühlt, dass die ersten Schneefälle und - nennenswerten - Wintereinbrüche möglich sind.

Wie wird das Wetter im November 2019?

Zum heutigen Stand ist es noch zu lange hin, als dass man im Detail schon Wetterprognosen erstellen könnte. Aber es gibt Trends, welche Rückschlüsse auf die Entwicklung der Zirkulationsmuster zulassen.

Als Freund des Winterwetters wartet man schon gespannt auf die Wetterentwicklung im November und ab und an gelingt auch schon der erste Wintereinbruch. Doch so sehr man sich freuen mag, gehört der November zu einem klassischen Herbstmonat und ist über weite Strecken als gemäßigt zu bewerten. Nasskalte Wetterphasen sind deutlich häufiger als frühwinterliche.

Betrachtet man das erste Halbjahr 2019, so waren die Monate von Januar bis Juli bis auf den Mai allesamt zu warm. Es gibt sie also noch - trotz des Klimawandels - die zu kühlen Monate, auch wenn diese immer seltener werden und die Rekorde allesamt in die zu warme Richtung gehen. Möchte man eine Wetterprognose für den November 2019 abgeben, so liegt man gemäß der Statistik zu 65 Prozent richtig, wenn man einen zu warmen Temperaturverlauf vorhersagt. Übrigens war in den letzten 20 Jahren kein einziger Novembermonat mehr zu kalt. Eine Enttäuschung der Winterfans ist quasi vorprogrammiert, wenngleich das Wetter immer wieder für Überraschungen gut ist.

Wie aber stehen die Chancen auf einen kalten November? Das Jahr 2019 zeigt einen Rhythmus. Zu trockene und zu nasse Monate wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit ab und führt man dieses Prinzip einfach weiter, so sollte der November 2019 etwas kühler (normal), bei einer leicht erhöhten Niederschlagstätigkeit ausfallen können.

Mitunter dafür verantwortlich könnte die Erhaltungsneigung, bzw. das Ausgleichsverhalten sein. Auch in 2019 besticht die Großwetterlage bislang durch eine gestörte Zirkulation, welche entweder mit einer Ost-West-Strömung oder mit einem meridionalem Muster in Erscheinung tritt. Sollte sich im Herbst nun die Zonalisierung durchsetzen, so kann der November 2019 auch zu mild und zu nass ausfallen. Der Wind würde mit Herbststürmen zudem für Schlagzeilen sorgen können.

Bleibt stattdessen die gestörte Zirkulation erhalten, so hat der Frühwinter seine Chancen.

Lässt das Novemberwetter Rückschlüsse auf den Winter zu?

Nicht direkt - egal wie der November ausfällt - häufiger hatte das einen zu warmen Winter zur Folge. Ist der November-Monat zu warm, so führte das in der Vergangenheit in 35 Prozent der Fälle zu einem zu warmen Winter. War der November zu kalt, so hatte das nur in 10 Prozent der Fälle einen zu kalten Winter zur Folge.

Betrachtung der einzelnen Novembermonate mit Auswirkung auf die Wintersaison
Monat Winter kalt Winter warm Häufig­keit
November zu warm 25 % 35 % 34 (60 %)
November zu kalt 10 % 30 % 23 (40 %)

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Blickt man in die Vergangenheit zurück, so lässt sich in der Statistik etwas signifikantes über das Novemberwetter feststellen: In den letzten 20 Jahren war das Wetter in 65 Prozent der Fälle zu warm, in 35 Prozent normal und ein zu kalter November wurde überhaupt nicht mehr registriert. Im Schnitt waren die Novembermonate der letzten 20 Jahre um etwa +1,2 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert zu warm.

Statistische Auffälligkeiten

  • Im Zeitraum vom 1. bis 7. November dominiert häufig ein Hochdrucksystem das Wetter
  • Bei länger andauernden Hochdruckphasen nimmt die Neigung zu Dauernebel und frostigen Temperaturen zu
  • Letztes Novemberdrittel nicht selten schon Richtungweisend für den Winter
  • Schneefall zeigte sich häufiger im Zeitraum vom 8. bis 11. November
  • In der zweiten Novemberdekade häufig hoher Luftdruck dominant
  • Zum Ausklang des November häufiger windiges und mildes Westwindwetter

Die Abweichung der Temperaturen der Novembermonate in Dekaden

Abweichungen gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961-1990
Novembermonate Tem­peratur Ab­weichung
2011-2018 5,3 Grad +1,3 Grad
2001-2010 5,2 Grad +1,2 Grad
1991-2000 4,0 Grad +0 Grad
1981-1990 4,1 Grad +0,1 Grad
1971-1980 4,0 Grad +0 Grad
1961-1970 4,1 Grad +0,1 Grad

Auffällig sind die letzten zwei November-Dekaden von den Jahren 2001 bis 2018, welche gegenüber den vorangegangenen Dekaden deutlich wärmer ausfielen. Darunter auf der bislang wärmste Novembermonat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881, welcher mit einer Abweichung von +3,5 Grad im Jahre 2015 den neuen Hitzerekord aufstellte. Möchte man eine Schlussfolgerung aus der Statistik ziehen, so liegt die Wahrscheinlichkeit in Zeiten des Klimawandels für einen zu warmen Novemberverlauf deutlich höher, als für einen zu kalten.

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Aktueller Wettertrend für den November 2019 der Langfristmodelle

Zum heutigen Stand ist es definitiv noch zu früh für detaillierte Wettervorhersagen. Die Langfristmodelle können aber schon frühzeitig Indikatoren liefern, wie sich die Temperatur oder auch der Niederschlag entwickeln kann.

Wettertrend nach dem CFSv2 Modell

Die aktuelle Abweichung liegt für den November mit -0,5 bis +1 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittelwert im normalen bis leicht zu warmen Bereich. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem langjährigen Sollwert unauffällig zu bewerten.

Wetterprognose der NASA

Der November 2019 wird nach diesem Vorhersage-Modell mit einer Abweichung von +1 bis +3 Grad im Trend deutlich zu warm berechnet. Die Niederschlagsprognose ist im Trend zu nass, was auf eine lebhafte Westwetterlage (Zonalisierung) schließen lässt. Das erklärt auch die zu warme Temperaturprognose.

Wettervorhersage nach dem europäischen Langfristmodell

Geht es nach den Europäern, so soll das November-Wetter mit einer Abweichung von +0,25 bis +1,5 Grad normal bis leicht zu warm ausfallen können. Die Niederschlagsprognose ist gegenüber dem Sollwert als unauffällig (normal) zu bewerten.

Regelmäßige Aktualisierungen zum Wetter November 2019 erfolgen in Witterungstrends, Wettertrends, Wetterprognosen und Wettervorhersagen ab Mitte Oktober.

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