Wetter Winter 2020/2021 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2020/2021 Wetterprognose vom 27.01.2021 - Ein Polarwirbelsplit wird zunehmend konkreter

Sorgt ein Polarwirbelsplit für einen Arctic Outbreak - oder für eine Milderung?
Sorgt ein Polarwirbelsplit für einen Arctic Outbreak - oder für eine Milderung?

Turbulentes Wetter mit einem erhöhten Potential unwetterartiger Wetterereignisse zeichnet sich ab. Anfang Februar wird es milder - ob überall, wird sich noch zeigen, währenddessen beginnt der Polarwirbel instabil zu werden und mit einem Polarwirbelsplit ist nach dem 5. Februar wieder alles offen.

Chaotische Wetterverhältnisse werden in den kommenden Tagen bis in den Februar hinein zu beobachten sein. Eine Grenzwetterlage baut sich über Deutschland auf. Südlich einer Linie etwa von Münster und Dresden verlaufend, wird es kräftige und länger andauernde Niederschläge geben können, die - im Zusammenspiel mit einer kräftigen Milderung - für Tauwetter bis auf die höheren Lagen sorgen wird. In Kombination daraus steigen die Pegel der Bäche und Flüsse rasant an und werden vielerorts über die Ufer treten können. Entlang der Luftmassengrenze aber gehen die Niederschläge in den unterschiedlichsten Formen nieder. Von Dauerschneefall über heftigen Eisregen oder Nassschneefall mit Schneebruch oder einfach nur Regen ist möglich. Als kritisch ist der Bereich +/- 100 km um die Luftmassengrenze herum zu bewerten. Erreichen die Temperaturen über dem Südwesten bis +12 Grad, so ist es über dem Norden und Osten mit -2 bis +2 Grad deutlich kühler.

Das Wetter im Februar bleibt turbulent

Zum Sonntag setzt sich die Luftmassengrenze bis über den Süden von Deutschland durch, was über Baden-Württemberg und Bayern die Niederschläge in Schnee übergehen lässt. Von Norden trocknet es ab und verbreitet ist ein sonniger Sonntag möglich. Die Dauerfrostgrenze sinkt auf 300 bis 500 Meter ab. Anfang Februar dann der nächste Schwung der atlantische Frontalzone. Mit viel Regen - der anfangs noch als Schnee niedergehen kann - wird es rasch milder und windiger. Unter dem Strich nicht wirklich winterlich. Mehr dazu: Wetter Februar 2021.

Anfang Februar wird es erneut milder
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Anfang Februar wird es erneut milder
© www.meteociel.fr

Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: vorerst kein Winterwetter

Bis zum 5. Februar ist nach der Wetterprognose des europäischen Wettermodells kein Winterwetter zu erwarten. Stattdessen ziehen immer wieder Ausläufer atlantischer Tiefdrucksysteme über Deutschland, Österreich und der Schweiz hinweg und halten den unbeständigen, windigen und verbreitet milden Wettercharakter aufrecht.

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Polarwirbelsplit

Interessanter wird es für die Freunde des Winterwetters ab dem 6. Februar. Innerhalb des Polarwirbels zeigen sich Hochdruckeinschübe, die bis zum 7. Februar zu einem Polarwirbelsplit führen können.

Betrachtet man die nachfolgende Wetterkarte genauer, so bildet sich eine Hochdruckzone zwischen Kanada und Sibirien aus. Diese Achse aber ist alles andere als Stabil. Zudem bildet sich vom 4. bis 6. Februar eine weitere Hochdruckachse in Richtung europäisches Nordmeer und Island/Skandinavien aus. Da ist viel Spielraum für Spekulation gegeben. Die winterliche Variante ist sicherlich mit einem Hoch zwischen Island und Skandinavien möglich. Anders aber die Situation, wenn die atlantische Frontalzone nicht blockiert wird und die Tiefdruckgebiete beginnen das Hoch am südlichen Gradienten zu unterwandern.

Kleine Details, aber groß in der Wirkung. Abwarten ist angesagt.

Im Ansatz der Polarwirbelsplit, ob sich der Winter über Deutschland wird durchsetzen können, hängt von der (noch) variablen Hochdruckachse ab
Wetterprognose nach dem europäischen im Ansatz der Polarwirbelsplit, ob sich der Winter über Deutschland wird durchsetzen können, hängt von der (noch) variablen Hochdruckachse ab
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Wettervorhersage nach dem amerikanischen Wettermodell: der Winter in Lauerstellung

Bis zum 5. Februar ist auch nach der Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells nicht mit dem Winter zu rechnen. Eher das Gegenteil ist der Fall - die Tageswerte sind mit +8 bis +12 Grad dem Frühling näher als dem Winter. Zudem gibt es bei böigen Windbewegungen immer wieder Niederschläge, wobei die Niederschlagstätigkeit eine abnehmende Tendenz aufweist.

Der Polarwirbel

Die Achsausbildung des Polarhochs ist zwischen Sibirien und Kanada schwächer und stärker zwischen den Aleuten und dem europäischen Nordmeer ausgeprägt. Zum 6. Februar beginnt die Achsausbildung bis zu den Azoren hinunter zu wirken. Das entkoppelt die atlantische Frontalzone von Europa und das Strömungsmuster beginnt sich mit einem meridionalen Muster auf Nord-Süd zu drehen.

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Winter über Deutschland?

Der Polarwirbelsplit bleibt im Ansatz zu erkennen und es bestätigt sich ab dem 6./7. Februar die Hochdruckachse in einer für den Winter günstigen Position. Ob die kalten Luftmassen vom südlichen Skandinavien auf Deutschland, Österreich und die Schweiz überspringen können, bleibt noch offen - Andeutungen in diese Richtungen sind vorhanden. Letztlich wird es auf ein Hop oder Top zwischen der atlantischen Frontalzone und einem Arctic Outbreak hinauslaufen. Für Spannung mit einem noch offenen Ausgang ist nach dem 5. Februar gesorgt.

Die nachfolgende Wetterkarte zeigt das Dilemma. Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen voll im Entwicklungszentrum der Hochdruckzone, aber auch innerhalb der atlantische Frontalzone. Nach dieser Wetterprognose verbliebe Deutschland im nasskalten und damit wenig winterlichen Bereich.

Wie weit wird die atlantische Frontalzone nach Süden gedrückt?
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Wie weit wird die atlantische Frontalzone nach Süden gedrückt?
© www.meteociel.fr

Auf den Punkt gebracht: Der Impuls geht vom Polarwirbel aus

Schön zu beobachten ist in den letzten Tagen, dass sich um den 5. Februar herum eine Schlüsselszene für den Winter abzeichnet. Kommt es zu einem Polarwirbelsplit mit einer für den Winter über Deutschland günstigem Achsverlauf, so kann sich mit einem Arctic Outbreak der Winter bis in die letzte Februar-Dekade festsetzen. Andernfalls endet das Ganze in einer nasskalten bis milden Witterung und dem Winter läuft so langsam die Zeit davon.

Betrachtet man die Wahrscheinlichkeiten, so ist eines klar ersichtlich: deutlich zu warme Wetterentwicklungen sind über dem Norden von Deutschland nicht auszumachen. Das ändert sich nach Süden. Der Mittelwert der Kontrollläufe liegt im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 im leicht zu warmen Bereich. Das zeigt, dass die Winterluft in Lauerstellung liegt, aber - zum aktuellen Stand - mit einer höheren Wahrscheinlichkeit nicht auf Deutschland übergreifen kann. Nasskalt mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen bleibt die wahrscheinliche Variante - zumindest so lange, wie die Achsausbildung innerhalb des Polarwirbels noch unklar ist.

Die Temperaturprognose der Kontrollläufe
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
2. Februar +0 bis
+10 Grad
+2 Grad bis
+6 Grad
6. Februar -4 bis
+12 Grad
+2 bis
+5 Grad
11. Februar -6 bis
+13 Grad
+2 bis
+4 Grad
Diagramm Temperaturen Februar 2021
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Februar 2021 von zu kalt, normal, zu warm im Vergleich zum vieljährigen Mittelwert (1961 bis 1990)

Wie sich die Prognose innerhalb des Polarwirbels im Verlauf des Tages entwickelt hat und welche Schlussfolgerungen daraus für den Winter im Februar zu ziehen sind, erläutern wir heute Abend gegen 20:15 Uhr an dieser Stelle mit einer Aktualisierung der Winterprognose.

Update der Wetterprognose von 20:17 Uhr

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Nasskalt werden die Tage über dem Norden bis zum 5. Februar ausfallen und eine Milderung kann sich nicht wirklich durchsetzen. Auch Schneefall wird am Wochenende eine Rolle spielen und für eine temporäre Ausbildung einer Schneedecke sorgen können. Interessant wird die Schneesituation entlang der Luftmassengrenze, die mittlerweile von den Vorhersage-Modellen einheitlich berechnet wird. Neben Schnee ist aber auch mit Eisregen oder gefrierendem Regen zu rechnen. Problematisch aber ist zudem der Nassschnee. Wir haben die Schneeprognose der Vorhersage-Modelle einmal gegenübergestellt.

Entlang der Luftmassengrenze kann einiges an Schnee niedergehen
Niederschlagsprognose bis Sonntag nach dem europäischen (li.), amerikanischen (Mi.) und deutschen (re.) Wettermodell: Entlang der Luftmassengrenze kann einiges an Schnee niedergehen
© windy.com

Hochwassersituation

Weiter nach Süden wird es in den kommenden Stunden spürbar milder und über dem Südwesten und Westen werden die Werte dem Frühling näher als dem Winter sein. Dazu kommt reichlich Niederschlag und viel Wind, was einen zusätzlichen und verstärkenden Effekt auf das Tauwetter hat, dass sich bis auf die höheren Lagen durchsetzen kann. Verbreitet liegen über dem Süden ab den mittleren Lagen 15 bis 30 cm Schnee und in den höheren mittleren Lagen bis 50 cm. Wenn man dies mit der simulierten Regenmenge mit dem Schnee kumuliert, so können bis Sonntag zwischen 60 und 120 l/m² in die Bäche und Flüsse abgeleitet werden. Das ist zu viel und wird verbreitet über dem Süden und der Mitte verbreitet für eine prekäre Hochwassersituation sorgen können.

Extremes Tauwetter über dem Süden mit reichlich Niederschlag wird verbreitet für eine prekäre Hochwassersituation sorgen
Niederschlagsprognose bis Sonntag nach dem europäischen (li.), amerikanischen (Mi.) und deutschen (re.) Wettermodell: Extremes Tauwetter über dem Süden mit reichlich Niederschlag wird verbreitet für eine prekäre Hochwassersituation sorgen
© windy.com

Polarwirbelsplit

Die Wetterprognose der beiden Vorhersage-Modelle ist bis zum 5. Februar gesetzt. Nasskalt über dem Norden, mild über dem Süden - dazwischen immer wieder turbulente Wetterabschnitte mit möglichen Starkwindphasen. Langweilig wird es nicht, aber Winterwetter im klassischen Sinn ist nicht zu erwarten.

Das könnte sich nach dem 5. Februar ändern. Die Wetterprognose des amerikanischen Wettermodells bestätigt heute Abend einen Hochdruckkeil durch den Polarwirbel zwischen den Aleuten und dem europäischen Nordmeer, der sich bis zu den Azoren hinunter ausbilden kann. Infolge daraus wird das Atlantikwetter entkoppelt und Deutschland, Österreich und der Schweiz - könnte - in den Zustrom arktischer Kaltluftmassen gelangen. Warum könnte? Es gibt noch einige Variablen, die trotz einer für den Winter günstigen Konstellation noch für milde Temperaturbedingungen sorgen könnten. Eine Westwetterlage aber wird nach dem 5. Februar zunehmend unwahrscheinlicher.

Polarwirbelsplit nach dem 5. Februar
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Polarwirbelsplit nach dem 5. Februar
© www.meteociel.fr

Atlantische Frontalzone gegen Arctic Outbreak

Wie sehr es auf die Hochdruckachse innerhalb des Polarwirbels ankommen wird, zeigt sich heute Abend in der Wetterprognose des europäischen Wettermodells. Die atlantische Frontalzone züngelt immer wieder an Mitteleuropa und führt milde Luftmassen heran. Gleichzeitig aber setzt sich von der Karasee über die Barentssee und Skandinavien der Arctic Outbreak in Gang. Das Hop oder Top-Szenario bleibt nach dem 5. Februar vorerst einmal erhalten!

Zwischen Mildwetter, Grenzwetterlage und Arctic Outbreak ist alles möglich
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Zwischen Mildwetter, Grenzwetterlage und Arctic Outbreak ist alles möglich
© www.meteociel.fr

Zusammenfassung: Solange innerhalb des Polarwirbels nichts entschieden ist, bleibt eine nasskalte Wetterlage mit winterlichen Optionen ab den mittleren Lagen bis zum 11. Februar die wahrscheinlichste Variante. Das erfreuliche aber für die Freunde des Winterwetters ist der generelle Trend zur Achsausbildung des Polarhochs zwischen den Aleuten und dem europäischen Nordmeer. Das allein ist zwar kein Garant für Winterwetter, es verbessert aber die Chancen hierfür weit mehr als eine Achse zwischen Sibirien und Kanada. Soweit der Stand.

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Das Wetter-Jahr 2021 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1991-2020 in Grad Nieder­schlag
Januar 2021 +0,6 +1,1 -0,3 78 l/m² - zu nass
Februar 2021 +1,8 +1,4 +0,3 48 l/m² - leicht zu trocken
März 2020 +5,4 +1,8 +0,2 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,0 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,2 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +0,4 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,7 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,0 90 l/m² - etwas zu nass
September 2020 +14,8 +1,5 +1,0 50 l/m² - zu trocken
Oktober 2020 +10,2 +1,2 +0,8 79 l/m² - zu nass
November 2020 +6,0 +2,0 +1,1 18,7 l/m² - zu trocken
Dezember 2020 +3,0 +2,2 +1,2 57 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2021 +1,2 +1,3 +0,0 126 l/m² - zu nass

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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