Noch im Jahr 2015 könnte sich langsam aber stetig der Winter aus westlichen Richtungen nach Deutschland "einschleichen" - zunächst nur in Form kühlerer Luftmassen und "passend" zum Jahreswechsel unter Umständen auch mit etwas Schnee über den westlichen Landesteilen. Insofern hat sich in den letzten 24 Stunden gegenüber den letzten Tagen in den Simulationen der Wettermodelle einiges verändert. Was ist passiert?

Entscheidend ist die Hochdruckachse, welche in den letzten paar Simulationen zunehmend in Form eines autarken Hochdrucksystems über Finnland simuliert wird. Deutschland, Österreich und auch die Schweiz gelangen somit in eine östliche bis südöstliche Strömung der Luftmassen. Gleichzeitig können über das westliche Russland und östliche Europa eisig kalte Luftmassen nach Sünden geführt werden. Und bei der Entscheidung ob milde oder kalte Temperaturen wird es darauf ankommen, wie sich die Hochdruckgradienten über Deutschland positionieren.

Geht es nach dem amerikanischen Wettermodell, so gelangt Deutschland in den ersten Januar-Tagen in die östliche Strömungskomponente, was bodennah die kalten Luftmassen bis über den Westen von Deutschland führen kann. So liegen die simulierten Tagestemperaturen bspw. am 2. Januar zwischen -8/-1 Grad, lediglich über dem äußersten Südwesten könnten noch mit +0/+5 Grad positive Werte erreicht werden. Ist Niederschlag zu erwarten? Das ist bei Ostwetterlagen nicht einfach - nach dieser Simulation ist am 1. Januar über dem Westen und Süden noch etwas Niederschlag zu erwarten, welcher allmählich bis in tiefere Lagen in Schnee übergehen könnte. Am 2./3. Januar könnten dann atlantische Tiefdruckausläufer mit milderen Luftmassen den Westen und Südwesten beeinflussen, so dass die Schneefallgrenze auf engstem Raum zwischen 1.200 bis in tiefere Lagen hinab schwanken und sich eine Grenzwetterlage einstellen könnte, welche die milden Luftmassen über dem Südwesten von kalten über dem Nordosten trennt.

Das europäische Wettermodell ist im Zeitraum vom 1./4. Januar etwas "vorsichtiger" und simuliert das Hoch weiter nordöstlich, so dass Deutschland noch weitgehend im Einflussbereich der atlantischen Tiefdruckausläufer verbleiben kann - aber auch nach dem europäischen Wettermodell nähern sich die Temperaturwerte dem nasskalten Bereich, so dass ab mittleren (400-800 Meter) bis höheren Lagen die Niederschläge in Schnee übergehen könnten.

Da ist im Wettertrend für Anfang Januar noch viel an hypothetischen Annahmen vertreten - aber die Frage nach "Wann kommt der Winter, bzw. wann kommt Schnee?" kann wie folgt beantwortet werden: "Durch die Veränderung der Hochdruckposition ist eine nasskalte bis teils winterliche Wetterlage für Anfang zunehmend wahrscheinlicher geworden". Deutlicher zeigt sich der Trend zu nasskalten Temperaturen auch in den Kontrollläufen. So liegt das Temperaturspektrum am 1. Januar zwischen -7/+15 Grad (!!!) (Mittelwert: +5 Grad über dem Süden und Westen und +0 Grad über dem Osten und Norden) und am 4. Januar zwischen -8/+10 Grad (Mittelwert: +4 Grad über dem Süden und Westen und +2 Grad über dem Norden und Osten). Welche weitere Wetterentwicklungen darüber hinaus möglich sind und ob sich tatsächlich der Winter im ersten Januar-Drittel festigen könnte, versuchen wir gegen 17:00 Uhr mit einem weiteren Witterungstrend zum Wetter Winter 2015/16 zu klären.

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