Wetter Winter 2019/2020 - Wetterprognose und Wettervorhersage

Wetter Winter 2019/2020 aktuelle Wetterprognose vom 20.12.2019 - Nasskalte Wetteraussichten mit optionalem Winterwetter

Ob Schnee oder Regen über Weihnachten zu erwarten ist, wird sich im Detail noch zeigen müssen. Und auch die weitere Wetterentwicklung zeigt sich in Sachen Winter alles andere als klar.

Gestern wurden über Nordrhein-Westfalen nochmals bis +18 Grad gemessen und damit war der Höhepunkt der Hitzewelle erreicht. Nun gehen die Werte langsam - aber stetig - zurück und positionieren sich über Weihnachten mit +0 bis +7 Grad verbreitet im nasskalten Bereich. In der Höhe werden zudem kalte Luftmassen über Deutschland hinweggeführt, was den einen oder anderen Schnee-, Schneeregen-, oder Graupelschauer ermöglichen kann. Doch sind weiße Weihnachten sehr unwahrscheinlich. Mehr dazu in der aktuellen Wetterprognose zum Wetter Weihnachten 2019.

Nasskaltes Winterwetter?
Nasskaltes Winterwetter?

Der Spielraum bleibt über Weihnachten hoch

Das knifflige an der Wetterentwicklung über das Weihnachtsfest ist die Ausdehnung eine Hochdrucksystems über dem westlichen Europa. Hält es dort seine Position und strebt noch etwas weiter nach Norden auf, so können kältere Luftmassen nach Deutschland einsickern. Kippt es hingegen über Europa nach Osten ab, ist mit einem nasskalten Temperaturcharakter zu rechnen.

Gegenüberstellung der Vorhersage-Modelle
Gegenüberstellung der Wetterprognose vom deutschen (li.), amerikanischen (mi.) und dem europäischen Wettermodell (re.): Auf die Ausgestaltung des Hochdrucksystems kommt es an
© www.meteociel.fr

Kommt der Winter nach Weihnachten?

Die Frage nach Wann kommt der Winter? ist eine derzeit häufig an uns gestellte Frage. Beantworten lässt diese sich aber zum derzeitigen Stand nicht so einfach, da innerhalb des Polarwirbels strukturelle Veränderungen stattfinden und über Mitteleuropa sowohl für winterliche, als auch für sehr warme Wetterlagen sorgen kann.

Wetterprognose des europäischen Wettermodells: Kein Winterwetter

Geht es nach der Wettervorhersage des europäischen Wettermodells, so keilt das Hoch über Weihnachten nach Norden auf, kippt aber im darauffolgenden Zeitraum nach Osten weg. Zudem strebt das Hoch über Sibirien mit seiner Achse in Richtung der Aleuten in den Polarwirbel hinein, was diesen zwar destabilisiert, doch über Mitteleuropa für eine milde Wetterlage sorgen kann.

Deutschland auf der warmen Seite der Welle

Die Polarfront beginnt - aufgrund der Hochdruckeinschübe - sog. Wellen auszubilden (Rossby-Wellen), die das Zirkulationsmuster meridionalisieren lassen. Dabei gibt es kalte Wellentäler, aber auch warme Wellenberge. Deutschland, Österreich und die Schweiz gelangen nach der Wetterprognose der Europäer auf die warme Seite der Welle, was die Tageswerte bspw. bis zum 29. Dezember auf +4 bis +8 Grad und örtlich bis +12 Grad ansteigen lassen kann. Da die Wetterentwicklung hochdruckdominiert ist, ist nur mit einer geringen Niederschlagsentwicklung zu rechnen.

Auf der warmen Seite der Welle
Wetterprognose nach dem europäischen Wettermodell: Auf der warmen Seite der Welle
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Wettervorhersage des amerikanischen Wettermodells: Nicht wirklich Winter, doch sind Ansätze zu erkennen

Das Hoch kippt in der Woche nach Weihnachten nach Osten weg und sorgt über Deutschland, der Schweiz und Österreich nach dem Wettertrend der Amerikaner für einen ruhigen und zu Nebel- und Hochnebel neigenden Wettercharakter. Doch im Unterschied zu den Europäern strebt das Hoch über Skandinavien in Richtung des Kontinentalhochs über Sibirien.

Die Rahmenbedingungen müssen passen

Nach der aktuellen Prognose gelingt der Brückenschlag nicht, doch sollte das der Fall sein, so können die kontinentalen Kaltluftmassen angezapft und bis nach Deutschland geführt werden. Insofern ist bis zum 29. Dezember nicht mit Winterwetter zu rechnen. Optional bleiben die Möglichkeiten aber erhalten.

Zu mild für den Winter, doch verbindet sich das Hoch mit dem Kontinentalhoch, könnte die Sache anders verlaufen
Wetterprognose nach dem amerikanischen Wettermodell: Zu mild für den Winter, doch verbindet sich das Hoch mit dem Kontinentalhoch, könnte die Sache anders verlaufen
© www.meteociel.fr

Das Hin und Her der Vorhersage-Modelle

Heute Nacht gehörte die Prognose der Amerikaner im Vergleich zu den Kontrollläufen zu den kältesten und heute Morgen zu den wärmsten Varianten. Der Grund für die Unsicherheiten liegt im Polarwirbel begründet, der über Weihnachten instabiler wird, was der stark negative AO-Index betätigt. Und davon abhängig ist der weitere Verlauf des Winters. Insofern braucht man sich über die Sprunghaftigkeit der Vorhersage-Modelle nicht wundern - das ist in dieser Phase etwas völlig normales, wenn auch wenig zufriedenstellend.

Entscheidend ist, wie sich das globale Strömungsmuster einstellt, was sich anhand der Druckanomalien bis zum 30. Dezember gut darstellen lässt. Das Kontinentalhoch ist eine wahre Wuchtbrumme und konzentriert nahezu jegliche Hochdruckaktivität auf dem sibirischen Kontinent. Dadurch wird der Weg für die Tiefdrucksysteme frei, sich von ihren bisher starren Positionen zu lösen. Nach den Druckanomalien geschieht das möglicherweise zwischen Alaska, Kanada und dem Atlantik.

Druckanomalie bis 30. Dezember
Druckanomalie bis 30. Dezember - Innerhalb des Polarwirbel kommt es zu strukturellen Veränderungen © climatereanalyzer.org

Spielt man dieses Szenario durch, so bekommt das Kontinentalhoch mehr Raum sich in Richtung Mitteleuropa auszudehnen, was Ansatzweise in den Prognose-Modellen mit der Hochdruckverbindung angedeutet wird. Besser lässt sich das aber anhand eines Kontrolllaufes visualisieren.

Die kontinentalen Kaltluftassen gelangen bis nach Deutschland
Wetterprognose nach Kontrolllauf: Die kontinentalen Kaltluftassen gelangen bis nach Deutschland
© www.meteociel.fr

Wintertrend der Kontrollläufe: alles möglich

Der Mittelwert der Kontrollläufe pendelt sich in einem Bereich ein, der für Ende Dezember und Anfang Januar im weitgehend normalen Bereich liegt. Doch das täuscht. Nach den aktuellen Berechnungen ist mit einem Hop oder Top, bzw. warm oder kalt zu rechnen, was sich auch im enorm hohen Temperaturspektrum von bis zu 20 Grad in ca. 1.500 Meter Höhe ausmachen lässt.

Mittelwert über dem Süden und Osten winterlich

Der Hauptlauf der Amerikaner berechnet Tageswerte von bis zu +10 Grad. Der Mittelwert aber liegt über dem Süden und Osten vom 29. Dezember bis zum 4. Januar im Umfeld der Null-Grad-Marke, während der Mittelwert über dem Norden und Westen der Wert mit +2 bis +3 Grad in nasskalten Bereich vor sich hin dümpelt. Der Winter hat nach den Kontrollläufen berechtigte Chancen, sich ab den mittleren Lagen (400 bis 600 Meter) durchzusetzen.

Die Winterprognose nach den Kontrollläufen
Tag Temperatur-Spektrum Temperatur-Mittelwert
26. Dezember +0 bis
+7 Grad
+3 bis
+5 Grad
30. Dezember -5 bis
+9 Grad
-1 bis
+3 Grad
4. Januar 2020 -6 bis
+9 Grad
+1 bis
+3 Grad
Diagramm Temperaturen Januar 2019 vom 20.12.2019
Die Wahrscheinlichkeiten der Kontrollläufe Januar 2019 von zu kalt, normal, zu warm

Auf den Punkt gebracht

Das Motto von gestern gilt auch heute: Abwarten. Abwarten, wie sich das Hoch über Weihnachten entwickelt und wie sich das Kontinentalhoch dazu verhält und letztlich den Polarwirbel beeinflusst. Alles bleibt möglich.

Was sich im Tagesverlauf verändert hat, erläutern wir heute Abend gegen 20:00 Uhr in einem Aktualisierung der Wetterprognose zum Wetter Dezember 2019.

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Das Wetter-Jahr 2020 in Zahlen

Monat Tem­peratur Abwei­chung 1961-1990 in Grad Abwei­chung 1981-2010 in Grad Nieder­schlag
Januar 2020 +3,2 +3,8 +2,9 45 l/m² - zu trocken
Februar 2020 +5,3 +4,9 +4,3 125 l/m² - zu nass
März 2020 +5,4 +1,8 +1,0 50 l/m² - zu trocken
April 2020 +10,4 +3,0 +2,2 17 l/m² - zu trocken
Mai 2020 +11,9 -0,2 -1,1 40 l/m² - zu trocken
Juni 2020 +16,8 +1,4 +1,1 90 l/m² - etwas zu nass
Juli 2020 +17,7 +0,74 -0,3 53 l/m² - zu trocken
August 2020 +19,9 +3,4 +2,4 90 l/m² - etwas zu nass
September 2019 +14,1 +0,8 +0,6 65 l/m² - zu nass
Oktober 2019 +10,9 +1,9 +1,7 80 l/m² - zu nass
November 2019 +5,2 +1,2 +0,8 60 l/m² - zu trocken
Dezember 2019 +3,7 +2,9 +2,5 60 l/m² - zu trocken
Gesamtjahr 2020 +11,37 +2,4 +1,56 510 l/m² - zu trocken

Wetterfakten Winter

Statistische Wetterwerte für Winter

Der typisch deutsche Winter ist gemäßigt. Seltener sind Extremwetterereignisse zu erwarten. Vielmehr überwiegt von November bis Februar ein nasskalter Wettercharakter, welcher zwischendurch immer wieder von Frost und Schnee unterbrochen werden kann. In Folge des Klimawandels verschiebt sich aber die Schneefallgrenze auf die mittleren Lagen, was die ohnehin schon geringen Chancen für einen Flachlandwinter noch weniger wahrscheinlich macht.

  • Der erste Schnee kommt häufig mit Schneeschauer schon Ende Oktober, was aber noch kein Wintereinbruch ist.
  • Den ersten Anflug von Winterwetter gibt es sehr häufig im Zeitraum zwischen dem 8. und 14. November
  • Ende November wird es wieder wärmer
  • Vom 1.-10. Dezember bleibt das Wetter mit höherer Wahrscheinlichkeit warm
  • Im zweiten Dezember-Drittel folgt Winterwetter - sehr häufig bis Weihnachten
  • Kurz vor Weihnachten folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78% das Weihnachtstauwetter, welches bis Jahresende anhalten kann
  • Zwischen dem 13. und 24. Januar ist Aufgrund von Kontinentalhochdruck der Hochwinter häufiger möglich
  • Zweite Kältewelle folgt häufig zwischen dem 16. und 25. Februar nach, anschließend wärmeres Wetter
  • Der Februar ist zudem einer der schneereichsten Monate im Winter.
  • Im März klingt dann der Winter aus. Wenn sich aber der Hochwinter Mitte Januar festigen und behaupten kann, steigt die Wahrscheinlichkeit für den sog. Märzwinter an

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